22. April

Am 22. April 1640 kommt Mariana Alcoforado in Portugal zur Welt. Sie wird Nonne und – und das ist vielleicht überraschend – die Autorin der sogenannten „Portugiesischen Briefe“, den angeblich fünf schönsten Liebesbriefen der Welt. Tatsächlich habe ich über die Portugiesischen Briefe schon einmal etwas in einem Blogbeitrag geschrieben – hier kann man das nachlesen.

Am 22. April 1401 gelingt es der Hanse die Vitalienbrüder zu stellen und sie in einer Seeschlacht vor Helgoland zu besiegen. Das Schicksal von Klaus Störtebeker und seiner Mannschaft ist damit besiegelt, Stoff für Geschichten und Legenden bieten sie allerdings über die Jahrhunderte hinweg.

Am 22. April 1723 wird Johann Sebastian Bach in Leipzig zum Thomaskantor gewählt. Interessanterweise ist Bach nicht die erste Wahl, nicht einmal zweite Wahl, nein……

Am 22. April 1724 kommt Immanuel Kant in Königsberg zur Welt. Er wird ein großer Philosoph und verläßt seine Heimatstadt nur selten. Bekannt ist er allerdings auch für seinen streng geregelten Tagesablauf und seine Pünktlichkeit. Mehr über ihn kann man hier lesen.

Damit wünsche ich Euch einen Abend mit positiven Überraschungen.

 

21. April

Am 21. April 1734 findet der Bauer Erik Lassen ein Goldhorn. Schon ein spektakulärer Fund. Tatsächlich handelt es sich um das  zweite in dem Bereich gefundene Goldhorn, das erste Goldhorn wird circa 100 Jahre früher nur ungefähr 20 Meter von diesem Fundort entfernt, gefunden.

Am 21. April 1816 kommt Charlotte Brontë zur Welt. Schon als Kind schreibt sie gern. Als Erwachsene schreibt sie mehrere Bücher. Der Roman „Jane Eyre“ erscheint allerdings nicht unter ihrem Namen, sondern unter dem Pseudonym Currer Bell. Dabei ist die Frage spannend, ob dieser Name mehr als nur ein Pseudonym ist, möglicherweise eine Art „Maske“. Mit dem Buch „Jane Eyre“ kommt jedenfalls ihr literarischer Durchbruch. Als das Buch „Shirley“  erscheint, wissen viele in ihrem Umfeld schon, dass sie die Autorin ist. Sie selbst scheint aber zwischen sich als Mensch und Currer Bell als Autor zu unterscheiden.

Am 21. April 1820 entdeckt Hans Christian Ørsted während einer Vorlesung den Elektromagnetismus. Warum das wichtig ist, kann man hier nachlesen.

Am 21. April 1864 kommt Max Weber in Erfurt zur Welt. Er studiert Jura und wird ein berühmter Soziologe. Er ist unter anderem Mitgründer der „Deutschen Gesellschaft für Soziologie“, aus der er allerdings schnell wieder ausscheidet…..

Damit wünsche ich Euch einen Abend mit guten Entscheidungen.

20. April

Am Abend des 20. April 1945 endet der Krieg in Nürnberg. Für die amerikanischen Streitkräfte ist es ein Moment mit starker Symbolkraft. Wie es wohl für die Menschen in Nürnberg ist? Irgendwo habe ich heute auch gelesen, dass Nürnberg an diesem Tag „befreit“ wird. Und so sehr das für mich aus der heutigen Sicht stimmt, so bin ich doch nicht sicher, wer das vor Ort auch so gesehen hat und vor allem wovon?

Am 20. April 1899 beschließt der Bundesrat, dass Frauen im Deutschen Reich zum Studium zugelassen werden sollen – zumindest in den Fächern Medizin, Zahnmedizin und Pharmazie. Umsetzen müssen das allerdings die Länder und so dauert es noch ein bißchen, bis die Frauen dort ankommen. Heidelberg ist besonders schnell – dort nehmen die ersten Frauen schon im Jahr 1900 die ersten Frauen das Studium auf.

Wissenschaft ist bis zu diesem Zeitpunkt – zumindest offiziell – an vielen Orten Männern vorbehalten. Menschen wie Louis Pasteur und Claude Bernard zum Beispiel. Am 20. April 1862 gelingt ihnen im Rahmen von Tests die erste erfolgreiche Pasteurisierung. Die Methode ist so erfolgreich, dass sie sogar den Namen von einem von beiden trägt……

Am 20. April 1902 gelingt Marie Curie und Pierre Curie die Isolierung des chemischen Elements Radium. Ihre Zusammenarbeit ist nicht nur wissenschaftlich spektakulär, Pierre Curie tritt auch deutlich für seine Frau ein – den 1903 verliehenen Nobelpreis will er nur annehmen, wenn auch Marie Curie einen Nobelpreis bekommt. Mehr zu den beiden und zu ihrer Forschung findet man hier.

Am 20. April 1745 kommt Philippe Pinel zur Welt. Er wird ein Psychiater und wird als erster Arzt im Hôpital Salpêtrière (der berüchtigten psychiatrischen Anstalt in Paris) eine Behandlung ohne Zwang einführen. Damit ist er ein wichtiger Mitbegründer der modernen Psychiatrie.

Am 20. April 1893 kommt Joan Miró in Barcelona zur Welt. Er wird ein wichtiger Maler, Grafiker, Bildhauer und Keramiker. Einige seiner wunderbaren Werke kann man unten auf dieser Webseite sehen.

Damit wünsche ich Euch einen Abend voll bunter Farbe und Neugier.

19. April

Gut oder nicht gut? Am 19. April 1999 zieht der Bundestag in das (natürlich umgebaute) Reichstagsgebäude in Berlin.

In einem – zumindest für mich – engen Zusammenhang damit steht die Gedenkfeier der überlebenden Häftlinge des KZ Buchenwald am 19. April 1945 für die Verstorbenen des Konzentrationslagers. Die Gedenkansprache mündet in ein Gelöbnis, das heute als „Schwur von Buchenwald“ bezeichnet wird.

Am 19. April 1941 wird Bertolt Brechts Theaterstück „Mutter Courage und ihre Kinder“ in Zürich uraufgeführt. Das Stück baut auf dem Schelmenroman von Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen auf, dessen Hauptfigur „Courasche“, die eigentlich Libuschka heißt, sich im 17. Jahrhundert durch kriegerische Zeiten durchschlägt. Nicht anders als es ihr im Jahr 1941 ergangen wäre……

Am 19. April 1839 unterzeichnen Belgien und die Niederlande den Londoner Vertrag. Darin erkennen die Niederlande (endlich) Belgien als unabhängigen Staat an. Gleichzeitig wird in diesem Vertrag die Neutralität von Belgien festgelegt. Belgien muß Teile seines Gebiets abtreten – ein Teil der Provinz Luxemburg bleibt bei Belgien, ein Teil bleibt mit den Niederlanden verbunden (das heutige Luxemburg), die Provinz Limburg geht ebenfalls an die Niederlande. Was schwierig klingt, führt zu einem dauerhaften Frieden und zur heutigen Zusammenarbeit der Benelux-Staaten.

Damit wünsche ich Euch einen Abend mit überraschend guten Wendungen.

18. April

Am 18. April 1521 steht Martin Luther vor dem Reichstag in Worms. Er soll seine 95 Thesen widerrufen, er aber verteidigt seine Thesen. Das, was in diesem Beitrag steht, ist richtig: „Mit seiner Weigerung scheitert er politisch – und siegt historisch.“ Interessant ist aber auch: den berühmten Schluß hat er möglicherweise nie gesagt, dieses „Hier stehe ich, ich kann nicht anders“. Das könnte eine Ergänzung seiner Rede für den Versand nach Wittenberg sein. Einerseits schade, andererseits beinhaltet seine ganze Weigerung seine Thesen zu widerrufen, genau diese Worte. Insofern steckt für mich in seiner Reise nach Worms und im Nicht-Einknicken vor Kaiser Karl V. und dem Reichstag vor allem der Mut, der aus einem persönlichen „ich kann nicht anders“ kommt.

Am 18. April 1685 fordert der reformierte hessische Landgraf Carl mit einem Dokument – dem Edikt von Kassel – französische Glaubensflüchtlinge auf, ihr Land zu verlassen. Er bietet den in seinem Gebiet Ankommenden Freiheitsprivilegien und Begnadigung an. Hier ist eine gut lesbare Version dieses Textes.

Am 18. April 1949 (das ist der Ostermontag) tritt der „Republic of Ireland Act“ in Kraft. Irland wird damit zu einer Republik und tritt aus dem Commonwealth of Nations aus, einen König oder eine Königin gibt es ab diesem Zeitpunkt nicht mehr.

Am 18. April 1951 wird in Paris die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl gegründet. Sie wird zur „Keimzelle“ der Europäischen Union.

Am 18. April 1906 wird Bertha von Suttner der Friedensnobelpreis überreicht, der ihr – als erster Frau – schon 1905 zugesprochen wird. Sie setzt sich jahrelang unermüdlich für den Frieden ein, schreibt den Roman Die Waffen nieder, überzeugt und inspiriert Alfred Nobel einen solchen Preis zu stiften und wird von Kritikern unter anderem als Friedensfurie bezeichnet. Mehr zu ihrer wichtigen Arbeit kann man hier lesen. Es ist ein unbeirrtes Eintreten für das, was sie für richtig und wichtig hält. Es ist im Grunde – und da liegt da Verbindung zum Anfang dieses Beitrags – ihr „hier stehe ich, ich kann nicht anders“.

Damit wünsche ich Euch einen Abend, an dem Ihr für das einsteht, was Euch wirklich wichtig ist.

17. April

Beginnen möchte ich mit einer Flucht – einer ziemlich spektakulären Flucht sogar. Am 17. April 1942 läßt sich Henri Giraud von den Klippen der Festung Königstein bei Dresden herab. Er ist dort Kriegsgefangener. Das „wie“ ist vor allem interessant: er lernt akzentfrei deutsch, er sammelt die Bindfänden von den Paketen, die ihm seine Frau schickt und flicht sie zu einem Seil, dass er mit 50 m Kupferdraht (den seine Frau einem Lebensmittelpaket beifügt) verstärkt. Ohne Bart und mit einem Tirolerhut schafft er den Weg nach Bad Schandau und von dort in die Freiheit. Hier kann man seine Flucht etwas detaillierter nachlesen. Es ist übrigens die einzige (gelungene) Flucht von der Festung Königstein.

Um Höhen und vor allem Tiefen geht es auch im nachfolgenden Buch: Am 17. April 1897 kommt Thornton Wilder in Madison in Wisconsin zur Welt. Ich erinnere mich vor allem an seinen Roman „Die Brücke von San Luis Rey“, der 1928 (aus meiner Sicht verdientermaßen) mit einem Pulitzer-Preis ausgezeichnet wird.

In dem Roman von Thornton Wilder betreten mehrere Menschen eine Brücke. In Geoffrey Chaucers  „Canterbury Tales“ begibt sich eine Pilgergruppe auf den Weg von Southwark (einem Stadtteil von London) nach Canterbury. Der 17. April ist hier doppelt bedeutsam. Zum einen wird in den Erzählungen der 18. April 1387 ausdrücklich erwähnt – der Herausgeber Walter William Skeat schließt daraus, dass der 17. April 1387 der erste „Reisetag“ der Pilgergruppe ist. Zum anderen liest Geoffrey Chaucer am 17. April 1397 seine Canterbury Tales am Hof von König Richard II. vor.

Was macht man, wenn man sich gegen jemanden verbünden möchte, den man irgendwie nicht mag? Man gründet eine „Sittichgesellschaft“ (ja, da steht wirklich Sittichgesellschaft!). Am 17. April 1414 gründen die Gegner von Herzog Ludwig VII. von Bayern die Kehlheimer Sittichgesellschaft. Der Sittich ist vermutlich eine Parodie auf Ludwigs Wappenvogel – den St. Oswalds Raben.

Am 17. April 1986 beendet ein Friedensvertrag den möglicherweise längsten Krieg – nämlich den Krieg zwischen den Scilly-Inseln und den Niederlanden. Ausgebrochen ist der Krieg im Jahr 1651. Ob es in dem Jahr wirklich eine Kriegserklärung gibt und ob der Kriegszustand bis 1986 andauert, ist umstritten. Aber 1986 gibt es auf jeden Fall einen Friedensvertrag und das ist definitiv gut!

Einen Vertrag gibt es am 17. April 1525 auch in Weingarten, den sogenannten Vertrag von Weingarten. Er beendet für die Bauern des Seehaufens den Bauernkrieg. Haben die Bauern damit auf einen Sieg verzichtet oder haben sie dadurch ihr Leben gerettet? Beides ist denkbar.

Über das, was 1525 passiert, weiß man heute nur das, was die Sieger von damals festhalten und berichten. Heute haben wir da andere Möglichkeiten – zum Beispiel Zeitungen. Am 17. April 1979 erscheint die erste reguläre Ausgabe der „taz“.

Damit wünsche ich euch einen nachdenklichen und friedlichen Abend.

16. April

Vor ein paar Tagen habe ich Hugo Grotius bereits erwähnt. Nicht erwähnt habe ich dabei den Bereich beziehungsweise die Schrift, mit der er zuerst rechtlich in Erscheinung getreten ist. „Mare Liberum“ heißt das Werk oder auch „Von der Freiheit der Meere“. Es ist ein Rechtsgutachten, dass Grotius im Auftrag der Niederländischen Ostindien-Kompanie (VOC) erstellt und es geht um das „Kapern“ des portugiesischen Handelsschiffs Santa Catarina und des Verkaufs ihrer Waren zugunsten der VOC. Für die Portugiesen ein Affront, für die Gesellschafter der niederländischen VOC nicht unbedingt, denn sie profitieren ja vom Verkauf der Warten. Grotius soll begründen, warum das Kapern „ok“ ist. Und er liefert. Er sagt, dass das Meer frei sei und damit also jeder das Meer für Handelsfahrten nutzen dürfe. Was wie ein Widerspruch klingt, ist keiner. Portugal beansprucht nämlich (wie auch England) das Meer für sich als Hoheitsgebiet, also als Monopol und schließt andere Staaten von der Nutzung aus. Die Handlung der Niederländer stellt sich als eine Art Notwehr dar und ist damit gerechtfertigt. Das sehen die Portugiesen natürlich anders. Aber: was hat das Ganze mit dem 16. April zu tun? Das Gutachten von Grotius führt natürlich nicht dazu, dass das Kapern von Schiffen aufhört. Aber am 16. April 1856 schließen England und Frankreich einen Vertrag – die Pariser Seerechtsdeklaration, in der die Kaperei und das Prisenrecht offziziell abgeschafft werden. Damit hat sich der Gedanke von der Freiheit des Meeres duchgesetzt.

Am 16. April 1894 startet die Barmer Bergbahn AG. Mit einer Zahnradbahn – der weltweit ersten elektrischen zweigleisigen Zahnradbahn. Sie verbindet das Zentrum Barmens mit dem Toelleturm auf den Südhöhen. Die Bergbahn verkehrt bis 1959, dann wird sie – unter dem Protest der Bevölkerung – eingestellt.

Am 16. April 1948 gründen 16 europäische Staaten in Paris die Organisation für europäische wirtschaftliche Zusammenarbeit (OEEC), die später zur Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) wird. Ziel der Organisation ist zunächst, ein Konzept zum Wiederaufbau und zur Zusammenarbeit zu erarbeiten und die europäischen Länder in die Entscheidungen zur Verwendung der Gelder aus dem Marshall-Plan einzubeziehen.

Am 16. April 1913 treffen Helene und Albert Schweitzer in Lambarene ein. Sie haben 70 Kisten mit medizinischer Ausrüstung dabei, ein Krankenhaus gibt es allerdings noch nicht. Das bauen sie im Laufe der Jahre auf. Auch heute gibt es dort noch ein Spital.

Und noch eine andere Ankunft erfolgt an einem 16. April: Denn am 16. April 1521 trifft Martin Luther in Worms ein, er soll vor dem Reichstag seine Thesen erläutern und verteidigen.

Am 16. April 1912 überquert die Pilotin Harriet Quimby als erste Frau alleine den Ärmelkanal.

Damit wünsche ich Euch einen Abend mit mutigen Gedanken und Entscheidungen.

15. April

Echt oder nicht? Das ist hier die Frage – nämlich bei der „Goldenen Handfeste“, einer Urkunde, die König Friedrich II. angeblich am 15. April 1218 in Frankfurt am Main ausstellt und die Bern umfassende Privilegien einräumt. Bern wird dadurch eine Freie Reichsstadt und unabhängig – wenn es so stimmt. Die Frage an sich finde ich spannend. Immerhin: am 15. April 1274 bestätigt König Rudolf I. die Handfeste und erkennt die Rechte der Stadt Bern formell an. Es ist also „nur“ eine Frage des „wann“, nicht des „ob“.

Sicher ist hingegen, dass am 15. April im Jahr 136 vor Chr. im nördlichen Afrika und Asien eine Sonnenfinsternis zu sehen ist. Ein babylonischer Astrologe dokumentiert dieses Ereignis auf einer Keilschrifttafel, die sich im Britischen Museum befindet.

Zur Sonnenfinsternis passt es thematisch, dass ab dem 15. April 1874 die erste Gruppenausstellung der Maler stattfindet, die als „Impressionisten“ bezeichnet werden. In dieser Ausstellung wird unter anderem ein Bild von Monet mit dem Titel „Impression, Sonnenaufgang“ gezeigt. Dies trägt zur Verbreitung der Bezeichnung „Impressionisten“ bei.

Am 15. April 1843 kommt Henry James in New York zur Welt. Er wird Schriftsteller und schreibt einige sehr interessante Romane (die ich leider noch nicht alle gelesen habe).

Der 15. April ist übrigens der Weltkunsttag! Dieser Tag soll unter anderem die gesellschaftliche Relevanz von Kunst sichtbar machen, den Stellenwert kultureller Bildung zeigen sowie die Bedeutung von künstlerischer Freiheit aufzeigen und diese schützen. Wichtige Anliegen!

Der Weltkunsttag findet am 15. April statt, weil der bedeutende Künstler Leonardo da Vinci am 15. April 1452 zur Welt gekommen ist. Eine gute Begründung für dieses Datum und definitiv eine gute Wahl.

Damit wünsche ich Euch einen Abend voller Kunstgenuß!

 

14. April

Am 14. April 1841 erscheint Edgar Allan PoesDer Doppelmord in der Rue Morgue“. Damit begründet Poe im Prinzip ein neues Genre in der Literatur – es ist die erste „Detektivgeschichte“. Zugegeben ein Genre, das ich sehr gerne mag.

Anders dramatisch ist das Schauspiel „Nathan der Weise“. Es ist das letzte Werk von Gotthold Ephraim Lessing und wird erst zwei Jahre nach seinem Tod uraufgeführt – nämlich am 14. April 1783 in Berlin.

Am 14. April 1939 erscheint John Steinbecks Roman „Grapes of wreath“ („Früchte des Zorns“). Einerseits ein interessantes Buch – ich habe es vor ein paar Jahren im Buchclub des Staatstheaters Augsburg gelesen. Was aber andererseits an den Abenden – ich meine im Rahmen eines kurzen Vortrags – auch zur Sprache kam: es gibt eine Autorin, Sanora Babb, die zur selben Zeit an dem Thema arbeitet und ein Buch schreibt. Das Buch von Steinbeck wird veröffentlich, das Buch von Babb – „Whose names are unknown“ – erscheint erst 2004. Immerhin. Es ist sicher einen Blick wert, ich habe mich auch gerade erst an diese Geschichte erinnert.

Am 14. April 1960 wird aus dem kleinen Label „Tamla Records“ Motown. Motown schreibt Geschichte – wirklich Musikgeschichte. Einen Teil dieser Geschichte kann man hier nachlesen.

Am 14. April 1629 kommt Christiaan Huygens in Den Haag zur Welt. Er wird ein Mathematiker, Physiker und Astronom. Unter anderem entdeckt er den Saturnmond Titan und die Saturnringe.

Am 14. April 1901 kommt Martin Kessel in Plauen zur Welt. 1932 schreibt er einen bedeutenden Großstadtroman, „Herrn Brechers Fiasko“. Die Machtübernahme der Nationalsozialisten verhindert, dass der Roman die verdiente Bekanntheit erreicht. Ich habe ihn auch gerade erst entdeckt – etwas für meine gedankliche Leseliste!

Am 14. April 1126 kommt Ibn Ruschd (lateinisiert Averroes) in Cordaba zur Welt. Er ist ein andalusischer Philosoph, ein muslimischer Gelehrter, ein arabischsprachiger Schriftsteller und ein Arzt. Eine hoch interessante Persönlichkeit.

Damit wünsche ich einen Abend mit kritischen und gleichzeitig guten Gedanken.

13. April

Immerhin kein Freitag, der 13. – aber ein Tag, an dem ich relativ wenig Zeit habe. Für einen kurzen Beitrag sollte die Zeit aber reichen.

Der 13. April 1983 hat viel mit dem Thema Datenschutz in Deutschland zu tun. Am 27. April 1983 soll in Deutschland eine Volkszählung stattfinden. Die Bundesregierung hat dafür schon 1982 ein Volkszählungsgesetz verabschiedet – sogar einstimmig. Die Bürger*innen sind allerdings nicht begeistert. Eher im Gegenteil. Geplant ist eine „Totalerhebung“, die alle Einwohner*innen statistisch erfaßt. Der Fragenkatalog wird veröffentlicht und stößt auf wenig Verständnis. Mehrere Verfassungsbeschwerden werden eingereicht, in der Öffentlichkeit wird heftig diskutiert, die Bürger*innen protestieren massiv, auch weil sie den Mißbrauch der erhobenen Daten befürchten und Angst haben, aufgrund der Auswertung mit Computern zu gläsernen Bürgern zu werden. Trotzdem will die Bundesregierung an der Durchführung der Volkszählung festhalten. Aber es kommt anders: Am 13. April 1983 erläßt das Bundesverfassungsgericht eine einstweilige Anordnung – die Volkszählung findet nicht statt.

§ 2 des Volkszählungsgesetzes sieht unter anderem vor, die Zugehörigkeit oder Nichtzugehörigkeit zu einer Religionsgemeinschaft abzufragen. Überhaupt ist das Thema Religion im Laufe der Jahrhunderte nicht immer ein einfaches Thema. Am 13. April 1598 unterzeichnet Heinreich IV. das Edikt von Nantes, mit dem den Hugenotten (calvinistischen Protestanten) in Frankreich Bürgerrechte und religiöse Toleranz gewährt wird, gleichzeitig wird der Katholizismus in Frankreich zur Staatsreligion erklärt. Damit werden die Hugenottenkriege (in Frankreich auch als Religionskriege bezeichnet) zunächst beendet. In Bad Karlshafen befindet sich übrigens das Deutsche Hugenottenmuseum.

Auch in England geht es an einem 13. April um das Thema religiöse Toleranz. Am 13. April 1829 tritt der „Catholic Emanzipation Act“ in Kraft, der es Katholiken unter anderem gestattet, ins Unterhaus gewählt zu werden oder im Oberhaus zu sitzen. Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Gleichberechtigung der Religionen in England.

Soviel Freiheit und Gleichberechtigung? Das wäre bestimmt ein interessantes Thema für das erste politische Kabarett in Deutschland. Am 13. April 1901 starten „Die Elf Scharfrichter“ (ein sehr interessanter Name für ein politisches Kabarett) mit ihrem Programm. Mehr zu den „Elf Scharfrichtern“ – zu denen auch Frank Wedekind gehört – findet man hier.

Und nur ein paar Jahre später kommt am 13. April 1906 Samuel Beckett in Dublin zur Welt. Seitdem warten wir alle auf Godot.

Damit wünsche ich Euch einen Abend an dem ihr nicht vergeblich auf nette Menschen und gute Gespräche wartet.