16. Juli

Am 16. Juli 1903 kommt Fritz Bauer in Stuttgart zur Welt. Er studiert Jura und Volkswirtschaft. Im Jahr 1930 wird er der jüngste Amtsrichter der Weimarer Republik. 1933 entlassen ihn die Nationalsozialisten aus dem Justizdienst, er wird im Konzentrationslager Heuberg interniert. 1936 emigriert er nach Dänemark, von dort flieht er später nach Schweden. Erst 1949 kommt er nach Deutschland zurück. In Braunschweig wird er Landgerichtsdirektor und ab 1950 Generalstaatsanwalt am Oberlandesgericht Braunschweig. Ab 1956 wird er Generalstaatsanwalt in Frankfurt am Main. Er ist der maßgebliche Initiator der Frankfurter Ausschwitzprozesse. Mehr über den ersten Ausschwitz-Prozess kann man hier nachlesen, generell mehr über die Prozesse hier. Ich bin sehr dankbar, dass er diese Arbeit auf sich genommen hat.

Am 16. Juli 1050 entläßt Kaiser Heinrich III. die Leibeigene Sigena in die Freiheit. In der Urkunde wird die Stadt Nürnberg zum ersten Mal schriftlich erwähnt.

Am 16. Juli 1862 kommt Ida Bell Wells in Holly Springs in Mississippi zur Welt. Sie wird eine Journalistin und Frauen- und Bürgerrechtlerin. Vor allem setzt sie sich konsequent gegen die Lynchjustiz an Afroamerikanern ein. Was mich beim Lesen gerade irritiert hat: im deutschsprachigen Wikipedia-Beitrag ist im Hinblick auf das Thema „Lynchjustiz“ von einem ersten und zweiten „Kreuzzug“ die Rede, im englischsprachigen Beitrag von einer „Anti-lynching campaign and investigative journalism„. Letzteres erscheint mir der passendere Begriff……

Am 16. Juli 1927 verabschiedet der Reichstag das Gesetz über Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung. Damit entsteht ein echter Rechtsanspruch auf Arbeitslosenunterstützung.

Damit wünsche ich Euch einen Abend mit dem Mut und der Kraft, die Dinge zu verfolgen, die Euch wichtig sind.

 

15. Juli

Am 15. Juli 1892 kommt Walter Benjamin in Berlin zur Welt. Er wird ein bekannter Philosoph, Kulturkritiker und Übersetzer. Beeindruckend finde ich seinen großen Freundeskreis mit vielen bekannten Namen. Den Satz „Er hatte eine besondere Begabung für Freundschaften“ (weiter unten im Wikipedia-Beitrag) finde ich sehr schön (eben auch, weil ich diese Begabung so gar nicht habe). Was aber auch interessant ist: ich habe mehr über Walter Benjamin gelesen als von ihm. Das sollte ich irgendwann noch ändern.

Am 15. Juli 1606 kommt Rembrandt in Leiden zur Welt. Er wird ein sehr bedeutender niederländischer Maler des Barock, in den Niederlanden zählt er zum „Goldenen Zeitalter“. Tatsächlich ist damit für mich eine besondere Erinnerung verbunden: im Jahr 2000 nehme ich in Amsterdam mit einem Stipendium an einer internationalen Anwaltstagung teil. Natürlich nutze ich die Gelegenheit, um die Ausstellungen in Amsterdam zu besuchen – vor allem die Ausstellung über das goldene Jahrhundert. Am nächsten Tag findet im Rahmen der Konferenz eine Führung statt, die – witzigerweise – auch einen Besuch dieser Ausstellung beinhaltet. Ein oder zwei Tage später gibt es eine besondere Abendveranstaltung, die – Ihr ahnt es schon – auch den Museumsbesuch umfaßt. Ich besuche also in dieser Woche dreimal diese besondere Ausstellung. Aber natürlich besuche ich in den Jahren danach auch immer wieder Ausstellungen von Rembrandt beziehungsweise mit Bildern von Rembrandt, zuletzt 2024 in Frankfurt am Main.

Am 15. Juli 1662 wird Henry Oldenburg, der um 1618 in Bremen zur Welt gekommen ist, zusammen mit John Wilkins zu einem Sekretär der Royal Society in London bestimmt. Ab 1665 gibt er die Philosophical Transactions, die wissenschaftliche Fachzeitschrift der Royal Society heraus. Ein bißchen mehr über Oldenburg kann man hier erfahren.

Am 15. Juli 1799 findet der französische Soldat Pierre François Xavier Bouchard in der Nähe des ägyptischen Rosetta den heute als „Rosetta Stone“ bekannten Stein. Das Besondere an diesem Stein ist, dass er dreimal den gleichen Text in unterschiedlichen alten Sprachen enthält, er hilft so bei der Übersetzung der bisher zu diesem Zeitpunkt nicht übersetzten Sprachen.

Damit wünsche ich Euch einen Abend mit spannenden neuen Erkenntnissen.

14. Juli

Am 14. Juli 1789 geht es los – der Sturm auf die Bastille in Paris und damit die französische Revolution. Die Bastille ist vor allem ein Symbol der Unterdrückung. Das, was da beginnt, verändert nicht nur Frankreich, sondern auf längere Sicht ganz Europa. Der 14. Juli 1790 – der erste Jahrestag – wird als Förderationsfest gefeiert, Einheit und Versöhnung sollen das Ziel der Feier sein. Erst im Jahr 1880 wird der 14. Juli zum nationalen Feiertag – und bleibt es bis heute.

Am 14. Juli 1077 wird die Kathedrale von Bayeux von Bischof Odon von Conteville eingeweiht. Sein Bruder William der Eroberer ist bei der Einweihung anwesend. Vermutlich hat Odo zur Einweihung den berühmten Teppich von Bayeux in England herstellen lassen, auf dem die Geschichte seines Bruders dargestellt ist.

Am 14. Juli 1933 gründet Emanuel Querido zusammen mit Fritz Landshoff in Amsterdam den Querido-Verlag, einen deutschsprachigen Exilverlag. Viele renommierte Autoren werden in diesem Verlag veröffentlicht, darunter Döblin, Feuchtwanger, Heinrich Mann, Thomas Mann und Klaus Mann.

Am 14. Juli 1862 kommt Gustav Klimt zur Welt. Er wird ein bekannter Maler des Wiener Jugendstils. Einige seiner Werke konnte ich vor ein paar Jahren in Wien bewundern.

Am 14. Juli 1868 kommt Gertrude Bell zur Welt. Sie wird eine britische Schriftstellerin, Archäologin, Historikerin und Forschungsreisende. Sie ist lernbegierig und nimmt nach der Schulzeit an Vorlesungen in Oxford teil, sie schließt das Studium mit der höchsten Auszeichnung ab, da sie eine Frau ist wird ihr jedoch kein akademischer Grad verliehen. Danach reist sie in den Nahen Osten und schreibt über die Länder und ihre Reisen. Sie wird eine echte Expertin zum Nahen Osten.

Damit wünsche ich Euch einen Abend mit fröhlichen Gedanken und bunten Bildern und Vorstellungen.

13. Juli

Gestern James Cook, heute auch James Cook. Doch während er am 12. Juli 1776 seine dritte und letzte Reise antritt, kommt er am 13. Juli 1771 von seiner ersten Endeckungsreise zurück und betritt erstmals wieder englischen Boden, am 13. Juli 1772 startet er von Plymouth aus auf seine zweite Reise.

Am 13. Juli 1254 gründen mehrere Städte – darunter Mainz, Worms, Köln, Speyer, Straßburg und Basel den Rheinischen Städtebund. Ziel ist vor allem, in einer „unsicheren“ Zeit Frieden und Recht zu wahren, dafür wird unter anderem eine Art Schiedsverfahren vereinbart.

Am 13. Juli 1938 wird das Kröller-Möller-Museum im Nationalpark Hoge Veluwe eröffnet. Den Namen des Museums habe ich gelegentlich schon gehört, ich habe es aber noch nie besucht. Vor allem die Van-Gogh-Sammlung soll beeindruckend sein.

Am 13. Juli 1709 wird in Köln das Unternehmen Farina gegründet. Es handelt sich um die älteste noch bestehende Eau-de-Cologne– und Parfüm-Fabrik der Welt. Tatsächlich mag ich den Farina-Duft sehr gerne, auch Köln-Besucher*innen führe ich gerne dorthin. Es ist schon etwas Besonderes.

Damit wünsche ich Euch einen Abend voller schöner Erinnerungen an gute Speisen und schöne Düfte.

 

12. Juli

Der 12. Juli 1906 ist ein wichtiger Tag für Alfred Dreyfus. Wobei „wichtig“ noch eine Untertreibung ist. An diesem Tag hebt nämlich der französische Kassationshof („Cour de Cassation“) das Urteil gegen ihn auf. Dreyfus ist – endlich – rehabilitiert. Knapp 12 Jahre liegen zwischen der Verurteilung und der Rehabilitation. Eine lange Zeit und vor allem eine sehr herausfordernde Zeit für Dreyfus. Ich lese gerade seine Tagebucheintrage und Briefe – sehr bewegend.

Dagegen ist die Stadtgründung von Frankfurt an der Oder fast schon unspektakulär: Am 12. Juli 1253 erhält Frankfurt an der Oder nämlich die Stadtrechte, der Markgraf von Brandenburg stellt auf der Burg Spandau an diesem Tag die Stadtgründungsurkunde aus.

Am 12. Juli 1776 startet James Cook zu seiner dritten und letzten großen Entdeckungsreise, er soll die sogenannte Nordwestpassage finden.

Am 12. Juli 1817 kommt Henry David Thoreau in Concord, Massachusetts zur Welt. Er wird ein Lehrer, Philosoph und Schriftsteller. Sein Werk „Walden“ und sein Essay „Über die Pflicht zum Ungehorsam gegenüber dem Staat“  sind Klassiker (die ich allerdings beide noch nicht gelesen habe).

Am 12. Juli 1937 zeigt Pablo Picasso sein Werk Guernica auf der Weltausstellung in Paris. Hier kann man das Gemälde sehen.

Damit wünsche ich Euch einen kühlen und ruhigen Abend.

11. Juli

Während ich diesen Beitrag schreibe, läuft im Hintergrund (hoffentlich erfolgreich) der Umzug meines Bluesky-Kontos zu Eurosky. Es fühlt sich gerade ein bißchen „komisch“ an, weil der Status seit einiger Zeit bei 40% und „Pending blobs“ steht….. noch gibt es keinen Grund an einem guten „Ausgang“ zu zweifeln. Mein Backup habe ich jedenfalls heruntergeladen, das hat geklappt und seit der Email mit dem Backup-Link ist auch keine weitere Email angekommen…. Wir werden sehen….. (oder auch nicht).

Aber gut, heute ist trotzdem der 11. Juli und auch für den heutigen Tag möchte ein Blogbeitrag geschrieben werden!

Vermutlich am 11. Juli 212 verleiht der römische Kaiser Caracalla in der sogenannten Constitutio Antoniniana allen freien Bürgern des römischen Reichs das römische Bürgerrecht. Warum er das macht, ist nicht so ganz klar. Aber: mit diesem Schritt beginnt eine Vereinheitlichung der rechtlichen Verhältnisse, ein „Aufstieg“ ist für alle – mit Ausnahme der Unterworfenen und Sklaven – möglich.

Um die unterschiedliche Behandlung von Menschen geht es auch in dem Buch „To Kill a Mockingbird“ (deutscher Titel: Wer die Nachtigall stört) von Harper Lee. Das Buch erscheint am 11. Juli 1960. Im Jahr 1961 gewinnt sie mit dem Roman den Pulitzer-Preis. Der Roman erzählt eine bedrückende Geschichte über Rassismus in den USA. Eine wichtige Geschichte, die erzählt (und gelesen) werden muß – gleichzeitig frage ich mich aber auch, wieviel sich seit dieser Zeit wirklich geändert hat…..

Vom 11. bis 14. Juli 1905 findet in Ontario in der Nähe der Niagara-Fälle eine sehr interessante Veranstaltung statt: 29 afroamerikanische Intellektuelle (alles Männer) – darunter der Historiker, Soziologe, Philosoph und Journalist W. E. B. Du Bois und der Journalist und Herausgeber des Boston Guardian William Monroe Trotter – treffen sich, um volle bürgerliche Freiheiten und ein Ende der Diskriminierung zu verlangen. Dazu beschließen sie eine Grundsatzerklärung, die „Niagara Movement Declaration of Principles“. Sie enthält ein Programm, um rassische Ungleichheit in den USA anzuprangern und zu überwinden. Aus der Niagara-Bewegung entsteht ein paar Jahre später übrigens die „National Association for the Advancement of Colored People“ (NAACP).

Damit wünsche ich Euch einen Abend mit dem Mut und der Zuversicht, Dinge zum Guten zu ändern.

10. Juli

Es passt irgendwie zu den politischen Ereignissen des heutigen Tages: es wird erzählt, dass Lady Godiva im Jahr 1040 ihren Ehemann Leofric (der der Earl of Mercia ist) anfleht, die hohen Steuern, die das Volk belasten, zu reduzieren. Leofric ist von ihren wiederholten Bitten genervt und antwortet irgendwann, dass er das macht, wenn sie nackt durch Coventry reitet. Wir befinden uns im Jahr 1040 und für eine adelige Ehefrau ist das keine „einfache“ Angelegenheit. Aber am 10. Juli 1040 nimmt sie die Herausforderung an. Vorher bittet sie die Dorfbewohner drinnen zu bleiben und die Fensterläden geschlossen zu halten. Dann reitet sie nackt durch den Ort. Angeblich halten sich alle Bewohner daran – bis auf einen. Der schaut heimlich zu und wird mit Blindheit bestraft. Leofric ist jedenfalls von der Entschlossenheit seiner Frau beeindruckt – dementsprechend – so will es die Erzählung – reduziert er die Steuern.

Am 10. Juli 1168 verleiht Kaiser Friedrich Barbarossa dem Bischof von Würzberg die „Güldene Freiheit„. Es handelt sich dabei um ein Privileg, das dem Bischof auf dem Reichstag in Würzburg gewährt und in einer Urkunde festgehalten wird. Inhaltlich geht es vor allem um die Gerichtsbarkeit des Bistums.

Am 10. Juli 1509 kommt Johannes Calvin in Frankreich als Jean Cauvin zur Welt. Er studiert zunächst Jura und Literatur. Ab 1534 wird er zum Lutheraner  – was ihn bald zur Flucht aus Frankreich zwingt. Über Genf – wo er einige Zeit verbringt – geht er nach Straßburg und wird dort Pastor. 1541 kehrt er nach Genf zurück. Dort hat er großen Einfluß auf die kirchliche und politische Organisation. Er wird zu einem großen und wichtigen Reformator.

Am 10. Juli 1922 behandelt Frederick Banting den fünfjährigen an Diabetes erkrankten Theodore Ryder mit Insulin. Frederick Banting und Charles Best haben erst kurz vorher die Wirkung des Insulins beim Menschen „entdeckt“. Theodore wiegt zu diesem Zeitpunkt nur noch 12,5 Kilogramm und gehört zu den ersten Patienten, die damit behandelt werden. Innerhalb von wenigen Monaten erholt er sich vollständig und kann nach Hause zurückkehren. Banting und Ryder bleiben in Kontakt, Ryder wird Bibliothekar und führt bis ins hohe Alter ein normales Leben.

Damit wünsche ich Euch einen Abend mit guten Ideen zu Veränderungsmöglichkeiten und dem Mut zur Veränderung.

 

9. Juli

Am 9. Juli 160 gewährt Kaiser Rudolf II. den Böhmen im sogenannten „Böhmischen Majestätsbrief“ Religionsfreiheit. In einer Zeit religiöser Spannung ist dies ein wichtiger politischer Sieg.

Am 9. Juli 1766 kommt Johanna Schopenhauer in Danzig zur Welt. Sie wird nicht nur die Mutter des Philosophen Arthur Schopenhauer und der Schriftstellerin Adele Schopenhauer, sie selbst wird auch eine Schriftstellerin und Salonnière. Während ihrer Zeit in Weimar  veranstaltet sie wöchentliche Teegesellschaften (ich mag den Gedanken einer „Teegesellschaft“), an denen auch Goethe teilnimmt. Sie ist die erste, die Christiane Vulpius, der Ehefrau von Goethe, Tee reicht und ihr damit die Türen zur Gesellschaft öffnet. Ein paar ihrer Werke kann man bei Projekt Gutenberg finden (und lesen).

Am 9. Juli 1789 geht es los: ab diesem Tag tagt die „Verfassunggebende Nationalversammlung“ – die „Assemblée nationale constituante“, die Frankreich eine Verfassung geben soll.

Am 9. Juli 1816 beschließt der Kongress von Tucumán die Unabhängigkeit der Vereinigten Provinzen Südamerikas, das ist das Gebiet, das wir heute als „Argentinien“ kennen, von Spanien.

Am 9. Juli 1955 stellt Bertrand Russell in London ein Manifest gegen Atomwaffen vor, das auf Initiative des Physikers Joseph Rotblat entstanden ist. Russell entwirft das Manifest und bittet  Albert Einstein um Unterstützung, dieser unterschreibt das Manifest wenige Tage vor seinem Tod.

Damit wünsche ich Euch einen fröhlichen und friedlichen Abend.

8. Juli

Der 8. Juli ist fabelhaft. Im wahrsten Sinne des Wortes. Denn am 8. Juli 1621 kommt Jean de La Fontaine zur Welt. Er wird Schriftsteller und zwar schreibt er die heute noch bekannten und beliebten Fabeln in französischer Sprache. Schön finde ich den Spruch, der von seiner Mäzenin und Freundin Madame de La Sablière über ihn überliefert ist – sie bezeichnet ihn (so kann man es an vielen Stellen lesen) als einen Fabulisten, der Fabeln so natürlich trägt, wie ein Pflaumenbaum Pflaumen trägt. Eine schöne Beschreibung, oder? Jedenfalls kann man die Fabeln von La Fontaine unter anderem hier nachlesen.

Ganz anders – aber auch fabelhaft – ist Käthe Kollwitz, die am 8. Juli 1867 in Königsberg zur Welt kommt. Sie wird eine berühmte Grafikerin, Malerin und Bildhauerin. Der Tod ihres Sohnes am Anfang des ersten Weltkriegs führt sie dazu, sich mit dem Thema Pazifismus zu beschäftigen, das Thema Krieg wird ihr Leben bis zum Ende begleiten. Zeit ihres Lebens engagiert sie sich gegen soziale und politische Mißstände. Ihr Werk ist dadurch besonders aktuell. Sehr lesenswert sind auch ihre Tagebücher!

Und manchmal werden Dinge auch besser: Am 8. Juli 1952 wird in München der erste westdeutsche Zebrastreifen eingerichtet.

Damit wünsche ich Euch einen Abend voller Ruhe, Gelassenheit und persönlicher Sicherheit.

7. Juli

Am 7. Juli 1752 kommt Joseph-Marie Jacquard in Lyon zur Welt. Wer jetzt an „Jacquard-Stoffe“ denkt, liegt richtig. Jacquards Vater besitzt eine Werkstatt mit mehreren Webstühlen, seine Mutter arbeitet in einer Seidenmanufaktur. Er selbst lernst den Beruf des Buchbinders, nach dem Tod seiner Eltern beginnt er die Musterwebtechnik zu mechanisieren – zunächst allerdings erfolglos. Erst in der Zeit ab 1798 kombiniert er unterschiedliche Webstühle und Techniken und erschafft so einen verbesserten Webstuhl, der endlose Muster von beliebiger Komplexität herstellen kann. Dabei arbeitet er mit Lochkarten – im Prinzip ist das eine frühe Anwendung der Digitaltechnik. Im Haus der Seidenkultur in Krefeld soll man wohl einen Jacquard-Webstuhl sehen können.

Am 7. Juli 1881 erscheint die erste Folge der Geschichte von Pinocchio in der Wochenzeitschrift „Giornale per i Bambini“. Der Autor Carlo Collodi verfolgt mit der Geschichte hehre Ziele – die kleinen Leser (Collodi denkt vor allem an Jungen) sollen zu Gehorsam und fleißigem Lernen und Arbeiten angehalten werden. Es ist jedenfalls eine schöne Geschichte!

Ein Jahr früher – nämlich am 7. Juli 1880 – erscheint Konrad Dudens „Vollständiges Orthographisches Wörterbuch der deutschen Sprache“, den man als „Urduden“ bezeichnen kann, im Verlag „Biographisches Institut“. Dieses erste Wörterbuch enthält 27.000 Stichwörter auf 187 Seiten. Was daraus geworden ist, muß ich wohl nicht erzählen…..

Am 7. Juli 1456 wird Jeanne D’Arc rehabilititert. Ihre Mutter bemüht sich nach ihrem Tod um Gerechtigkeit für ihre Tochter. Im November 1455 wird in der Kathedrale Notre Dame der Rehabilitationsprozess eröffnet, am 7. Juli 1456 ist Jeanne endlich rehabilitiert.

Jeanne D’Arc inspiriert den am 7. Juli 1884 in München geborenen Lion Feuchtwanger zu seinem Roman „Simone“. Ein Buch, das ich noch nicht kenne – von Lion Feuchtwanger habe ich ansonsten schon ein paar Bücher gelesen.

Ein paar Jahre vor ihm, nämlich am 7. Juli 1860 kommt Gustav Mahler in Böhmen zur Welt. Er wird ein berühmter Dirigent und Komponist. Ein Beispiel seiner Musik kann man hier hören.

Damit wünsche ich Euch einen Abend voller Farbe, Frohsinn und Zuversicht.