Am 16. März 1750 kommt Caroline Herschel in Hannover zur Welt. Sie ist nicht nur die Schwester von Wilhelm Herschel, der mit seinem selbstgebauten Teleskop sowohl den Uranus (siehe 13.03.) als auch die Balkenspiralgalaxie (siehe 14.03.) entdeckt, sondern selber auch Astronomin (und Sängerin). Anfangs unterstützt sie ihren Bruder – ab 1787 im Rahmen einer vom englischen Hof bezahlten Anstellung auf Lebenszeit. Bald macht sie jedoch eigene Entdeckungen – darunter mehrere Kometen (zum Beispiel 1795 den sogenannten Enckeschen Kometen) und Nebel. 1797 legt sie der Royal Society einen „Ergänzungskatalog“ zu John Flamsteeds Atlas vor, der 561 Sterne enthält, die in Flamsteeds Werk fehlen. 1828 erhält sie die Goldmedaille der Royal Astronomical Society, 1835 wird sie deren Ehrenmitglied. Beeindruckend, oder?
Ob der Glöckner von Notre Dame wohl auch die Sterne anschaut? Oder Esmeralda? In einer Zeit ohne elektrisches Licht dürfte die Sicht ganz anders gewesen sein als heute. Was aber feststeht: am 16. März 1831 erscheint das Werk von Victor Hugo.
Um eine Frau geht es auch in dem Buch von Nathaniel Hawthorne, das am 16. März 1850 erscheint. Hester Prynne hat Ehebruch begangen – sie bekommt ein Kind, während ihr Ehemann verschollen ist. Im puritanischen Neuenglad wird das nicht einfach geduldet. Hster muß einen scharlachroten Buchstaben auf ihrer Kleidung tragen – daraus ergibt sich auch der Buchtitel „Der scharlachrote Buchstabe“ (englisch: The Scarlet Letter).
Ganz anders beschäftigt sich Lenka von Koerber mit Buchstaben. Sie kommt am 16. März 1888 zur Welt und wird eine Journalistin und Schriftstellerin. Nach dem ersten Weltkrieg engagiert sie sich politisch, ab 1922 wird sie Schöffin, Geschworene und ehrenamtliche Bewährungshelferin. Darüber schreibt sie in Zeitungsartikeln und Büchern (wobei Tucholsky ihr Buch „Menschen im Zuchthaus“ scharf kritisiert).
Auch die am 16. März 1860 in Posen geborene Sidonie Werner engagiert sich und zwar als Mitgründerin des Jüdischen Frauenbundes und in vielen Bereichen der bürgerlichen Frauenbewegung. Dabei sind ihr zwei Aspekte besonders wichtig: die Berufsausbildung der Frauen und politischer Einfluß.
Am 16. März 1982 pflanzt Joseph Beuys in Kassel die erste von 7000 Eichen für das Dokumenta-Projekt. Der Slogan „Stadtverwaldung statt Stattverwaltung“ gefällt mir in dem Zusammenhang sehr!
Damit wünsche ich Euch einen nachdenklichen Abend.