29. März

Am 29. März 1638 gründen schwedische Siedler angeführt von Peter Minuit die erste Kolonie mit dem Namen „Neu-Schweden“ (beziehungsweise New Sweden) auf dem Gebiet des heutigen US-Bundesstaates Delaware. Peter Minuit stammt ursprünglich aus Wesel, spätestens ab dem Jahr 1615 ist er jedoch in Utrecht zu finden und betätigt sich dann als Geschäftsmann in den Kolonien in Nordamerika. So kommt es auch, dass er im Auftrag des schwedischen Kanzlers Oxenstierna die schwedische Kolonie gründet. Ich finde das ziemlich spannend, weil ich bisher noch nichts von einer schwedischen Kolonie mitbekommen habe.

Um eine Kolonie geht es auch am 29. März 1867. An diesem Tag beschließt das britische Parlament das Verfassungsgesetz (Constitution Act) mit dem Kanada als eigenständige Kolonie begründet wird. Den Namen „Constitution Act“ trägt das Gesetz allerdings erst seit 1982, am 29. März 1867 wird es als „British North America Act“ beschlossen. Das Gesetz ist Teil der kanadischen Verfassung und regelt zum Beispiel, dass es in Kanada ein Unterhaus und einen Senat gibt, das Justizsystem und implizit auch die Zweisprachigkeit Kanadas.

Am 29. März 1894 endet in Berlin die Gründungsversammlung des Bundes Deutscher Frauenvereine (BDF). Dabei handelt es sich um eine Dachorganisation der bürgerlichen Frauenbewegung, die das Interesse der Frauen an Bildung, besseren Arbeitsbedingungen und Partizipation fördern soll. In die Satzung werden nur Punkte aufgenommen, die alle Mitgliedervereine erfüllen können, dementsprechend können sozialistische Frauenvereine dem Bund nicht angehören, Arbeiterinnen sind jedoch willkommen. Erste Vorsitzende des Bundes ist Auguste Schmidt.

Am 29. März 1911 kommt Freya von Moltke in Köln zur Welt. Sie wird Juristin und Schriftstellerin. Vor allem aber macht sie sich – zusammen mit ihrem Mann und Freunden – Gedanken über eine demokratische Gesellschaft in Deutschland nach dem Nationalsozialismus. Daraus entwickelt sich der Kreisauer Kreis.

Am 29. März 1902 kommt Marcel Aymé zur Welt, ein französischer Erzähler und Dramatiker. Ich mag vor allem seine Erzählungen (Les contes du chat perché) und seinen Roman „Die grüne Stute“ (La jument verte). Alles Zufallsfunde, die ich irgendwann in Frankreich oder Belgien in Buchhandlungen entdeckt habe…..

Damit wünsche ich Euch einen Abend mit wunderbaren Entdeckungen und Erkenntnissen.

 

 

28. März

Am 28. März 1566 wird der Grundstein für Valletta gelegt – der damalige Großmeister des Malteserordens Jean de la Vallette gibt ihr seinen Namen, die Fertigstellung erlebt er allerdings nicht mehr, er stirbt bereits zwei Jahre nach der Grundsteinlegung. 20 Jahre dauern die Arbeiten – finanziell unterstützt von Papst Pius und dem spanischen König – bis die Stadt fertig gebaut ist. Schon im Jahr 1571 wird Valletta die maltesische Hauptstadt (und bleibt das auch bis heute). 1980 wird Valletta dann – verdientermaßen – Unesco Weltkulturerbe. Die Stadt ist historisch einfach sehr interessant.

Am 27. März 1849 verabschiedet die Frankfurter Nationalversammlung in der Paulskirche die Frankfurter Reichsverfassung, die auch als Paulskirchenversammlung bezeichnet wird – am 28. März 1849 wird sie verkündet. Besonders interessant ist, dass in diesem Dokument im Abschnitt VI ab § 130 tatsächlich Grundrechte enthalten sind – zum Beispiel in § 137, dass alle Deutschen vor dem Gesetz gleich sind, in § 139 die Abschaffung der Todesstrafe mit Ausnahme von Regelungen im Kriegs- und Seerecht, in § 142 das Briefgeheimnis und in § 143 Meinungsfreiheit in einer Formulierung, die der heutigen durchaus ähnlich ist.

Auch das Thema „Schule“ wird in den §§ 152 bis 158 geregelt, hier geht es allerdings um das Recht zum Beispiel Volksschulen kostenfrei zu besuchen. Eine Schulpflicht gibt es in Preußen schon länger, in Frankreich wird die Schulpflicht am 28. März 1882 eingeführt.

Apropos Frankreich: Cyrano de Bergerac habe ich in meinem Beitrag vom 6. März bereits erwähnt. Am 28. März 1990 geht es auch um ihn – zumindest „indirekt“ – denn an diesem Tag läuft in Frankreich der gleichnamige Kinofilm an, der auf dem Theaterstück von Edmond Rostand beruht. Den Film habe ich mir damals natürlich angeschaut.

März 1944. Astrid Lindgren hat sich den Fuß verstaucht und muß das Bett hüten. Als Geburtstagsgeschenk für ihre Tochter beginnt sie am 28. März die Geschichte von Pippi Langstrumpf aufzuschreiben – das Original schenkt sie ihrer Tochter zum Geburtstag am 21. Mai, eine Kopie schickt sie an einen Verlag, der ihr Manuskript jedoch ablehnt. Eine überarbeitete Version erscheint im Jahr danach bei einem anderen Verlag und wir alle wissen, was daraus geworden ist.

Ob Peter Suhrkamp die Besonderheit und den Charme dieser Geschichte erkannt hätte? Er kommt jedenfalls am 28. März 1891 zur Welt und wird ein deutscher Verleger. Ab 1932 arbeitet er zunächst im S. Fischer Verlag. 1936 kauft er von Gottfried Bermann Fischer den Teil des Verlages, den dieser nicht nach Wien transferieren kann. 1942 muß er das Unternehmen auf Druck der Nationalsozialisten in Suhrkamp Verlag umbenennen, die gleichzeitig ergangenen Autorenverbote mißachtet Peter Suhrkamp jedoch – was ihn ins Gestapo-Gefängnis und später ins Konzentrationslager Sachsenhausen bringt. Verschiedene Menschen setzen sich für ihn ein und im Februar 1945 wird er in ein Krankenhaus gebracht. Im Oktober 1945 erhält er eine neue Verlagslizenz.

Damit wünsche ich Euch einen Abend mit Mut zu neuen Anfängen und zu überraschenden Gedanken und Ideen.

27. März

Der 27. März ist der Welttheatertag. Im Jahr 1961 hat das Internationale Theaterinistitut ITI diesen Tag initiiert, seitdem wird er gefeiert – jedes Jahr mit einer konkreten Botschaft. Die Botschaften der vergangenen Jahre und vor allem die Menschen, die diese Botschaften überbracht haben, kann man hier nachlesen, die Botschaft für dieses Jahr findet man (in deutscher Sprache) hier und ich finde, dass sie lesenswert ist.

Dass auch Heinrich Mann, der am 27. März 1871 in Lübeck zur Welt kommt, sich mit dem Theater beschäftigt, war mir bis eben nicht bewußt. Aber es passt gut zu diesem Tag. Wirklich erfolgreich ist er in diesem Bereich allerdings nicht, der Theaterkritiker Alfred Kerr ist da sehr deutlich in seinen Äußerungen. Tatsächlich sind es vor allem seine Romane, die seinen literarischen Ruhm begründen, eine gute Auflistung und Beschreibung einiger dieser Romane findet sich hier. Interessant finde ich auch, dass sein Leben gar nicht so gut bekannt ist – ganz im Gegenteil zu seinem jüngeren Bruder Thomas.

Am 27. März 1909 kommt Golo Mann, der Sohn von Heinrich Manns jüngerem Bruder Thomas Mann, in München zur Welt. Er wird Historiker und als solcher wiederum Schriftsteller. Sein Werk „Wallenstein. Sein Leben erzählt von Golo Mann“ hat er selbst als „wahren Roman mit Lücken“ bezeichnet. Wahr, weil nichts erfunden wird, Roman, weil erzählt wird und mit Lücken, weil die historische Überlieferung unvollständig ist. Das ZDF verfilmt diesen wahren Roman übrigens im Jahr 1978.

Zwei Jahre vor Golo Manns Geburt wird in Berlin ein Ort eröffnet, den auch ich schon öfter und gerne besucht habe – das KaDeWe oder auch Kaufhaus des Westens.

Am 27. März im Jahr 196 vor Chr. treffen sich ägyptische Priester zu einer Synode in Memphis. Bei dieser Synode verabschieden sie ein Dekret, das in drei Sprachen auf einem Stein festgehalten wird – dem Stein von Rosetta (oder auch Rosette). Dieser Stein wird 1799 von französischen Truppen entdeckt. Zum Rosetta-Stein und seiner Geschichte und Bedeutung gibt es eine interessante virtuelle Ausstellung.

Damit wünsche ich Euch einen Abend voller Neugier und spannenden Entdeckungen.

 

26. März

Noch einmal Europa, denn am 26. März 1995 tritt das Schengener Abkommen in Kraft. Damit verschwinden die Grenzpfähle und die Grenzkontrollen. Ich kann mich noch gut an diese Zeit erinnern.

Am 26. März 127 beginnt die Geschichte der Astronomie – zumindest die uns bekannte Geschichte der Astronomie. Claudius Ptolemäus – von dem wir sonst wenig wissen – beginnt an diesem Abend im ägyptischen Alexandria, seine astronomischen Beobachtungen zu notieren. Er erschafft einen Sternenkatalog mit 48 Sternen – den Almagest, die sich alle um die Erde drehen sollen. Nur passen die Bewewegungen der Sterne nicht zu den von ihm erwarteten Bahnen. Bis zum 2. Februar 141 notiert er seine Beobachtungen. Sein geozentrisches Weltbild wird erst circa 1500 Jahre später zugunsten des heliozentrischen Weltbilds verworfen.

William Caxton lernt in den Jahren 1471 und 1472 in Köln die Kunst des Buchdrucks. Nach einer Zeit in Brügge kehrt er nach England zurück und beginnt auch dort, Bücher zu drucken. Damit ist er der erste englische Drucker. Am 26. März 1484 erscheint in England die von ihm gedruckte englischsprachige Fassung der Fabeln von Aesop. Hier kann man sich den Druck sogar anschauen.

Am 26. März 1905 kommt Viktor Frankl in Wien zur Welt. Er wird ein Neurologe und Psychiater und auch ein Autor. Am 25. September 1942 werden er, seine Frau und seine Eltern ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Er übernimmt dort – zusammen mit Regina Jonas die psychologische Betreuung der Neuankömmlinge. Im Oktober 1944 wird er nach Ausschwitz gebracht, wenige Tage später in ein Außenlager des Konzentrationslagers Dachau. Seine Familie überlebt nicht, er schon. Nach dieser Zeit schreibt er ein Buch mit dem Titel „…trotzdem Ja zum Leben sagen“ und dem Untertitel „Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager.“ Es ist einige Jahre her, das ich das Buch gelesen habe. Es hat mich sehr beeindruckt – auch, weil das Überleben oft in scheinbar „kleinen“ Dingen steckt, zum Beispiel darin, sich auch bei Kälte täglich zu waschen. Nicht aufzuhören mit diesen täglichen Dingen. Dieser Satz mag hier und jetzt banal klingen, im Buch hat er für mich eine besondere Eindrücklichkeit erreicht. Und ja, nach der Lektüre des Buches habe ich mich mit Resilienz beschäftigt – was wiederum gut zu Viktor Frankl passt, denn das ist sein Thema, auch wenn er diesen Begriff nicht verwendet.

Am 26. März 1953 berichtet Dr. Jonas Salk von einem bedeutenden Durchbruch: er hat erfolgreich einen Impfstoff gegen Polio (Kinderlähmung) getestet. Im folgenden Jahr beginnen die klinischen Tests, kurz danach kann der Impfstoff eingesetzt werden.

Damit wünsche ich Euch einen Abend mit Zuversicht, innerer Klarheit und Resilienz.

25. März

Reden wir über Europa! Denn der 25. März ist tatsächlich für Europa – oder zumindest für das, was wir heute als Europäische Union bezeichnen – ein wichtiger Tag. Am 25. März 1957 unterzeichen Frankreich, Italien, Belgien, Luxemburg, die Niederlande und Deutschland die Römischen Verträge. Dies ist die eigentliche Geburtsstunde der Europäischen Gemeinschaft und damit der heutigen Europäischen Union. Mehr zum Hintergrund kann man hier nachlesen.

Auch für Griechenland – mittlerweile ein selbstverständlicher Teil der Europäischen Union – ist der 25. März ein wichtiger Tag – sogar zweifach. Am 25. März 1821 beginnt die griechische Revolution. Am 25. März 1924 wird die Republik ausgerufen (und der König entthront). Heute ist der 25. März in Griechenland ein Feiertag und zwar einmal als Tag der Unabhängigkeit in Erinnerung an den 25. März 1821 und als Tag, an dem das (kirchliche) Fest der Verkündigung gefeiert wird.

Am 25. März 1969 verkünden John Lennon und Yoko One ihr erstes „Bed-In“ in einem Hotel in Amsterdam. Ihr Ziel ist es, mit dieser Kunstaktion gewaltfrei gegen Krieg und für Frieden zu protestieren. Tatsächlich mußte ich beim „Bed-In“ an die Zeremonie des „Lever du Roi“ denken……

Am 25. März 1965 endet der Protestmarsch amerikanischer Bürgerrechtler von Selma nach Montgomery – mit Martin Luther King an der Spitze. Er spricht dort von Freiheit und zwar von der Freiheit, Bürgerrechte wahrnehmen und wählen zu können. Einen kleinen Teil der Rede kann man hier sehen, hier kann man die Rede (in englischer Sprache) lesen.

Damit wünsch ich Euch einen Abend voller Mut, für Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit einzutreten.

 

24. März

Manchmal sind es kleine Dinge, die große Auswirkungen haben können. Das trifft auch für den 24. März zu. Denn an diesem Tag im Jahr 1882 berichtet Robert Koch vor der Physiologischen Gesellschaft in Berlin von einer Entdeckung – er hat nämlich den Tuberkulose-Erreger gefunden. Ein wichtiger Durchbruch für die medizinische Forschung! Den wesentlichen Inhalt seines Vortrages vom 24. März kann man hier nachlesen. Besiegt ist die Krankheit Tuberkulose damit noch nicht, aber in den meisten Fällen heilbar. Das ist gegenüber vergangenen Zeiten schon ein großer Fortschritt. In Heidelberg gibt es übrigens ein Tuberkulose-Museum.

Seit 1996 ist der 24. März auch der Welttuberkulosetag der WHO.

Am 24. März 1494 kommt Georg Bauer zur Welt, der sich später Georg Agricola nennt – nach dem lateinischen Wort für „Bauer“. Er wird Arzt, Apotheker und Wissenschaftler. Besonders die Mineralogie und die Geologie sind seine Leidenschaft, er gilt als Begründer der modernen Wissenschaft in diesen Bereichen. Besonders ist auch, dass er sein Wissen nicht mündlich weitergibt, sondern in Büchern festhält.

Am 24. März 1756 erlässt Friedrich der Große den „Kartoffelbefehl“. Die Kartoffel ist zu diesem Zeitpunkt in Europa schon bekannt, aber in keiner Weise beliebt. Friedrich erlässt zum einen den Kartoffelbefehl, zum anderen arbeitet er angeblich mit einer List – er läßt die Kartoffelfelder bewachen. Alle denken nun, dass die Kartoffeln wertvoll sind. Sie stehlen sie und bauen sie an. Ob das stimmt? Wer weiß. Was aber stimmt: dass sich die Kartoffeln innerhalb kurzer Zeit in Deutschland verbreiten. Heute sind sie von unserem Speiseplan kaum wegzudenken.

Am 24. März 1874 kommt der Mensch zur Welt, der als „Houdini“ die Menschen fesseln und bezaubern wird. Erik Weisz heißt er, bevor er zu Houdini wird. Seine Geschichte klingt faszinierend.

Damit wünsche ich Euch einen bezaubernden Abend.

 

23. März

Überall revolutionäre Tendenzen! Am 23. März 1848 erklärt sich Venedig von Österreich unabhängig, es entsteht – bis zum Sommer 1849 – die Repubblica di San Marco.

Schon am 23. März 1821 findet die friedliche Befreiung von Kalamata statt, dies ist im Prinzip der Auftakt zur griechischen Revolution, die auch als griechischer Unabhängigkeitskrieg bezeichnet wird. Ziel der Griechen ist es, sich von der osmanischen Herrschaft befreien.

Fast schon eher lustig finde ich den (unblutigen) Madrider Hutaufstand (allein der Name!!), der am 23. März 1766 ausbricht. Hintergrund dieses Aufstands ist ein Verbot, einen runden breitkrempigen Hut und einen langen Mantel zu tragen. Männer sollen statt dessen einen Dreispitz und einen kurzen Mantel tragen.

Okay? Wenn Ihr Euch fragt, was diese Frage hier soll, dann sage ich nur: am 23. März taucht die Abkürzung „o.k.“ zum ersten Mal auf und zwar in der Boston Morning Post. Die Geschichte dahinter ist nett: einige Zeitungsleute haben eine Vorliebe für Abkürzungen und manche sogar für fehlerhafte Abkürzungen. Aus einem „all correct“ wird ein „oll korrect“ und damit ein „ok“ und das hat sich im Laufe der Zeit bis zu uns durchgesetzt. Ziemlich ok, oder?

Etwas ernster geht es am 23. März 1782 zu. An diesem Tag erscheint der Roman „Gefährliche Liebschaften“ (oder auch „Les Liaisons dangereuses“) von Choderlos de Laclos. In 175 Briefen erzählt Choderlos de Laclos die Geschichte zweier Intrigen. Wenig überraschend ist das Buch ein Skandalerfolg, es folgen viele weitere Auflagen. Ich erinnere mich noch an den Kinofilm, das Buch habe ich allerdings (noch) nicht gelesen.

Thematisch in eine ganz andere Richtung geht es am 23. März 1743: an diesem Tag wird der Messias von Georg Friedrich Händel zum ersten Mal in London aufgeführt. Hier kann man ein Stück – nämlich das berühmte „Halleluja“ – hören. Während meiner Schulzeit habe ich den Messias im Schulchor mitgesungen, an das „Halleluja“ kann ich mich besonders gut erinnern – auch wenn das schon lange her ist.

Damit wünsche ich Euch einen Abend voller schöner Überraschungen!

 

22. März

Der 22. März ist seit der Weltwassertag – im Jahr 1992 wird dieser Tag beschlossen, im Jahr 1993 erstmals begangen. Ziel dieses Tages ist, die Wasserkrise nicht nur als ökologisches Problem zu verstehen, sondern auch als humanitäre und politische Aufgabe.

Mit Wasser hat auch der Jurist, Theologe und politische Philosoph Hugo Grotius zu tun, allerdings mit Meerwasser. Im Jahr 1609 veröffentlich er die Schrift „Mare Liberum“. Auf den ersten Blick geht es darin um den freien Seehandel, der für die Niederlande schon damals besonders wichtig ist. In der Schrift und in dem Begriff steckt allerdings auch ein völkerrechtliches Konzept, das noch heute Anwendung findet. Nur der Küstenstreifen unterliegt der territorialen Gewalt eines Staates, das Meer an sich ist herrschaftsfrei. Aber darum geht es heute nicht. Im Jahr 1619 wird er wegen Landesverrats gefangen genommen und zu lebenslangem Kerker verurteilt. Seine Familie darf ihn in den Kerker begleiten, außerdem darf er seine wissenschaftlichen Tätigkeiten fortführen und sich Bücher schicken lassen und diese wieder zurückgeben. Diese Möglichkeit nutzt er am 22. März 1621 zur Flucht. In einer Bücherrückgabekiste versteckt (statt der zurückzugebenden Bücher) kann er den Kerker verlassen und kommt über Antwerpen nach Paris.

Und noch einmal geht es um Wasser und auch hier wieder um Meerwasser. Am 22. März 1595 erreicht Walter Raleigh mit seinem Schiff Trinidad. Es wird gemeinhin behauptet, dass er bei dieser Reise den Asphaltsee entdeckte und mit dem Asphalt sein Schiff repariert. Den Asphaltsee gibt es wirklich und wird er auch schon sehr lange für verschiedene Zwecke genutzt. Ob Walter Raleigh ihn wirklich entdeckt und genutzt hat, ist nicht so klar, da er den See in seinen Aufzeichnungen wohl nicht erwähnt.

Zählen auch Tränen zu Wasser? Am 22. März 1848 zeichnet der Maler Adolph von Menzel die Aufbahrung der Märzgefallenen (vom 18. März 1848) auf dem Gendarmenmarkt. Es ist eines der wenigen in Deutschland entstandenen Revolutionsgemälde und – wenn auch unvollendet – ist es eine wichtige Dokumentation dieses Ereignisses.

Am 22. März 1459 kommt der spätere Kaiser Maximilian zur Welt. 1477 heiratet Maximilian Maria von Burgund. Was zunächst nach einer rein dynastischen Entscheidung aussieht, ist für beide tatsächlich mit großer Zuneigung verbunden. Umso mehr trauert Maximilian als seine Frau schon 1482 an den Folgen eines Reitunfalls stirbt.

Am 22. März 1663 kommt August Hermann Francke in Lübeck zur Welt. Er wird ein evangelischer Theologe, Pädagoge und Kirchenlieddichter. An der Theologischen Fakultät in Halle wird er Professor für Griechisch, orientalische Sprachen und später auch Theologie. Sein Lebenswerk ist die Gründung der Franckeschen Stiftungen in Halle, aus einer Armenschule entsteht etwas, das  nicht umsonst als „europaweit einzigartiger Bildungskosmos“ bezeichnet werden. Ein Ort, den ich mir irgendwann noch anschauen muß! Und zum Thema Wasser: die Saale ist nicht wirklich weit weg.

Über Wasser – nämlich über die Wupper – führt die Müngstener Brücke. Am 22. März 1897 wird das Richtfest der Brücke gefeiert, die damals noch nicht diesen Namen trägt.

Damit wünsche ich Euch einen Abend mit gutem und sauberem Wasser und fröhlichen oder zumindest tröstenden Gedanken.

 

 

 

21. März

Seit dem Jahr 2000 ist der 21. März der Welttag der Poesie. Ich habe das heute Morgen eher zufällig gelesen und mir für meinen Blogbeitrag notiert. Ich finde den Gedanken schön, dass es einen solchen Welttag gibt. An diesem Tag sollen Dichter*innen gefeiert werden, die Traditionen mündlicher Rezitationen und auch die Verbindung zwischen Poesie und anderen Künsten sollen gepflegt und sichtbar gemacht werden. Ich hoffe, dass das funktioniert!

Zu diesem Tag passt gut, dass der Dichter und Schriftsteller Jean Paul – der eigentlich Johann Paul Friedrich Richter heißt – am 21. März 1763 in Wunsiedel zur Welt kommt. Sein erster großer Erfolg ist der Erfolg „Hesperus oder 45 Hundsposttage“ und – weil die Zahl 45 im Titel vorkommt – habe ich darüber schon in meinem Blogprojekt 2022 etwas geschrieben. Gelesen habe ich den Roman noch nicht, aber die Geschichte, dass ein Hund die Briefe (deswegen Hundsposttage) bringt (allerdings wohl nicht schreibt), finde ich schon interessant. Mal sehen, wann ich endlich dazu kommen, diesen Roman zu lesen. Jean Paul ist aber auch ein Dichter: für heute möchte ich daher auf das Gedicht „Still blickt der Himmel….“ hinweisen, ich finde es wirklich schön!

Am 21. März 1790 schafft die französische Nationalversammlung die äußerst unbeliebte Salzsteuer („Gabelle“) ab. Was ich zusätzlich interessant finde: ein derartiges Salzmonopol führt 1930 in Indien dazu, dass Gandhi sich zusammen mit anderen Menschen auf den berühmten Salzmarsch begibt. Am 12. März habe ich das erwähnt.

Am 21. März 1804 tritt der französische Code Civil in Kraft. Interessanterweise handelt es sich nicht nur um ein „Bürgerliches Gesetzbuch“ (wie später das deutsche BGB), vielmehr enthält der Code Civil auch persönliche Freiheitsrechte, zum Beispiel in Artikel 8 – dort heißt es „Jeder Franzose soll die Zivilrechte genießen.“

Am 21. März 1467 kommt Barbara Pirckheimer zur Welt. Sie lernt gerne und gut. Mit 12 Jahren tritt sie in Nürnberg in das Kloster der heiligen Klara ein und nennt sich Caritas. Im Kloster kann sie weiter lernen und sie wird gefördert. Schließlich wird sie sogar Äbtissin. Als die Reformation nach Nürnberg kommt, verhandelt sie mit Melanchton über das Schicksal des Klosters. Zudem schreibt sie – neben vielen Briefen – auch die Schrift „Denkwürdigkeiten aus dem Reformationszeitalter“. Während ihrer Zeit als Äbtissin entsteht auch eine Chronik des Klosters. Wirklich eine besondere und eine besonders gebildete Frau!

Damit wünsche ich Euch einen Abend voller Poesie und guten Worten.

 

20. März

Von den meisten Menschen, die vor langer Zeit zur Welt gekommen sind, kennen wir das Geburtsdatum nicht. Wenn sie im Laufe ihres Lebens – aus welchen Gründen auch immer – Bedeutung erlangt haben – wird uns zumeist wenigstens der Todestag überliefert. Die fehlenden Angaben zum Geburtstag sind für mein Blogprojekt durchaus eine Herausforderung. Umso mehr freue ich mich über die Ausnahmen von dieser „Regel“.

Am 20. März im Jahr 43 v. Chr. kommt Ovid zur Welt. Im Internet habe ich an einer Stelle gerade die Angabe -0043 gesehen und das trifft es meines Erachtens gut, auch wenn eine solche Jahresangabe unüblich ist. Ovid, der eigentlich Publius Ovidius Naso heißt, wird ein Dichter. Und zwar ein sehr erfolgreicher Dichter mit vielen Werken. Sein Werk läßt sich in drei unterschiedliche Phasen unterteilen. In der ersten Phase wird er zum Vater der Ratgeberliteratur – er schreibt die „Liebeskunst“ (im Original Ars amatoria) – ein Lehrgedicht in drei Büchern, das sehr freizügig und ironisch berichtet, wie Frauen und Männer erfolgreich zueinander finden. Hier kann man dieses interessante Werk übrigens nachlesen. In der mittleren Phase schreibt Ovid das Werk, für das er noch heute am bekanntesten ist – die Metamorphosen. Dabei handelt es sich um mythologische Verwandlungsgeschichten in Gedichtform. In der letzten Phase – da hat Kaiser Augustus in schon verbannt – folgen Klagelieder, die sogenannten Tristia. Sein Werk wird über die Jahrhunderte hinaus viele Dichter, Schriftsteller und Künstler beeinflussen.

Am 20. März 1828 kommt Henrik Ibsen in Kristiania, dem heutigen Oslo, zur Welt. Er begründet das Theater der Moderne. Das Theater ist nun nicht mehr Ablenkung für gelangweilte Menschen, sondern hinterfragt gesellschaftliche Annahmen und Konflikte. Hochaktuell finde ich sein Stück Ein Volksfeind, ich habe es vor gar nicht so langer Zeit im Theater Krefeld-Mönchengladbach gesehen.

Ab Juni 1851 erscheint in der Zeitschrift „The National Era“ eine Geschichte von Harriet Beecher Stowe gegen die Sklaverei als Fortsetzungsroman. Die Geschichte trägt den Namen „Onkel Toms Hüte“ beiehungsweise „Uncle Tom’s Cabin“. Noch bevor alle Fortsetzungen in der Zeitung erschienen sind, erscheint der Roman am 20. März 1852 als Buch mit einer Auflage von 5000 Stück. Binnen 48 Stunden ist das Buch vergriffen. Das Buch wird zum Bestseller.

Am 20. März 1800 informiert Alessandro Volta die Royal Society in London über eine von ihm entwickelte Stromquelle – die sogenannte Voltasche Säule, eine elektrische Batterie. Volta gilt als Erfinder der Elektrizitätslehre, nach ihm wird die Einheit für elektrische Spannung Volt benannt.

Spannungsreich ist auch das Jahr 1525 in Memmingen. Am 15. und am 20. März 1525 treffen sich 50 Vertreter oberschwäbischer Bauerngruppen in Memmingen. Am 20. März verabschieden sie die 12 Artikel. Drucke dieser 12 Artikel verbreiten sich rasend schnell im gesamten Reich. Die 12 Artikel gelten als die ersten schriftlich niedergeschriebenen Menschenrechte der Welt, die Versammlung in Memmingen als erste Verfassunggebende Versammlung in Deutschland. Eine sehr spannende Geschichte, die ich im letzten Jahr unter anderem in der Ausstellung in Memmingen verfolgt habe.

Damit wünsche ich Euch einen Abend voller Hoffnung und Zuversicht.