Nur noch 3 Tage (und damit – mit dem heutigen Beirag – drei Beiträge) dann ist der Juni vorbei. Seit 2018 ist der Juni der Monat, den ich überhaupt nicht mehr mag. Ich bin jedes Jahr froh, wenn er vorbei ist. Zu negativ sind die Erinnerungen. Das Positive am Ende des Monats: im Prinzip habe ich dann ein halbes Jahr „geschafft“. Das ist gar nicht so schlecht, oder?
Gut oder schlecht ist auch oft die Frage, bei den „Ereignissen“, die ich finde. Manchmal ist das gar nicht so einfach. Ein solches Beispiel ist das Gnadenedikt von Alès. Nach der – endgültigen – militärischen Niederlage der Hugenotten in La Rochelle, verkündet Kardinal Richelieu am 28. Juni 1629 das „Gnadenedikt“ – es handelt sich um einen vertraglichen Erlaß, der den Umgang Frankreichs mit den Hugenotten regeln soll. Das Positive (ja, es gibt etwas Positives) vorneweg: es gibt keine Zwangsbekehrungen, Protestanten werden auf französischem Boden geduldet. Darüberhinaus verlieren die Hugenotten jedoch im Prinzip fast alles…..
Ähnlich zwiespältig empfinde ich den Vertrag von Versailles, der am 28. Juni 1919 unterzeichnet wird. Es gibt gute Seiten: es ist ein Friedensvertrag und der Vertrag enthält sogar die Satzung des neu geschaffenen Völkerbundes. Aber: der junge Wirtschaftsexperte John Maynard Keynes weist frühzeitig darauf hin, dass Deutschland sich wegen der wirtschaftlichen Belastung durch die Reparationszahlungen nicht stabilisieren kann. Aus Protest verläßt er die Delegation und schreibt ein Buch über seine Einschätzung. Leider soll er recht behalten.
Am 28. Juni 1712 kommt Jean-Jacques Rousseau in Genf zur Welt. Es passt zum heutigen Beitrag, dass ich ihm immer etwas zwiespältig „gegenüberstehe“. Das in seinem Buch „Vom Gesellschaftsvertrag“ enthaltene Prinzip des „allgemeinen Willens“ finde ich sperrig und mißbrauchsanfällig. Hier kann man ein paar Gedanken dazu nachlesen. Gleichzeitig ist er natürlich ein wichtiger Denker der Aufklärung, Wegbereiter für die französische Revolution und mit „Julie oder Die nue Heloise“ auch ein erfolgreicher Romanautor.
Etwas Positives zum Abschluß: am 28. Juni 1996 verabschiedet die Ukraine ihre Verfassung. Darin werden die demokratische Ordnung, Souveränität und territoriale Integrität festgelegt. Aus meiner Sicht – trotz aller Herausforderungen – eine Erfolgsgeschichte!
Damit wünsche ich Euch einen Abend, an dem das Gute zum Tragen kommt.