3. April

Am 3. April 1897 gründen einige Künstler (ja, anscheinend nur Männer) – darunter Gustav Klimt und Koloman Moser – die Wiener Secession. Dabei handelt es sich bei der Wiener Secession gleichzeitig um eine Künstlervereinigung und um ein Ausstellungshaus für zeitgenössische Kunst. Die Secession macht zum Beispiel Ausstellungen mit französischen Impressionisten.

Am 3. April 1783 kommt Washington Irving in New York zur Welt. Er wird Schriftsteller – unter anderem begründet er das Genre der Kurzgeschichte in der amerikanischen Literatur. Interessant ist, dass ich die bekanntesten Titel (The Legend of Sleepy Hollow und Rip Van Winkle) zwar schon gehört habe – ich kann mich aber nicht erinnern, sie gelesen zu haben. Die Geschichte „Rip Van Winkle“ scheint jedenfalls interessant und für die aktuelle Zeit durchaus wünschenwert zu sein: jemand fällt in einen Zauberschlaf und wacht 20 Jahre später unter einer anderen Regierung wieder auf…….

Am 3. April 1900 kommt Franz Carl Weiskopf in Prag zur Welt. Auch er wird ein – deutschsprachiger – Schriftsteller, aber auch Übersetzer und Journalist. 1928 zieht er nach Berlin, 1933 kehrt er nach Prag zurück. Über Paris flieht er 1939 in die USA. Von dort aus trägt er dazu bei, dass andere Autor*innen – darunter Anna Seghers und Egon Erwin Kisch – aus dem besetzten Frankreich gerettet werden können.

Am 3. April 1948 unterzeichnet der US-amerikanische Präsident Truman den „Marshall-Plan“. Damit soll Europa nach dem zweiten Weltkrieg mit Krediten, Lebensmitteln, Rohstoffen und Industriegütern versorgt werden. Auch Deutschland und Österreich nehmen daran teil. Entworfen hat diesen Plan der amerikanische Außenminister George C. Marshall, der dafür 1953 den Friedensnobelpreis und 1959 den Karlspreis erhält.

Damit wünsche ich Euch einen traumhaft schönen Abend mit märchenhaft guten Ideen.

2. April

Am 2. April 1792 wird in den Vereinigten Staaten der „US Dollar“durch den „Coinage Act“ als Zahlungsmittel gesetzlich festgelegt.

Am 2. April 1917 wird Jeannette Rankin vereidigt, sie ist die erste Frau im US-Kongress. Dort schreibt sie auch sofort weiter Geschichte, denn sie bringt am selben Tag auch als erste Frau eine Gesetzesvorlage ein. Sie engagiert sich für Frauenrechte, Bürgerrechte und auch für den Frieden,  im Dezember 1941 (nach „Pearl Harbor) stimmt sie als einzige gegen die Kriegserklärung an Japan. Danach tritt sie nicht mehr zur Wahl an.

Widerstand aushalten kann auch Émile Zola. Er kommt am 2. April 1840 in Paris zur Welt. Er wird Schriftsteller und Journalist. Einige seiner Romane habe ich sogar gelesen Was mich aber tatsächlich beeindruckt ist sein Eintreten für Alfred Dreyfus. Zolas offener Brief mit dem Titel „J’accuse“ (Ich klage an) spaltet Frankreich. Er selbst wird wegen Diffamierung verurteilt, er entzieht sich aber der Strafe, in dem er für ein Jahr nach London flieht.

Am 2. April 1928 startet der Fuhrunternehmer Gustav Hartmann – mit seiner Droschke, seinem Pferd Grasmus und dem Reporter Hans Hermann Theobald  – eine Reise nach Paris, um gegen den Niedergang des Droschkengewerbes und die steigende Zahl an Autos zu protestieren. Durch diese Reise wird er berühmt. Nach seiner Rückkehr gründet er eine Stiftung für die Hinterbliebenen von verstorbenen Taxifahrern. Hans Fallada hat seine Geschichte in dem Roman „Der eiserne Gustav“ verewigt.

Eine viel längere Reise legt Maria Sibylla Merian zurück. Am 2. April 1647 kommt sie in Frankfurt zur Welt. Ihre künstlerische Begabung zeigt sich früh. Sie erhält daher eine künstlerische Ausbildung. Sie verbringt mit ihrer Familie einige Jahre in Nürnberg, wo sie jungen Frauen Malunterricht gibt. Danach verbringt sie einige Zeit in Westfriesland und Amsterdam und ab 1699 reist sie – zusammen mit ihrer jüngeren Tochter – nach Surinam. Eine spektakuläre Reise für diese Zeit und auch die Ergebnisse sind spektakulär. Wirklich.

Damit wünsche ich Euch einen Abend mit schönen Träumen von Ausfügen und Reisen.

1. April

Der 1. April ist heutzutage vor allem ein Tag der Scherze. Warum das so ist, ist nicht eindeutig klar – es gibt viele unterschiedliche Geschichten, eine schöner als die andere. Wer nachlesen möchte: hier sind ein paar dieser Geschichten.

Mittlerweile ist es draußen auch wieder länger hell. Das ist schön – wobei wir ja den Vorteil haben, dass es draußen Straßenlaternen gibt. Dass das nicht immer so war, ist natürlich klar. Tatsächlich wird am 1. April 1814 in London zum ersten Mal Gasbeleuchtung öffentlich eingesetzt, im Austausch gegen die alten Öllampen.

Am 1. April 1891 wird in Chicago ein Unternehmen gegründet, das noch heute existiert – „The Wrigley Company“. Aber während ich heute bei diesem Namen sofort an Kaugummi denke, wird zunächst Seife und Backpulver produziert. Interessant ist auch die Vorgehensweise: jedem Stück Seife wird ein Päckchen Backpulver beigelegt – das ist verkaufsfördernd. Deswegen stellt das Unternehmen dann auch Backpulver her. Ab 1893 wird den Produkten Kaugummi beigefügt und deshalb stellt man auch Kaugummi her – immer noch! Eine schöne und interessante Geschichte!

Am 1. April 1893 tritt ein Gesetz in Kraft, dass die Zeit regelt, nämlich das „Gesetz betreffend die Einführung einer einheitlichen Zeitbestimmung“. Damit wird in Deutschland die Mitteleuropäische Zeit (MEZ) eingeführt. Matthew Goodman hat das Thema der Standardisierung der Zeit in seinem Buch „80 days“ auf spannende Weise aufgegriffen.

Am 1. April 1899 erscheint in Österreich die erste Ausgabe der satirischen Zeitschrift „Die Fackel“, Herausgeber ist Karl Kraus. Interessanterweise gibt es ein Artikelarchiv mit allen Ausgaben.

Am 1. April 1868 kommt Edmond Rostand in Marseille zur Welt. Er wird unter anderem eine Komödie über Cyrano de Bergerac schreiben, die in unserer Zeit wiederum die Grundlage für einen erfolgreichen Film wird – wobei der Cyrano aus der Komödie und dem Film nichts oder zumindest nur sehr wenig mit dem echten Cyrano de Bergerac zu tun hat.

Damit wünsche ich Euch einen humorvollen Abend mit fröhlichem Lachen.

31. März

Es ist der 31. März und ich habe tatsächlich drei Monate lang jeden Abend einen Blogbeitrag geschrieben (und ich werde das voraussichtlich auch weiterhin tun). Es ist zum einen schon ein relativ großer Zeitaufwand. Andererseits – und das ist wichtig – denke ich bei der Recherche und beim Schreiben eben auch darüber nach, was sich so im Laufe der Zeit – und dabei meine ich Zeit durchaus in einem großen Sinn – verändert hat. Ebenso ist es spanned zu lesen, wer wann an welcher Stelle etwas verändert hat. Mir hilft es immer wieder, nicht in der Betrachtung des Negativen zu versinken – das ich natürlich auch jeden Tag wahrnehme. Also weiter. Auch heute.

Heute Morgen habe ich – eher zufällig – bei Bluesky gelesen, dass heute der Internationale Tag der Trans*Sichtbarkeit ist. Es ist schön eine derart vielfältige Timeline zu haben. Diesen Tag gibt es übrigens seit 2009.

„Etwas“ älter ist die Schlichtungsurkunde, in der die Stadt Dresden das erste Mal erwähnt wird. Am 31. März 1206 schlichtet Markgraf Dietrich einen Streit zwischen dem Bischof von Meißen und dem Burggrafen von Dohna. Sie streiten sich um die Burg Thorun. Die Urkunde wird in Dresden ausgestellt – das steht am Ende der Urkunde und ist die erste Erwähnung (den konkreten Satz kann man hier übrigens sehen).

Am 31. März 1596 kommt René Descartes in Frankreich zur Welt. Er wird Mathematiker, Naturwissenschaftler und Philosoph. Sein wichtigster und bekanntester Satz ist „Cogito ergo sum“ – „Ich denke, also bin ich.“ Er zweifelt, er begründet die moderne Philosophie und er setzt sich mit dem Selbstbewußtsein auseinander. Schon ein faszinierender Gedanke.

Am 31. März 1899 wird in Paris der Eiffelturm eingeweiht. Die Pariser bezeichnen ihn als Schandfleck und eigentlich soll er nach 20 Jahren wieder abgerissen werden. Bekannte Persönlichkeiten – darunter Alexandre Dumas, Charles Gounod und Guy de Maupassant protestieren sogar gegen den Bau des Eiffelturms. Aber am 31. März 1899 ist es dann soweit – Gustave Eiffel steigt mit einer Delegation auf den Turm und hisst die französische Trikolore. Der Protest wandelt sich bald in Begeisterung. Mittlerweile ist der Eiffelturm denkmalgeschützt und auch Unesco Weltkulturerbe.

Zum hohen Eiffelturm passt die himmlische Musik von Johann Sebastian Bach. Bach kommt am 31. März 1685 in Eisenach zur Welt. Er wird – wie vermutlich fast jede*r weiß – Musiker und Komponist. Zum Ausklang dieses Tages empfehle ich Euch dieses wunderschöne Musikstück von ihm.

Damit wünsche ich Euch einen himmlischen Abend.

30. März

Europa. Mal wieder. Am 30. März 1962 beschließt die Europäische Parlamentarische Versammlung, die sich aus Delegierten der nationalen Parlamente zusammensetzt, in einer Resolution die Bezeichnung zu ändern. Die neue Bezeichnung soll „Europäisches Parlament“ heißen. Ohnehin setzen sich die Delegierten stark für eine Demokratisierung der europäischen Institutionen ein, ein wichtiges Vorhaben – das in den Mitgliedsstaaten zu dem Zeitpunkt nicht unbedingt auf viel Begeisterung stößt….. Die Geschichte dieser Entwicklung kann man hier nachlesen.

Am 30. März 1856 wird in Paris der sogenannte „Pariser Frieden“ geschlossen. Dieser Friedensvertrag beendet den Krimkrieg. Er wird auf der einen Seite vom Osmanischen Reich mit seinen Verbündeten Frankreich, Großbritannien und Sardinien, auf der anderen Seite von Russland unterzeichnet. Der Krimkrieg ist in vieler Hinsicht der erste „moderne“ Krieg. Er verändert die Nachkriegsordnung nach dem Wiener Kongress völlig und damit auch die Rolle Frankreichs. Es ist auch der erste Krieg, in dem Kriegsberichte per Telegrafie an Zeitungen geschickt und Fotoreportagen gemacht werden können – wobei die Fotos meistens (wohl aufgrund der langen Belichtungszeit) „gestellt“ werden. In Sewastopol nimmt Leo Tolstoi an den Kämpfen teil. Er führt in dieser Zeit Tagebuch, daraus entstehen drei Erzählungen, die als „Sewastopoler Erzählungen“ bezeichnet werden. Übrigens entwickelt sich Tolstoi im Laufe der Zeit zu einem Kriegsgegner.

Nach dem Ende des Krimkrieges geht es Russland nicht wirklich wirtschaftlich gut. Zar Alexander II. entschließt sich daher, Alaska an die USA zu verkaufen. Er könnte es ohnehin nicht gegen Großbritannien verteidigen und so hat Russland wenigstens etwas davon. Am 30. März 1867 verkauft Russland Alaska an die Vereinigten Staaten. Dass Alaska reich an Bodenschätzen ist, weiß zu diesem Zeitpunkt noch niemand.

Aber es geht an diesem Tag auch um Fortschritt: am 30. März 1842 setzt der Chirurg und Allgemeinmediziner Crawford Long zum ersten Mal bei einem Patienten zur Betäubung Äther ein – erfolgreich. Da er aber erst einige Jahr später darüber schreibt, beanspruchen zunächst andere diese Entdeckung für sich.

Am 30. März 1746 kommt Francisco de Goya in Spanien zur Welt. Er wird ein großer und vielseitiger Künstler. Passend zur aktuellen Zeit (und zum oben erwähnten Krieg) möchte ich auf seine Drucke bzw. Radierungen „Los desastres de la guerra“ hinweisen (nach unten scrollen!), die ohne konkreten Auftrag entstanden sind. Sie zeigen die Grausamkeit des Krieges und das Leid der Menschen. Ein zeitloses Thema.

Übrigens kommt auch Vincent von Gogh an einem 30. März zur Welt – nämlich im Jahr 1853. Seine Werke haben die Kunst in großem Ausmaß beeinflußt! In meinem Beitrag zum 14. März habe ich ihn bereits kurz erwähnt.

Am 30. März 1818 kommt Friedrich Wilhelm Raiffeisen zur Welt. Er wird Kommunalbeamter. In einer Zeit großer Not der Bevölkerung – ausgelöst durch Mindererträge in der Landwirtschaft weil zwei Vulkanausbrüche zu niedrigeren Temperaturen und damit zu Ernteausfällen führen – gibt er Nahrungsmittel zunächst (entgegen der Anweisung) gegen einen Schuldschein heraus, dann gründet er sogar einen Hilfsverein. Daraus entwickelt sich der Genossenschaftsgedanke. Ein nach wie vor spannendes Konzept!

Am 30. März 1820 kommt Anna Sewell in England zur Welt. Und wem der Name jetzt nichts sagt (bis eben ging es mir auch so): sie ist die Autorin des Romans „Black Beauty“ – genauer „Black Beauty: The Autobiography of a Horse“, erzählt als Übersetzung aus der Pferdesprache.

Damit wünsche ich Euch einen friedlichen, bunten und phantasievollen Abend.

 

29. März

Am 29. März 1638 gründen schwedische Siedler angeführt von Peter Minuit die erste Kolonie mit dem Namen „Neu-Schweden“ (beziehungsweise New Sweden) auf dem Gebiet des heutigen US-Bundesstaates Delaware. Peter Minuit stammt ursprünglich aus Wesel, spätestens ab dem Jahr 1615 ist er jedoch in Utrecht zu finden und betätigt sich dann als Geschäftsmann in den Kolonien in Nordamerika. So kommt es auch, dass er im Auftrag des schwedischen Kanzlers Oxenstierna die schwedische Kolonie gründet. Ich finde das ziemlich spannend, weil ich bisher noch nichts von einer schwedischen Kolonie mitbekommen habe.

Um eine Kolonie geht es auch am 29. März 1867. An diesem Tag beschließt das britische Parlament das Verfassungsgesetz (Constitution Act) mit dem Kanada als eigenständige Kolonie begründet wird. Den Namen „Constitution Act“ trägt das Gesetz allerdings erst seit 1982, am 29. März 1867 wird es als „British North America Act“ beschlossen. Das Gesetz ist Teil der kanadischen Verfassung und regelt zum Beispiel, dass es in Kanada ein Unterhaus und einen Senat gibt, das Justizsystem und implizit auch die Zweisprachigkeit Kanadas.

Am 29. März 1894 endet in Berlin die Gründungsversammlung des Bundes Deutscher Frauenvereine (BDF). Dabei handelt es sich um eine Dachorganisation der bürgerlichen Frauenbewegung, die das Interesse der Frauen an Bildung, besseren Arbeitsbedingungen und Partizipation fördern soll. In die Satzung werden nur Punkte aufgenommen, die alle Mitgliedervereine erfüllen können, dementsprechend können sozialistische Frauenvereine dem Bund nicht angehören, Arbeiterinnen sind jedoch willkommen. Erste Vorsitzende des Bundes ist Auguste Schmidt.

Am 29. März 1911 kommt Freya von Moltke in Köln zur Welt. Sie wird Juristin und Schriftstellerin. Vor allem aber macht sie sich – zusammen mit ihrem Mann und Freunden – Gedanken über eine demokratische Gesellschaft in Deutschland nach dem Nationalsozialismus. Daraus entwickelt sich der Kreisauer Kreis.

Am 29. März 1902 kommt Marcel Aymé zur Welt, ein französischer Erzähler und Dramatiker. Ich mag vor allem seine Erzählungen (Les contes du chat perché) und seinen Roman „Die grüne Stute“ (La jument verte). Alles Zufallsfunde, die ich irgendwann in Frankreich oder Belgien in Buchhandlungen entdeckt habe…..

Damit wünsche ich Euch einen Abend mit wunderbaren Entdeckungen und Erkenntnissen.

 

 

28. März

Am 28. März 1566 wird der Grundstein für Valletta gelegt – der damalige Großmeister des Malteserordens Jean de la Vallette gibt ihr seinen Namen, die Fertigstellung erlebt er allerdings nicht mehr, er stirbt bereits zwei Jahre nach der Grundsteinlegung. 20 Jahre dauern die Arbeiten – finanziell unterstützt von Papst Pius und dem spanischen König – bis die Stadt fertig gebaut ist. Schon im Jahr 1571 wird Valletta die maltesische Hauptstadt (und bleibt das auch bis heute). 1980 wird Valletta dann – verdientermaßen – Unesco Weltkulturerbe. Die Stadt ist historisch einfach sehr interessant.

Am 27. März 1849 verabschiedet die Frankfurter Nationalversammlung in der Paulskirche die Frankfurter Reichsverfassung, die auch als Paulskirchenversammlung bezeichnet wird – am 28. März 1849 wird sie verkündet. Besonders interessant ist, dass in diesem Dokument im Abschnitt VI ab § 130 tatsächlich Grundrechte enthalten sind – zum Beispiel in § 137, dass alle Deutschen vor dem Gesetz gleich sind, in § 139 die Abschaffung der Todesstrafe mit Ausnahme von Regelungen im Kriegs- und Seerecht, in § 142 das Briefgeheimnis und in § 143 Meinungsfreiheit in einer Formulierung, die der heutigen durchaus ähnlich ist.

Auch das Thema „Schule“ wird in den §§ 152 bis 158 geregelt, hier geht es allerdings um das Recht zum Beispiel Volksschulen kostenfrei zu besuchen. Eine Schulpflicht gibt es in Preußen schon länger, in Frankreich wird die Schulpflicht am 28. März 1882 eingeführt.

Apropos Frankreich: Cyrano de Bergerac habe ich in meinem Beitrag vom 6. März bereits erwähnt. Am 28. März 1990 geht es auch um ihn – zumindest „indirekt“ – denn an diesem Tag läuft in Frankreich der gleichnamige Kinofilm an, der auf dem Theaterstück von Edmond Rostand beruht. Den Film habe ich mir damals natürlich angeschaut.

März 1944. Astrid Lindgren hat sich den Fuß verstaucht und muß das Bett hüten. Als Geburtstagsgeschenk für ihre Tochter beginnt sie am 28. März die Geschichte von Pippi Langstrumpf aufzuschreiben – das Original schenkt sie ihrer Tochter zum Geburtstag am 21. Mai, eine Kopie schickt sie an einen Verlag, der ihr Manuskript jedoch ablehnt. Eine überarbeitete Version erscheint im Jahr danach bei einem anderen Verlag und wir alle wissen, was daraus geworden ist.

Ob Peter Suhrkamp die Besonderheit und den Charme dieser Geschichte erkannt hätte? Er kommt jedenfalls am 28. März 1891 zur Welt und wird ein deutscher Verleger. Ab 1932 arbeitet er zunächst im S. Fischer Verlag. 1936 kauft er von Gottfried Bermann Fischer den Teil des Verlages, den dieser nicht nach Wien transferieren kann. 1942 muß er das Unternehmen auf Druck der Nationalsozialisten in Suhrkamp Verlag umbenennen, die gleichzeitig ergangenen Autorenverbote mißachtet Peter Suhrkamp jedoch – was ihn ins Gestapo-Gefängnis und später ins Konzentrationslager Sachsenhausen bringt. Verschiedene Menschen setzen sich für ihn ein und im Februar 1945 wird er in ein Krankenhaus gebracht. Im Oktober 1945 erhält er eine neue Verlagslizenz.

Damit wünsche ich Euch einen Abend mit Mut zu neuen Anfängen und zu überraschenden Gedanken und Ideen.

27. März

Der 27. März ist der Welttheatertag. Im Jahr 1961 hat das Internationale Theaterinistitut ITI diesen Tag initiiert, seitdem wird er gefeiert – jedes Jahr mit einer konkreten Botschaft. Die Botschaften der vergangenen Jahre und vor allem die Menschen, die diese Botschaften überbracht haben, kann man hier nachlesen, die Botschaft für dieses Jahr findet man (in deutscher Sprache) hier und ich finde, dass sie lesenswert ist.

Dass auch Heinrich Mann, der am 27. März 1871 in Lübeck zur Welt kommt, sich mit dem Theater beschäftigt, war mir bis eben nicht bewußt. Aber es passt gut zu diesem Tag. Wirklich erfolgreich ist er in diesem Bereich allerdings nicht, der Theaterkritiker Alfred Kerr ist da sehr deutlich in seinen Äußerungen. Tatsächlich sind es vor allem seine Romane, die seinen literarischen Ruhm begründen, eine gute Auflistung und Beschreibung einiger dieser Romane findet sich hier. Interessant finde ich auch, dass sein Leben gar nicht so gut bekannt ist – ganz im Gegenteil zu seinem jüngeren Bruder Thomas.

Am 27. März 1909 kommt Golo Mann, der Sohn von Heinrich Manns jüngerem Bruder Thomas Mann, in München zur Welt. Er wird Historiker und als solcher wiederum Schriftsteller. Sein Werk „Wallenstein. Sein Leben erzählt von Golo Mann“ hat er selbst als „wahren Roman mit Lücken“ bezeichnet. Wahr, weil nichts erfunden wird, Roman, weil erzählt wird und mit Lücken, weil die historische Überlieferung unvollständig ist. Das ZDF verfilmt diesen wahren Roman übrigens im Jahr 1978.

Zwei Jahre vor Golo Manns Geburt wird in Berlin ein Ort eröffnet, den auch ich schon öfter und gerne besucht habe – das KaDeWe oder auch Kaufhaus des Westens.

Am 27. März im Jahr 196 vor Chr. treffen sich ägyptische Priester zu einer Synode in Memphis. Bei dieser Synode verabschieden sie ein Dekret, das in drei Sprachen auf einem Stein festgehalten wird – dem Stein von Rosetta (oder auch Rosette). Dieser Stein wird 1799 von französischen Truppen entdeckt. Zum Rosetta-Stein und seiner Geschichte und Bedeutung gibt es eine interessante virtuelle Ausstellung.

Damit wünsche ich Euch einen Abend voller Neugier und spannenden Entdeckungen.

 

26. März

Noch einmal Europa, denn am 26. März 1995 tritt das Schengener Abkommen in Kraft. Damit verschwinden die Grenzpfähle und die Grenzkontrollen. Ich kann mich noch gut an diese Zeit erinnern.

Am 26. März 127 beginnt die Geschichte der Astronomie – zumindest die uns bekannte Geschichte der Astronomie. Claudius Ptolemäus – von dem wir sonst wenig wissen – beginnt an diesem Abend im ägyptischen Alexandria, seine astronomischen Beobachtungen zu notieren. Er erschafft einen Sternenkatalog mit 48 Sternen – den Almagest, die sich alle um die Erde drehen sollen. Nur passen die Bewewegungen der Sterne nicht zu den von ihm erwarteten Bahnen. Bis zum 2. Februar 141 notiert er seine Beobachtungen. Sein geozentrisches Weltbild wird erst circa 1500 Jahre später zugunsten des heliozentrischen Weltbilds verworfen.

William Caxton lernt in den Jahren 1471 und 1472 in Köln die Kunst des Buchdrucks. Nach einer Zeit in Brügge kehrt er nach England zurück und beginnt auch dort, Bücher zu drucken. Damit ist er der erste englische Drucker. Am 26. März 1484 erscheint in England die von ihm gedruckte englischsprachige Fassung der Fabeln von Aesop. Hier kann man sich den Druck sogar anschauen.

Am 26. März 1905 kommt Viktor Frankl in Wien zur Welt. Er wird ein Neurologe und Psychiater und auch ein Autor. Am 25. September 1942 werden er, seine Frau und seine Eltern ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Er übernimmt dort – zusammen mit Regina Jonas die psychologische Betreuung der Neuankömmlinge. Im Oktober 1944 wird er nach Ausschwitz gebracht, wenige Tage später in ein Außenlager des Konzentrationslagers Dachau. Seine Familie überlebt nicht, er schon. Nach dieser Zeit schreibt er ein Buch mit dem Titel „…trotzdem Ja zum Leben sagen“ und dem Untertitel „Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager.“ Es ist einige Jahre her, das ich das Buch gelesen habe. Es hat mich sehr beeindruckt – auch, weil das Überleben oft in scheinbar „kleinen“ Dingen steckt, zum Beispiel darin, sich auch bei Kälte täglich zu waschen. Nicht aufzuhören mit diesen täglichen Dingen. Dieser Satz mag hier und jetzt banal klingen, im Buch hat er für mich eine besondere Eindrücklichkeit erreicht. Und ja, nach der Lektüre des Buches habe ich mich mit Resilienz beschäftigt – was wiederum gut zu Viktor Frankl passt, denn das ist sein Thema, auch wenn er diesen Begriff nicht verwendet.

Am 26. März 1953 berichtet Dr. Jonas Salk von einem bedeutenden Durchbruch: er hat erfolgreich einen Impfstoff gegen Polio (Kinderlähmung) getestet. Im folgenden Jahr beginnen die klinischen Tests, kurz danach kann der Impfstoff eingesetzt werden.

Damit wünsche ich Euch einen Abend mit Zuversicht, innerer Klarheit und Resilienz.

25. März

Reden wir über Europa! Denn der 25. März ist tatsächlich für Europa – oder zumindest für das, was wir heute als Europäische Union bezeichnen – ein wichtiger Tag. Am 25. März 1957 unterzeichen Frankreich, Italien, Belgien, Luxemburg, die Niederlande und Deutschland die Römischen Verträge. Dies ist die eigentliche Geburtsstunde der Europäischen Gemeinschaft und damit der heutigen Europäischen Union. Mehr zum Hintergrund kann man hier nachlesen.

Auch für Griechenland – mittlerweile ein selbstverständlicher Teil der Europäischen Union – ist der 25. März ein wichtiger Tag – sogar zweifach. Am 25. März 1821 beginnt die griechische Revolution. Am 25. März 1924 wird die Republik ausgerufen (und der König entthront). Heute ist der 25. März in Griechenland ein Feiertag und zwar einmal als Tag der Unabhängigkeit in Erinnerung an den 25. März 1821 und als Tag, an dem das (kirchliche) Fest der Verkündigung gefeiert wird.

Am 25. März 1969 verkünden John Lennon und Yoko One ihr erstes „Bed-In“ in einem Hotel in Amsterdam. Ihr Ziel ist es, mit dieser Kunstaktion gewaltfrei gegen Krieg und für Frieden zu protestieren. Tatsächlich mußte ich beim „Bed-In“ an die Zeremonie des „Lever du Roi“ denken……

Am 25. März 1965 endet der Protestmarsch amerikanischer Bürgerrechtler von Selma nach Montgomery – mit Martin Luther King an der Spitze. Er spricht dort von Freiheit und zwar von der Freiheit, Bürgerrechte wahrnehmen und wählen zu können. Einen kleinen Teil der Rede kann man hier sehen, hier kann man die Rede (in englischer Sprache) lesen.

Damit wünsch ich Euch einen Abend voller Mut, für Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit einzutreten.