21. März

Seit dem Jahr 2000 ist der 21. März der Welttag der Poesie. Ich habe das heute Morgen eher zufällig gelesen und mir für meinen Blogbeitrag notiert. Ich finde den Gedanken schön, dass es einen solchen Welttag gibt. An diesem Tag sollen Dichter*innen gefeiert werden, die Traditionen mündlicher Rezitationen und auch die Verbindung zwischen Poesie und anderen Künsten sollen gepflegt und sichtbar gemacht werden. Ich hoffe, dass das funktioniert!

Zu diesem Tag passt gut, dass der Dichter und Schriftsteller Jean Paul – der eigentlich Johann Paul Friedrich Richter heißt – am 21. März 1763 in Wunsiedel zur Welt kommt. Sein erster großer Erfolg ist der Erfolg „Hesperus oder 45 Hundsposttage“ und – weil die Zahl 45 im Titel vorkommt – habe ich darüber schon in meinem Blogprojekt 2022 etwas geschrieben. Gelesen habe ich den Roman noch nicht, aber die Geschichte, dass ein Hund die Briefe (deswegen Hundsposttage) bringt (allerdings wohl nicht schreibt), finde ich schon interessant. Mal sehen, wann ich endlich dazu kommen, diesen Roman zu lesen. Jean Paul ist aber auch ein Dichter: für heute möchte ich daher auf das Gedicht „Still blickt der Himmel….“ hinweisen, ich finde es wirklich schön!

Am 21. März 1790 schafft die französische Nationalversammlung die äußerst unbeliebte Salzsteuer („Gabelle“) ab. Was ich zusätzlich interessant finde: ein derartiges Salzmonopol führt 1930 in Indien dazu, dass Gandhi sich zusammen mit anderen Menschen auf den berühmten Salzmarsch begibt. Am 12. März habe ich das erwähnt.

Am 21. März 1804 tritt der französische Code Civil in Kraft. Interessanterweise handelt es sich nicht nur um ein „Bürgerliches Gesetzbuch“ (wie später das deutsche BGB), vielmehr enthält der Code Civil auch persönliche Freiheitsrechte, zum Beispiel in Artikel 8 – dort heißt es „Jeder Franzose soll die Zivilrechte genießen.“

Am 21. März 1467 kommt Barbara Pirckheimer zur Welt. Sie lernt gerne und gut. Mit 12 Jahren tritt sie in Nürnberg in das Kloster der heiligen Klara ein und nennt sich Caritas. Im Kloster kann sie weiter lernen und sie wird gefördert. Schließlich wird sie sogar Äbtissin. Als die Reformation nach Nürnberg kommt, verhandelt sie mit Melanchton über das Schicksal des Klosters. Zudem schreibt sie – neben vielen Briefen – auch die Schrift „Denkwürdigkeiten aus dem Reformationszeitalter“. Während ihrer Zeit als Äbtissin entsteht auch eine Chronik des Klosters. Wirklich eine besondere und eine besonders gebildete Frau!

Damit wünsche ich Euch einen Abend voller Poesie und guten Worten.

 

20. März

Von den meisten Menschen, die vor langer Zeit zur Welt gekommen sind, kennen wir das Geburtsdatum nicht. Wenn sie im Laufe ihres Lebens – aus welchen Gründen auch immer – Bedeutung erlangt haben – wird uns zumeist wenigstens der Todestag überliefert. Die fehlenden Angaben zum Geburtstag sind für mein Blogprojekt durchaus eine Herausforderung. Umso mehr freue ich mich über die Ausnahmen von dieser „Regel“.

Am 20. März im Jahr 43 v. Chr. kommt Ovid zur Welt. Im Internet habe ich an einer Stelle gerade die Angabe -0043 gesehen und das trifft es meines Erachtens gut, auch wenn eine solche Jahresangabe unüblich ist. Ovid, der eigentlich Publius Ovidius Naso heißt, wird ein Dichter. Und zwar ein sehr erfolgreicher Dichter mit vielen Werken. Sein Werk läßt sich in drei unterschiedliche Phasen unterteilen. In der ersten Phase wird er zum Vater der Ratgeberliteratur – er schreibt die „Liebeskunst“ (im Original Ars amatoria) – ein Lehrgedicht in drei Büchern, das sehr freizügig und ironisch berichtet, wie Frauen und Männer erfolgreich zueinander finden. Hier kann man dieses interessante Werk übrigens nachlesen. In der mittleren Phase schreibt Ovid das Werk, für das er noch heute am bekanntesten ist – die Metamorphosen. Dabei handelt es sich um mythologische Verwandlungsgeschichten in Gedichtform. In der letzten Phase – da hat Kaiser Augustus in schon verbannt – folgen Klagelieder, die sogenannten Tristia. Sein Werk wird über die Jahrhunderte hinaus viele Dichter, Schriftsteller und Künstler beeinflussen.

Am 20. März 1828 kommt Henrik Ibsen in Kristiania, dem heutigen Oslo, zur Welt. Er begründet das Theater der Moderne. Das Theater ist nun nicht mehr Ablenkung für gelangweilte Menschen, sondern hinterfragt gesellschaftliche Annahmen und Konflikte. Hochaktuell finde ich sein Stück Ein Volksfeind, ich habe es vor gar nicht so langer Zeit im Theater Krefeld-Mönchengladbach gesehen.

Ab Juni 1851 erscheint in der Zeitschrift „The National Era“ eine Geschichte von Harriet Beecher Stowe gegen die Sklaverei als Fortsetzungsroman. Die Geschichte trägt den Namen „Onkel Toms Hüte“ beiehungsweise „Uncle Tom’s Cabin“. Noch bevor alle Fortsetzungen in der Zeitung erschienen sind, erscheint der Roman am 20. März 1852 als Buch mit einer Auflage von 5000 Stück. Binnen 48 Stunden ist das Buch vergriffen. Das Buch wird zum Bestseller.

Am 20. März 1800 informiert Alessandro Volta die Royal Society in London über eine von ihm entwickelte Stromquelle – die sogenannte Voltasche Säule, eine elektrische Batterie. Volta gilt als Erfinder der Elektrizitätslehre, nach ihm wird die Einheit für elektrische Spannung Volt benannt.

Spannungsreich ist auch das Jahr 1525 in Memmingen. Am 15. und am 20. März 1525 treffen sich 50 Vertreter oberschwäbischer Bauerngruppen in Memmingen. Am 20. März verabschieden sie die 12 Artikel. Drucke dieser 12 Artikel verbreiten sich rasend schnell im gesamten Reich. Die 12 Artikel gelten als die ersten schriftlich niedergeschriebenen Menschenrechte der Welt, die Versammlung in Memmingen als erste Verfassunggebende Versammlung in Deutschland. Eine sehr spannende Geschichte, die ich im letzten Jahr unter anderem in der Ausstellung in Memmingen verfolgt habe.

Damit wünsche ich Euch einen Abend voller Hoffnung und Zuversicht.

19. März

Am Tag nach dem Vertrag von Évian, also am 19. März 1962, tritt der Waffenstillstand zwischen Frankreich und der Provisorischen Algerischen Regierung in Kraft. Der 19. März wird seitdem in Algerien als „Fête de la victoire“ (also als Feier des Sieges) gefeiert.

Am 19. März 1616 wird Sir Walter Raleigh aus der Haft entlassen. Im Jahr 1581 kommt er zu Elisabeth I. an den Hof – er gewinnt rasch ihre Gunst und Freundschaft. Für die englische Krone gründet er Kolonien und entdeckt Südamerika. Im Jahr 1603 stirbt sie, bei ihrem Nachfolger Jakob I. fällt er in Ungnade. Er wird wegen des Vorwurfs einer Verschwörung mit Spanien zum Tode verurteilt, das Urteil wird zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe umgewandelt. 13 Jahre bleibt er im Gefängnis. In dieser Zeit schreibt er das (leider unvollendete) Werk The History of the World. Das Buch erscheint im März 1614, insgesamt werden es 8 Auflagen (Shakespeare schafft es während einer längeren Zeitspanne nur auf vier Auflagen…..).

Raleighs Inhaftierung hat mit Spanien zu tun. Jakob I. will mit Spanien Frieden schließen, Raleigh ist ein bekannter Wortführer gegen Spanien. Man wirft ihm also eine Verschwörung vor und verhaftet ihn. Deswegen passt es gut, dass es jetzt mit Spanien weitergeht. Am 19. März 1812 wird die Verfassung von Cádiz verkündet – und weil der 19. März der Tag des „Heiligen Joseph“ (Pepe) ist, heißt diese Verfassung auch La Pepa. Es handelt sich um die erste spanische Verfassung, die die Macht der Monarchie einschränkt und Rechte der spanischen Bürger festlegt.

Ebenfalls an einem 19. März – nämlich im Jahr 1882 – wird der Grundstein der Kirche „Sagrada Familia“ in Barcelona gelegt. Antoni Gaudí ist dabei, einige Zeit später wird er mit der Weiterführung dieses Projektes beauftragt.

Und die Frauen? Zumindest für Deutschland, Dänemark, Österreich-Ungarn und die Schweiz kann ich berichten, dass am 19. März 1911 erstmals ein „Internationaler Frauentag“ begangen wird.

Damit wünsche ich Euch einen Abend mit bunten und kreativen Gedanken.

18. März

Noch einmal nach Mainz: Am 18. März 1793 ruft der Rheinisch-Deutsche Nationalkonvent die Mainzer Republik aus. Es wird nämlich ein Dekret erlassen, in dem unter anderem folgender Text steht:

Art. 1: Der ganze Strich Landes von Landau bis Bingen, welcher Deputierte zu diesem Konvente schickt, soll von jetzt an einen freyen, unabhängigen, unzertrennlichen Staat ausmachen, der gemeinschaftlichen, auf Freiheit und Gleichheit gegründeten Gesetzen gehorcht.

Art. 2: Der einzige rechtmäßige Souverän dieses Staats, nämlich das freie Volk, erklärt durch die Stimme seiner Stellvertreter allen Zusammenhang mit dem deutschen Kaiser und Reiche für aufgehoben.

Die Mainzer Republik besteht zwar nur bis Juli 1793, aber ein Anfang ist gemacht!

Weiter geht es mit dem Thema „Demokratie“ am 18. März 1848. Am Morgen dieses Tages können die Menschen in Berlin lesen, dass König Friedrich Wilhelm IV.  ein Pressegesetz erlassen hat. Der Inhalt klingt verheißungsvoll: die Zensur wird aufgehoben, die Pressefreiheit vollständig gewährt. Dies führt zu einer „Leseexplosion“ (ein schöner Begriff, wie ich finde). Zusätzlich ruft der König an diesem Tag den „Vereinigten Landtag“ ein, eine Ständeversammlung der preußischen Provinzen. Dieser soll an der Neugestaltung des Deutschen Bundes arbeiten. Das klingt nach der Einführung demokratischer Rechte. Die Menschen in Berlin sind begeistert und ziehen zum Schloßplatz, das Extrablatt der „Allgemeinen Preußischen Zeitung“ mit diesen Texten wird verteilt. Allerdings verlassen die Menschen den Schloßplatz nicht – obwohl der König diesen Wunsch signalisiert. Einsatzbereites Militär kommt hinzu, die Stimmung ändert sich, wird unruhig und es kommt zu Barrikadenkämpfen mit Toten. Ein trauriges Ende dieses Tages. Aber: die Pressefreiheit bleibt!

Und noch einmal spielt der 18. März in der deutschen Demokratie eine Rolle: am 18. März findet in der DDR die erste (und einzige) freie Volkskammerwahl statt.

Auch in Frankreich hat der 18. März eine Verbindung mit diesem Thema, denn am 18. März 1871 beginnt die Pariser Kommune. Ein Thema, über das ich bisher wenig weiß…..

Am 18. März 1962 unterzeichnen Frankreich und die Provisorische Algerische Regierung in Évian ein Abkommen zur Beendigung des Algerienkrieges. Wesentlicher Bestandteil ist die beidseitige Verpflichtung zum Waffenstillstand.

Zurück nach Frankreich und ins Jahr 1662: am 18. März 1662 beginnt der öffentliche Nahverkehr in Paris. Kein Geringerer als Blaise Pascal gründet zusammen mit anderen, unter anderem dem Duc de Roannez ein Pferdedroschkenunternehmen mit dem Namen Les Carosses à cinq sols, das in Paris zu festen Zeiten feste Strecken mit festen Haltepunkten zu einem Preis von 5 Sols bedienen soll. Mit Pferdedroschken. Sozusagen dem Omnibus des 17. Jahrhunderts. Die erste Linie startet am 18. März. Im Laufe der Wochen kommen weitere 4 Linien dazu – mit großem Erfolg. Bis wann das Unternehmen aktiv ist, läßt sich allerdings nicht mehr feststellen.

Witzigerweise wird an einem 18. März auch die erste motorisierte Omnibuslinie der Welt eröffnet – im Jahr 1895 zwischen Netphen und Deuz (heute zu Siegen gehörend), mit einem Fahrzeug der Firma Benz aus Mannheim.

Noch ein Highlight – im wahrsten Sinne des Wortes: am 18. März 1855 wird die von John Augustus Roebling erbaute Niagara Falls Suspension Bridge offiziell eröffnet. Sie befindet sich knapp 4 km unterhalb der Niagarafälle.

Damit wünsche ich Euch einen einfallsreichen Abend.

17. März

Am 17. März 1793 konstituiert sich der Rheinisch-Deutsche Nationalkonvent im Rittersaal des Mainzer Deutschhauses. Dem waren am 24. Februar Wahlen vorausgegangen – wobei die Wähler einen Eid auf Volkssouveränität, Freiheit und Gleichheit leisten mußten. Damit entsteht das erste demokratisch gewählte Parlament auf deutschem Boden – mit 130 Abgeordneten.

Um eine Wahl geht es im Prinzip auch am 17. März 1992 in Südafrika. In einem Referendum können die weißen Südafrikaner*innen für eine Fortsetzung der Reformpolitik und ein Ende der Rassentrennung stimmen. Nur ein Sechstel aller Südafrikaner*innen ist stimmberechtigt – 69% von ihnen stimmen für ein Ende der Apartheid. Eine gute Entwicklung für Südafrika aber auch für die Welt.

Das Jahr 1905 ist ein gutes Jahr für Albert Einstein – zumindest, was seine Arbeit angeht. Am 17. März 1905 veröffentlicht er die erste von fünf Arbeiten, die die Physik grundlegend verändern. Deshalb wird das Jahr 1905 auch oft „Jahr der Wunder“ oder „annus mirabilis“ genannt.

Ein wichtiges Patent erhalten Stephen Perry und Thomas Barnabas Daft am 17. März 1845 – nämlich für das runde Gummiband.

Um Freiheit geht es am 17. März 1804 in Weimar. Schillers Drama „Wilhelm Tell“ wird uraufgeführt. Vor gar nicht so langer Zeit habe ich das Stück in Düsseldorf im Schauspielhaus gesehen.

Am 17. März 1862 kommt Silvio Gesell zur Welt. Der deutsch-argentinische Kaufmann ist ein Sozialreformer und Begründer der Freiwirtschaftslehre. Ein Grundgedanke der Freiwirtschaft ist, dass die Erde allen Menschen gleichermaßen gehört, das Ziel eine soziale Marktwirtschaft. Klingt interessant, oder? Und interessanterweise ist gar nicht so weit von mir entfernt auch eine „Silvio-Gesell-Tagungsstätte“ – was es damit auf sich hat, muß ich irgendwann mal in Ruhe „erforschen“.

Am 17. März 1881 kommt Helene Weber in Elberfeld (heute ein Stadtteil von Wuppertal) zur Welt. Sie wird Studienrätin, Frauenrechtlerin und Politikerin (zunächst im Zentrum, dann in der CDU). 1920 wird sie Ministerialrätin im Preußischen Ministerium für Volkswohlfahrt, ab 1933 arbeitet sie in der freien Wohlfahrtspflege. Ab 1945 beteiligt sie sich am Aufbau der CDU. 1919/1920 ist sie Mitglied der Weimarer Nationalversammlung und an der Entwicklung der Weimarer Verfassung beteiligt, 1948 wird sie in den Parlamentarischen Rat gewählt und arbeitet am späteren Grundgesetz mit. Deswegen wird sie auch als eine der Mütter des Grundgesetzes bezeichnet. Ab 1949 ist sie – bis zu ihrem Tod – Mitglied des Bundestages.

Damit wünsche ich Euch einen Abend mit guten und demokratischen Gedanken.

16. März

Am 16. März 1750 kommt Caroline Herschel in Hannover zur Welt. Sie ist nicht nur die Schwester von Wilhelm Herschel, der mit seinem selbstgebauten Teleskop sowohl den Uranus (siehe 13.03.) als auch die Balkenspiralgalaxie (siehe 14.03.) entdeckt, sondern selber auch Astronomin (und Sängerin). Anfangs unterstützt sie ihren Bruder – ab 1787 im Rahmen einer vom englischen Hof bezahlten Anstellung auf Lebenszeit. Bald macht sie jedoch eigene Entdeckungen – darunter mehrere Kometen (zum Beispiel 1795 den sogenannten Enckeschen Kometen) und Nebel. 1797 legt sie der Royal Society einen „Ergänzungskatalog“ zu John Flamsteeds Atlas vor, der 561 Sterne enthält, die in Flamsteeds Werk fehlen. 1828 erhält sie die Goldmedaille der Royal Astronomical Society, 1835 wird sie deren Ehrenmitglied. Beeindruckend, oder?

Ob der Glöckner von Notre Dame wohl auch die Sterne anschaut? Oder Esmeralda? In einer Zeit ohne elektrisches Licht dürfte die Sicht ganz anders gewesen sein als heute. Was aber feststeht: am 16. März 1831 erscheint das Werk von Victor Hugo.

Um eine Frau geht es auch in dem Buch von Nathaniel Hawthorne, das am 16. März 1850 erscheint. Hester Prynne hat Ehebruch begangen – sie bekommt ein Kind, während ihr Ehemann verschollen ist. Im puritanischen Neuenglad wird das nicht einfach geduldet. Hster muß einen scharlachroten Buchstaben auf ihrer Kleidung tragen – daraus ergibt sich auch der Buchtitel „Der scharlachrote Buchstabe“ (englisch: The Scarlet Letter).

Ganz anders beschäftigt sich Lenka von Koerber mit Buchstaben. Sie kommt am 16. März 1888 zur Welt und wird eine Journalistin und Schriftstellerin. Nach dem ersten Weltkrieg engagiert sie sich politisch, ab 1922 wird sie Schöffin, Geschworene und ehrenamtliche Bewährungshelferin. Darüber schreibt sie in Zeitungsartikeln und Büchern (wobei Tucholsky ihr Buch „Menschen im Zuchthaus“ scharf kritisiert).

Auch die am 16. März 1860 in Posen geborene Sidonie Werner engagiert sich und zwar als Mitgründerin des Jüdischen Frauenbundes und in vielen Bereichen der bürgerlichen Frauenbewegung. Dabei sind ihr zwei Aspekte besonders wichtig: die Berufsausbildung der Frauen und politischer Einfluß.

Am 16. März 1982 pflanzt Joseph Beuys in Kassel die erste von 7000 Eichen für das Dokumenta-Projekt. Der Slogan „Stadtverwaldung statt Stattverwaltung“ gefällt mir in dem Zusammenhang sehr!

Damit wünsche ich Euch einen nachdenklichen Abend.

 

15. März

Der heutige Tag bringt ein spannendes Thema mit sich. Am 15. März im Jahr 44 v. Chr. wird Julius Caesar ermordet. Und damit stellt sich die Frage, ob es sich um einen Tyrannenmord handelt oder um ein feiges Attentat oder vielleicht sogar noch um etwas anderes? Diese Frage ist auch nach all den Jahrhunderten noch „offen“. In diesem Videovortrag kann man mehr zu diesem Thema erfahren.

Julius Caesar bleibt allerdings – über seinen Tod hinaus – präsent. Denn in Europa gilt immer noch der von ihm eingeführte „julianische“ Kalender. Am 15. März 1493 kommt Kolumbus nach Spanien zurück, sein Schiff legt im Hafen von Palos an. Palos gibt es zwar immer noch, einen Hafen hat die Stadt allerdings nicht mehr, mit dieser Expedition ist die Stadt aber immer noch verbunden. Kolumbus hat seine Reise übrigens in einem Bordbuch festgehalten. Das Original ist irgendwann verschwunden. Aber Bartolomé de Las Casas (dessen Vater bei der zweiten Reise dabei ist) fertigt glücklicherweise eine Kopie. Einige Jahre später wird Bartolomé de Las Casas sich sehr kritisch über den Umgang der Spanier mit den Ureinwohnern äußern.

Vor einer Gewissensfrage steht auch Charles II (in deutscher Sprache meist als Karl II von England bezeichnet). Einen Teil der Geschichte kenne ich aus dem dritten Band der „Drei Musketiere“, also dem Der Vicomte von Bragelonne. Es ist spannend zu sehen, wie sehr Alexandre Dumas die Geschichte in seinen Roman eingewoben hat (manches habe ich beim Lesen – es ist noch gar nicht so lange her – überprüft). Charles II jedenfalls hat ein geheimes Abkommen mit seinem Cousin Ludwig XIV. Charles bekommt von Ludwig einen jährlichen Geldbetrag, wenn er sich zum katholischen Glauben bekennt. Das ist allerdings ein Problem, denn der katholische Glaube ist zu dem Zeitpunkt in England verboten. Charles gibt am 15. März 1672 eine Erklärung zur Glaubensfreiheit ab, allerdings trägt das Parlament diese nicht mit. Nach nur einem Jahr wird die Erklärung daher zurückgenommen.

Ein ständiges Auf und Ab, oder? Dazu passt gut, dass Jesse Reno am 15. März ein Patent auf den ersten Vorläufer der Rolltreppe bekommt. Schon eine interessante Geschichte.

Am 15. März 1907 dürfen in Finnland Frauen nicht nur wählen, sie dürfen auch gewählt werden. 19 Frauen schaffen den Einzug in das finnische Parlament.

Dazu passt, dass das Musical „My fair Lady“ nach „Pygmalion“ von Geroge Bernard Shaw am 15. uraufgeführt wird.

Am 15. März 1851 wird Carolina Michaëlis de Vasconcelos als Karoline Michaelis in Berlin geboren. Sie studiert spanische und portugiesische Literaturwissenschaft und wird 1911 in Portugal als erste Frau in der Romanistik und Germanistik als Professorin auf einen Lehrstuhl berufen.

Damit wünsche ich Euch einen vergnügten Abend.

 

 

 

14. März

Heute habe ich relativ viel Zeit damit verbracht, endlich einmal „im voraus“ zu recherchieren – damit ich nicht immer erst am jeweiligen Abend anfange. Natürlich habe ich noch viele Lücken, aber meine Liste füllt sich langsam mit (aus meiner Sicht) interessanten Inhalten und Aspekten.

Am 14. März 1440 schließen 53 Adelige und 19 Städte – darunter Danzig, Elbing und Thorn – den sogenannten Preußischen Bund, der eigentlich „Bund vor Gewalt und Unrecht“ heißt (ein schöner Name, wie ich finde). Damit verbünden sie sich gegen den Deutschen Orden.

Am 14. März 1899 erhält Ferdinand Graf Zeppelin das US-Patent für sein „Luftfahrzeug“ – im Patent als „navigable balloon“ bezeichnet. Das deutsche Patent hatte er schon einige Zeit davor erhalten.

Ob diese Idee den Menschen damals unheimlich vorkommt? Algernon Blackwood, der am 14. März 1869 zur Welt kommt, wird zu einem Autor unheimlicher Geschichten. Er behauptet sogar, selber Geistererscheinungen gesehen zu haben.

Das ist bei William Herschel, den ich schon erwähnt habe, anders. Er sieht tatsächlich am 14. März 1784 die Balkenspiralgalaxie.

Am 14. März 1874 kommt Anna von Gierke zur Welt. Sie wird Sozialpädagogin. Über die praktische Arbeit im Verein Jugendheim e.V. in Charlottenburg hinaus bietet sie ab 1910 Ausbildungskurse an – ein sozialpädagogisches Seminar. Schon ein Jahr später handelt es sich um zweijährige Ausbildungskurse, im Herbst 1915 findet die erste staatlich anerkannte Hortnerinnenprüfung statt. 1912 ist sie zusätzlich Mitgründerin eines Verbandes für Schulkinderpflege, bald wird sie auch dessen Vorsitzende. Ab 1919 gehört sie der Weimarer Nationalversammlung als Abgeordnete an – leider nur bis 1920. Dort kritisiert sie  18. Oktober 1919 in einer Rede die Sozialpolitik der damaligen Regierung.

Die am 14. März 1865 in Lübeck geborene Maria Slavona wird Künstlerin – eine bedeutende Malerin des deutschen Impressionismus. Drei ihrer Werke kann man sich hier anschauen. Ein ehemaliger Lebensgefährte (mit dem sie und zwei andere Künstlerinnen in einer Wohngemeinschaft leben) überläßt ihr und einer weiteren Künstlerin Gemälde des damals noch unbekannten Vincent van Gogh. Es soll ihrer Initiative zu verdanken sein, dass in Paris eine der ersten van Gogh-Ausstellungen organisiert wird.

Am 14. März 1804 kommt Johann Strauss (Vater) zur Welt. Er wird Kapellmeister und Komponist. Sein Radetzky-Marsch beschließt traditionell das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker.

Damit wünsche ich Euch einen aussichtsreichen und beschwingten Abend.

 

13. März

Am 13. März 1772 findet in Braunschweig die Uraufführung von Lessings Trauerspiel „Emilia Galotti“ statt. Das ist keineswegs eine „Randnotiz“. Lessing hat es zu dem Zeitpunkt als Bibliothekar nach Wolfenbüttel verschlagen. Nicht unbedingt der Ort seiner Träume. So nimmt er die Arbeit an einem Theaterstück wieder auf, das er schon vor langer Zeit schreiben wollte. Es ist eine Geschichte, in der es um einen sozialen Konflikt geht, konkret um den Kampf zwischen Adel und Bürgertum. Durch Emotionalisierung will er das Publikum mit seiner Gesellschaftskritik erreichen. Dass das Stück – entsprechend inszeniert – durchaus auch in unsere Zeit passen kann, zeigt dieser Beitrag auf.

Am 13. März 1781 meint William Herschel, einen Komet zu sehen. Er irrt sich – es ist kein Komet, sondern der Planet Uranus den er durch sein selbst gebautes Teleskop sieht. Es ist überhaupt erst der siebte Planet, der von Menschen „entdeckt“ wird. Herschel gilt aufgrund dieser Entdeckung als Begründer der modernen Astronomie.

Am 13.03.1905 hat die Niederländerin Margaretha Geertruida Zelle unter dem Namen „Mata Hari“ ihren ersten Auftritt als Tänzerin im Pariser Museum Guimet. Ihr Tanz, insbesondere der letzte Tanz an diesem Abend – den sie fast unbekleidet tanzt, macht sie innerhalb kürzester Zeit zu einer Attraktion in Paris.

Damit wünsche ich Euch einen Abend mit positiven Überraschungen.

12. März

Am 12. März 1609 kommt Paul Gerhardt zur Welt. Er wird ein Theologe und ein bedeutender deutschsprachiger Dichter von Kirchenliedern. Seine Lieder begleiten mich seit meiner Kindheit. Gerade die Lieder „Die güldne Sonne voll Freund und Wonne“ und „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“ begleiten mich seit sehr langer Zeit. Was ich allerdings bis eben noch nicht wußte – dass es auch einen Paul-Gerhardt-Wanderweg gibt…….

Am 12. März 1930 beginnt Gandhi den sogenannten Salzmarsch. Es geht um ein koloniales Gesetz, das vor allem arme Menschen trifft. Salz unterliegt in Indien einem strengen Monopol – alle müssen es zu hohen Preisen vom Kolonialstaat kaufen. Gandhi macht sich mit 78 Freiwilligen auf den Weg zu den Salzpfannen. 388 km sind es von Ahmedabad bis nach Dandi, dort befinden sich die Salzpfannen. Unterwegs schließen sich tausende an. Am Ziel hebt Gandhi einige Körner Salz auf und verstößt damit gegen das Gesetz. Tausende folgen ihm und werden – wie er selbst – inhaftiert. Ein Jahr später wird den Indern die Salzproduktion erlaubt, die Gefangenen werden freigelassen, der gewaltlose Widerstand hat gesiegt.

Das Musical „Cabaret“ ist hochaktuell. Da passt es gut, dass Liza Minelli, die die Rolle der Sally Bowles wie keine andere Künstlerin verkörpert, am 12. März 1946 zur Welt kommt. Hier kann man ein Lied aus diesem Musical mit ihr sehen und hören.

Damit wünsche ich Euch einen friedlichen und fröhlichen Abend.