16. September

Manchmal ist die Frage, ob etwas gut oder schlecht ist, ja eine Frage der Perspektive. Das gilt auch für den heutigen Tag. Denn am 16. September 1620 startet die Mayflower mit den Menschen, die später als „Pilgrim Fathers“ bezeichnet werden, aus Plymouth nach Amerika. 102 Passagiere sind an Bord, die nach Virginia wollen. Tatsächlich reisen sie in eine ungewisse Zukunft, denn sie kommen nicht einmal in Virginia an. Aber davon könnte ich an einem anderen Tag erzählen. Denn erst einmal haben sie sich auf den Weg gemacht!

Eine andere Geschichte beginnt am 16. September 1810. Manuel Hidalgo ist Mitglied eines „Geheimbundes“ in Mexiko, der das Ziel hat an einem Tag alle Spanier zu verhaften und eine nationale Regierung zu errichten. Der Plan wird jedoch verraten, die Mitglieder allerdings rechtzeitig gewarnt. Am Morgen des 16. September läßt Hidalgo die Kirchenglocken läuten, um die Kirchengemeinde zum Kampf aufzurufen. An der Schwelle der Kirche ruft Hidalgo die Menschen zu einem Kreuzzug gegen die Spanier auf. 600 Menschen kommen zusammen und ziehen los. Seit 1824 ist der 16. September deswegen übrigens ein mexikanischer Nationalfeiertag.

Gut oder nicht gut, darum kümmert sich auch die Stiftung Warentest. Am 16. September 1964 beschließt die Bundesregierung die Gründung der Stiftung Warentest. Sie wird ein großer Erfolg. Auch heute noch informieren sich Menschen über die Testergebnisse und werben Unternehmen mit den Testergebnissen der Stiftung Warentest.

Wirklich gut – auch wenn man über Geschmack immer streiten kann – ist die Eröffnung der Pinakothek der Moderne in München am 16. September 2002. Gelegentlich finden dort auch digitale Führungen statt (meines Wissens immer noch kostenlos), man findet diese digitalen Veranstaltungen im Programm.

Und auch das Leben zweier interessanter Schriftsteller*innen beginnt an einem 16. September: am 16. September 1851 kommt Emilia Pardo Bazán in A Coruña zur Welt. Ihre Bücher – insbesondere „La Tribuna“ – werden mir während meines Praktikums in einer Anwaltskanzlei in Barcelona empfohlen. Und ja, müßte ich mal wieder lesen…. Am 16. September 1908 kommt Friedrich Torberg in Wien zur Welt. Er wird unter anderem den Roman „Der Schüler Gerber“ schreiben, außerdem wird er die Bücher von Ephraim Kishon übersetzen (letzteres wußte ich bis eben noch nicht).

Damit wünsche ich Euch einen Abend mit verheißungsvollen Anfängen und Freude an der Fortführung dieser Anfänge.

 

15. September

Ein spannender Tag. Im wahrsten Sinne des Wortes. Denn am 15. September 1890 kommt Agatha Christie in Torquay zur Welt. Sie wird Schriftstellerin und zwar eine sehr bedeutende Autorin von Kriminalromanen. Ich habe ziemlich viele ihrer Krimis gelesen – natürlich auch mit Miss Marple oder Hercule Poirot.

Was für Leser*innen Spannung bedeutet, kann im echten Leben durchaus Angst auslösen. Mit diesem Thema hat sich der am 15. September 1902 in Chemnitz geborene Fritz Riemann auseinandergesetzt. Das Hauptwerk des Psychologen ist „Grundformen der Angst“. Ich habe das Buch vor vielen Jahren von einer ehemaligen Klassenkameradin zum Geburtstag geschenkt bekommen und dann leider verliehen und nicht zurückbekommen. Glücklicherweise hatte ich es vorher aber gelesen. Ich fand das Buch sehr interessant.

Der am 15. September 1756 in Hameln geborene Karl Philipp Moritz wiederum schreibt einen psychologischen Roman, nämlich „Anton Reiser“. In dem Roman versucht ein Jugendlicher aus einer armen Familie aus der engen Welt seiner Eltern auszubrechen. Tatsächlich habe ich das Buch hier irgendwo stehen, aber bisher noch nicht gelesen (ich glaube ich habe Lesevorräte für so viele Jahre, dass ich sehr alt werden müßte, um tatsächlich alles zu lesen…..). Interessanterweise wird dieser Typ „Roman“ auch als „Bildungsroman“ bezeichnet.

Womit wir beim 15. September 1835 ankommen: an diesem Tag erreicht der junge Charles Darwin mit der Beagle die Galapagosinseln. Mehrere Wochen lang untersucht er die Vulkanlandschaften und sammelt Pflanzen- und Tierproben. Fünf Jahre dauert die Reise insgesamt und Darwin schreibt einen Reisebericht, der 1839 auch herausgegeben wird. Was wiederum auf unsere Bildung Einfluß hat…..

Der Gedanke der Insel – allerdings einer besonders einsamen Insel – kommt auch in dem Roman „Morels Erfindung“ (La invención de Morel) zum Tragen. In diesem Roman des am 15. September 1914 in Buenos Aires geborenen Adolfo Bioy Casares gerät ein Mann auf der Flucht vor der Justiz auf eine einsame Insel. Mehr verrate ich nicht, das Buch klingt aber sehr spannend!

Damit wünsche ich Euch einen Abend voller Ideen, spannenden Erkenntnissen und Geborgenheit.

14. September

Am 14. September 1396 geben sich die Kölner eine neue Verfassung. Der Bürgermeister, der Rat und die Gemeinde in Form der 22 Gaffeln legen im sogenannten Verbundbrief fest, wie sich der städtische Rat zusammensetzt. Bis 1797 gilt diese Verfassung.

Im Jahr 1752 führt Großbritannien mit Irland und den amerikanischen Kolonien den gregorianischen Kalender ein. Auf den 2. September nach dem julianischen Kalender folgt deswegen der 14. September nach dem gregorianischen Kalender. Jemand ging also am Mittwoch dem 2. September zu Bett und wachte am Donnerstag dem 14. September wieder auf. Auch eine Art Langschläfertum…..

Am 14. September 1769 kommt Alexander von Humboldt in Berlin zur Welt. Er wird ein bedeutender Wissenschaftler und Forschungsreisender. Seine Reisen kann man hier nachvollziehen. Interessant ist auch, dass er als Pionier des ökologischen Denkens gesehen wird. Insbesondere die Aussage „Alles ist Wechselwirkung.“ unterstreicht diesen Denkansatz.

Am 14. September 1770 führt Johann Friedrich Struensee in Dänemark die Pressefreiheit ein. Vom Leibarzt des dänischen Königs steigt Struensee zum mächtigsten Mann im Staat auf, ausgestattet mit einer Generalvollmacht. Diese Vollmacht nutzt er, um Dänemark im Sinne der Aufklärung zu verändern. Dazu gehört auch die Einführung der Pressefreiheit – die auch nach seiner Hinrichtung bestehen bleibt.

Am 14. September 1817 kommt Theodor Storm in Husum zur Welt. Er wird ein Jurist und ein Schriftsteller. Seine Werke habe ich relativ früh entdeckt und mir als Geschenk gewünscht. Seitdem habe ich eine 5-bändige Ausgabe, die ich auch schon während meiner Schulzeit komplett gelesen habe (was nicht heißt, dass ich mich an alle Geschichten erinnere). Auch im Museum in Husum war ich vor ein paar Jahren – an einem grauen Tag, passend zum Gedicht „Die Stadt“.

Am 14. September 2003 findet in Estland ein Referendum statt. Es geht um die Frage, ob Estland der EU beitreten soll. 66,8% sind dafür.

Damit wünsche ich Euch einen Abend voller guter Erkenntnisse und mit viel Freiheit, um Gutes zu tun und zu erreichen.

13. September

Am 13. September 1819 kommt Clara Wieck in Leipzig zur Welt. Schon in ihrer Jugend gibt sie Klavierkonzerte und sie komponiert. Dann begegnet sie dem – zu dem Zeitpunkt noch unbekannten – Komponisten Robert Schumann. Sie heiratet ihn und bekommt mehrere Kinder. Klavier spielen darf sie aber nur dann, wenn es ihn nicht stört. Als sie 36 Jahre alt ist, stirbt er und sie nimmt – zur Versorgung der Kinder – ihre Konzerttätigkeit wieder auf. Nur zum Komponieren kommt sie selten. Dementsprechend sind heute auch nur wenige Kompositionen von ihr bekannt. Ein paar dieser Stücke kann man hier finden und anhören.

Am 13. September 1830 kommt Marie von Ebner-Eschenbach in Mähren zur Welt. Sie wird eine bedeutende Schriftstellerin. Interessanterweise macht sie auch – für eine Frau zur damaligen Zeit völlig unüblich – eineAusbildung als Uhrmacherin, zusätzlich sammelt sie Uhren. Dies passt gut zu ihrer Novelle „Lotti, die Uhrmacherin“ – übrigens wohl die erste deutschsprachige Novelle über eine Handwerkerin. Besonderes bekannt wird sie mit „Krambambuli“.

Am 13. September 1951 wird in Düsseldorf das neue Schauspielhaus eingeweiht – der Intendant heißt Gustav Gründgens und eröffnet wird mit Schillers „Die Räuber“, wobei Gründgens eine der Hauptrollen selbst spielt.

Am 13. September 1993 unterzeichnen Israel und die PLO in Washington das Oslo-Abkommen, in dem es um eine Rahmenvereinbarung und Prinzipien zur vorübergehenden Selbstverwaltung geht. Ich kann mich an diese Zeit noch gut erinnern…..

Damit wünsche ich Euch einen Abend mit guten Plänen und faszinierenden Fähigkeiten.

12. September

Am 12. September 1740 kommt Johann Heinrich Jung, genannt Jung-Stilling, im Siegerland zur Welt. Er wird ein Augenarzt, Wirtschaftswissenschaftler und Schriftsteller. Besonders bekannt wird er durch Goethe. Jung-Stilling schreibt den ersten Teil seiner Lebenserinnerungen mit dem Titel „Heinrich Stillings Jugend. Eine wahrhafte Geschichte“ kurz nach seinem Weggang vom Studienort Straßburg für seine Studienfreunde. Goethe . ein Studienfreund von Jung-Stillung – läßt das gekürzte Werk 1777 in Berlin drucken. Es wird das literarische Ereignis des Jahres!

Am 12. September 1873 kommt Gertrud Bäumer in Hohenlimburg zur Welt. Sie wird eine Frauenrechtlerin  Politikerin und Schriftstellerin. Zunächst studiert sie Theologie, Germanistik, Philologie und Nationalökonomie in Berlin und wird schließlich Lehrerin. Zusätzlich wird sie die Assistentin von Helene Lange, die wegen einer Augenkrankheit nur noch eingeschränkt arbeiten kann. Aus einer publizistischen Zusammenarbeit entwickelt sich eine Freundschaft und dann auch eine Lebensgemeinschaft. Ab 1906 arbeitet sie auch eng mit Friedrich Naumann zusammen, später gründet sie zusammen mit Naumann und weiteren Mitstreitern die Deutsche Demokratische Partei (DDP). Von 1920 bis 1930 ist sie die stellvertretende Vorsitzende in der DDP, bis 1932 hat sie auch ein Reichtagsmandat.

Am 12. September 1940 entdecken vier Jungen die Höhle von Lascaux (die man auch virtuell besichtigen kann) mit ihren Höhlenmalereien. Eigentlich folgen sie einer Legende – es soll einen Geheimgang geben – dabei entdecken sie den Höhleneingang. Eine große Sensation!

Am 12. September 1949 tritt die Bundesversammlung zur Wahl des ersten Bundespräsidenten in der Pädagogischen Akademie in Bonn zusammen.

Am 12. September 1990 finden die 2 + 4 Gespräche ein erfolgreiches Ende – der völkerrechtliche Vertrag zwischen den beiden deutschen Staaten, Frankreich, Großbritannien, den USA und Russland wird an diesem Tag in Moskau unterzeichnet.

Damit wünsche ich Euch einen Abend mit überraschenden Erkenntnissen und Entdeckungen.

11. September

Im Jahr 1543 veröffentlicht Nikolaus Kopernikus sein Hauptwerk, in dem er beschreibt, dass die Erde und die anderen Himmelskörper sich um die Sonne drehen. Wenig überraschend sind nicht alle über seine Erkenntnisse „begeistert“. Die katholische Kirche verbietet sein Werk im Jahr 1616 sogar. Erst am 11. September 1822 ändert sich das, das Werk darf wieder gedruckt und veröffentlicht werden, die kopernikanische Lehre wird damit anerkannt.

https://de.wikipedia.org/wiki/De_revolutionibus_orbium_coelestium

Am 11. September 1903 kommt Theodor W. Adorno in Frankfurt am Main zur Welt. Er wird ein Philosoph, Soziologe, Musikkritiker und Komponist (wobei mich die beiden letztgenannten gerade überrascht haben, das finde ich sehr spannend). Er ist ein wichtiger Vertreter der Frankfurter Schule. Mit seiner deutlichen Kritik an den „kapitalistischen Verhältnissen“ gilt er als geistiger Vater der bundesdeutschen Studentenbewegung. Während er die Kritik der Studierenden durchaus teilt, steht er den Themen Gewalt und Aktionismus allerdings ablehnend gegenüber.

https://de.wikipedia.org/wiki/Theodor_W._Adorno

Am 11. September 1885 kommt David Herbert Lawrence in England zur Welt. Er wird ein bedeutender Schriftsteller, der allerdings aufgrund seiner offenen und freizügigen Darstellung von Liebe und Erotik es gelegentlich mit Zensur zu tun hat.

https://de.wikipedia.org/wiki/D._H._Lawrence

Damit wünsche ich Euch einen Abend mit interessanten und mutigen Erkenntnissen.

10. September

Am 10. September 1268 tritt Osnabrück dem Werner Bund bei, den einige Städte im westfälischen Raum schon 1253 geschlossen haben, um den freien Handel und den Frieden zu sichern.

Am 10. September 1721 schließen Schweden und Russland den Frieden von Nystad. Hier kann man den Vertragstext nachlesen. Mit diesem Friedenvertrag endet der große nordische Krieg. Schweden muß die damaligen Provinzen Livland, Estland, Ingermanland und Teile Kareliens an Russland abtreten. Schweden verliert damit seine Stellung als nordeuropäische Großmacht, die es seit dem 30jährigen Krieg hatte, Russland bekommt einen breiten Zugang zur Ostsee und steigt zur europäischen Großmacht auf.

Am 10. September 1890 kommt Franz Werfel in Prag zur Welt. Er wird ein berühmter Schriftsteller. Seine Erzählung „Eine blassblaue Frauenschrift“ begegnet mir entweder während meiner Schulzeit (wenn dann während der Oberstufe) oder am Anfang des Studiums im Fernsehen. Am relativ späten Abend wird der Film ausgestrahlt. Ich bin zu müde, um ihn zu Ende zu sehen, aber die Geschichte fasziniert mich und ich besorge mir das Buch. Viele Jahre später als ich für ein anderes „Blogprojekt“ jeden Tag einen Blogbeitrag schreibe , begegnet mir sein Roman „Die vierzig Tage des Musa Dagh„. Es zeigt mir noch einmal eine ganz andere Seite dieses Autors.

Damit wünsche ich Euch einen Abend voller Frieden, lieben Menschen um Euch herum und Freude.

 

9. September

Am 9. September 1668 wird die von Molière geschriebene Komödie „Der Geizige“ („L’Avare“) in Paris im Théâtre du Palais Royal uraufgeführt. Ich mag die Komödien von Molière ja sehr (und ich habe hier auch ein dickes Buch in französischer Sprache mit seinen Stücken).

Am 9. September 1754 kommt William Bligh in England zur Welt. Sein Name ist untrennbar mit der – gegen ihn gerichteten – Meuterei auf der Bounty verbunden. Gleichzeitig gehört zu dieser Geschichte die außerordentliche Leistung, ein kleines und auch noch völlig überladenes Boot über 6700 km weit zu der Insel Timor zu bringen.

Am 9. September 1873 kommt Max Reinhardt in Baden in Niederösterreich zur Welt. Er wird ein Theaterregisseur, Theaterintendant und Gründer der Salzburger Festspiele.

Am 9. September 1886 unterzeichnen acht Staaten (darunter Deutschland und Frankreich) in Bern einen völkerrechtlichen Vertrag zum Schutz von Kunstwerken und Literatur. Die sogenannte Berner Übereinkunft begründet die Anerkennung des Urheberrechts zwischen diesen Staaten. Victor Hugo ist ein Vordenker und wichtiger Verfechter dieser Übereinkunft.

Am 9. September 1890 kommt Kurt Lewin in der Provinz Posen zur Welt. Er wird Sozialpsychologe und ein einflußreicher Pionier der Psychologie. Er gehört zu den „großen vier“ der Berliner Schule der Gestaltpsychologie. Mit seinem 3-Phasen-Modell entwickelt er auch eine wichtige Grundlage für das, was wir heute als „Change Management“ bezeichnen. Mir begegnet er im Rahmen meiner Weiterbildung Mediation und Konfliktmanagement sowohl im Zusammenhang mit dem Thema Gruppendynamik als auch mit dem Thema Veränderungsprozesse.

Am 9. September 1943 wird Bertolt Brechts „Leben des Galilei“ am Schauspielhaus Zürich uraufgeführt. Die Musik zum Stück stammt von Hanns Eisler. Hier kann man das Stück in einer Aufführung des Staatsschauspiels Dresden sehen.

Damit wünsche ich Euch einen Abend mit guter Unterhaltung und viel Ausdauer.

8. September

Am 8. September 1783 kommt Nikolai Frederik Severin Grundtvig in Dänemark zur Welt. Er wird – unter anderem – ein Pfarrer, Schriftsteller, Philosoph, Historiker, Politiker und Pädagoge. International bekannt wird er vor allem durch die Gründung der nichtstaatlichen Volkshochschulen in Dänemark. Ab Anfang 2000 bis 2014 trägt ein Programm zur Förderung der Erwachsenenbildung der EU passenderweise seinen Namen.

Passend zu diesem Gedanken ist der 8. September seit 1967 der Welttag der Alphabetisierung. Auf der Seite der UNESCO findet man dazu weitere Informationen.

Am 8. September 1774 kommt Anna Katharina Emmerick in Coesfeld zur Welt. Sie wird eine Nonne und Mysterikin. Clemens von Brentano verbringt sechs Jahre in ihrer Nähe und schreibt ihre Visionen auf ungefähr 16.000 Seiten auf. Nach ihrem Tod veröffentlicht er unter ihrem Namen das Buch „Das bittere Leiden unseres Herrn Jesu Christi“ – dabei handelt es sich jedoch nicht um Transkriptionen ihrer Visionen, sondern um eine überarbeitete und dichterische Gestaltung.

Am 8. September 1831 kommt Wilhelm Karl Raabe in der Nähe von Holzminden zur Welt. Er wird ein Maler und Schriftsteller. Tatsächlich kenne ich zwar seinen Namen (als Schriftsteller), ich kann mich aber nicht daran erinnern, dass ich schon etwas von ihm gelesen habe……

Am beziehungsweise ab dem 8. September 1156 findet etwas außerhalb von Regensburg der Reichstag von Regensburg statt. An diesem Tag schlichtet Kaiser Friedrich I. einen langjährigen Streit zwischen Heinrich dem Löwen und dem Babenberger Heinrich II. um das Herzogtum Bayern. Österreich wird vom Herzogtum Bayern abgetrennt und ein eigenes Herzogtum. Heinrich der Löwe erhält Bayern, der Babenberger Heinrich Österreich. Und im Prinzip beginnt an diesem Tag die eigenständige Geschichte von Österreich.

Damit wünsche ich Euch einen Abend, an dem gute neue Ideen und Ansätze entstehen.

7. September

Gerade in Anbetracht der gestrigen Wahlergebnisse in Sachsen-Anhalt ist die Erinnerung an den 7. September 1949 interessant: an diesem Tag findet die konstituierende und damit erste Bundestagssitzung des neu gewählten Bundestages in der ehemaligen Turnhalle der Pädagogischen Akademie in Bonn statt. Alterspräsident ist der 73jährige Paul Löbe, der in seiner Rede auch an das Ermächtigungsgesetz von 1933 erinnert, mit dem die staatsbürgerlichen Freiheiten für lange Jahre begraben wurden. Des weiteren erinnert er an die 24 SPD-Abgeordneten, die ihren Widerstand mit dem Leben bezahlten. Das kommt nicht bei allen Abgeordneten des Jahres 1949 gut an und er erwähnt in der Folge auch die Opfer der anderen Fraktionen.

Am 7. September 1905 erscheint „Die Schaubühne“ – eine reine Theaterzeitschrift – zum ersten Mal. Ab 1913 gibt es jedoch auch politische und wirtschaftliche Themen und im April 1918 wird die Zeitschrift in „Die Weltbühne“ umbenannt. 1926 übernimmt Kurt Tucholsky die Leitung, schon bald übergibt er die Leitung jedoch an Carl von Ossietzky.

Am 7. September 1650 kommt Juan Manuel Fernández in Navarra zur Welt. Er wird der Gründungsdirektor der Real Academia Española, also der Institution, die sich bis heute um die Pflege der spanischen Sprache kümmert.

Am 7. September 1707 kommt Georges-Louis Leclerc de Buffon in Frankreich zur Welt. Er wird ein Naturforscher, ab 1739 der Intendant des (königlichen) botanischen Gartens und Autor der 44 Bände der beliebten und häufig übersetzten „Naturgeschichte“, wobei er die ersten 15 Bände zusammen mit Louis Jean Marie Daubenton schreibt.

Am 7. September 1795 kommt John William Polidori in London zur Welt. Er wird der Leibarzt und Reisebegleiter von Lord Byron und selber auch Schriftsteller. Im Sommer 1816 begleitet er Byron an den Genfer See und lernt dort auch Mary Godwin (die spätere Mary Shelley) und ihren Partner und späteren Ehemann Percy Bysshe Shelley kennen. Es ist ein Sommer mit sehr viel Regen (der Vulkanausbruch des Tambora im April 1815 führt zu einem Jahr ohne Sommer) und Byron schlägt zum Zeitvertreib vor, dass jede*r zum Zeitvertreib eine Schauergeschichte beisteuern soll. Mary Godwin (spätere Shelley) entwickelt „Frankenstein“, Polidori entwickelt auf der Basis von Byrons Beitrag eine Vampirgeschichte – tatsächlich ist „Der Vampyr“ (beziehungsweise „The Vampyre“) die erste Vampirgeschichte der Weltliteratur.

Damit wünsche ich Euch einen Abend voller Phantasie und guten Geistern.