1. Oktober

Wenigstens ein kurzer Beitrag, auch wenn ich gerade sehr müde bin (und morgen sehr früh aufstehen muß – nicht gerade meine „Kernkompetenz“).

Am 1. Oktober 1791 tritt in Paris zum ersten Mal die neu gewählte gesetzgebende Nationalversammlung zusammen. Sie ersetzt ab diesem Zeitpunkt die verfassunggebende Nationalversammlung.

Am 1. Oktober 1856 gründet Gustav Langenscheidt in Berlin das Unternehmen mit dem Namen „Expedition der Unterrichtswerke nach der Methode Toussaint-Langenscheidt„. Der französische Sprachlehrer Charles Toussaint und der deusche Kaufmann und Sprachlehrer Gustav Langenscheidt haben gemeinsam eine Methode entwickelt, mit der man Fremdsprachen im Selbststudium lernen kann. Gearbeitet wird mit Lernbriefen und Büchern. Der erste Kurs ist ein Französischkurs. Im Fokus des Kurses steht allerdings nicht die Grammatik, sondern die praktische Anwendung der Sprache. Bald kommen Kurse in anderen Sprachen und auch Wörterbücher hinzu. Auch ich habe eine stattliche Sammlung von Sprachlehr- und Wörterbüchern aus dem Langenscheidt-Verlag.

Am 1. Oktober 1924 kommt Jimmy Carter in Georgia zur Welt. Schon früh engagiert er sich politisch, allerdings nicht immer erfolgreich. 1970 wird er zum Gouverneur von Georgia gewählt. Schon in seiner Antrittsrede kündigt er an, dass die Zeit der Rassentrennung vorbei sei. Gleichzeitig betont er, dass die wichtigste Aufgabe für einen politischen Führer nicht in einem erfolgreichen Wahlkampf, sondern in einer verantwortungsvollen Amtsführung liegt. Von 1977 bis 1981 wird er Präsident der Vereinigten Staaten und im Jahr 2002 erhält er schließlich den Friedensnobelpreis.

Damit wünsche ich Euch einen Abend, an dem Ihr anderen Menschen gut zuhören könnt und andere Menschen Euch auch gut zuhören.

30. September

Der letzte Abend des Monats September. Und auch der letzte Abend dieses Quartals. Vor mir liegen ein paar hektische Tage und ich weiß noch nicht, ob ich es tatsächlich schaffen werde, an diesen Tagen abends noch Blogbeiträge zu schreiben. Es ist einfach eine Frage der Müdigkeit. Wir werden sehen. Aber erst einmal noch der Beitrag für heute.

Am 30. September 1846 führt der Zahnarzt William Thomas Green Morton die erste schmerzfreie Zahnbehandlung mit einer Betäubung durch. An diesem Tag kommt nämlich der Cellist Ebenezer Hopkins Frost mit starken Zahnschmerzen zu ihm. Morton, der schon seit einiger Zeit Äther als Betäubungsmittel erprobt – auch an sich selbst – schlägt dem Patienten den Einsatz von Äther vor. Dessen Schmerzen sind so stark, dass er sofort zustimmt. Morton betäubt den Patienten mit Äther und zieht den vereiterten Backenzahn. Nach dem Erwachen berichtet der Patient, dass er keine Schmerzen gespürt hat.

Am 30. September 1989 verkündet Hans- Dietrich Genscher vom Balkon der Prager Botschaft den Menschen auf dem Botschaftsgelände, dass „heute“ ihre Ausreise beginnt. Viel weiter kommt er nicht, der Rest geht im Jubel unter. Und auch heute löst dieser Ausschnitt bei mir noch Gänsehaut aus und Freude. Genscher selbst sagt später in einem Interview, dass es für ihn auch ein sehr bewegender Moment war. Ein sehr interessantes und hörenswertes Interview!

Der 30. September ist der „Hieronymustag“ und – deswegen – seit dem Jahr 2017 auch der Internationale Übersetzertag. Der heilige Hieronymus, der an einem 30. September gestorben ist, hat nämlich die Bibel übersetzt beziehungsweise bestehende Übersetzungen korrigiert. Er ist deswegen der „Schutzheilige“ der Übersetzer*innen.

Damit wünsche ich Euch einen Abend mit guten und gut überbrachten Nachrichten.

 

29. September

Am 29. September 1789 kommt Peter Joseph Lenné in Bonn zur Welt. Er wird der Gartendirektor der königlich-preußischen Gärten. Vor allem rund um Potsdam und Berlin sind viele seiner Gärten und Anlagen zu finden. Ein paar schöne Beispiele kann man in den nachfolgenden Links finden – hier zu Bad Homburg, hier zu Gärten in Mecklenburg-Vorpommern (ich wußte bis eben nicht, dass der Park, der zum Schweriner Schloss gehört, von ihm gestaltet wurde) und hier zu Schloss Belvedere in Potsdam. Es gibt viel Schönes von ihm zu entdecken!

Am 29. September 1864 kommt Miguel de Unamuno y Jugo in Bilbao zur Welt. Er wird ein spanischer Philosoph und Schriftsteller. Er engagiert sich früh politisch – gegen die Monarchie. Franco hält er irrtümlich zunächst für einen Kämpfer für die Demokratie, wird aber dann zum Gegner. Im Rahmen eines Festaktes, dem er als Rektor der Universität Salamanca vorsitzt, sagt er die berühmten Worte „Vencer no es convencer“ (Siegen ist nicht überzeugen). Definitiv ein Autor, dessen Werke ich einmal lesen sollte.

Am 29. September 1867 kommt Walther Rathenau in Berlin zur Welt. Sein Vater ist der Industrielle Emil Rathenau und so wird Walther Rathenau ein Industrieller, aber auch ein Schriftsteller und ein liberaler Politiker, der 1922 Außenminister wird.

Am 29. September 1899 kommt László József Bíró in Budapest zur Welt. Er wird den Kugelschreiber erfinden, der in einigen Ländern nach seinem Familiennamen „Biro“ genannt wird. In seiner Wahlheimat Argentinien (er ist 1938 mit seiner Familie aus Ungarn geflüchtet) wird sein Geburtstag als „Tag der Erfinder“ gefeiert. Eine schöne Ehrung!

Am 29. September 1904 kommt Georg Ferdinand Duckwitz in Bremen zur Welt. Nach herrschender Meinung hat er einen wesentlichen Beitrag geleistet, um circa 7000 dänische Juden zu retten. Allerdings ist diese Geschichte nicht unumstritten, die Gründe für die Zweifel findet man in diesem Dokument auf Seite 25 und auf Seite 86.  Es spricht viel dafür, dass er tatsächlich geholfen hat, viele Menschenleben zu retten. Im September 1943 arbeitet Georg Ferdinand Duckwitz an der Deutschen Gesandtschaft in Kopenhagen. Er bekommt mit, dass eine „Aktion“ gegen die dänischen Juden geplant wird und versucht zunächst, das zu verhindern. Allerdings erfolglos. Am 28. September 1943 erfährt Duckwitz das Datum, an dem die „Aktion“ (also die Deportation) stattfinden soll, nämlich am 2. Oktober. Er gibt diese Information als Warnung weiter. Seine dänischen Kontakte verlassen sich auf ihn und als die Gestapo bei den entsprechenden Wohnungen auftaucht, ist fast niemand mehr da (Seite 60). Der allergrößte Teil der dänischen Juden überlebt, viele flüchten mit der Hilfe von dänischen Fischern nach Schweden.

Am 29. September 1943 wird Lech Wałęsa in Polen geboren. Er wird ein Elektriker, Vorsitzender der Gewerkschaft Solidarność und schließlich polnischer Staatspräsident. Ich verbinde mit ihm ganz stark den Kampf der polnischen Bevölkerung um freie Wahlen und Freiheit.

Damit wünsche ich Euch einen Abend mit der Kraft und dem Mut, Widerspruch, Druck und Unsicherheit auszuhalten und trotzdem entschieden für gute Ziele einzutreten.

28. September

Noch drei Tage oder konkreter drei Beiträge, dann habe ich drei Viertel des Jahres „hinter mich gebracht“. Ob ich das schaffe? Hoffentlich. Ob ich danach noch weiter schreibe? Schwer zu sagen, gerade Anfang Oktober wird es bei mir etwas „hektisch“ und ich weiß nicht, ob ich wirklich die Ruhe zum Schreiben der Blogbeiträge finde. Wir werden sehen. Aber erst einmal der Beitrag für heute.

Am 28. September 1871 verabschiedet das brasilianische Parlament das „Gesetz des freien Bauches“ (Lei do ventre livre). Dabei handelt es sich um eine gesetzliche Regelung, nach der Kinder die von Sklavinnen zukünftig zur Welt gebracht werden, selber frei sind. Das Ganze hat aber einen Haken: denn der Besitzer der Mutter muß das Kind bis zum achten Lebensjahr aufzuziehen und kann das Kind dann – bis zum 21. Lebensjahr – für die damit verbundenen Kosten arbeiten lassen. In der Praxis ändert sich also erst einmal wenig. Trotzdem ist das Gesetz ein  wichtiger Schritt zur Abschaffung der Sklaverei.

Am 28. September 1885 wird in Brasilien ein weiteres Gesetz zur Abschaffung der Sklaverei verkündet – das Gesetz der Sechzigjährigen (Lei dos sexagenariós). Sklaven, die 60 Jahre oder älter sind, werden mit diesem Gesetz freigelassen. Ein weiterer wichtiger Schritt zur Abschaffung der Sklaverei in Brasilien.

Am 28. September 1928 bemerkt der Mediziner und Bakteriologe Alexander Fleming zufällig, dass Schimmelpilze der Gattung Penicillium eine wachstumshemmende Wirkung auf seine Staphylokokken-Kulturen haben. Natürlich verfolgt er diese Entdeckung mit weiteren Untersuchungen. Die Forschung wird von anderen aufgegriffen und das Medikament Penicillin entwickelt.

Am 28. September 1951 wird das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe feierlich eröffnet, die erste Entscheidung ist aber schon ein paar Tage vorher gefällt worden. Das Gericht feiert seinen 75. Geburtstag auch mit einigen interessanten Aktionen.

Damit wünsche ich Euch einen Abend mit schönen Überraschungen.

27. September

Mal sehen, wie es heute wird. Ich schreibe tatsächlich schon am Vormittag diesen Beitrag (oder zumindest einen Teil davon), weil ich mich gleich auf den Weg nach Herford machen möchte, zum Herforder Orgelsommer. Und unterwegs zu schreiben ist nicht ganz so einfach…..

Am 27. September 1791 beschließt die französische verfassunggebende Nationalversammlung die vollständige bürgerliche Gleichberechtigung aller Juden in Frankreich.

Am 27. September 1925 kommt Robert Geoffrey Edwards in England zur Welt. Er wird ein Biologe und Genetiker. Vor allem aber wird er ein Pionier in der Reproduktionsmedizin – zusammen mit dem Gynäkologen Patrick Steptoe und der Embryologin und Krankenpflegerin Jean Purdy entwickelt er die In-Vitro-Fertilisation – 1978 kommt Louise Brown als erstes künstlich gezeugtes Kind auf die Welt.

Am 27. September 1945 erscheint die erste Ausgabe der Zeitung „Der Tagesspiegel“, einer Tageszeitung aus Berlin, die täglich von Montag bis Samstag erscheint. Hier ist ein interessanter Thread in der Atmosphäre zu diesem Thema.

https://bsky.app/profile/erikreger.bsky.social/post/3mwhzb7hzqc2r

Am 27. September 1960 beginnt die Schriftstellerin Christa Wolf ein interessantes Projekt, das auf einem Aufruf der Moskauer Zeitung Iswestija beruht – wobei dieser Aufruf wiederum auf einem Aufruf von Maxim Gorki aus dem Jahr 1936 beruht. Was gemacht werden soll: ein konkreter Tag im Jahr, der 27. September, soll beschrieben werden. Christa Wolf begnügt sich jedoch nicht mit dem 27. September 1960, sondern führt dieses Projekt bis zum Jahr 2000 weiter. Im Jahr 2003 veröffentlicht sie das Buch „Ein Tag im Jahr“, das daraus entstanden ist. Eine schöne Idee, wobei ich (schon altersbedingt) ein Projekt „ein Tag im Monat“ für mich passender fände.

Damit wünsche ich Euch einen Abend mit guten Ideen und der Geduld, der Kraft und dem Durchhaltevermögen,  um diese Ideen auch umzusetzen.

26. September

Eigentlich wollte ich heute viel in Ruhe zuhause machen. Unter anderem auch diesen Blogbeitrag schreiben und andere vorbereiten. Aber dann habe ich – neugierig wie ich bin – in ein Programmheft für ein Festival geschaut und tja, nun muß ich mich sputen, weil ich gleich noch etwas vorhabe….. (und dann am Abend nur noch den fertigen Beitrag veröffentlichen werde).

Am 26. September 1580 kommt Sir Francis Drake von einer Weltumsegelung zurück, die er im Dezember 1577 begonnen hat. Es ist die zweite Weltumsegelung und – im Gegenteil zu Magellan, der die erste Weltumsegelung angetreten hat – kehrt Francis Drake lebend nach England zurück. Grund, Ziel und konkreter Verlauf seiner Reise werden – nicht zuletzt wegen des Eindringens in das Gebiet der Weltmacht Spanien – damals geheim gehalten. Dass die Reise gelingt wird zu der Zeit als Sieg des protestantischen England gegenüber den katholischen Ländern Spanien und Portugal angesehen, die zu der Zeit einen großen Teil der Weltmeere beherrschen.

Am 26. September 1839 wird die erste Teilstrecke der Taunus-Eisenbahn in Betrieb genommen. Sie führt von der Frankfurter Taunusanlage in das (damals zu Nassau gehörende) Städtchen Höchst am Main. Heute gehört Höchst zu Frankfurt und die Verbindung zwischen Höchst und Frankfurt am Main erfolgt unter anderem durch die S-Bahn (aber wohl nicht auf der ursprünglichen Strecke).

Am 26. September 1898 kommt George Gershwin in Brooklyn/New York City zur Welt. Er wird ein Pianist und ein Komponist. Ein besonders schönes Stück ist die „Rhapsody in blue“ – hier mit Leonard Bernstein am Piano und auch von ihm dirigiert. Ein weiteres musikalisches Juwel: „Summertime“ aus der Oper „Porgy and Bess“ – hier mit Ella Fitzgerald und Louis Armstrong.

Und noch einmal Leonard Bernstein: Am 26. September 1957 findet im Winter Garden Theatre in New York die Uraufführung der „West Side Story“ statt – das grandiose Musical mit der Musik von Leonard Bernstein. Ich mag vor allem das Stück „Somewhere“ sehr gerne. Hier kann man es hören.

Am 26. September 1971 wird in Kopenhagen die „Republik Christiania“ ausgerufen. Alles beginnt damit, dass ein verlassenes Militärgebiet von Hausbesetzern übernommen wird. Was sich daraus entwickelt ist in vieler Hinsicht faszinierend, „alternativ“ ist es allemal. Und ja, irgendwann möchte ich mir Kopenhagen und Christiania auch mal anschauen.

Damit muss es für heute reichen. Ich wünsche Euch einen Abend, an dem Ihr für das, was Euch wichtig ist, eine positive Entwicklung sehen könnt.

25. September

Am 25. September 1555 wird auf dem Reichstag zu Augsburg der sogenannte Augsburger Reichs- und Religionsfrieden geschlossen. Im Prinzip handelt es sich um ein Reichsgesetz, das auch den Lutheranern die freie Religionsausübung zugesteht. Allerdings haben nicht die einzelnen Menschen eine freie Religionswahl, vielmehr kann der jeweilige Regent den Glauben festlegen. Der Jurist Joachim Stephani wird dies später mit der Formel „cuius regio, eius religio“ zusammenfassen. Untertanen, die eine andere Religion haben und nicht konvertieren wollen, haben aber das Recht, dieses Gebiet zu verlassen und in ein Gebiet mit ihrer Konfession auszuwandern.

Am 25. September 1683 wird Jean-Philippe Rameau in Dijon getauft. Er wird ein Musiker (Orgel und Cembalo) und Komponist. Die Cembalo-Stücke finde ich besonders schön, hier kann man ein solches Stück hören.

Am 25. September 1974 gründet Dr. Mildred Scheel die „Deutsche Krebshilfe„. Zu diesem Zeitpunkt gehört Krebs noch zu den gesellschaftlichen Tabuthemen. Information, Aufklärung und Forschung gehören unter anderem zu den Bereichen, in denen die Deutsche Krebshilfe tätig wird. Als Mildred Scheel 1985 stirbt, hat sie umgerechnet über 20 Millionen Euro gesammelt. Der gemeinnützige Verein wird zu einem großen Geldgeber im Bereich der Forschung. Als im Mai 2012 bei meiner Mutter eine Brustkrebserkrankung festestellt wird, die nur noch palliativ behandelt werden kann, kommt uns diese Arbeit in vieler Hinsicht zu Gute. Ich begleite meine Mutter bis zu ihrem Tod im Dezember 2017. Und: es ist für mich eine gute Entscheidung und eine gute Erfahrung, sie bis zum Ende begleiten zu können.

Eigentlich hätte der 25. September noch ein paar andere interessante Ereignisse, aber ich habe gerade keine Zeit, diese Ereignisse in diesem Blogbeitrag zu „verarbeiten“. Ich wünsche Euch daher einen Abend mit Freude, Hoffnung aber auch der Gewissheit, dass auch traurige Momente zum Leben dazugehören und einen wachsen lassen.

24. September

Am 24. September gründet Charles de Gaulle aus dem Exil in London das „Comité national français“ (Französisches Nationalkomitee). Er bezeichnet das Komitee als französische Exilregierung. Bis 1942 spielt seine Initiative allerdings kaum eine Rolle im französischen Widerstand.

Am 24. September 1896 kommt Francis Scott Key Fitzgerald – bekannt als F. Scott Fitzgerald – in St. Paul/Minnesota zur Welt. Er wird ein bedeutender Schriftsteller. Zu seinem Werk gehören unter anderem die Romane „Der große Gatsby“ und – mein Lieblingswerk von ihm – „Tender is the night“, das zu einem Teil in Südfrankreich spielt. Ab 1921 reist er mit seiner Frau Zelda, die ebenfalls eine Autorin wird, durch Europa – unter anderem durch Italien und Frankreich. Er beschreibt eine Welt, die nur wenige Jahre später im zweiten Weltkrieg gewissermaßen „untergeht“.

Einen Konflikt beenden möchten Rabin und Arafat am 25. September 1995. An diesem Tag unterzeichnen beide im ägyptischen Taba das Oslo II – Abkommen, ein „Interimsabkommen über das Westjordanland und den Gazastreifen“.

Ein etwas fröhlicherer Anfang ereignet sich am 24. September 1983 in Wien: an diesem Tag findet in Wien die deutschsprachige Erstaufführung des Musicals „Cats“ statt. „Cats“ wird auch in der deutschsprachigen Fassung ein großer Erfolg – nicht nur in Wien (wobei ich sehr oft Ausschnitte im Fernsehen gesehen habe und das Stück deswegen gar nicht mehr sehen möchte…..).

Damit wünsche ich Euch einen Abend mit dem Glauben daran, dass Dinge gut werden – egal, wie sie gerade aussehen.

23. September

Am 23. September 1909 wird der erste Teil eines Fortsetzungsromans in der Zeitung „Le Gaulois“ veröffentlicht. Der Roman ist „Das Phantom der Oper“ (Le Fantôme de l’Opéra) von Gaston Leroux. Ich habe den Roman vor vielen Jahren als Buch gelesen – eine interessante Geschichte. Jahrzehnte später wird der Roman zur Grundlage für ein sehr erfolgreiches Musical. Hier kann man noch weitere Stücke aus dem Musical hören und sehen.

Am 23. September 1861 kommt Robert Bosch in der Nähe von Ulm zur Welt. Er wird ein Ingenieur, Erfinder und Unternehmer. Im Jahr 1886 gründet er die „Werkstätte für Feinmechanik und Elektrotechnik“ in Stuttgart. Zusammen mit seinen Mitarbeitern verbessert und entwickelt er Produkte wie zum Beispiel die Hochspannungsmagnetzündung. Sein Unternehmen wird zu einem wichtigen Lieferanten für den Automobilbereich – sowohl in Deutschland als auch im Ausland.

Am 23. September 1899 kommt Walter Lippmann in New York zur Welt. Er wird ein Journalist und Publizist. Sein Buch „Die öffentliche Meinung“ wird ein Grundlagenwerk für den Journalismus. Und zumindest ein Buch von ihm habe ich hier auch irgendwo stehen…..

Am 23. September 1926 kommt John Coltrane in North Carolina zur Welt. Er wird ein bedeutender Jazzmusiker. Ab 1955 ist er Teil des Miles Davis Quintetts, das wird sein Durchbruch. Im Laufe der Zeit entwickelt er einen sehr eigenen Stil und komponiert auch selbst. Zur Zeit gibt es auf dem Youtube-Kanal von Arte eine Dokumentation über ihn (bis zum 21.09.2027). Auch hier kann man sich Musik von beziehungsweise mit ihm anhören.

Damit wünsche ich Euch einen Abend voller Erfindungsreichtum und Kreativität.

22. September

Am 22. September 1945 beginnt die Geschichte des NDR. Das Funkhaus in Hamburg ist 1945 unzerstört geblieben. Am Abend des 3. Mai 1945 übernehmen es die Briten und senden von dort ab dem 4. Mai mit folgender Ankündigung: „This is Radio Hamburg. A Station of the Allied Military Government. Hier spricht Hamburg. Ein Sender der alliierten Militärregierung.“ Am 22. September 1945 wird aus dem britischen „Radio Hamburg“ dann der Nordwestdeutsche Rundfunk für die gesamte britische Besatzungszone, abgekürzt NWDR. Ein Jahrzehnt später werden daraus der NDR und der WDR. Ein Stück Rundfunkgeschichte!

Eine ganz andere Geschichte beginnt am 22. September 1887. Die junge Nellie Bly arbeitet seit einiger Zeit als Reporterin. An diesem Tag beschließt sie, sich in ein Irrenhaus einweisen zu lassen und dann darüber zu berichten. Gesagt, getan. Und es entsteht daraus eine wichtige Reportage in der New York World über die unzumutbaren Umstände dort und ein Buch „10 days in a madhouse“ beziehungsweise „10 Tage im Irrenhaus„. Ich habe es noch nicht ganz gelesen, kann es aber empfehlen.

Am 22. September 1499 schließt König Maximilian mit den Eidgenossen den Frieden von Basel. Damit enden die sogenannten Schwabenkriege. Dieser Frieden wird oft als entscheidender Schritt zur Unabhängigkeit der Schweiz angesehen.

Am 22. September 1593 kommt Matthäus Merian der Ältere in Basel zur Welt. Er wird ein bedeutender Kupferstecher und Verleger. Er gibt unter anderem Landkarten, Städteansichten und Chroniken heraus. Die Topographia Germaniae ist dabei sein Hauptwerk. Eine gewisse Zeit lebt er in Oppenheim, einem interessanten Ort, den ich letztes Jahr besucht habe. Dort gibt es nämlich ein sehr interessantes Kellerlabyrinth.

Am 22. September 1863 kommt Alexandre Émile Jean Yersin in der Schweiz zur Welt. Er wird ein Arzt und Bakteriologe, vor allem wird er der Entdecker des Pesterregers – der dann auch nach ihm benannt wird. Der Schriftsteller Patrick Deville hat über ihn einen interessanten Roman geschrieben – „Peste et Choléra“ beziehungsweise „Pest & Cholera“.

Damit wünsche ich Euch einen Abend, an dem Ihr aus kleinen und unscheinbaren Dingen etwas Schönes, Gutes und Wunderbares machen könnt.