Am 28. März 1566 wird der Grundstein für Valletta gelegt – der damalige Großmeister des Malteserordens Jean de la Vallette gibt ihr seinen Namen, die Fertigstellung erlebt er allerdings nicht mehr, er stirbt bereits zwei Jahre nach der Grundsteinlegung. 20 Jahre dauern die Arbeiten – finanziell unterstützt von Papst Pius und dem spanischen König – bis die Stadt fertig gebaut ist. Schon im Jahr 1571 wird Valletta die maltesische Hauptstadt (und bleibt das auch bis heute). 1980 wird Valletta dann – verdientermaßen – Unesco Weltkulturerbe. Die Stadt ist historisch einfach sehr interessant.
Am 27. März 1849 verabschiedet die Frankfurter Nationalversammlung in der Paulskirche die Frankfurter Reichsverfassung, die auch als Paulskirchenversammlung bezeichnet wird – am 28. März 1849 wird sie verkündet. Besonders interessant ist, dass in diesem Dokument im Abschnitt VI ab § 130 tatsächlich Grundrechte enthalten sind – zum Beispiel in § 137, dass alle Deutschen vor dem Gesetz gleich sind, in § 139 die Abschaffung der Todesstrafe mit Ausnahme von Regelungen im Kriegs- und Seerecht, in § 142 das Briefgeheimnis und in § 143 Meinungsfreiheit in einer Formulierung, die der heutigen durchaus ähnlich ist.
Auch das Thema „Schule“ wird in den §§ 152 bis 158 geregelt, hier geht es allerdings um das Recht zum Beispiel Volksschulen kostenfrei zu besuchen. Eine Schulpflicht gibt es in Preußen schon länger, in Frankreich wird die Schulpflicht am 28. März 1882 eingeführt.
Apropos Frankreich: Cyrano de Bergerac habe ich in meinem Beitrag vom 6. März bereits erwähnt. Am 28. März 1990 geht es auch um ihn – zumindest „indirekt“ – denn an diesem Tag läuft in Frankreich der gleichnamige Kinofilm an, der auf dem Theaterstück von Edmond Rostand beruht. Den Film habe ich mir damals natürlich angeschaut.
März 1944. Astrid Lindgren hat sich den Fuß verstaucht und muß das Bett hüten. Als Geburtstagsgeschenk für ihre Tochter beginnt sie am 28. März die Geschichte von Pippi Langstrumpf aufzuschreiben – das Original schenkt sie ihrer Tochter zum Geburtstag am 21. Mai, eine Kopie schickt sie an einen Verlag, der ihr Manuskript jedoch ablehnt. Eine überarbeitete Version erscheint im Jahr danach bei einem anderen Verlag und wir alle wissen, was daraus geworden ist.
Ob Peter Suhrkamp die Besonderheit und den Charme dieser Geschichte erkannt hätte? Er kommt jedenfalls am 28. März 1891 zur Welt und wird ein deutscher Verleger. Ab 1932 arbeitet er zunächst im S. Fischer Verlag. 1936 kauft er von Gottfried Bermann Fischer den Teil des Verlages, den dieser nicht nach Wien transferieren kann. 1942 muß er das Unternehmen auf Druck der Nationalsozialisten in Suhrkamp Verlag umbenennen, die gleichzeitig ergangenen Autorenverbote mißachtet Peter Suhrkamp jedoch – was ihn ins Gestapo-Gefängnis und später ins Konzentrationslager Sachsenhausen bringt. Verschiedene Menschen setzen sich für ihn ein und im Februar 1945 wird er in ein Krankenhaus gebracht. Im Oktober 1945 erhält er eine neue Verlagslizenz.
Damit wünsche ich Euch einen Abend mit Mut zu neuen Anfängen und zu überraschenden Gedanken und Ideen.