Am 18. April 1521 steht Martin Luther vor dem Reichstag in Worms. Er soll seine 95 Thesen widerrufen, er aber verteidigt seine Thesen. Das, was in diesem Beitrag steht, ist richtig: „Mit seiner Weigerung scheitert er politisch – und siegt historisch.“ Interessant ist aber auch: den berühmten Schluß hat er möglicherweise nie gesagt, dieses „Hier stehe ich, ich kann nicht anders“. Das könnte eine Ergänzung seiner Rede für den Versand nach Wittenberg sein. Einerseits schade, andererseits beinhaltet seine ganze Weigerung seine Thesen zu widerrufen, genau diese Worte. Insofern steckt für mich in seiner Reise nach Worms und im Nicht-Einknicken vor Kaiser Karl V. und dem Reichstag vor allem der Mut, der aus einem persönlichen „ich kann nicht anders“ kommt.
Am 18. April 1685 fordert der reformierte hessische Landgraf Carl mit einem Dokument – dem Edikt von Kassel – französische Glaubensflüchtlinge auf, ihr Land zu verlassen. Er bietet den in seinem Gebiet Ankommenden Freiheitsprivilegien und Begnadigung an. Hier ist eine gut lesbare Version dieses Textes.
Am 18. April 1949 (das ist der Ostermontag) tritt der „Republic of Ireland Act“ in Kraft. Irland wird damit zu einer Republik und tritt aus dem Commonwealth of Nations aus, einen König oder eine Königin gibt es ab diesem Zeitpunkt nicht mehr.
Am 18. April 1951 wird in Paris die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl gegründet. Sie wird zur „Keimzelle“ der Europäischen Union.
Am 18. April 1906 wird Bertha von Suttner der Friedensnobelpreis überreicht, der ihr – als erster Frau – schon 1905 zugesprochen wird. Sie setzt sich jahrelang unermüdlich für den Frieden ein, schreibt den Roman Die Waffen nieder, überzeugt und inspiriert Alfred Nobel einen solchen Preis zu stiften und wird von Kritikern unter anderem als Friedensfurie bezeichnet. Mehr zu ihrer wichtigen Arbeit kann man hier lesen. Es ist ein unbeirrtes Eintreten für das, was sie für richtig und wichtig hält. Es ist im Grunde – und da liegt da Verbindung zum Anfang dieses Beitrags – ihr „hier stehe ich, ich kann nicht anders“.
Damit wünsche ich Euch einen Abend, an dem Ihr für das einsteht, was Euch wirklich wichtig ist.