19. Mai

Am 19. Mai 1906 wird der Simplon-Tunnel feierlich vom Schweizer Bundespräsidenten Ludwig Forrer und vom italienischen König Victor Emanuel III. eröffnet. Der Tunnel ist 19,8 Kilometer lang und bleibt für eine lange Zeit der längste Gebirgstunnel der Welt. Er verbindet Brig im Kanton Wallis mit Domodossola in Italien. Schon kurz nach der Eröffnung wird der Simplon-Tunnel auch vom Orient-Expreß genutzt. Damit wiederum sind – wenn auch aus späteren Jahren – ein paar interessante Geschichten verbunden, die man hier nachlesen kann.

Am 19. Mai 1919 landet Mustafa Kemal Atatürk in der anatolischen Küstenstadt Samsun. Von dort aus organisiert er den Widerstand gegen die Besatzung des Osmanischen Reiches. Der Widerstand mündet in einen Befreiungskrieg, 1923 wird die Republik Türkei gegründet.

Am selben Tag richtet Marie Elise Kayser in Magdeburg die erste Frauenmilchsammelstelle in Deutschland ein.

Am 19. Mai 1993 wird Heide Simonis zur Ministerpräsidentin von Schleswig-Holstein gewählt. Damit ist sie Deutschlands erste Ministerpräsidentin.

Am 19. Mai 1889 gründet Ernst Abbe in Jena die Carl-Zeiss-Stiftung. Ziel der Stiftung ist vor allem die Förderung naturwissenschaftlicher und mathematischer Wissenschaft in Forschung und Lehre.

Am 19. Mai 1771 kommt Rahel Varnhagen von Ense in Berlin zur Welt. Sie wird eine Schriftstellerin und Salonnière. Ein faszinierendes Thema.

Am 19. Mai 1909 kommt Sir Nicholas Winton in London zur Welt. Im Winter 1938 besucht er Prag. Er versucht den vielen Flüchtlingen in Prag zu helfen, vor allem organisiert bis zum Ausbruch des 2. Weltkriegs Kindertransporte nach England. Dadurch rettet er vielen Menschen das Leben. Hier kann man diese wichtige Geschichte nachlesen und hier kann man einige wichtige Ausschnitte der Geschichte in einem Video sehen, eine ausführlichere Dokumentation kann man hier anschauen.

Damit wünsche ich Euch einen Abend mit guten und mutigen Entscheidungen.

18. Mai

Am 18. Mai 1848 tagt die Frankfurter Nationalversammlung zum ersten Mal in der Paulskirche in Frankfurt am Main. Sie ist das vorläufige Parlament des Deutschen Reichs und das verfassungsgebende Gremium. Zum ersten Mal gibt es in Deutschland ein demokratisch gewähltes Parlament.

Im zweiten Weltkrieg wird die Paulskirche zerstört. Am 18. Mai 1948 wird die wiederaufgebaute Paulskirche eingeweiht.

Am 18. Mai 1899 beginnt in Den Haag die erste internationale Friedenskonferenz statt. Eine Konferenz, die nicht die Folgen eines Krieges regeln soll, sondern die helfen soll, Konflikte zwischen Staaten ohne Kriege zu lösen. Die Initiative für diese Konferenz geht vom russischen Zar aus. 26 Länder nehmen teil. Zum ersten Mal wird auf dieser Konferenz zu einem Zeitpunkt über Frieden diskutiert, zu dem gerade kein Krieg stattfindet.

Am 18. Mai 1883 kommt Walter Gropius zur Welt. Er wird ein Architekt und Gründer des Bauhauses.

Am 18. Mai 1897 erscheint der Roman „Dracula“ von Bram Stoker. Ebenfalls an einem 18. Mai – nämlich im Jahr 1972 – wird das Stück „Die neuen Leiden des jungen W“ von Ulrich Plenzdorf in Halle an der Saale als Theaterstück aufgeführt. Ob es zwischen diesen beiden Werken eine Verbindung gibt?

Damit wünsche ich Euch einen Abend mit friedvollen Gedanken.

17. Mai

Am 17. Mai 1620 geht in der Stadt, die heute Plowdiw heißt und in Bulgarien liegt, das erste Kinderkarussell in Betrieb. Der Asien-Reisende Peter Mundy berichtet das. Und ja, ich finde es faszinierend, dass das Karussell so alt ist – das hatte ich nämlich nicht gedacht.

Reisen ist ein gutes Stichwort, denn am 17. Mai 1861 findet die erste von Thomas Cook organisierte Reise nach Paris statt – es ist im Prinzip der Anfang der Pauschalreisen, denn die Kosten für Unterkunft und Verpflegung sind im Preis inbegriffen.

Am selben Tag führt James Clerk Maxwell in London die erste Farbfotografie vor.

Zwei Jahre später, am 17. Mai 1863 veröffentlich die Lyrikerin Rosalía de Castro die „Cantares Gallegos“ (Galicische Gesänge) in galicischer Sprache. Es ist das ihr erstes veröffentlichtes Werk in dieser Sprache. Seit 1963 ist dieser Tag auch der „Día das Letras Galegas“, ein Ehrentag für die galicische Sprache und Literatur.

Und schließlich noch: Am 17. Mai 1990 streicht die Weltgesundheitsorganisation Homosexualität von der Liste psychischer Krankheiten.

Damit wünsche ich Euch einen Abend mit guten Büchern und schönen Reiseerinnerungen.

 

16. Mai

Am 16. Mai 1960 erstrahlt zum ersten Mal ein Laser – in Malibu. Der Ingenieur und Physiker Theodor H. Maiman hat ihn entwickelt, auf der Basis der Forschung von Albert Einstein. Faszinierenderweise weiß damals noch niemand so richtig, was man damit anfangen soll. Maiman selbst spricht sogar von „einer Lösung, die ihr Problem sucht“. Aber dann erprobt ein Augenarzt den Laser in der optischen Chirurgie und schnell entwickeln sich viele Anwendungsideen.

Den 16. Mai hat die Unesco zum Internationalen Tag des Lichts erklärt. Die Begründung ist einfach: damit wird der erste Einsatz des Lasers am 16. Mai 1960 gefeiert.

Um Licht geht es interessanterweise auch in zwei Büchern, die am 16. Mai 1810 erstmalig von der Cotta’schen Verlagsbuchhandlung veröffentlich werden (die später zum Alfred Kröner Verlag gehört, den ich gestern erwähnt habe…..). An diesem Tag erscheinen nämlich die Bände der Farbenlehre von Johann Wolfang von Goethe. Von Newton, der sich schon seit einiger Zeit mit diesem Thema beschäftigt, hält Goethe nichts. Goethes Ergebnisse werden von seinen Zeitgenossen allerdings auch eher mit Spott aufgenommen. Zu Unrecht, wie sich in diesem Beitrag nachlesen läßt.

Am 16. Mai 1917 kommt Juan Rulfo in Mexico zur Welt. Er wird ein Schriftsteller und Drehbuchautor. Seine Kurzgeschichtensammlung „Der Llano in Flammen“ bringt ihm ein Stipendium der Rockefeller-Stiftung ein, der Titel passt thematisch wiederum gut zu den anderen Beiträgen des heutigen Tages.

Damit wünsche ich Euch einen Abend mit warmem Licht.

15. Mai

Gestern habe ich Edward Jenner erwähnt, heute kommt – im Prinzip in der falschen Reihenfolge – die Frau, die sich schon vor ihm, mit der Bekämpfung der Pocken beschäftigt hat. Am 15. Mai 1689 kommt Lady Mary Wortley Montagu zur Welt. Sie heiratet Edward Wortley Montagu, der später englischer Botschafter bei der Hohen Pforte in Konstantinopel wird. Mary Wortley Montagu begleitet ihren Ehemann nach Konstantinopel. Zwei Dinge aus dieser Zeit sind bemerkenswert: zum einen ihre „Briefe aus der Türkei“, die ihre Erlebnisse in und um Konstantinopel schildern (die englische Fassung kann man hier finden), zum anderen ihre dortigen Erlebnisse zum Thema „Pocken“. Dieses Thema hat sie besonders interessiert, weil ihr Bruder an Pocken erkrankt und gestorben ist, sie selber hat aufgrund einer Pockenerkrankung tiefe Narben. In Konstantinopel stellt sie zu ihrer Überraschung fest, dass die Menschen dort kaum Narben haben. Natürlich interessiert sie, wie das möglich ist und sie findet heraus, dass gesunde Menschen dort mit Eiter aus den Pockenpusteln von eher mild Erkrankten „infiziert“ werden (wohl über einen Kratzer, der häufig an den Beinen vorgenommen wird). Nach etwa zehn Tagen entwickeln die Menschen milde Symptome. Sie bleiben lebenslang gegen die Pocken immun und bekommen auch kaum Narben. Eine faszinierende Entdeckung! Sie führt läßt dieses Experiment an ihrem Sohn durchführen – erfolgreich! Zurück in England versucht sie ihre Landsleute von dieser Methode zu überzeigen. Aber man hört nicht auf sie. Dann läßt sie die Variolation an ihrer kleinen Tochter durchführen. Im Gegensatz zu normalen Erkrankten, die oft über hunderte von Pusteln haben, hat ihre Tochter nur circa 30 Pusteln. Das überzeugt auch andere und so wird die „Variolation“ zur ersten Impfung gegen Pocken und Mary Montagu Wortley zu einer Pionierin auf dem Gebiet der Pockenbekämpfung.

Am 15. Mai 1891 kommt Michail Bulgakow in Kiew zur Welt. Er wird Arzt und Schriftsteller. In einer Zeit, die politisch unruhig ist, eckt er immer wieder an. Ab 1930 werden seine Romane nicht mehr veröffentlicht, seine Theaterstücke verschwinden von den Spielplänen. Was er geschrieben hat, hat jedoch literarisch Bestand – vor allem der Roman „Der Meister und Margarita“.

Zwei weitere wichtige Schriftsteller haben am 15. Mai Geburtstag: Arthur Schnitzler kommt am 15. Mai 1862 in Wien zur Welt, Max Frisch am 15. Mai 1911 in Zürich. Besonders empfehlen möchte ich von Max Frisch „Biografie: Ein Spiel“ – das ist wirklich lesens- und sehenswert!

Und da wir gerade bei Büchern sind: am 15. Mai 1881 kommt Wilhelm Klemm in Leipzig zur Welt. Er wird ein Lyriker und Verleger. So wird er geschäftsführender Gesellschafter des Alfred Kröner Verlags und ab 1928 Inhaber der Dieterich’schen Verlagsbuchhandlung.

Damit wünsche ich Euch einen Abend mit einem guten Buch!

14. Mai

Am 14. Mai 1796 probiert der Arzt Edward Jenner etwas aus. Er impft den 8-jährigen James Phipps mit „Kuhpocken“. Die Kuhpocken hat er einer Kuhpockenpustel der an den Kuhpocken erkrankten Magd Sarah Nelmes entnommen. Sechs Wochen später „varioliert“ Jenner den Jungen mit dem Pockeneiter eines Menschen (die Variolation ist eine frühe Art der Lebendimpfung, die allerdings nicht ganz ungefährlich ist) und siehe da: James erkrankt nicht. Das ist der Anfang der Impfung, wie wir sie heute kennen.

Am 14. Mai 1878 meldet Robert Chesebrough die Marke „Vaseline“ an. Wie es dazu kommt? Der Chemiker Chesebrough sucht eine Möglichkeit, dem Bankrott zu entgehen. Deshalb will er ins Erölgeschäft einsteigen. An den Bohrgestängen fallen ihm eigenartige paraffinähnliche Rückstände auf. Die Arbeiter mögen diese Rückstände nur bedingt. Sie verstopfen nämlich die Pumpen. Aber – das haben die Arbeiter durch Zufall herausgefunden – wenn man Wunden damit bestreicht, dann heilen diese besser. Chesebrough macht sich an die Arbeit, den Grundstoff zu extrahieren – „Petroleum Jelly“ oder als Marke „Vaseline“.

Am 14. Mai 1890 wird die – heute noch existierende – Typographische Gesellschaft München gegründet. Ziel ist die Förderung von Qualität und Bildung in der Kommunikationsbranche.

Am 14. Mai 1925 erscheint Virginia Woolfs Roman „Mrs Dalloway“ in England und in den USA. Interessant ist, dass die beiden Fassungen zwar am selben Tag erscheinen, sie aber nicht identisch sind. Die englische Fassung erscheint übrigens im Verlag Hogarth Press, den Virginia Woolf und Leonard Woolf 1917 gegründet haben.

Damit wünsche ich Euch einen Abend mit guten Entscheidungen und Erkenntnissen.

13. Mai

Manche Tage bieten eine Fülle von interessanten Ereignissen, manche eher weniger……

Am 13. Mai 2009 wird die „Venus vom Hohlen Fels“ der Öffentlichkeit präsentiert. Dabei handelt es sich bei der Venus um eine gerade mal 6 Centimeter große Figur aus Mammutelfenbein, die Forschende in einer Höhle am Hohen Fels finden. Das Spektakuläre an diesem Fund ist, dass es sich um eine Figur aus der Steinzeit handelt, circa 40.000 Jahre ist die Figur alt und damit die bisher älteste bekannte Figur, die ein Mensch geschaffen hat. Hier kann man die Venus sehen, „in echt“ kann man sie in einem Museum in Blaubeuren besichtigen.

Nicht ganz so alt ist Maria Theresia. Am 13. Mai 1717 kommt sie in Wien zur Welt. Sie nicht einfach nur eine Tochter von Kaiser Karl VI., nein, sie ist als älteste überlebende Tochter auch die „Erbin“ ihres Vaters, denn ihr Vater hat die Nachfolge so zu seinen Lebzeiten geregelt. Was er nicht regeln kann – dass die anliegenden Herrscher „mitspielen“. Bald nach seinem Tod melden die Wittelsbacher und Sachsen Ansprüche an. Maria Theresias Berater sind ihr in diesem Moment keine große Unterstützung. Schließlich marschiert Friedrich der Große im Jahr 1742 in Schlesien ein. Doch Maria Theresia wehrt sich und schafft es, dass ihr Ehemann Franz Stephan 1745 zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation gekrönt wird. Und auch der von Friedrich angefangene Krieg endet für ihn nicht so positiv, wie er sich das gewünscht hat. Maria Theresia muß zwar Gebietsverluste hinnehmnen, aber sie behauptet sich als Thronerbin ihres Vaters.

Am 13. Mai 1710 wird vor den Toren von Berlin ein Quarantänelazarett gegründet. Friedrich I. befürchtet, dass die Pest nach Berlin kommt. Und wenn sie kommt, sollen die Kranken nicht in der Stadt sondern in diesem Quarantänelazarett sterben. Aber Berlin hat Glück: die Pest kommt nicht so weit. Friedrich I. erklärt daraufhin eine Hälfte zum Militärlazarett und die andere Hälfte zum Armenhaus. Dem Armenhaus gibt es den Namen „Barmherzigkeit“ – allerdings in der französischen Sprache. So entsteht die „Charité“.

Am 13. Mai 1787 verläßt der Kapitän Arthur Phillip mit der sogenannten „First Fleet“ Portsmouth in England, um Australien mit Strafgefangenen zu besiedeln. So beginnt die moderne Geschichte von Australien. Und ich frage mich gerade, wie Australien aussehen würde, wenn diese Fahrt nicht stattgefunden hätte……

Am 13. Mai 1888 unterzeichnet Prinzessin Isabella – während ihr Vater Kaiser Dom Pedro II in Europa weilt – die Lei Aurea, mit der in Brasilien die Sklaverei abgeschafft wird.

Am 13. Mai 1971 wird die Fernsehsendung Dalli Dalli zum ersten Mal ausgestrahlt. Es ist eine Sendung, an die ich mich noch gut erinnern kann (aus den späteren Jahren). Sowohl an die Sendung als auch an den Moderator, Hans Rosenthal. Es ist bewundernswert, wie viel Freude und Leichtigkeit er den Menschen durch seine Sendungen vermitteln kann, obwohl sein Leben – gerade in der Zeit von 1933 bis 1945 – gar nicht leicht war.

Damit wünsche ich Euch einen Abend, an dem ihr anderen Menschen eine Freude bereiten könnt.

12. Mai

Am 12. Mai 1664 wird „Le Tartuffe“ von Molière im Schloss Versailles aufgeführt. Ludwig XIV. ist bei der Aufführung dabei. Ob sie ihm gefallen hat? Anscheinend nicht, denn das Stück wird nach der ersten (und einzigen) Aufführung verboten – von Ludwig XIV. persönlich. Auch eine zweite geänderte Fassung erleidet dieses Schicksal. Erst die dritte (abgemilderte) Fassung darf gespielt werden……

Oskar Graf ergeht es am 12. Mai 1933 anders. Er ist nach Wien ins Exil gegangen, er kritisiert die Nationalsozialisten wo er nur kann. Und trotzdem empfehlen die ihn als Autor. Er ist empört. Und fordert: „Verbrennt mich!“ Und meint damit natürlich seine Bücher – die übrigens gleichzeitig auch auf der „schwarzen Liste“ stehen…….

Am 12. Mai 1847 gründet der aus Meppen stammende Buchhändler Ferdinand Schöningh in Paderborn den Verlag Ferdinand Schöningh. Interessanterweise gibt es zumindest einen Brief von Oskar Graf an den Verlag.

Am 12. Mai 1551 wird in Lima die „Universidad Nacional Mayor de San Marcos de Lima“ gegründet. Sie ist die älteste durchgehend existierende Universität auf dem amerikanischen Kontinent.

Die Universität in Krakau ist allerdings älter. Am 12. Mai 1364 gründet der polnische König Kasimir III. dort eine Universität.

Am 12. Mai 1803 kommt Justus Liebig (später Justus von Liebig) in Darmstadt zur Welt. Er wird ein erfolgreicher Chemiker und Universitätsprofessor. Tatsächlich denke ich bei Liebig sofort an „Brühe“, konkret entwickelt er das Herstellungsverfahren für „Fleischextrakt“, aber auch an der Entwicklung von Backpulver und der Entdeckung von Chloroform ist er beteiligt.

Am 12. Mai 1820 kommt Florence Nightingale in Florenz zur Welt. Sie wird  Krankenschwester und Begründerin der modernen Krankenpflege. Ihre Arbeit ist tatsächlich beeindruckend. Von daher passt es gut, dass der 12. Mai – ihr Geburtstag – auch der Welttag der Pflege ist.

Damit wünsche ich Euch einen Abend, an dem Ihr Eure Pläne mutig umsetzt.

 

11. Mai

Am 11. Mai 1689 wird in London die „Glorious Revolution“ gekrönt und das im wahrsten Sinne des Wortes. An diesem Tag werden nämlich Wilhelm von Oranien und Maria in einer Doppelkrönung gekrönt. Was daran gut ist? Das englische Parlament hat den niederländischen Wilhelm, der mit einer Tochter des englischen Königs verheiratet ist, um Unterstützung gebeten – gegen den englischen König. Und Wilhelm kommt und hilft. Die Krönung von Wilhelm und Maria findet erst statt, nachdem beide – im Januar 1689 – der Bill of Rights zugestimmt haben. Es ist der Beginn eines Prozesses, der zur konstitutionellen Monarchie in England führt. Eine spannende Krönung, nicht wahr?

Am 11. Mai 1720 kommt jemand zur Welt, der gut Geschichten erzählen kann. Wahrscheinlich kennen die meisten von uns den Namen, aber vielleicht nicht unbedingt die Geschichten. Gemeint ist Hieronymus Carl Friedrich von Münchhausen, der in Bodenwerder zur Welt kommt. Schnell wird er als fantasiereicher Erzähler bekannt. 1761 werden die ersten „Münchhausiaden“ veröffentlicht – einige später auch in englischer Sprache, weil einer seiner Gäste wegen eines Diebstahls nach England fliehen muß. Gottfried August Bürger übersetzt diese Geschichten in die deutsche Sprache, fügt noch weitere hinzu und macht den Baron von Münchhausen damit zur Legende.

Was die Herren wohl beim Erzählen getrunken haben? Asbach Uralt wird es jedenfalls nicht gewesen sein, denn Hugo Asbach gründet das Unternehmen erst am 11. Mai 1892 in Rüdesheim am Rhein. Eine interessante Geschichte!

Manches kann man vielleicht nur mit Alkohol ertragen. Ob das Musical „Cats“ dazugehört? Es wird jedenfalls am 11. Mai 1981 in London uraufgeführt.

Am 11. Mai 1904 kommt Salvador Dalí in Figueres zur Welt. Er wird ein berühmter Künstler und ein wichtiger Vertreter des Surrealismus. Einige seiner Werke kann man hier sehen. In Figueres wird er ein besonderes Museum einrichten. Ein spannendes Haus – sowohl innen mit seinen Werken als auch außen mit einer besonderen Gestaltung.

Damit wünsche ich Euch einen Abend mit phantasievollen und gelungenen Geschichten.

 

10. Mai

Am 10. Mai 1872 wird Victoria Woodhull Martin in den Vereinigten Staaten offiziell als Präsidentschaftskandidatin der „Equal Rights Party“ nominiert. Allerdings erfüllt sie weder das Mindestalter von 35 Jahren, noch kann sie als Frau überhaupt gewählt werden. Ihr „Running Mate“ (also der Vize-Präsident im Falle einer Wahl) soll Fredrick Douglass sein. Wenig überaschend wird sie zur Wahl am 5. November 1872 nicht zugelassen. Aber immerhin: sie hat es versucht!

Am 10. Mai 1949 fällt der Parlamentarische Rat eine wichtige Entscheidung: Bonn soll der provisorische Regierungssitz werden. Die Entscheidung ist allerdings relativ knapp: 29 stimmen für Frankfurt am Main, 33 für Bonn. Das letzte Wort zu diesem Thema wird allerdings der Bundestag haben.

Am 10. Mai 1954 wird das Bundesarbeitsgericht in Kassel mit einem Festakt offiziell eröffnet, seine Arbeit hat das Gericht bereits im April aufgenommen. Mittlerweile hat das Gericht seinen Sitz in Erfurt.

Am 10. Mai 2005 wird in Berlin das „Denkmal für die ermordeten Judeneingeweiht, ab dem 12. Mai 2005 ist es öffentlich zugänglich.

Am 10. Mai 1872 kommt Marcel Mauss in Épinal zur Welt. Er wird ein Soziologe, Ethnologe und Religionswissenschaftler. Er erforscht das „Geschenk“ und schreibt darüber das Buch „Die Gabe“ (L’Essai sur le don). Er spricht insoweit auch von einer Ökonomie des Schenkens. Ich werde ihm und seinem Thema in dem sehr interessanten Buch „The gift“ von Lewis Hyde begegnen.

Damit wünsche ich Euch einen Abend, an dem Ihr den Menschen, die Euch wichtig sind, Aufmerksamkeit schenkt.