18. Juni

Am 18. Juni 1264 findet in Kilkea Castle in Irland die erste Zusammenkunft eines irischen Parlaments statt. Noch sind es keine gewählten Abgeordneten, aber es ist der erste Schritt weg von einem Königreich zu einer moderner gestalteten Gesellschaft. Ab dem Jahr 1297 gibt es gewählte Repräsentanten im irischen Parlament.

Am 18. Juni 1940 passieren gleich zwei Dinge: Winston Churchill hält eine bedeutende Rede, nämlich die Rede „This was their finest hour“. Gegenstand der Rede ist die sich abzeichnende Niederlage Frankreichs. Mit der Rede (die man hier nachlesen kann) will Churchill die Briten dazu aufrufen, sich dem Feind entgegenzustellen. Gerade der letzte Absatz der Rede ist da wichtig. Ebenfalls am 18. Juni 1940 hält Charles de Gaulle von London aus über die BBC eine Ansprache an das französische Volk. In der Ansprache – die auch als Appell vom 18. Juni bezeichnet wird – ruft er das französische Volk zum Widerstand gegen die deutschen Invasoren auf. Der Appell ist nur in Teilen Frankreichs zu hören, die BBC strahlt die Ansprache in den folgenden Tagen jedoch mehrfach aus, im nicht besetzten Teil des Frankreichs wird die Ansprache in Zeitungen abgedruckt.

Am 18. Juni 1957 wird in der Bundesrepublik das Gesetz über die Gleichberechtigung von Mann und Frau auf dem Gebiet des bürgerlichen Rechts verkündet. Den Text kann man hier noch nachlesen.

Am 18. Juni 1970 beschließt der Bundestag das Wahlalter von 21 Jahren auf 18 Jahre herabzusetzen, dafür ist eine Änderung des Grundgesetzes erforderlich.

Damit wünsche ich einen Abend mit guten und mutigen Gedanken.

17. Juni

Am 17. Juni 1837 gründet der evangelische Pfarrer Albert Knapp in Stuttgart den ersten deutschen Tierschutzverein. 1881 wird daraus ein Dachverband.

Am 17. Juni 1882 kommt Igor Strawinsky in der Nähe von St. Petersburg zur Welt. Er wird ein Dirigent und Komponist. Einen großen Teil seines Lebens wird er in Frankreich und den USA verbringen, 1934 wird er französischer Staatsbürger. Sein Stück „Le Sacre du Printemps“ finde ich besonders schön.

Am 17. Juni 1885 kommt die Freiheitsstatue in New York im Hafen an. Allerdings nicht als „ganze Statue“, sondern in 350 Stücken, die in mehr als 200 Kisten verpackt sind. Aber immerhin: angekommen ist angekommen.

Am 17. Juni 1911 wird in Reykjavík die Universität Island gegründet. Sie ist damit die älteste Universität Islands. Im ersten Studienjahr 1911 – 1912 sind nur 45 Studierende eingeschrieben – darunter eine Studentin. Der 17. Juni wird als Gründungstag ausgewählt, weil Jón Sigurðsson an diesem Tag im Jahr 1811 zur Welt kommt. Er wird ein isländischer Historiker, Philologe und Politiker. Vor allem wird er ein Vorkämpfer für die isländische Unabhängigkeit von Dänemark. Am 17. Juni 1944 wird die Republik Island ausgerufen und seitdem ist der 17. Juni der isländische Nationalfeiertag.

Am 17. Juni 1925 unterzeichnen 36 Staaten das Genfer Protokoll über das „Verbot der Verwendung von erstickenden, giftigen oder anderen Gasen sowie von bakteriologischen Mitteln im Kriege“. Das Protokoll ist immer noch in Kraft – mit mittlerweile 146 Vertragsstaaten.

Am 17. Juni 1943 erhält László József Bíró in den USA ein Patent auf den von ihm erfundenen Kugelschreiber. Eigentlich ist es das zweite Patent, das er erhält. Ein erstes Patent hat er 1938 in Ungarn erhalten. Bíró ist Jude und flieht Ende 1938 mit seiner Familie aus Ungarn zunächst nach Frankreich und dann nach Argentinien, das Patent kann er nicht „mitnehmen“. In Argentinien forscht er weiter und schafft es so, das zweite Patent zu erhalten.

Die Bevölkerung in der DDR ist unzufrieden. Betriebe werden verstaatlicht, es gibt Versorgungsengpässe und die Menschen sollen für den gleichen Lohn mehr arbeiten. Am 17. Juni 1953 kommt es in der DDR zum Volksaufstand. Meine Mutter ist zu dem Zeitpunkt 14 Jahre alt, lebt normalerweise auf dem Land in der Nähe von Schwerin und verbringt diese Zeit aber bei einer ihr fremden Familie in Schwerin, weil ihr Meniskus verletzt ist und sie vom Dorf aus keine Möglichkeit hätte zur Behandlung in die Stadt zu kommen. Sie berichtet mir viele Jahre später von dieser Zeit – unter anderem, dass man in diesen Tagen nur hintereinander gehen darf (vermutlich, um Gespräche zu vermeiden).

In der Bundesrepulik wird kurz danach der 17. Juni als Feiertag eingeführt – nämlich als „Tag der deutschen Einheit“. Am 17. Juni 1990 findet in Berlin zum Gedenken eine gemeinsame Feierstunde von Bundestag und Volkskammer statt. Am Nachmittag des 17. Juni 1990 ändert die Volkskammer in einer Sondersitzung die Verfassung der DDR – eine große Mehrheit der Abgeordneten stimmt dafür, dass sich die DDR als „freiheitlicher, demokratischer, sozialer und ökologischer Rechtsstaat“ konstituiert.

Wolfgang Amadeus Mozart versieht seine Komposition „Ave verum corpus“ mit dem Datum 17. Juni 1791. Mit diesen zauberhaften Klängen möchte ich diesen Beitrag daher abschließen.

Damit wünsche ich Euch einen klangvollen Abend.

16. Juni

Es ist eine volle Woche, in der ich auch noch an mehreren Tagen sehr früh aufstehen muß (was nicht unbedingt zu meinen „Kernkompetenzen“  gehört). Mal sehen, ob ich es trotzdem schaffe, jeden Tag zumindest einen kurzen Beitrag zu schreiben…..

Am 16. Juni 1373 besiegeln König Edward III. von England auf der einen Seite und Königin Leonore und König Ferdinand von Portugal auf der anderen Seite in der Londoner St.-Pauls-Kathedrale den Vertrag von London. Damit nimmt die älteste Allianz der Welt – die zwischen England und Portugal – ihren Anfang. Das wirklich Erstaunliche: dieser Vertrag und damit diese Allianz besteht noch heute!

Am 16. Juni 1903 macht sich der Norweger Roald Amundsen mit seiner Crew auf den Weg, um die sogenannte „Nordwestpassage“ – also die Verbindung zwischen dem Atlantik und dem Pazifik nördlich des Festlands des amerikanischen Kontinents – zu durchqueren. Er weiß, das vor ihm einige Expeditionen mit größeren Schiffen gescheitert sind. Er entscheidet sich daher, ein kleines Schiff zu nehmen und ist erfolgreich. Damit ist er der erste Mensch, der die Nordwestpassage durchquert.

Es ist schon ein paar Jahre her, dass ich das Buch gelesen habe, aber es war eine interessante Erfahrung. Denn: der 16. Juni ist der „Bloomsday“. Im Jahr 1922 wird der Roman „Ulysses“ von James Joyce veröffentlicht. Hauptfigur des Romans ist Leopold Bloom und eine Besonderheit des Romans ist, dass der Roman am 16. Juni 1904 spielt. Schon eine besondere Erfahrung, dieses Buch zu lesen…..

Damit wünsche ich Euch einen Abend mit viel Geduld und mit Gedanken, die Euch zu einem Durchbruch verhelfen.

15. Juni

Am 15. Juni im Jahr 763 v. Chr. findet in der Region Babylon eine Sonnenfinsternis statt. Das Ereignis wird in Keilschrift aufgezeichnet.

Am 15. Juni 1215 unterzeichnet König Johann – der jüngste Bruder von Richard Löwenherz, der bei der Erbteilung seines Vaters unberücksichtigt bleibt und deswegen den Namen „Johann Ohneland“ erhält – die Magna Carta. Im Jahr 1199 wird er König von England – was eigentlich so gar nicht geplant ist. Aber seine älteren Brüder sind alle verstorben, eigene Kinder haben sie auch nicht hinterlassen. Als König muß er sich mit einer unschönen Lage auseinandersetzen: der französische König Philipp II. greift die englischen Besitzungen in Frankreich (unter anderem die Normandie) an. Johann kämpft. Und verliert. Und weil er doch weiter kämpfen will braucht er Geld von den englischen Adeligen. Die wollen aber nicht „einfach so“ mit machen, sondern stellen Forderungen und drohen mit einem offenen Aufstand gegen den König. So kommt es am 15. Juni 1215 zur Unterzeichnung der ersten Magna Carta. Was interessant ist: Johann Ohneland wird oft negativ dargestellt. Aber er ist der erste König, der tatsächlich englisch spricht und er ist fähig, das Land zu regieren, er hat ein Talent für Organisation und Verwaltung. Gleichzeitig kommt er – genau wie sein Bruder Richard Löwenherz – in Geschichten wie „Robin Hood“ vor. Spannend darüber nachzudenken, ob beziehungsweise was davon möglicherweise  „historisch“ ist und was später hinzugekommen ist…… Und: Wer sich für die Geschichte von Johann Ohneland interessiert, der sollte sich diese Sendung anhören.

Wo wir gerade bei Legenden sind: am 15. Juni 1219 befinden sich die Dänen auf dem Gebiet des heutigen Estland in einer Schlacht. Für die Dänen sieht es in der Schlacht nicht gerade gut aus. Aber dann fällt eine rote Fahne mit einem weißen Kreuz vom Himmel – die Dänen siegen und haben eine nationale Fahne!

Am 15. Juni 1667 findet in Paris die erste vollständig dokumentierte erfolgreiche Blutübertragung von Tierblut auf einen Menschen statt. Jean-Baptiste Denis, einer der Ärzte des französischen Königs Ludwig XIV., überträgt einem 15jährigen Jungen Lammblut. Der Junge überlebt die Transfusion, spätere Transfusionen bei anderen Personen sind aber nicht immer erfolgreich, die Methode wird daher ab 1668 nicht mehr praktiziert.

Am 15. Juni 1789 kommt Josiah Henson in Maryland zur Welt. Josiah Henson wird auf der Farm von Francis Newman bei Port Tobacco geboren. Seine Eltern sind Sklaven und er erlebt früh die Gewalt und Brutalität der Sklavenhalter. Er wird auch an mehrere Sklavenhalter verkauft. 1829 sieht es zunächst so aus, als ob er sich und seine Familie freikaufen könnte. Aber der (vermutlich verschuldete) Sklavenhalter erhöht den Betrag. Henson flieht mit seiner Familie nach Kanada. 1849 verfaßt er seine Autobiographie „The Life of Josiah Henson, Formerly a Slave, Now an Inhabitant of Canada, as Narrated by Himself“. Harriet Beecher Stowe nutzt dieses Buch als Quelle für ihren Roman „Uncle Tom’s Cabin“. Die Verwendung des Buches durch Harriet Beecher Stowe führt vor allem zu einer größeren Bekanntheit und großen Zahl verkaufter Bücher.

Am 15. Juni 1864 entsteht auf dem ehemaligen Grundstück des Südstaaten-Generals Robert E. Lee der US-Nationalfriedhof „Arlington“. Was heute eine besondere Ehre ist, ist 1864 schlicht eine Frage der Notwendigkeit: durch den Bürgerkrieg müssen so viele Tote beerdigt werden, dass der Platz fehlt. Arlington – ganz in der Nähe der Hauptstadt Washington D. C. – ist da eine gute Lösung.

Am 15. Juni 1883 beginnt die Geschichte der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland. Sie ist übrigens der älteste Zweig der Sozialversicherung. Arbeiter in der Industrie, im Handwerk und im Gewerbe sind ab dem 15. Juni 1883 versicherungspflichtig. Dabei tragen sie 2/3 der Beiträge, der Arbeitgeber 1/3.

Am 15. Juni 1977 finden in Spanien die ersten freien Wahlen seit 1936 statt. Vor den Wahllokalen bilden sich lange Warteschlangen. Es ist der vorsichtige und gute geplante Anfang der Demokratie.

Am 15. Juni 1987 schlägt die Geburtsstunde des Erasmus-Programms – also des Programms, mit dem Student*innen für eine gewisse Zeit ins Ausland gehen können. Ich selbe werde schon 1990 von diesem Programm profitieren, ich denke gerne an diese Zeit zurück.

Damit wünsche ich Euch einen Abend an dem gute Dinge beginnen und sich noch nicht Gutes zum Guten wendet.

 

14. Juni

Am 14. Juni 1158 erteilt Kaiser Friedrich I. Barbarossa im „Augsburger Schied“ Herzog Heinrich dem Löwen im Streit mit dem Bischof von Freising das Recht, beim neu entstandenen Ort München eine Zollbrücke über die Isar zu betreiben. Heinrich hat vorher allerdings eine andere Zollbrücke zerstört, damit der lukrative Salzhandel über München läuft. Der Bischof bekommt deswegen ein Drittel der Zolleinnahmen, Heinrich für München zusätzlich noch das Marktrecht. In der Urkunde wird der Ortsname „München“ übrigens zum ersten Mal erwähnt.

Am 14. Juni 1325 beginnt Ibn Battuta eine lange Reise. In den 29 Jahren seiner Reise besucht er viele Länder der arabischen Welt, Afrika, Indien und China und auch die Iberische Halbinsel. Am Ende seines Lebens diktiert er einen Bericht seiner Reisen. Eine englischsprachige Fassung dieses Berichts kann man hier finden.

Dazu paßt gedanklich, dass Anne Frank am 14. Juni 1942 ihr Tagebuch mit dem ersten richtigen Eintrag beginnt.

Am 14. Juni 1634 schließen Polen-Litauen und Russland einen „Ewigen Frieden“. Der Friedensvertrag bestätigt im Wesentlichen den Vorkriegszustand von 1632, dem Friedensschluß folgen immerhin 14 Jahre Frieden.

Am 14. Juni 1789 erreicht Kapitän William Bligh Timor. Das ist bemerkenswert, denn am 28. April 1789 findet auf seinem Schiff, der HMS Bounty, eine Meuterei statt. Das „Ergebnis“ der Meuterei ist, dass Bligh und 18 Mann der Besatzung mit etwas Proviant in eine Barkasse gesetzt werden. Bligh rationiert die Lebensmittel und schafft es, das Boot nach Kupang zu bringen – eine seemännische Meisterleistung, die bald Stoff von Romanen und später auch Filmen wird.

Am 14. Juni 1834 erhält Leonard Norcross ein Patent für einen Taucheranzug, bei dem Gummi verwendet wird. Es ist vor allem ein Taucheranzug, der tatsächlich eingesetzt werden kann und eingesetzt wird!

Am 14. Juni 1811 kommt Harriet Beecher Stowe in Litchfield Connecticut zur Welt. Sie wird eine Schriftstellerin und entschiedene Gegnerin der Sklaverei. In ihrem Roman „Uncle Tom’s Cabin“ (Onkel Toms Hütte) schildert sie die Lage der afro-amerikanischen Sklaven, dem Roman liegen auch die Erinnerungen des ehemaligen Sklaven Josiah Henson zugrunde.

Am 14. Juni 1868 kommt Karl Landsteiner in Baden bei Wien zur Welt. Er wird ein Pathologe, Hämatologe und Serologe. 1901 entdeckt er das System der unterschiedlichen Blutgruppen. Damit läßt sich erklären, warum Blutübertragungen zwischen Menschen der gleichen Blutgruppe gut verlaufen, Blutübertragungen bei Menschen mit unterschiedlichen Blutgruppen aber zu Problemen führen. 1930 erhält er für diese Entdeckung den Nobelpreis für Medizin. Zusammen mit Erwin Popper entdeckt er 1908 das Poliovirus, zusammen mit Alexander Solomon Wiener Ende der 1930er/Anfang der 1940er Jahre auch den Rhesusfaktor.

Der 14. Juni ist seit 2004 – in Erinnerung an den Geburtstag von Karl Landsteiner – auch der Weltblutspendetag.

Am 14. Juni 1981 findet in der Schweiz eine Volksabstimmung über die Gleichberechtigung von Mann und Frau statt. Rund 60% stimmen mit „ja“, die Gleichberechtigung ist seitdem in der Schweizer Bundesverfassung garantiert.

Am 14. Juni 1993 wird Tansu Çiller die erste Ministerpräsidentin der Türkei. Als 1996 die Regierungskoalition zerbricht, wird sie (bis 1997) Außenministerin.

Am 14. Juni 1985 unterzeichnen fünf europäische Länder das Schengener Abkommen. Damit sollen Personenkontrollen an den Binnengrenzen der EU abgebaut werden.

Damit wünsche ich Euch einen Abend mit wunderbaren Entdeckungen und der erfolgreichen Überwindung von Hindernissen.

13. Juni

Am 13. Juni 1283 schließen einige Hansestädte und einige Fürsten aus der Ostsee-Region in Rostock den „Rostocker Landfrieden“. In dem Vertrag verpflichten sie sich unter anderem, 10 Jahre lang auf Gewalt zur Durchsetzung eigener Rechtsansprüche zu verzichten. Der Vertrag ist die Grundlage für den wirtschaftlichen Aufstieg von Wismar und anderen Hafenstädten an der Ostsee.

Am 13. Juni 1525 heiraten Katharina von Bora und Martin Luther. Die Trauung ist gleichzeitig Skandal (weil eine ehemalige Nonne einen ehemaligen Mönch heiratet), aber auch Sensation. Direkt im Anschluß an die Trauungszeremonie findet das sogenannte „Beilager“ statt. Das Brautpaar wird von den Hochzeitsgästen zum Bett geführt und begibt sich kurz gemeinsam unter eine Decke – damit ist die Ehe offiziell rechtskräftig. Gefeiert haben die beiden ersten erst zwei Wochen später, am 27. Juni 1525.

Am 13. Juni 1774 verbietet Rhode Island als erste britische Kolonie in Nordamerika die „Einfuhr“ von Sklaven. Dadurch verschwindet die Sklaverei in Rhode Island noch nicht, es ist aber ein erster Schritt in Richtung der vollständigen Abschaffung der Sklaverei.

Am 13. Juni 1966 fällt der US-amerikanische Supreme Court in „Miranda v. Arizona“ eine wichtige Entscheidung: in Strafsachen müssen Verdächtige vor ihrer Vernehmung auf das Recht hingewiesen werden, einen Anwalt hinzuziehen und zu schweigen.

Am 13. Juni 1980 erläßt der UN-Sicherheitsrat eine Resolution, in der Südafrika unter anderem zur Freilassung von Nelson Mandela und zur Beendigung der Apartheid-Politik aufgerufen wird.

Am 13. Juni 1985 beschließen die für Kulturfragen zuständigen Minister der EU auf Vorschlag von Melina Mercouri die Einführung einer jährlichen „Kulturhauptstadt Europas“. Die erste Kulturhauptstadt ist 1985 Athen, die Liste aller bisherigen Kulturhauptstädte kann man hier sehen.

Am 13. Juni 1752 kommt Fanny Burney in Norfolk zur Welt. Sie wird eine Schriftstellerin und begründet eine neue literarische Gattung, den „Sittenroman“.

Am 13. Juni 1888 kommt Fernando Pessoa in Lissabon zur Welt. Er wird unter anderem ein Dichter und Schriftsteller – wobei die meisten seiner Werke zu Lebzeiten nicht veröffentlicht werden. Auch sein wichtigstes Werk, das „Buch der Unruhe“, wird erst 47 Jahre nach seinem Tod veröffentlicht.

Am 13. Juni 1931 kommt Irvin D. Yalom in Washington D.C. zur Welt. Er wird unter anderem Psychoanalytiker und Schriftsteller. Ein paar seiner Bücher habe ich gelesen. Noch nichts gelesen habe ich von Dorothy L. Sayers, die am 13. Juni 1893 in Oxford zur Welt kommt. Das werde ich bei Gelegenheit mal ändern müssen…..

Am 13. Juni 1935 kommen sowohl Christo als Jeanne-Claude zur Welt. Er in Gabrowo in Bulgarien, sie in Casablanca. Gemeinsam realisieren sie künstlerische Verhüllungsprojekte.

Damit wünsche ich Euch einen Abend voller Phantasie und Zuversicht.

 

 

12. Juni

Am 12. Juni 1665 wird aus New Amsterdam eine englische Stadt – nämlich New York. Russell Shorto hat über die niederländische Geschichte New Yorks ein Buch geschrieben, weitere interessante Hinweise und Links kann man auf dieser Webseite finden. Ein spannendes Thema!

Älter als New York ist Helsinki. Gustav Wasa gründet die Stadt am 12. Juni 1550 am Oberlauf des Vantaa-Flusses. Im Jahr 1640 wird Helsinki dann an den heutigen Standort „verlegt“.

Am 12. Juni 1817 fährt Karl Friedrich Freiherr von Drais zum ersten Mal mit seiner „Laufmaschine“. Damit fährt er in nur einer Stunde vom Mannheimer Schloss bis zur Schwetziger Pferdewechselstation – die Pferdepost braucht dafür vier Stunden. Eigentlich eindrucksvoll, aber die Mannheimer verspotten ihn. Erst später wird seine Erfindung ein Erfolg (aber nicht für ihn persönlich).

Am 12. Juni 1827 kommt Johanna Spyri im Kanton Zürich zur Welt. Sie wird eine Schriftstellerin. Vor allem durch ihre Heidi-Romane wird sie weltberühmt.

Ebenfalls an einem 12. Juni – allerdings im Jahr 1892 – kommt Djuna Barnes zur Welt. Sie wird ebenfalls eine Schrifstellerin und Illustratorin. Sie schreibt viele Bücher. Bekannt ist vor allem der Roman „Nightwood“ (den ich allerdings – genauso wie ihre anderen Bücher – bisher nicht gelesen habe).

Am 12. Juni 1929 kommt Anne Frank in Frankfurt am Main zur Welt. 1934 wandert ihre Familie nach Amsterdam aus, am 12. Juni 1942 bekommt sie ein Tagebuch zum Geburtstag geschenkt – daraus wird DAS Tagebuch.

Damit wünsche ich Euch einen Abend mit guten Erinnerungen, die es lohnt, festzuhalten.

 

11. Juni

Ich finde es immer faszinierend, wenn ein konkretes Datum über die Jahrhunderte „weitergereicht“ wird. Dementsprechend muss ich erwähnen, dass der Chor der Kathedrale von Saint Dénis am 11. Juni 1144 feierlich eingeweiht wird. Es ist vor allem ein Bau mit – für die damalige Zeit – weit auseinanderstehenden Pfeilern und großen Fenstern.

Am 11. Juni 1644 schreibt der Physiker und Mathematiker Evangelista Torricelli seinem Freund Michelangelo Ricci, der ein Mathematiker und Kardinal ist, einen interessanten Brief. Torricelli hat nämlich soeben ein Quecksilberbarometer entwickelt, mit dessen Hilfe er den Luftdruck nachweisen kann. Klar, dass er diese Entdeckung voller Begeisterung mit seinem Freund teilt.

Am 11. Juni 1770 entdeckt James Cook – eher unfreiwillig – das Great Barrier Reef. Sein Schiff, die HMS Endeavour, läuft nämlich auf Grund, weil er ganz an das Ufer ran möchte, um die Gegend zu kartieren. Mit dem Abwerfen von Ballast schafft es die Mannschaft, das Schiff wieder „frei“ zu bekommen.

Am 11. Juni 1973 ist „Solar One“ fertig, das erste Haus mit solarer Wärme- und Stromversorgung. Der deutsche Forscher Karl Wolfgang Böer hat es entwickelt – leider nicht in Deutschland, sondern in Delaware. Aber wichtig ist das Ergebnis!

Am 11. Juni 1982 kommt in den USA der Film „E.T. – Der Außerirdische“ von Steven Spielberg in die Kinos. Ich werde diesen Film mit meiner Mutter in Deutschland im Kino sehen – einer der wenigen Kinobesuche mit meiner Mutter.

Am 11. Juni 1994 wird – endlich – § 175 StGB abeschafft, der männliche Homosexualität (unter 18 Jahren) unter Strafe stellt. Es ist ein langer Weg bis zur Abschaffung…..

Seit dem 11. Juni 1870 gibt es ein Gesetz über das Urheberrecht an Schriftwerken, Abbildungen, musikalischen Kompositionen und dramatischen Werken. Es ist interessant, die Grundzüge bis in diese Zeit zurückzuverfolgen.

Am 11. Juni 1864 kommt Richard Strauss in München zur Welt. Er wird ein Musiker, Komponist und ein leidenschaftlicher Kämpfer für das Urheberrecht. Eine seiner erfolgreichsten Kompositionen wird „Der Rosenkavalier“.

Damit wünsche ich Euch einen Abend mit Menschen, die Euch wohlgesonnen sind und Euch zu guten Dingen anregen.

10. Juni

Am 10. Juni funkt der Passagierdampfer RMS Slavonia SOS – er ist vor den Azoren auf Grund gelaufen, weil die Passagiere eine Insel sehen wollen. Aber dank des gefunkten Rufs bekommen andere Schiffe die Notlage mit und eilen rechtzeitig zur Hilfe. Alle Passagiere können gerettet. Das ist übrigens der erste SOS-Ruf der Geschichte.

Mit einem Dekret wird am 10. Juni 1793 das im Pariser Jardin des Plantes gelegene naturkundliche MuseumMusée national d’histoire naturelle – gegründet. Zumindest der botanische Garten interessiert mich sehr.

Am 10. Juni 1934 erhält der Schriftsteller James Hilton für den Roman „Lost Horizon“ den Hawthornden Preis. Und bis eben kannte ich weder den Roman, noch den Schriftsteller, noch den Preis. Im Roman geht es um einen fiktiven Ort in Tibet – Shangri-La – an dem die Menschen in Frieden und Harmonie leben. Das Buch wird ein Bestseller und wird 1937 sogar von Frank Capra verfilmt.

Wohl am 10. Juni 1752 (oder auch am 15. Juni wie im verlinkten deutschsprachigen Artikel beschrieben) wagt Benjamin Franklin ein interessantes Experiment: er will überprüfen, ob Blitze etwas mit Elektrizität zu tun haben. Dafür läßt er während eines Gewitters einen Drachen mit einer Metallspitze steigen, an den Fingern spürt er das Kribbeln. Aus seinem Experiment entsteht übrigens der Blitzableiter.

Thematisch zum Thema Wissenschaft und Forschung passend wird am 10. Juni 1955 der Grundstein für das CERN-Laboratorium gelegt.

Am 10. Juni 1880 kommt Gustav Kiepenheuer zur Welt. Er wird zunächst ein Buchhändler und dann Verleger. In Weimar übernimmt er eine Buchhandlung und gründet 1909 den Gustav Kiepenheuer Verlag, der sowohl Klassiker wie auch zeitgenössische Autoren – darunter Brecht, Feuchtwanger und Stefan Zweig verlegt.

Damit wünsche ich Euch einen Abend mit guten und mutigen Ideen.

9. Juni

Am 9. Juni 1843 kommt Bertha von Suttner in Prag zur Welt. Sie wird in ihrem Leben vieles sein – darunter Pazifistin, Friedensforscherin, Schriftstellerin – aber auch kurz die Privatsekretärin von Alfred Nobel. Sie inspiriert Alfred Nobel den Friedensnobelpreis zu stiften und im Jahr 1905 erhält sie als erste Frau selbst den Friedensnobelpreis.

Am 9. Juni 1884 legt Kaiser Wilhelm I. den Grundstein für das Reichstagsgebäude. Es wird ein Parlamentsgebäude mit einer „bewegten“ Geschichte.

Vielleicht hat Paul Gauguin den besseren Ort gewählt: am 9. Juni 1891 kommt er in Papeete auf Tahiti an.

Am 9. Juni 1950 gründen sechs Landesrundfunkstalten die Arbeitsgemeinschaft  der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland – kurz „ARD“. Ich würde mir nur wünschen, dass die ARD an der Erhaltung der Demokratie in Deutschland mehr Interesse zeigt………

Am 9. Juni 2015 erhält Ingeborg Rapoport mit 102 Jahren ihr Promotionszeugnis. Die Dissertation schreibt sie schon 1937/1938, die mündliche Prüfung findet aber nicht statt – als Jüdin wird ihr die Zulassung verweigert. Sie flieht aus Deutschland in die USA und von dort wiederum in die DDR. Sie arbeitet als Kinderärztin und wird Professorin der Neonatologie.  Erst 2015 kann sie die mündliche Prüfung zu ihrer Dissertation nachholen.

Damit wünsche ich Euch einen Abend mit einem Aufbruch in gute neue Gedanken.