Ist ein Friedensvertrag nur dann gut, wenn er dauerhaft und für alle Beteiligten Frieden bringt? Gibt es dann überhaupt gute Friedensverträge? Oder ist jeder einzelne Friedensvertrag so etwas wie ein Anstoß für eine andere Entwicklung, die gut oder weniger gut werden kann?
Am 12. April 1229 wird in Paris ein Friedensvertrag zwischen Blanka von Kastilien, der Regentin Frankreichs (die für ihren Sohn Ludwig IX handelt) und dem Grafen von Toulouse geschlossen. Der Friedensvertrag beendet den Kampf gegen die Albigenser (die an anderen Stellen auch als „Katharer“ bezeichnet werden – ein Begriff, der mir in Sachbüchern und Romanen bereits begegnet ist), die von der katholischen Kirche als „Sekte“ angesehen werden. Der Friedensvertrag, der 1229 geschlossen wird, bringt zwar ein Ende der Kämpfe, eine Regelung zwischen Frankreich und Toulouse (der größere Teil geht an Frankreich), Okzitanien verliert seine Autonomie, es endet das Zeitalter einer „gewissen“ Toleranz und interessanterweise auch die Zeit der Troubadoure. Auch für die Katharer kehrt kein Frieden ein. Leider.
Am 12. April 1814 unterschreibt Napoleon einen Vertrag, der die bedingungslose Abdankung enthält. Oder, wie man ergänzen muß: die erste Abdankung. Ihm wird als Wohnsitz Elba zugewiesen – wo er nicht sehr lange bleibt, wie wir heute wissen.
Am 12. April 1885 kommt Robert Delaunay in Paris zur Welt. Er wird ein Maler der Avantgarde, der auch in Austellungen des Blauen Reiters auftaucht.
Und dann gibt es am 12. April 1955 noch eine ganz besondere Pressekonferenz oder sagen wir besser eine Pressekonferenz mit einer ganz besonderen Nachricht: an diesem Tag verkündet nämlich Thomas Francis Jr., dass Jonas Salk einen wirksamen Impfstoff gegen Polio entwickelt hat. Die Pressekonferenz verkündet dabei das Ergebnis einer zweijährigen erfolgreichen Versuchsreihe. Wirklich ein guter Tag!
Damit wünsche ich Euch einen Abend mit Gedanken und Ergebnissen, die nicht nur kurzfristig gut sind.