Impressionen aus Basel

Die Museumsnacht am 18.01.2019 hat mich zu einem kurzen „Ausflug“ nach Basel gelockt – eine Stadt, in der ich vorher noch nie war und über die ich bis zu meiner Kurzreise auch herzlich wenig wußte. Ich möchte daher meine Eindrücke von diesem kurzen Besuch hier zusammenfassen:

* Basel hat mir sehr gut gefallen. Bei kaltem sonnigen Winterwetter bin ich vom Schweizer Bahnhof (es gibt auch noch einen badischen und einen französischen Bahnhof ….) zu meinem Hotel in Klein-Basel gelaufen. Es war ein schöner Spaziergang durch einen kleinen Teil der Innenstadt, vorbei an den Museen, die ich später noch näher erleben sollte.
* Meine Übernachtung enthielt die Basel Card. Damit konnte ich an den beiden Tagen kostenlos die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen und auch Museumseintritt und Führungen waren günstiger.
* Zunächst bin ich an der sonnigen Rheinseite von Klein-Basel von der Wettsteinbrücke zur Mittleren Brücke gelaufen und von dort in die Innenstadt spaziert. So kommt man unweigerlich am wunderschönen roten Rathaus vorbei.
* Das Ticket (eigentlich das „Bändchen“) für die Museumsnacht hatte ich mir schon beim Tourismusbüro am Bahnhof besorgt. Daher habe ich bei einer kulinarischen Pause im Café Huegenin erst einmal „geplant“, was ich mir gerne anschauen wollte. Ein ziemlich strammes Programm, von dem ich letztendlich nur einen kleinen Teil „umgesetzt“ habe.
* Ich bin dann erst einmal durch die kleinen Gassen der Altstadt geirrt und irgendwann bei einer Buchhandlung „gelandet“. Dort habe ich entdeckt, daß es einige spannende Verlage und Autoren in der Schweiz gibt, die mir so gar nicht bekannt waren. Schwach geworden bin ich bei „Claude Cueni – Warten auf Hergé“ (ja, warten auf Godot war gestern, jetzt wartet man auf Hergé!) und „Urs Zürcher – Alberts Verlust“ (ein sehr spannendes und gut geschriebenes Buch, ich konnte es heute Morgen kaum aus der Hand legen ….).
* Meine Museumsnacht begann im Antikenmuseum und zwar mit dem Vortrag von Tomas Lochman „Zensur vs künstlerische Freiheit. Nackheit im Museum“. Ein tolles Thema und ein guter Vortrag – ich wußte vorher relativ wenig über die Geschichte der Nacktheit (Praxiteles ist schuld und die Geschichte von der Aphrodite von Knidos ist wirklich schön!). Die Auseinandersetzung mit dem Thema „me too“ und der Ausstellung „nackt! Die Kunst der Blöße“ fand ich gelungen, auch die Ausstellung selbst war sehenswert. Besonders genial fand ich das Video zum Thema Nacktheit und Social Media……
Ein Thema, zu dem ich gerne auch noch etwas ausführlich etwas schreiben möchte, wenn ich denn die Zeit dazu finde …..
* Ich bin dann ein bißchen durch die Stadt geschlendert, habe mir das konkrete Programm im Münster besorgt (dort spielte das Sinfonieorchester Basel mit einem wunderbaren Programm immer zur vollen Stunde, zur halben Stunde gab es Führungen) und habe „hier und dort“ einen kurzen Blick reingeworfen.
* Etwas später habe ich mir in Klein-Basel ein Orgelkonzert in der zum Waisenhaus gehörenden Kartäuserkirche angehört. Das Waisenhaus und die Kirche sind ein schöner alter Ort, es war wunderbar dort mit dem Orgelkonzert einen Moment der Stille zu erleben.
* Ganz und gar nicht still war es im Museum der Kulturen. Dort habe ich mit einer Kurzführung die Ausstellung „Das Geheimnis“ besucht, nach der Führung bin ich noch alleine durch diese Ausstellung geschlendert. Besonders witzig fand ich die Mitmachaktion. Man sollte ein Geheimnis aufschreiben, das man noch nie jemandem erzählt hat und in eine Art Briefkasten werfen. Die „Geheimnisse“ sollen dann (zumindest zum Teil) auf www.stille-post.ch erscheinen …..
Das Thema „Geheimnis“ fand und finde ich sehr spannend, auch das wäre sicherlich einen eigenen Blogbeitrag wert….
Der Museumsshop war am Abend der Museumsnacht übrigens geschlossen, den Besuch habe ich am nächsten Tag nachgeholt und dort ein „Solar Jar“ gefunden – ein Einmachglas mit einem Solardeckel, das angeblich so hell leuchtet, daß man damit draußen lesen kann. Ich werde das im Sommer testen ……
* Wirklich witzig waren die Hüte, die man im Spielzeug Welten Museum bekommen konnte – ein schwarzer Zylinder aus dem oben ein weißer Hase hinausschaute. Wenn die Schlange vor dem Museum nicht so wahnsinnig lang gewesen wäre ………
Die Hüte begegneten mir den ganzen Abend über, ich war fast ein bißchen neidisch …….
* Das Highlight meines Abends war die Zeit im Münster. Ich war im Laufe des Abends immer wieder dort und habe ganz unterschiedliche – vor allem musikalische – Eindrücke gesammelt.
Meine „Entdeckung“ des Tages waren die „Fanfares pour tous les temps“ von Georges Delerue, in der Atmosphäre des Münsters war der Klang einzigartig!
Schön waren auch die Ausschnitte aus Telemanns Tafelmusik D-Dur und Brahms Klarinettenquartett h-Moll, die ich mitbekommen habe.
Den Gänsehautmoment des Abends hatte ich als das Sinfonieorchester im spärlich beleuchteten Münster Bachs Air aus der Orchester Suite 3 D-Dur spielte ….
Den Abschluß bildete die Abendserenade aus den Bergen mit dem (festhalten!!) „Alphorn-Ensemble des SOB“.
* Das Münster an sich fand ich sehr spannend. Ich hatte eine Führung im Rahmen der Museumsnacht, am anderen Tag besuchte ich im Rahmen einer Stadtführung noch einmal das Münster. Es gab da unglaublich viele spannende Geschichten und Fakten. Ich wußte gar nicht, daß Basel einen eigenen Reformator hatte – nämlich Johannes Oekolampad. Den Namen hatte ich vor meinem Baselbesuch noch nie gehört …. Er ist – genauso wie Erasmus von Rotterdam – dort begraben.
Vor der Kanzel (die sogar noch aus der Zeit vor der Reformation stammt) gibt es im Boden einen Drachen. Dieser Drache hat einen roten Kopf – was ihn als hochgefährlichen Drachen kennzeichnet. In früheren Zeiten stampfte man auf diesem Drachen auf und vertrieb so das Böse aus seinem Leben.
* Erasmus von Rotterdam zog es wegen des Buchdrucks nach Basel. Ich fand diese gedankliche Verbindung zu meiner Reise nach Innsbruck spannend. In der Schweiz haben sich aber – zumindest auf den ersten Blick – mehr eigenständige Verlage erhalten als in Österreich.
* Was ich während der Führung am Samstag besonders spaßig fand: die Vorführung des Basler Schwimmfisches. Mit der Hilfe eines siebenmal eingerollten Fisches kann man seine Wertsachen beim Baden trocken mitnehmen. Unsere Stadtführerin hat uns das Einrollen (nicht das Schwimmen, dafür war es zu kalt) live vorgeführt …… und sie hat ausdrücklich bestätigt, daß die Sachen trocken bleiben …….
* Kulinarisch genial (und auch erstaunlich günstig) war das Essen im Bistro des Museums für Kulturen, ebenfalls kulinarisch genial waren die Faschingswähen mit Kümmel (Bäckerei Sutter in der Nähe der Mittleren Brücke). Gut, daß ich mir gleich zwei gekauft hatte……

Insgesamt eine schöne Reise mit tollen Entdeckungen und dem Wunsch, irgendwann wiederzukommen!

Lesefreude…….

…. ist stille Lebensfreude.
Als ich Anfang 2018 das „Projekt Lebensfreude“ als Kategorie in diesem Blog eröffnet habe, dachte ich nicht, daß noch ein schlimmes Jahr vor mir liegen würde. Ich hatte das Gefühl, eine große Herausforderung in meinem Leben gut hinter mich gebracht zu haben. Die Herausforderungen des Jahres 2018 habe ich weniger gut gemeistert, sie haben deutliche Schatten hinterlassen. Trotzdem oder vielleicht gerade deshalb ist das Projekt Lebensfreude jetzt umso wichtiger.

Vor ein paar Tagen habe ich aufgehört, meine Timeline bei Twitter zu lesen. Es war mir gar nicht bewußt, wieviel Zeit ich tatsächlich mit dem Lesen der Tweets verbracht habe. Es war keine schlecht verbrachte Zeit, aber es war auch nicht immer eine Zeit der Freude und der Heiterkeit. Vielmehr hat mich vieles „dort“ auch immer wieder an die schwierige Zeit im letzten Jahr erinnert. Mit dem (bewußten) Verzicht auf das Lesen der Timeline habe ich gedanklichen und zeitlichen Freiraum gewonnen, um wieder mehr zu lesen.

Es ist dieses stille Eintauchen in eine andere Welt, das Nachdenken über historische, politische oder philosophische Fragestellungen, das meine Freizeit im Moment sehr bereichert. Ich habe vor ein paar Jahren begonnen eine „Leseliste“ anzulegen, in der der ich die Bücher, die ich im Laufe eines Jahres tatsächlich bis zum Ende durchgelesen habe, aufgeführt habe. Zu meinen besten Zeit habe ich alle im Schnitt zwei bis drei Tage ein Buch beendet. Natürlich habe ich das Buch nicht immer vom Anfang bis zum Ende durchgelesen. So manches Buch habe ich angelesen, zur Seite gelegt, Tage oder Woche später weitergelesen. In den Jahren 2017 und 2018 bin ich kaum zum Lesen gekommen. Ich sehe das, wenn ich auf die „Leselisten“ für diese Jahre schaue. Es waren viele unterschiedliche Gründe, die mich vom Lesen abgehalten haben – 2017 vor allem der Wunsch noch einmal viel Zeit mit meiner Mutter zu verbringen, die fehlende Konzentration als es ihr immer schlechter ging, der zunehmende Zeitaufwand, um ihr irgendwie zu helfen; 2018 dann zunächst eine stärkere Fokussierung auf berufliche Themen, viele Ausflüge und Reisen, aber auch die traurige Zeit, in der ich mich oft gar nicht so richtig auf das Lesen konzentrieren konnte und Ablenkung bei Twittergesprächen gesucht habe. Erstaunlicherweise bin ich jetzt wieder bei meinem „alten Schnitt“ angelangt. Ja, es waren ein paar Bücher dabei, die ich schon 2018 angefangen hatte, aber egal – es fühlt sich gerade gut an und einige der Bücher fand ich richtig gut.

Ich habe beschlossen, meine „Leseliste 2019“ im Blog zu veröffentlichen. Dahinter steckt auch ein kleines bißchen für mich der Anreiz, Bücher nicht nur an- sondern wirklich durchzulesen. Mal sehen, wie weit ich damit komme. Ich genieße die Lesezeit jedenfalls sehr! Und wer Lust hat, sich (auf welchem Weg auch immer) über das ein oder andere Buch oder Thema auszutauschen, ist herzlich willkommen.

Leseliste 2019

Was ich 2019 bisher gelesen habe (private Bücher, die ich tatsächlich zu Ende gelesen habe):

Bewertung:
*** sehr gut
** gut
* in Ordnung
kein Stern – kein Kommentar

20. Sofja Tolstaja: Eine Frage der Schuld (04.02.2019) **
Leo Tolstoi hat in der Kreutzersonate (die ich auch noch lesen muß) den Mord eines Mannes an seiner Ehefrau geschildert. Seine Ehefrau hat – als Antwort auf dieses Werk – aus der Sicht einer Ehefrau ebenfalls einen solchen Mord geschildert. Es sind Gesellschafts- und Familienbilder, die mir in mancher Hinsicht fremd sind. Den Gedanken der literarischen Antwort fand ich aber sehr spannend!

19. Ha Jin: Waiting 03.02.2019) ***
Ein direkter Verweis aus dem Buch „Nichtstun“, dem ich einfach folgen mußte: China in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts. Ein Arzt ist mit einer Frau verheiratet, die seine Eltern für ihn ausgesucht haben. Er liebt sie nicht. Irgendwann lernt er in der Stadt am Krankenhaus eine Krankenschwester kennen, die er mag. Sie mag ihn auch. Er möchte sich von seiner Frau scheiden lassen, aber das ist gar nicht so einfach. Eine ziemlich schwierige und hoffnungslose Situation – für beide. Und das für eine lange Zeit…. Ich fand das Buch sehr eindrucksvoll – gerade auch im Hinblick auf die sehr starren Regeln der Zeit und die Qualen, die solche Regeln mit sich bringen können.

18. Gaito Gasdanow: Die Rückkehr des Buddha (03.02.2019) **
Es gibt Bücher, die verwirren. Das Buch von Gasdanow gehört dazu. Erstaunlicherweise (und völlig unbeabsichtigt) paßt es auch gut zum Thema Warten. Es geht um einen Mord und um einen Menschen, der immer wieder zwischen Realität und Wahn hin und her wandert. Nicht schlecht, aber lange nicht so gut wie „Das Phantom des Alexander Wolf“.

17. Coen Simon: Warten macht glücklich! Eine Philosophie der Sehnsucht (01.02.2019) *
Durch Zufall (beim Bestellen des Buches „Waiting“ von Ha Jin) habe ich dieses Buch gefunden und auch bestellt. Ich fand es allerdings enttäuschend. Ich kann zwar manche Gedanken nachvollziehen, empfand das Buch für mich aber als nichtssagend. Ein Beispiel? Der Autor sagt, daß Warten schöner ist als die Erfüllung, weil das, was eintritt nie so schön ist, wie die Vorstellung davon. Aber setzt „glückliches Warten“ – für das ich eher den Begriff „Vorfreude“ wählen würde – nicht trotzdem den Eintritt des Ereignisses voraus? Kann Warten auf etwas, das nie eintritt wirklich glücklich sein? Es war jedenfalls nicht „mein Buch“.

Hendrik Ibsen: Die Stützen der Gesellschaft (27.01.2019) **
Ein sehr interessantes Theaterstück, in dem es um Feigheit, verweigerte Gespräche und ganz allgemein um Lebenslügen geht. Es war gut, daß Stück vor dem Theaterbesuch zu lesen, mir hat es gut gefallen (auch die Inszenierung des Stücks in Düsseldorf).

16. Billy Ehn/Orvar Löfgren: Nichtstun Eine Kulturanalyse des Ereignislosen und Flüchtigen (26.01.2019) ***
Vor einiger Zeit schon gekauft, fiel mir dieses grandiose Buch durch Zufall nach dem Lesen der Bücher von Zürcher und Cueni in die Hände. Besser hätte es thematisch nicht passen können. Das Buch behandelt drei unterschiedliche Themengebiete – das Warten, Gewohnheiten und Rituale und das Tagträumen. Ich fand den ersten Teil (das Warten) am spannendsten. Die Frage „Was tun Sie, wenn Sie warten?“ fand ich sehr anregend – auch die zahlreichen Beispiele aus der Literatur. Interessanterweise denke ich beim Warten jetzt öfter über das Warten nach, sozusagen eine Art „Metawarten“.

15. Claude Cueni: Warten auf Hergé (23.01.2019) ***
Ein (ein kleines bißchen böse) witziger Roman über die Comicfiguren von Hergé. Was passiert eigentlich mit Comicfiguren, wenn ihr Schöpfer sie nicht mehr in neue Abenteuer schickt? Tintin-Lutin („Tim“ aus Tim und Struppi heißt im Original „Tintin“) und seine Freunde sind verunsichert. Wo bleibt Hergé? Und warum schickt er sie nicht endlich mal wieder in eine neue Geschichte? In einem Roman in dem es um das Altern, den Tod und auch den Umgang damit geht, wird – en passant – auch die (unschöne) Vergangenheit von Hergé thematisiert. Ein sehr lesenswerter Roman, der für mich gerade zum jetzigen Zeitpunkt thematisch sehr gut paßte!

14. Urs Zürcher: Alberts Verlust (22.01.2019) ***
Alberts Verlust war für mich ein Gewinn – eine sehr schöne Sprache, eine sehr interessante Geschichte und ein Thema, das mich fasziniert und beschäftigt. Das Thema: Albert hat nach einem Unfall sein biografisches Gedächtnis verloren. Wie kann er es wiederfinden? Wie lebt man ohne Erinnerung? Ist Zukunft ohne Erinnerung möglich? Und für mich dann die Gegenfrage (die nicht zum Roman gehört): Wieviel Vergessen brauchen wir, um glücklich leben zu können? Spannende Fragen, die eigentlich auch irgendwann in einen Blogbeitrag gehören…..

13. Axel Hacke: Über den Anstand in schwierigen Zeiten und die Frage, wie wir miteinander umgehen (20.01.2019)*
Ein wichtiges Thema – deshalb habe ich das Buch gekauft. Inhaltlich hat es mich nicht wirklich überzeugt. Das Buch enthält einige gute Verweise auf andere Bücher, die sich mit diesem Thema irgendwie auseinandersetzen (zum Beispiel „Die Pest“ von Camus), aber mir fehlte irgendwie die „richtige Aussage“. Es waren irgendwie „nur“ die Gedanken des Autors, die für mich ohne roten Faden auf das Papier geflossen waren – immer unterbrochen von einem Dialog mit einem Freund. Richtigerweise spricht der Autor das Problem der eigenen inneren Widersprüche an, verfolgt dieses Thema aber nicht wirklich und wird an manchen Stellen (zum Beispiel beim Thema „Dummheit“) in meinen Augen sogar ein bißchen überheblich. Schade, ich hatte mir mehr von diesem Buch versprochen.

12. Andreas Bernard: Das Diktat des #hashtags – Über ein Prinzip der aktuellen Debattenbildung (19.01.2019) **
Ein hoch interessantes Thema, ein kurzer Essay mit einem geschichtlichen Überblick zu Schlagworten und zum Hashtag an sich, leider nur eine kurze Diskussion der Hashtagnutzung, die ich zwar interessant aber für mich nicht tiefgehend genug fand.

11. Arnold Retzer: Miese Stimmung – Eine Streitschrift gegen positives Denken (19.01.2019) ***
Das Buch stand schon ziemlich lange in meinem Bücherregal. Vor ein paar Jahren hatte ich es angefangen, ich war aber nicht weit gekommen. Eine Diskussion rund um das Thema „Hoffnung“ oder „Hoffnungslosigkeit“ hatte mich angeregt, es aus dem Regal zu ziehen und einmal – ganz von vorne zu lesen. Ich fand das Buch sehr interessant – gerade auch, weil es sich sehr kritisch mit dem „Dogma“ des positiven Denkens auseinandersetzt. Gerade die Fragen nach einer Pathologisierung von negativen Gefühlen, dem Einfluß des Zeitgeistes auf die Klassifizierung von und den Umgang mit negativen Gefühlen, die Fragen nach „Aufgeben“, Ängsten und Trauer fand ich sehr spannend und auch persönlich sehr hilfreich.

10. Reclam: Erläuterungen und Dokumente zu Klaus Mann Mephisto (18.01.2019) **
Parallel zum Roman habe ich die Erläuterungen und Dokumente gelesen. Ich hätte viele Anspielungen sonst wohl nicht verstanden beziehungsweise erkannt, auch die historische Einordnung und die Diskussionen rund um die Veröffentlichung und Wiederveröffentlichnung nach dem Krieg fand ich sehr spannend.

9. Klaus Mann: Mephisto Roman einer Karriere (17.01.2019) ***
Ende November wollte ich mir im Burgtheater in Wien dieses Werk als Theaterstück anschauen. Leider fiel die Vorstellung wegen Krankheit mehrerer Ensemblemitglieder aus und es wurde statt dessen eine kurze Lesung (Thomas Bernhard) veranstaltet. In der Buchhandlung im Burgtheater (ich fand es glorreich, daß es dort eine Buchhandlung gibt, die vor den Vorstellungen geöffnet ist – finanziell war dies natürlich mein Untergang!) habe ich mir dann trotzdem das Buch von Klaus Mann und einen Erläuterungstext von Reclam zu diesem Buch gekauft. Ich finde das Buch grandios – das liegt aber auch an meinem besondere Interesse für diese Zeit!

8. J.D. Salinger: The Catcher in the Rye (15.01.2019) *
Meine Pflichtlektüre für den 1. Januar 2019 und das Projekt #50guteGründe (und daher in 2018 begonnen). Vor vielen vielen Jahren habe ich das Buch im Englisch-LK gelesen. Lange her und ich habe mich an fast gar nichts erinnert. So war es tatsächlich spannend, das Buch noch einmal zu lesen. Ich weiß auch nicht, ob ich es damals „toll“ fand, jetzt jedenfalls war es „ok“, aber nicht herausragend.

7. E.T.A. Hoffmann: Lebens-Ansichten des Katers Murr (14.01.2019) **
Schon 2018 zum größten Teil durchgelesen (für den Adventskalender 2018), aber erst in diesem Jahr zuende gelesen. Gerade der häufige Wechsel zwischen den Geschichten von Murr und der Geschichte von Kreisler war spaßig. Allerdings hätte ich das Nachwort mit dem Lebenslauf von E.T.A. Hoffmann zuerst lesen sollen, dann hätte mich die Geschichte noch mehr begeistert und gefesselt. Ich bin froh, daß ich dieses Buch – das schon sehr lange in meinem Bücherregal stand – endlich gelesen habe!

6. Inger-Maria Mahlke: Wie Ihr wollt (14.01.2019) *
Auch ein Buch, das ich schon 2018 begonnen habe. Ich fand es sperrig, es hat sich mir irgendwie verweigert, auch wenn ich das historische Thema (Familiengeschichte der Tudors nach Henry VIII) eigentlich mag.

5. Christoph W. Bauer: Im Alphabet der Häuser (13.01.2019) **
Dieses Buch habe ich Anfang Dezember aus Innsbruck mitgebracht (ich wollte ja eigentlich gar nichts kaufen……). Zwei Menschen unterhalten sich über die Stadt und kommen dabei in ein Gespräch über die Geschichten, die die einzelnen Häuser der Stadt zu erzählen haben. Ich fand die Idee sehr schön und freue mich darauf, irgendwann noch einmal durch Innsbruck zu schlendern und auf diese Häuser zu achten.

4. Grégoire Delacourt: Alle meine Wünsche (13.01.2019) **
Dieses schlanke Büchlein habe ich bei einem Besuch der Buchhandlung Proust in Essen ganz zufällig entdeckt. Eine kleine Ladenbesitzerin aus der französischen Provinz erzählt aus ihrem Leben, den Veränderungen durch ihr Blog und durch einen Lottogewinn. Eine schöne aber auch traurige Geschichte.

3. Susanne Goga: Nachts am Askanischen Platz (12.01.2019) **
Ich mag Krimis und auch gerne historische Krimis. Die Geschichte um Leo Weichsler hat mir sehr gut gefallen – gerade auch weil ich mich für die Zeit Ende der 20er/Anfang der 30er Jahre des letzten Jahrhunderts sehr interessiere.

2. Ödön von Horvath: Kasimir und Karoline (11.01.2019) **
Ende November war ich in Wien und habe dort (eher zufällig) eine Ausstellung über Ödön von Horvath besucht. Ich hatte vorher natürlich schon mal von ihm gehört, im September 2018 in Lübeck auch das Stück „Glaube Liebe Hoffnung“ gesehen, viel mehr wußte ich über ihn aber nicht. Die Ausstellung hat mir Ödön von Horvath als kritischen Geist und Beobachter näher gebracht und ich habe dort sofort ein paar seiner Werke gekauft (nicht wirklich überraschend….). Kasimir und Karoline gefiel mir gut. Besonders berührt hat mich der Text in Szene 114. Karoline sagt dort vor sich hin: „Man hat halt oft so eine Sehnsucht in sich – – aber dann kehrt man zurück mit gebrochenen Flügeln und das Leben geht weiter, als wär man nie dabei gewesen – –
http://gutenberg.spiegel.de/buch/kasimir-und-karoline-2903/2

1. Narvid Kermani: Sozusagen Paris (10.01.2019) ***
Ein Buch, das ich schon irgendwann in 2018 begonnen habe. Wirklich weit war ich nicht gekommen, obwohl ich die Geschichte interessant fand. Vielleicht fehlte mir letztes Jahr die Ruhe, mich wirklich auf das Buch und die literarischen Anspielungen einzulassen. Als ich es Anfang Januar wieder in die Hand nahm fand ich es plötzlich richtig gut. Ich konnte es gar nicht mehr aus der Hand legen!

Salinger – vor hundert Jahren geboren!

Ich habe es heute schon unter dem Hashtag #50guteGründe getwittert – Jerome David Salinger wurde heute vor 100 Jahren geboren. Mit Salinger verbinde ich die Schullektüre „The Catcher in the Rye“, den ich vor vielen Jahrzehnten im Englisch-LK gelesen habe. Ich muß zugeben, daß ich mich zwar an den Autor und den Titel, aber kaum an die Handlung und den eigentlichen Inhalt erinnern konnte. Umso besser, daß ich das Buch sofort in der Hand hatte, als ich danach suchte!

Es ist irgendwie merkwürdig und irritierend, dieses Buch nach so vielen Jahren noch einmal zu lesen. Liegt es daran, daß ich heute so viel älter bin als der erzählende Holden Caulfield? Oder daran, daß mir heute viel bewußter als damals ist, daß meine Welt so ganz anders ist als die von Holden Caulfield. Eine Welt, in der Gespräche nie in die Tiefe gehen, die mir schlicht und einfach oberflächlich vorkommt, ist nicht meine Welt. Ich erkenne die sympathischen Züge von Holden, dennoch erkenne ich mich nicht in ihm, nicht in seinem Umgang mit der Welt, nicht in seiner Welt. Was ich allerdings mag sind die zarten Anspielungen auf andere Autoren – allen voran Charles Dickens. Und schön ist auch, daß die Geschichte zur Weihnachtszeit spielt – das paßt gut zum heutigen Tag, denn Weihnachten geht ja noch bis zum 6. Januar.

Irritierend ist auch, daß ich mich so gar nicht an die Dinge erinnern kann, die wir damals im Unterricht besprochen haben. Aber vielleicht ist das ja sogar gut so!

Wie ist es bei Euch? Habt Ihr etwas von Salinger gelesen? Und wenn ja: erinnert Ihr Euch daran!

#50guteGründe

2019 ist ein besonderes Jahr für mich. Meine Mutter würde in diesem Jahr 80 werden, falls sie noch leben würde und ich werde in diesem Jahr 50 (nein, ich verrate nicht, wann). So ein runder Geburtstag ist auch ein Grund, über viele Dinge nachzudenken. Ich möchte dieses Jahr nicht verstreichen lassen, ohne mich mit meinen Lieblingsthemen Literatur, Kultur und Geschichte unter dem „Jubiläumsaspekt“ auseinanderzusetzen.

Eigentlich wollte ich 2017 schon einmal etwas Ähnliches für meinen Blogadventskalender machen. Aber 2017 gab es dann gar keinen Blogadventskalender, das Leben hielt in dem Jahr eine andere Aufgabe für mich bereit.

Jetzt aber! Ich habe in den letzten Tagen angefangen runde Geburts- und Todestage, historische Ereignisse und Anekdoten herauszusuchen, die ich im Laufe des Jahres als Tweet oder Blogbeitrag mit Euch teilen möchte – alles kleine Dinge, die sich in einem 69er oder 19er Jahr ereignet haben. Das soll mein persönlicher Blick auf dieses Jahr werden, den ich mit dem Hashtag #50guteGründe verbinden möchte. Mal sehen, ob ich es schaffe, mindestens 50 kleine Beiträge zu twittern oder zu schreiben.

Abschied von 2018

Ein Jahr ist vergangen. Ein Jahr, das ich mir ganz anders vorgestellt habe, als es dann geworden ist. Ich weiß noch, wie ich vor einem Jahr – zwar unter Tränen aber voller Dankbarkeit und voller Hoffnung und Vorfreude – etwas zu meinem Jahr 2017 geschrieben habe. Ich bin voller Hoffnung und Vorfreude in das Jahr 2018 gestartet, heute sitze ich hier und schreibe etwas über die vielen Abschiede, die das Jahr 2018 gebracht hat. Dabei war 2017 ja auch schon ein Jahr, in dem Loslassen und Abschied eine große Rolle spielten.

Der Aspekt des Abschieds war in meinem Jahr 2018 der dominierende Aspekt.
– Abschied von dem Gedanken und der fahrlässig geweckten Hoffnung, daß es auch in meinem Leben Liebe und Beziehung geben kann.
– Abschied von dem Wunsch nach Zweisamkeit und Zuneigung.
– Abschied von dem Gedanken, daß dies jemals anders sein könnte.
– Abschied von einem Menschen, mit dem ich unheimlich gerne persönliche Twittergespräche geführt habe, der sich aber leider erst nach einigen Tagen entschied, daß er doch keine Beziehung mit mir haben möchte und der seinem Wunsch nach Freundschaft nie irgendwelche Taten folgen ließ, auf die von mir angeregten Gesprächsversuche kamen – wenn überhaupt – nur spärlich Antworten, DMs und Tweets waren oft verletzend und abweisend.
– Abschied von dem Gedanken, daß es Familienmitglieder gibt, denen es wichtig ist zu wissen, wie es mir wirklich geht.
– Abschied von gerade erst begonnenen Bekanntschaften, weil diese Menschen Twitter verlassen haben und der Kontakt deswegen ganz oder zum größten Teil eingeschlafen ist.
– Abschied von Menschen, die ich über Jahre als Freunde betrachtet habe, denen ich aber gleichgültig geworden bin.
– Abschied von dem Gedanken, daß ich mich in den letzten Jahren irgendwie positiv verändert hätte.
– Abschied von dem Gedanken, daß Offenheit wirklich gut für mich ist.
– Abschied von dem Versuch, auf meine Gefühle zu hören und sie zuzulassen.
– Abschied von dem Wunsch, neue Menschen persönlich zu treffen und kennenzulernen.
– Abschied von der Hoffnung.

Wird es besser werden, wenn man so niedrig startet?

24. Dezember: Wotans wilde Horden …..

Ab der heutigen Nacht sind Wotans wilde Horden unterwegs, denn die Rauhnächte beginnen. Und Wotans wilde Horden reiten auf Pferden – das Pferd ist also das letzte Tier in dieser Adventskalenderrunde.

Es gibt tatsächlich ein Buch, das kein Kinderbuch ist, in dem ein Pferd eine Hauptrolle spielt – „La jument verte“ von Marcel Aymé. Es wird niemanden verwundern, daß dieses Buch etwas skurril ist. Einem Pferdehändler wird eine grüne Stute geboren – sie ist der Glücksbringer der Familie, zunächst lebendig, später als Gemälde.

Weniger glücklich ist die Rolle des Pferdes in Storms Novelle Der Schimmelreiter. Trotzdem (oder vielleicht gerade deshalb) mag ich die Geschichte sehr gerne. Es ist die Geschichte eines mutigen Menschen, der dann doch scheitert, vor allem persönlich. Ich sollte mal wieder die Storm-Novellen aus dem Bücherregal nehmen.

Abschließen möchte ich diesen Beitrag jedoch mit dem Pferd eines edlen Ritters – mit Rosinante, dem Pferd von Don Quijote. Da sieht man mal, was passieren kann, wenn man zuviele Bücher liest ….. Ob ich da irgendwie in Gefahr bin?

Mit diesem Beitrag endet der Adventskalender 2018. Ich wünsche Euch und Euren Familien wunderbare und zauberhafte Weihnachtsfeiertage und freue mich, irgendwann irgendwo von Euch zu hören oder zu lesen!

23. Dezember: Grau ist nicht nur die Theorie ……

Es gibt so viele Bücher und Geschichten in denen er vorkommt – mein Liebling, mein besonderer Freund. Wenn ich ihm im realen Leben begegnet bin, dann war unser Aufeinandertreffen meist etwas „merkwürdig“. Wir standen uns gegenüber – sowohl auf den Höhen außerhalb von Lüttich als auch auf Kreta – schauten uns an, machten beide einen Schritt zur Seite und standen uns wieder gegenüber, Auge in Auge. Da war immer etwas, das uns verbunden hat und ich denke gerne an diese Momente zurück. Wovon ich spreche? Von meinem Lieblingstier, dem Esel – wohlgemerkt dem vierbeinigen Esel (über zweibeinige Exemplare wird man sicherlich an anderen Orten genug finden ….).

An unzählen Stellen habe ich ihn in meinen Büchern gefunden. Anfangen möchte ich mit einem wunderbaren Buch, das nur ihm gewidmet ist. Es heißt dementsprechend auch „Esel“ (wie sonst?). Wer Esel mag, der muß dieses Buch einfach haben. Ich konnte ihm jedenfalls nicht widerstehen. Schön ist insbesondere, daß literarische Werke, in denen Esel vorkommen (ja, sie spielen eine wichtige Rolle!) im Buch angesprochen werden.

Ein Eselsbuch für Erwachsene? Ja, unbedingt – da gibt es die Metamorphosen von Apuleius, die auch mit dem Titel „Der goldene Esel“ bezeichnet werden. Der Erzähler mit dem Namen Lucius erlebt merkwürdige Abenteuer – als Esel – weil er mit einer falschen Zaubersalbe eingecremt wurde. Ob er irgendwann seine menschliche Gestalt wiedererlangt? Lest es nach. Ich habe das Buch gerade erst angefangen – zuviele „Esel“ stehen in meinem Bücherregal zum Lesen bereit.

Besonders niedlich finde ich ja den Esel in Shakespeares Sommernachtstraum. Während Zettel irgendwann (unter anderem) sagt „und ich bin ein so zärtlicher Esel…“, äußert Titania später „Mir schien, ein Esel hielt mein Herz gefangen.“ Wie schade, daß sich irgendwann alles wieder auflöst!

Kaum verwunderlich, daß auch Sancho Panza, Don Quijotes würdiger Begleiter, einen Esel hat…..

Unglaublich philosophisch veranlagt ist Eyeore, der alte graue Esel aus „Winnie-the-Pooh“. Schon seine Einführung in die Geschichte ist sehr sehr nachdenklich. Er steht da, den Kopf auf der Seite und denkt nach. Manchmal denkt er „warum“, manchmal „wozu“. Manchmal weiß er auch gar nicht, worüber er gerade nachdenkt (ich muß zugeben, daß mir Eyeore mit diesen Gedanken ja besonders sympathisch ist …..).

Meinen Lieblingsesel hat Jorge Bucay in der Geschichte „Gesangswettbewerb“ in seinem Buch „Komm, ich erzähl dir eine Geschichte“ beschrieben. Wußtet Ihr, daß die Tiere des Waldes den Esel zur besten Stimme des Waldes gekürt haben? Wißt Ihr auch warum? Die Geschichte ist so schön, die müßt Ihr einfach lesen!

Welche Geschichten von und mit (vierbeinigen!) Eseln möchtet Ihr noch ergänzen?

Auch wenn das Grau der Esel wunderschön ist, so hoffe ich doch, daß Ihr einen bunten 23. Dezember habt!

22. Dezember: Schwein gehabt!

Wenn ich an Schweine denke, dann denke ich ja am liebsten an „Schweine im Weltall“ – das ist zwar eine Geschichte, aber kein Buch, auch wenn Miss Piggy wirklich unwiderstehlich ist. Aber gedruckt sind mir Schweine in zwei Zusammenhängen bewußt und (inspiriert durch mein heute abgeduschtes Plastikglücksschwein) sollen sie heute hier ihren Platz bekommen.

Schweine können durchaus „gefährlich“ sein. Das merken wir, wenn wir uns die Entwicklung von Napoleon, Schneeball und Schwatzwutz anschauen. Old Major, der alte Keiler, hat ihnen als Vermächtnis eine Aufgabe hinterlassen – sie sollen die grausame Ausbeutung der Tiere durch den Menschen beenden. Ein gutes Ziel und alle drei machen sich emsig an die Arbeit. Aber irgendwie entwickelt sich alles ganz anders, als die Tiere sich das denken. Arme Schweine! Was hat sich George Orwell nur gedacht, als er das geschrieben hat …..

Viel sympathischer ist da doch Wutz, eine kluge Schweinedame, die Max Kruse in seinen Geschichten vom Urmel geschaffen hat. Wutz gehört zu Professor Habakuk Tibatong und weil Wutz den Professor oft so scharfsinnig ansah, überlegte der Professor, ob man Tieren das Sprechen beibringen kann. Aber mehr will ich hier gar nicht von Wutz verraten, sonst ist es ja gar nicht mehr spannend, ihre Welt zu entdecken.

Kennt Ihr andere Geschichten, in denen Schweine vorkommen?

Ich wünsche Euch einen schweinisch guten 22. Dezember.

21. Dezember: Eine Stadt wie ein …..

Es gibt ein faszinierendes Buch von Italo Calvino über Städte – genauer über unsichtbare Städte. In diesem Buch kommt auch das eine oder andere Tier vor. Mal ist es ein Komoran, mal ein Gepard – aber für diesen Zweck am schönsten fand ich die Stelle mit dem Kamel. Stellt Euch vor, Ihr nähert Euch der Stadt „Despina“. Es ist nicht wichtig, ob Ihr wißt, wo sich diese Stadt befindet. Ihr müßt nur Eure Phantasie spielen lassen. Despina könnt Ihr auf zwei Arten erreichen – per Kamel und per Schiff. Das Faszinierende – wenn Ihr sie per Schiff erreicht, dann wirkt die Stadt auf Euch, die Ihr die Stadt betrachtet, wie ein Kamel. Im Dunst der Küste sehr Ihr ein Kamel – mit seinen Doppelhöckern und den vielen süßen und wohlschmeckenden Lasten, die dieses Kamel trägt. Ihr denkt an Dattelwein und kandierte Früchte und natürlich an dieses wunderbare Kamel, das da (eigentlich in Form einer Stadt) vor Euch liegt.
Könnt Ihr sie sehen, könnt Ihr sie schmecken – die Stadt, das Kamel?

Kennt Ihr andere Geschichten, in denen Kamele vorkommen?

Ich wünsche Euch einen genußreichen 21. Dezember.