8. August

An manchen Tagen finde ich wenig, dass für meinen Blogbeitrag wirklich passt, an manchen Tagen so viel, dass mir die Auswahl schwer fällt. Heute ist ein Tag mit vielen Funden. Mal sehen, wie viele ich davon in meinem Blogbeitrag „unterbringen“ werde.

Am 8. August 1570 unterzeichen der französische König Karl IX und Gaspard de Coligny als Vertreter der Hugenotten in Saint-Germain en Laye einen Friedensvertrag, der nach dem Ort der Unterzeichnung als Friedensvertrag von Saint-Germain bezeichnet wird. In diesem Vertrag werden vor allem alle Verurteilungen gegenüber Hugenotten aufgehoben, es wird eine Amnestie zugesichert, den Hugenotten wird bürgerliche und religiöse Gleichberechtigung gewährt und die Hugenotten erhalten für die Dauer von zwei Jahren vier Städte als „Sicherheitsplätze“: La Rochelle, Montauban, Cognac und La Charité-sur-Loire.

Am 8. August 1653 erblickt der Vorläufer der Briefmarke das Licht der Welt. Jean-Jacques Renouard richtet im Jahr 1653 in Paris einen Postdienst ein. Sendungen, die mit einem Porto von einem Sou versehen in die Briefkasten geworfen werden, werden noch am selben Tag in Paris zugestellt. Nur: wie kann man das Porto vorauszahlen? Schließlich kommt man auf Streifen – die als „Billets de port payé“ am jeweiligen Brief befestigt, herumgeschlungen oder irgendwie angebracht werden müssen. Die ersten derartigen Streifen weren am 8. August 1653 ausgegeben.

Am 8. August 1869 wird aufgrund der Initiative von August Bebel und Wilhelm Liebknecht die Sozialdemokratische Arbeiterpartei (SDAP) in Eisenach gegründet. Ihre Politik ist am Marxismus ausgerichtet. 1875 geht sie in der Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands auf, die sich 1890 in Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) umbenennt.

Am 8. August 1900 kommt Robert Siodmak in Dresden zur Welt. Er wird ein Filmregisseur, Drehbuchautor und Filmproduzent. 1929/30 dreht er mit Billy Wilder und Edgar G. Ulmer den Stummfilm „Menschen in Berlin“. Vier der fünf Hauptdarsteller stehen bei diesem Film zum ersten Mal vor der Kamera, es ist ein halbdokumentarischer Film, der das Leben von jungen Menschen im Berlin am Ende der 20er Jahre schildert. Hier kann man eine Vorschau zu diesem Film sehen. Siodmak geht 1933 nach Frankreich und 1939 in die USA. Erst 1952 kehrt er nach Europa zurück.

Und zum guten Schluß: der 8. August ist auch der Internationale Tag der Katze oder Weltkatzentag, der seit 2002 begangen wird.

Damit wünsche ich Euch einen Abend voller Freude und einer guten Auswahl schöner und angenehmer Dinge.

7. August

Im Jahr 1495 braucht König Maximilian I. (der einige Jahre später Kaiser Maximilian I. wird) Geld. Deshalb möchte er eine Steuerreform durchführen und einheitliche Steuern einführen, um seine außenpolitischen Pläne umsetzen zu können. Er kann aber nicht einfach Steuern erheben, er braucht die Reichsstände dafür.  Die Reichsstände – also die Personen und „Organisationen“, die im Reichstag vertreten sind – möchten schon länger Reformen durchsetzen. Jetzt ist ihre Stunde gekommen: Als Maximilian den Reichstag zu Worms einberuft, geht es nicht nur um Steuern und die Pläne von Maximilian, sondern auch um Reformen im Reich. Nach langen Verhandlungen ist es am 7. August 1495 soweit – zwei wichtige Dinge werden verkündet: der Ewige Landfriede, der das mittelalterliche Fehderecht abschafft und – weil ab dem Zeitpunkt alle Streitigkeiten auf dem Rechtsweg geklärt werden sollen – die Schaffung des Reichskammergerichts, das zunächst in Frankfurt am Main seinen Sitz hat. Entsprechend wird am 7. August 1495 auch die Reichskammergerichtsordnung verkündet. Alles ziemlich wichtig auf dem Weg zum Rechtsstaat! In Wetzlar – wo das Reichskammergericht von 1689 bis 1806 seinen Sitz hat – gibt es übrigens eine Forschungsstelle für Reichskammergerichtsforschung und ein Reichskammergerichtsmuseum.

Am 7. August 1815 bekommt die Schweiz eine völkerrechtliche Grundlage. 22 unabhängige Kantone schließen einen Staatenbund, den sie als „Bundesvertrag“ bezeichnen. 15 Artikel enthält dieser Bundesvertrag und er sieht vor, dass jeder Kanton eigenständig ist – nur wenige Bereiche wie die Außenpolitik oder die Kosten der Verteidigung sind zentralisiert. Spannend ist auch die Frage, wie es dazu gekommen ist. Ich gebe zu, dass Schweizer Geschichte mir noch weniger geläufig ist als deutsche Geschichte. Wer also etwas über die Hintergründe wissen will, kann – wie ich gerade eben – hier und  hier schauen und lesen.

Am 7. August 1947 läuft Thor Heyerdahls Floß „Kon-Tiki“ im Tuamotu-Archipel auf ein Riff. Damit ist nachgewiesen, dass eine Floßfahrt von Südamerika nach Polynesien möglich war. Ob so tatsächlich – wie von Heyerdahl behauptet – die Besiedlung Polynesiens erfolgt ist, läßt sich daraus aber nicht ableiten. Aber: spannend ist das alles trotzdem!

Am 7. August 1933 kommt Elinor Ostrom in Los Angeles zur Welt. Sie wird Professorin für Politikwissenschaft und begründet mit ihrem Ehemann Vincent Ostrom die sogenannte „Bloomington School“. Im Jahr 2009 erhält sie – als erste Frau – den „Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften“ für ihre Arbeit zum Thema „Allmende“ (beziehungsweise „Commons“). Zum Thema „Commons“ kann man übrigens hier etwas lesen.

Damit wünsche ich Euch einen Abend mit viel Inspiration und neuen Ideen, um Herausforderungen „anders“ anzugehen und zu lösen.

6. August

Manche Tage fühlen sich – zumindest, was das Schreiben der Blogbeiträge angeht – sperriger an als andere. Heute ist so ein Tag. Ich bin müde, es ist schon relativ spät und ich muß morgen sehr früh aufstehen. Aber trotzdem: wenigstens ein paar Zeilen.

Am 6. August 1667 kommt Johann Bernoulli in Basel zur Welt. Eigentlich soll er ein Kaufmann werden. Aber dann studiert er an der Universität Basel. Er wird Magister, studiert Medizin und entdeckt fast schon nebenbei im Austausch mit seinem Bruder Jakob Bernoulli die Mathematik. Jakob erhält 1687 in Basel die Professur für Mathematik, Johann tritt nach seinem Tod seine Nachfolge an. Basel wird so für Jahrzehnte zu einem Zentrum der mathematischen Wissenschaft!

Am 6. August 1825 erklärt sich die spanische Kolonie in Südamerika Alto Peru für unabhängig von Spanien. Simon Bolivar ist daran nicht ganz unbeteiligt und wenig später nennt sich das Land dann „Bolivien“.

Am 6. August 1871 kommt Emanuel Querido in Amsterdam zur Welt. Er wird ein niederländischer Verleger. Zunächst gründet er eine Buchhandlung, 1915 gründet er dann einen „richtigen“ Verlag. 1934 erscheint dort die erste niederländische Taschenbuchreihe. 1933 gründet er schließlich zusammen mit Fritz Helmut Landshoff den Querido-Verlag für deutschsprachige Exilliteratur.

Damit wünsche ich Euch einen Abend mit kühlen Gedanken und guter Erholung.

5. August

Manchmal gibt es ja schon sehr schöne Begriffe. „Damenfrieden“ ist ein solcher Begriff – finde ich zumindest. Am 5. August 1529 kommt es jedenfalls zum Damenfrieden von Cambrai. Zwischen Kaiser Karl V. und dem französischen König Franz I. (bzw. François Ier) herrscht schon lange Unfrieden aufgrund von Erbansprüchen, immer wieder auch konkret Krieg. Und die beiden wollen partout nicht miteinander verhandeln. Das übernehmen dann zwei kluge Frauen – Margarete von Österreich, die Tante von Karl V. und Luise von Savoyen, die Mutter von Franz I. Sie einigen sich und unterzeichnen einen Vertrag, der auch tatsächlich in den Jahren danach umgesetzt wird.

Am 5. August 1775 durchfährt der spanische Entdecker und Marineoffizier Juan Manuel de Ayala mit dem Schiff „San Carlos“ das sogenannte „Golden Gate“, die Meerenge, die die Bucht von San Francisco mit dem Pazifik verbindet. Und ja, natürlich gibt es all diese Namen 1775 noch nicht. Juan de Ayala ankert jedenfalls am 5. August 1775 in dieser Bucht. In seinem Bericht, den er ein paar Monate später verfaßt, spricht er übrigens schon vom Hafen von San Francisco.

Am 5. August 1960 wird die französische Kolonie Obervolta als Republik Obervolta unabhängig, einige Jahre später (am 4. August 1984) ändert die Republik den Namen zu Burkina Faso.

Am 5. August 1975 wird die Deutsche Umwelthilfe in Öhningen in Baden-Württemberg als „Deutsche Gesellschaft zur Förderung des Umweltschutzes e. V.“ gegründet. Seitdem arbeitet und „stört“ der Verein an vielen Stellen und führt viele Gerichtsverfahren in Sachen Verbraucherschutz und Umweltschutz, wie man zum Beispiel hier nachlesen kann.

Damit wünsche ich Euch einen Abend mit einem frischen und offenen Blick auf Möglichkeiten und Perspektiven.

4. August

Am 4. August 1792 kommt der englische Dichter Percy Bysshe Shelley in Sussex zur Welt. Ich habe irgendwann einmal angefagen, ein Werk von ihm zu lesen, aber für mich passte es nicht. Für mich ist er eigentlich eher der Partner und spätere Ehemann von Mary Shelley (geborene Godwin). Und immerhin: der Gedanke zu Frankenstein entsteht an einem gemeinsam mit ihm und Freunden verbrachten Abend am Genfer See.

Am 4. August 1901 kommt Louis Armstong in New Orleans zur Welt. Er wird eine musikalische Legende, ein berühmter Trompeter und Sänger und er prägt die Entwicklung des Jazz maßgeblich. Was wäre die Welt ohne seine Musik?  Hier ist sein Stück „What a wonderful world“.

Am 4. August 1904 kommt Witold Gombrowicz im heutigen Polen zur Welt. Er wird ein bedeutender polnischer Schriftsteller. Tatsächlich ist mir der Name vor einiger Zeit auf Bluesky begegnet – es muß ein französischer Verlag gewesen sein, aber ich konnte den Post (und meine Antwort darauf) nicht mehr finden. Den Namen heute zu finden, hat mich daran erinnert, dass ich von diesem Schriftsteller unbedingt etwas lesen möchte. Dieser Roman hier – Ferdydurke  -klingt zum Beispiel sehr interessant!

Am 4. August 1912 kommt Raoul Wallenberg in der Nähe von Stockholm zur Welt. Er wird ein schwedischer Diplomat. Ab März 1944 startet die schwedische Botschaft in Budapest eine Rettungsaktion für jüdische Menschen. Wallenberg kommt im Juli 1944 als Sekretär mit vollen diplomatischen Privilegien zur Unterstützung der Botschaft nach Budapest. Er wird tausende Schutzbriefe ausstellen und Gebäude ankaufen und dort die schwedische Flagge hissen. Vielen Menschen werden dadurch gerettet.

Damit wünsche ich Euch einen Abend mit kühlen Temperaturen und erfrischendem Regen.

 

3. August

Am 3. August 1830 eröffnet das erste Museum auf der Museumsinsel in Berlin, das Alte Museum. In nur fünf Jahren hat ein Karl Friedrich Schinkel ein Gebäude erschaffen, das von vornherein als reines Kunstmuseum konzipiert ist. Und vielleicht noch wichtiger: die Menschen mögen das Museum, schnell wird es zu einem Reiseziel der bildungsbürgerlichen Gesellschaft. Bis Anfang 2027 gibt es dazu passenderweise eine Sonderausstellung.

Um etwas Neues geht es auch Christoph Kolumbus. Am 3. August 1492 sticht er mit drei Schiffen in See – der Santa María, der Pinta und der Niña. Die Schiffe sind gar nicht so groß, die Santa María ist nur knapp 24 Meter lang und knapp 8 Meter breit, die anderen beiden Schiffe sind etwas kürzer. Kolumbus will einen anderen – also einen neuen – Seeweg nach Indien finden und findet dann doch etwas ganz Anderes. Aber wichtig ist: er macht sich auf den Weg.

Wer sich auf den Weg macht, kehrt – wenn es gut läuft – irgendwann auch wieder zurück. Am 3. August 1804 kommen Alexander von Humboldt und Aimé Bonpland wieder in Europa an, genauer: in Bordeaux. In der Zeit von 1799 bis 1804 haben sie viele Länder und Regionen in Südamerika bereist und natürlich auch erforscht.

Am 3. August 1818 endet die sogenannte Rurik-Expedition, eine Weltumsegelung auf einem Schiff namens Rurik auf der Suche nach der Nordwestpassage. Aufgrund widriger Wetterbedingungen erreicht sie das Ziel nicht und kehrt früher zurück. Mit an Bord übrigens Adalbert von Chamisso, der nicht nur ein Schriftsteller (Peter Schlemihls wundersame Geschichte) sondern auch ein Naturforscher ist. Während der Reise schreibt er Tagebuch und veröffentlicht das später.

Etwas erfolgreicher (aber weniger sympathisch) ist John Hanning Speke. Gemeinsam mit Richard Francis Burton sucht er in Ostafrika die Quellen des Nils. Im Juli 1858 trennen sich ihre Wege, am 3. August 1858 entdeckt Speke den Victoriasee, der vom Kagera-Nil gespeist wird und aus dem der Victoria-Nil abfließt. Ilja Trojanow schreibt über die Suche der beiden nach den Nilquellen den Roman „Der Weltensammler“.

Damit wünsche ich Euch einen Abend mit Neugier und offenen Augen für das Neue und dem Mut, Neues auszuprobieren, neue Wege zu entdecken aber auch „nein“ zu sagen, wenn etwas Neues für Euch oder nach Eurer Einschätzung nicht gut ist.

 

2. August

Am 2. August 1494 macht sich der Nürnberger Arzt Hieronymus Münzer auf den Weg. Wobei „auf den Weg“ nach einem sehr konkreten Ziel klingt. Aber eigentlich ist es eine lange Reise, die er am 2. August beginnt und es ist nicht die erste längere Reise, die er unternimmt. Was besonders ist: dass wir von dieser Reise im Prinzip einen Reisebericht haben. So können wir Hieronymus Münzer auf seiner  Reise durch Frankreich, Spanien und Italien begleiten. Möglicherweise ist ein Ausbruch der Pest der Grund für seine Reise. Was ihn mir auf jeden Fall sympatisch macht ist dieser Ausspruch (Seite 28 des Ausschnitts bzw. Seite 29 des PDF-Dokuments): „Ich fürchtete die Ansteckung und begriff schnell, dass, wer nicht ihre Nähe sucht, weder im Krieg noch durch die Pest stirbt.“

Um eine Reise geht es auch bei Henry Hudson. Am 2. August 1610 entdeckt der englische Seefahrer Henry Hudson die Bucht, die später nach ihm benannt wird – die Hudson Bay.

Am 2. August 1769 entdecken die Spanier auf der „anderen Seite“ des Kontinents den Fluß, dem sie den Namen „El Río de Nuestra Señora La Reina de Los Ángeles de Porciúncula“ geben. Hier wird später „Los Angeles“ entstehen.

Am 2. August 1552 schließen König Ferdinand I. und die Protestanten unter der Führung von Moritz von Sachsen den Passauer Vertrag. Die Rolle von Moritz von Sachsen ist dabei ziemlich interessant. Erst steht er auf der Seite des Kaisers, der ihn aber enttäuscht. Dann verschafft er sich – durch geschicktes Taktieren rund um die Stadt Magdeburg – eine gute Position und tritt dann an der Spitze der opponierenden protestantischen Fürsten dem Kaiser entgegen. Im Prinzip erreicht er in diesem Vertrag sowohl die Anerkennung des Protestantismus als auch die Freilassung seines Schwiegervaters.

Am 2. August 1869 schreibt Gustav Simon in Heidelberg Medizingeschichte: an diesem Tag entfernt der Direktor der Chirurgischen Klinik in Heidelberg und Lehrstuhlinhaber der Patientin Margareta Kleb eine Niere. 40 Minuten dauert der Eingriff, die Patientin übersteht ihn gut. Simon hat den Eingriff vorher mehrfach an Hunden geübt. Damit endet für die Patientin eine Leidensgeschichte nach einer unglücklichen Eierstockoperation und für die Wissenschaft ist bewiesen, dass Menschen auch mit nur einer Niere überleben können. Ausführlicher wird der Eingriff und die Geschichte des Eingriffes hier beschrieben.

Damit wünsche ich Euch einen Abend mit guten Ausblicken und schönen Einblicken.

1. August

Die letzten Tage waren bei  mir etwas „hektisch“. Ich habe gestern Abend (kurz vor 22 Uhr) eine „Aufgabe“ für eine Weiterbildung abgegeben und dann noch den Blogpost geschrieben. Beides also „irgendwie“ geschafft – wobei sich das Schaffen natürlich nur auf die rechtzeitige Abgabe bezieht. Aber immerhin!

Der 1. August 1400 spielt im Werk „Der Ackermann aus Böhmen“ von Johannes von Tepl eine große Rolle. An diesem Tag – so ergibt es sich zumindest aus der Geschichte – stirbt Margaretha, die Ehefrau eines Ackermanns (aber nicht unbedingt die Ehefrau von Johannes von Tepl). Der Ackermann ist schwer getroffen und führt mit dem Tod ein Streitgespräch. 33 Kapitel hat das Werk. In den ungeraden Kapiteln klagt der Ackermann den Tod an, dass er ihm die geliebte Frau geraubt hat, in den geraden Kapiteln antwortet der Tod. Der Begriff der Klage ist doppeldeutig – es ist zum einen Anklage, aber auch Wehklage. Faszinierend ist, dass es zu diesem Werk des Frühhumanismus, eine Art „Ausstellung“ im Internet gibt, die ich zufällig gerade gefunden habe.

Am 1. August 1863 wird das Unternehmen „Friedr. Bayer et comp.“ ins Handelsregister eingetragen. Gegründet haben es Friedrich Bayer und Johann Friedrich Weskott. Aus diesem Unternehmen entsteht das heutige Unternehmen „Bayer“.

Schon am 1. August 1826 gründet Joseph Meyer in Gotha das „Bibliographische Institut“. Er ist Geschäftsführer, Eigentümerin ist seine Frau Hermine. Es handelt sich um einen Verlag, der Klassikerausgaben, Lexika und später auch den Duden verlegt.

Am 1. August 1793 führt Frankreich das metrische System – auch als metrisches Einheitensystem bezeichnet –  ein. Die damit verbundene Vereinheitlichung macht Größenwerte vergleichbar und verhindert Mißverständnisse. Faszinierend finde ich dass es in China und Teilen von Indien schon im Altertum Dezimalmaßsysteme gibt.

Anfang August“ 1291 – vermutlich wohl am 1. August 1291 – sichern sich die schweizerischen Talgemeinschaften Uri, Schwyz und Nidwalden gegenseitige Hilfe gegen alle zu, die ihnen Gewalt oder Unrecht antun wollen. Dieses Dokument wird von den Schweizern als „Bundesbrief“ bezeichnet und gehört zu den Verfassungsdokumenten der Schweiz. Dass die Schweiz heute am 1. August ihren Nationalfeiertag – den Bundesfeiertag – feiert, wird mit diesem Bundesbrief begründet.

Am 1. August 1911 erhält die Journalistin und Reisereporterin Harriet Quimby als erste Frau in den USA ihren Flugschein.

Damit wünsche ich euch einen Abend, an dem Ihr das Gute und Schöne feiern und Neues zum Guten einsetzen oder wenden könnt.

 

31. Juli

Am 31. Juli 1919 kommt Primo Levi in Turin zur Welt. Er wird ein Chemiker, ein Widerstandskämpfer und nach dem zweiten Weltkrieg auch ein Schriftsteller. 1947 veröffentlicht er den autobiographischen Bericht „Se questo è un uomo“ (deutsch: Ist das ein Mensch?), in dem er seine Zeit im Konzentrationslager Auschwitz III Monowitz schildert. Mit dem Buch wird er weltbekannt, weitere Bücher folgen, der größere Teil ist autobiographisch geprägt.

Am 31. Juli 1897 kommt Gottfried Bermann Fischer in Gleiwitz zur Welt. Bermann Fischer wird der Schwiegersohn von Samuel Fischer, dem Gründer des S. Fischer Verlages. Nach dem Tod seines Schwiegervaters im Oktober 1934 übernimmt er zusammen mit seiner Ehefrau die Geschäftsführung des Verlags. Aber die Zeiten sind unruhig. Mehrere der lieferbaren Titel fallen schon 1933 der Bücherverbrennung zum Opfer. Im Jahr 1936 entschließt sich Bermann Fischer, einen Teil des Verlages zu verkaufen, Peter Suhrkamp soll diesen Verlagsteil leiten. Den Verlagsteil mit den „kritischen“ Schriftsteller*innen will er nach Wien transferieren. Dies gelingt ihm auch und er kann weiter Werke von Thomas Mann, Hermann Hesse und Mechtilde Lichnowsky herausbringen bzw. anbieten. 1938 flieht er in die Schweiz. In Zürich begegnet er Franz Werfel, der ihn auf die Idee bringt, sich mit dem Verlag in Schweden niederzulassen. Von Schweden aus publiziert er deutsche und österreichische Autor*innen, in Deutschland kann er diese Bücher allerdings nicht vertreiben. Ab 1940 geht er mit seiner Familie – und dem Verlag – in die USA. Nach dem Ende des zweiten Weltkriegs betriebt er den Verlag zunächst wieder aus Schweden, ab 1948 zusammen mit Fritz Helmut Landshoff als Bermann-Fischer/Querido-Verlag aus Amsterdam.

1961 erscheint übrigens die deutsche Übersetzung von Primo Levis Buch – übersetzt von Hans Ried (Seite 7), einem Freund von Primo Levi – im Fischer Verlag.

Wien ist aber ein gutes Stichwort: am 31. Juli 1752 wird der Tiergarten Schönbrunn eröffnet. Zu diesem Zeitpunkt ist allerdings erst die Menagierie fertig. Aber immerhin: er ist damit der älteste bestehende Zoo der Welt.

Am 31. Juli 1870 beobachtet der Maler Adoph Menzel in Berlin die Abreise von König Wilhelm I. zur Armee. Die Menge jubelt dem König zu, Menzel hält die Szene fest und erstellt kurz danach das Gemälde.

Am 31. Juli 1912 kommt Milton Friedman in Brooklyn zur Welt. Er wird ein bekannter Wirtschaftswissenschaftler. Für seine Arbeiten erhält er 1976 den Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften.

In der evangelischen Kirche ist heute interessanterweise der Gedanktag für Bartolomé de Las Casas. Das ist aus zwei Gründen interessant: zum einen wußte ich überhaupt nicht, dass die evangelische Kirche Gedenktage hat. Ja, wieder etwas gelernt. Zum anderen ist es bemerkenswert und richtig, dass Bartolomé de Las Casas – der sehr früh schon für die Rechte der Menschen in Südamerika eintritt – geehrt wird. Es lohnt sich, sich mit ihm zu beschäftigen. Mir ist er vor ein paar Jahren in der Ausstellung „Europa und das Meer“ im DHM in Berlin „begegnet“.

Damit wünsche ich Euch einen Abend mit kühler Luft und dem Mut und der Kraft, für andere Menschen einzutreten.

30. Juli

Ich finde es immer wieder faszinierend, wenn ein Ereignis, das schon lange zurück liegt, konkret datiert werden kann. Auch heute geht es mir so, denn: Am 30. Juli 762 gründet der Kalif al-Mansūr seine neue Hauptstadt Bagdad. Der zeitgenössische Besucher der Stadt und Essayist Al-Jahiz, der im Jahr 816 sogar nach Bagdad zieht, schwärmt regelrecht über die Stadt – hier kann man mehr über die Stadt und über seine Beschreibung nachlesen. Interessant ist aber auch, dass Bagdad damit im Vergleich zu anderen Städten in der Region sehr jung ist.

Am 30. Juli 1511 kommt Giorgio Vasari in Arezzo in Italien zur Welt. Er wird ein Architekt, Maler und vor allem Schriftsteller der Renaissance. Seine Künstlerbiographien machen ihn zum Begründer der Kunstgeschichte, allerdings sind seine Geschichten wohl eher literarisch inspiriert als historisch wahr. Eine spannende Diskussion!

Am 30. Juli 1751 kommt Maria Anna Mozart zur Welt, die ältere Schwester von Wolfgang Amadeus Mozart. Sie wird eine hochbegabte Musikerin und wohl auch eine Komponistin, leider sind ihre Kompositionen wohl nicht überliefert (oder können ihr zumindest nicht zugeordnet werden).

Am 30. Juli 1775 kehrt James Cook von seiner zweiten Südseereise nach England zurück. Drei Jahre und 18 Tage hat seine zweite Reise gedauert. Bemerkenswert ist vor allem, dass von seiner Besatzung von ingesamt 112 Mann nur vier Männer gestorben sind, davon keiner an Skorbut.

Am 30. Juli 1792 zieht ein Freiwilligenbataillon aus Marseille in  Paris ein. Dabei singen sie das Marschlied „Chant de guerre pour l’armée du Rhin“. Das Lied wird zum Kampflied der französischen Revolution und weil die Singenden aus Marseille kommen, wird das Lied als „Marseillaise“ bezeichnet. Noch heute ist es die französische Nationalhymne. Hier kann man sie anhören (und den Text mitlesen).

Am 30. Juli 1818 kommt Emily Brontë in Yorkshire zur Welt. Sie wird eine Schriftstellerin. Unter dem Pseudonym „Ellis Bell“ veröffentlicht sie ihren einzigen Roman „Wuthering Heights“ (deutsch „Sturmhöhe„). Ihr Roman wird ein Klassiker der englischen Literatur.

Am 30. Juli 1935 werden die allerersten Penguin-Taschenbücher verkauft. 10 Bücher stehen an diesem Tag zur Auswahl – jeweils zum Preis von sechs Pence. Zur den ersten Büchern gehören „A Farewell to Arms“ von Ernest Hemingway und ein Kriminalroman von Agatha Christie. Eine erfolgreiche Geschichte – denn ich habe hier ziemlich viele Taschenbücher von Penguin im Regal stehen.

Und zu guter letzt ist der 30. Juli auch der Internationale Tag der Freundschaft, dazu gibt es sogar eine UN-Resolution!

Damit wünsche ich Euch einen Abend mit schönen Erinnerungen und fröhlichen Gedanken.