26. Februar

Den Februar habe ich jetzt fast geschafft. Gar nicht so schlecht. Mal schauen, wie weit ich komme….

Am 26. Februar 1808 kommt Honoré Daumier in Marseille zur Welt. Ich mag vor allem seine Karikaturen. Die erste Zeichnung von Daumier sehe ich 1991 in Köln in der Anwaltskanzlei, in der ich mein Praktikum absolviere (und danach dann auch weiter „jobbe“). „Mein“ Anwalt ist sehr kunstinteressiert und so hängt da auch ein Druck von Daumier, natürlich mit einer Justizszene. Ich mag den Druck sehr und so besuche ich einige Jahre später in Berlin (da bin ich schon längst nicht mehr in dieser Kanzlei) die Daumier-Ausstellung im Liebermann-Haus am Brandenburger Tor und vor zwei Jahren dann auch die Ausstellung im Frankfurter Städel-Museum.

Am 26. Februar 1901 erscheint das Werk „Buddenbrooks“ von Thomas Mann in zwei Bänden. In Lübeck ist das ein Skandal – zuviele erkennen sich (vermeintlich) in dem Roman wieder. Es kursieren sogar „Schlüssellisten“. Richtig erfolgreich wird der Roman aber erst ab 1903 als er in einem Band erscheint. 1929 erhält Thomas Mann dafür den Literatur-Nobelpreis.

An einem 26. Februar – nur einige Jahre früher – nämlich im Jahr 1564 wird der englische Dichter und Dramatiker Christopher Marlowe in Canterbury getauft. Er wird als Vater des englischen Dramas und als wichtiger (möglicherweise sogar als wichtigster) Vorläufer von William Shakespeare angesehen. Über seinen Tod weiß man alledings wenig, er erscheint sogar mysteriös – was für einen Dramatiker schon interessant ist.

Auch ein großer französischer Autor kommt am 26. Februar zur Welt – Victor Hugo. Seinen Roman „Der Glöckner von Notre Dame“ verbinde ich mit elend langen Schilderungen von Paris, gar nicht so einfach, da durchzuhalten. Was für mich aber zusätzlich interessant ist, dass er sich – zusammen mit Honoré de Balzac – für das Urheberrecht einsetzt.

Am 26. Februar 1829 kommt jemand zur Welt, der unsere Bekleidung revolutionieren wird – Levi Strauss. In den USA wird er – mit der noch nicht patentierten Erfindung von Jacob Davis, die Nähte von Hosen mit Nieten zu verstärken – zum Jeans-Fabrikanten. Und Jacob Davis arbeitet bis zu seinem Tod für die Levi Strauss Company.

Im Jahr 1875 kommt Hans Böckler zur Welt. Er engagiert sich früh in der Gewerkschaft und wird nach dem zweiten Weltkrieg der erste Vorsitzendes des DGB. Wenige Wochen vor seinem Tod erzielt er mit Konrad Adenauer eine Einigung über die Montanmitbestimmung. Nach ihm wird die „Hans-Böckler-Stiftung“ benannt.

Damit wünsche ich Euch einen Abend in anregender Umgebung und mit viel Begeisterung und Engagement.

 

25. Februar

Ein gutes Motto für den heutigen Tag könnte „Anfänge“ sein – denn an diesem Tag fängt einiges an.

So beginnt am 25. Februar 1489 die Unabhängigkeit Monacos – ein nicht unwichtiges Datum für dieses ja doch eher kleine aber schön gelegene Gebiet.

Am 25. Februar 1837 erhält Thomas Davenport das weltweit erste Patent auf einen Elektromotor. Er ist nicht der (erste) Erfinder, aber tatsächlich der erste, der daran denkt, ein Patent zu beantragen. Bei seiner Entwicklung spielt auch das Hochzeitskleid seiner Frau eine wichtige Rolle.

Am 25. Februar 1591 kommt Friedrich Spee in Kaiserswerth zur Welt. Er wird Priester und wird sich gegen die Hexenverfolgung engagieren. Mit seiner Schrift „Cautio criminalis“ – die aus Zensurgründen allerdings nicht unter seinem Namen erscheint – tritt er für Menschenrechte und gegen Folter ein. Tatsächlich tragen seine Aktivitäten zum Ende der Hexenverfolgung bei. Ich bin Friedrich Spee in der Eulenburg in Rinteln „begegnet“, wo es eine sehr gute Ausstellung zum Thema Hexenprozesse gibt. Das Buch von Spee wurde 1631 übrigens in Rinteln gedruckt.

Am 25. Februar 1670 kommt Maria Margaretha Kirch in der Nähe von Leipzig zur Welt. Sie gilt als erste Frau, die einen Kometen entdeckt.

Am 25. Februar 1841 kommt Pierre-Auguste Renoir zur Welt. Mit 13 Jahren beginnt er eine Ausbildung als Porzellanmaler, sein großes Talent wird schnell erkannt. Das Unternehmen besteht jedoch nicht lange und so studiert Renoir schließlich Malerei. Er ist der Mitentwickler eines neuen Malstils, den wir heute als Impressionismus bezeichnen. In Paris gibt es in diesem Jahr zwei Renoir-Ausstellungen.

Am 25. Februar 1873 kommt Enrico Caruso in Neapel zur Welt. Seine Stimme gilt noch heute als einmalig, so manche Anekdote rund um seine Person sicherlich auch.

Sehr begabt ist auch Helene Jacobs. Sie kommt am 25. Februar 1906 zur Welt. Ihr Studium muß sie 1933 allerdings abbrechen, da sie nicht bereit ist an nationalsozialistischen Pflichtveranstaltungen teilzunehmen. Ab 1939 engagiert sich sich im Widerstand.

Damit wünsche ich Euch einen Abend mit guten Anfängen.

 

24. Februar

Premieren – das ist ein gutes Stichwort für den heutigen Tag.

Am 24. Februar 1582 verkündet Papst Gregore eine große Veränderung: er verkündet nämlich eine Kalenderreform. Bis in das Jahr 1582 gilt nämlich der nach Julius Caesar benannte julianische Kalender, der sich nach der Sonne richtet. Eigentlich eine gute Berechnung – das Jahr ist nur 11 Minuten zu lang. Über die Jahrhunderte haben diese 11 Minuten pro Jahr aber deutliche Auswirkungen – und zwar auf den Termin des Osterfests. Das christliche Osterfest richtet sich nach dem Mondjahr – nach dem Konzil von Nicäa soll das Osterfest am Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlingsbeginn (astronomische Tag- und Nachtgleiche am 21. März) stattfinden. Die Abweichung von 11 Minuten pro Jahr führt aber dazu, dass die astronomische Tag- und Nachtgleiche 10 Tage früher ist – das passt aber wieder nicht zur Berechnung des Osterfests. Was macht Gregor? Er reformiert den Kalender und zwar streicht er im Oktober 1582 10 Tage, außerdem legt er die uns heute noch bekannten Regeln zu Schaltjahren fest. Dass der neue Kalender nicht überall übernommen wird und schon gar nicht sofort ist allerdings eine Herausforderung.

Am 24. Februar 1876 findet die Premiere von Peer Gynt statt – das Stück stammt von Henrik Ibsen, die Musik von Edvard Grieg. Ehrlicherweise tue ich mich mit dem Stück etwas schwer, die Musik von Grieg mag ich dagegen sehr. Hier kann man sie hören.

Damit wünsche ich Euch einen Abend mit guten Ideen und ausreichend Mut für verheißungsvolle Anfänge.

23. Februar

In den letzten Tagen habe ich gelegentlich über gedruckte Bücher oder Zeitungen geschrieben. Da ist es wohl wenig überraschend, dass es jetzt auch mal um Johannes Gutenberg geht. Vermutlich am 23. Februar 1455 erscheint die erste „Gutenberg-Bibel“ – eine schöne Geschichte, die ich hier gerne erwähne.

Am 23. Februar 1767 erfindet Jacob Christian Schäffer die „Rührflügelmaschine“ – den Vorläufer der Waschmaschine. Es handelt sich dabei um einen Holzbottich mit einer Kurbel – mit Hilfe der Kurbel kann man die Wäsche im Wasser bewegen. Erst ungefähr 100 Jahre später wird dieses „Waschmaschinenmodell“ wirklich verändert.

Ob Samuel Pepys in seinen Tagebüchern das Wäschewaschen erwähnt? Ich weiß es nicht, was ich aber weiß ist, dass er am 23. Februar 1633 in London geboren wird. Ab 1660 schreibt er sein Tagebuch – bis ihn im Jahr 1669 eine Augenkrankheit dazu zwingt, mit dem Schreiben aufzuhören.

London ist auch ein guter Ort für Georg Friedrich Händel, der am 23. Februar in Halle zur Welt kommt. Er komponiert viele wunderbare Musikstücke – die Wassermusik gehört auf jeden Fall dazu.

Damit wünsche ich Euch einen klangvollen Abend voller guter Ideen.

22. Februar

Über das Urheberrecht haben Menschen auch schon vor ein paar Jahrhunderten gestritten. Just am 22. Februar 1774 fällt im Verfahren Donaldson gegen Becket die Entscheidung, dass das Urheberrecht in England nicht unbegrenzt gilt. Ein spannendes Verfahren, dass man hier im Detail nachlesen kann.

Mit einem Gerichtsverfahren hat auch Galileo Galilei zu tun. Am 22. Februar 1632 erhält Galileis Mäzen Ferdinando II. de’ Medici das Buch Dialog über die beiden hauptsächlichsten Weltsysteme, in dem Galilei sich in italienischer Sprache mit dem heliozentrischen Weltbild von Nikolaus Kopernikus positiv auseinandersetzt. Er hat ein Imprimatur – also eine Druckgenehmigung – der katholischen Kirche, die allerdings nur vorläufig und mit einer Auflage verbunden ist: das Werk mit einer Schlußrede zugunsten des geozentrischen Weltbilds von Ptolemäus zu beenden. Dieser Auflage kommt Galilei nicht wirklich nach, er legt diese Worte einem einfältigen Dogmatiker namens Simplicio in den Mund. Ärger ist damit vorprogrammiert und so folgt ab Juli 1632 ein Prozess wegen Ketzerei.

100 Jahre nach der Übergabe des Buches an Ferdinando II. de‘ Medici kommt George Washington auf der Plantage seines Vaters in Virginia zur Welt. Thematisch passt, dass er unter anderem als Friedensrichter arbeitet, bevor er der erste Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika wird.

Damit wünsche ich Euch einen friedlichen Abend.

 

21. Februar

Am 21. Februar 1804 findet die erste Fahrt einer Dampflokomotive statt. Die Hinfahrt glückt, die Rückfahrt nicht….. Aber trotzdem ist das ein wichtiger Meilenstein!

Am 21. Februar 1828 gründen Journalisten, die zu den Ureinwohnern der Vereinigten Staaten gehören (Native Americans) die erste eigene Zeitung – die Cherokee Phoenix, die übrigens immer noch existiert.

Der 21. Februar scheint in der Hinsicht ein guter Tag zu sein, denn die erste Ausgabe des Magazins „The New Yorker“ erscheint ebenfalls an diesem Tag – im Jahr 1925. Hier kann man die erste Ausgabe durchblättern.

Und eine dritte Zeitung im Bunde, denn am 21. Februar 1946 erscheint auch die erste Ausgabe der „Die Zeit“ in Hamburg.

Ein Ereignis paßt thematisch durchaus zu den aktuellen Diskussionen rund um soziale Gerechtigkeit und die größer werdende Ungleichheit in der Gesellschaft: Am 21. Februar 1848 erscheint in London – anonym – das Kommunistische Manifest. Die Autoren sind – wie wir heute wissen – Karl Marx und Friedrich Engels. Inhaltlich ist es das erste „Grundsatzprogramm der Arbeiterbewegung“.

Zum Abschluß noch etwas „Kulturelles“: am 21. Februar 1962 gibt es gleich zwei „Premieren“ – zum einen wird das Stück „Die Physiker“ von Friedrich Dürrenmatt in Zürich uraufgeführt, zum anderen wird an diesem Tag die erste Hörspielfolge von „Pumuckl“ ausgestrahlt.

Damit wünsche ich Euch einen fröhlichen und vergnügten Abend.

 

20. Februar

Zum heutigen Tag habe ich nicht viel gefunden. Zumindest bis jetzt. Und wie ich das so kenne, werde ich morgen oder übermorgen all die Hinweise finden, die ich bis jetzt noch nicht gefunden habe. Aber gut, es ist nicht zu ändern.

Am 20. Februar erscheint das erste Green Book. Es ist im Grunde genommen eine Art „Reiseführer“ für afroamerikanische Menschen, die mit dem Auto unterwegs sind. In diesem Buch sind zum Beispiel Tankstellen, Hotels und Restaurants enthalten, die auch afroamerikanische Menschen nutzen beziehungsweise besuchen können. Es handelt sich dabei um sichere Adressen, die in Zeiten der Rassentrennung und der Sundown-Towns überlebenswichtig sind. 1966 erscheint die letzte Ausgabe des Green Books.

Seit 2009 ist der 20. Februar der Welttag der sozialen Gerechtigkeit. Dieser von den Vereinten Nationen ins Leben gerufene Tag soll auf die weltweite soziale Ungerechtigkeit aufmerksam machen und zu ihrer Überwindung aufrufen. Gerade in den aktuellen Zeiten ist das – auch in Deutschland – ein sehr wichtiges Thema.

Damit wünsche ich Euch einen Abend mit motivierenden Ideen und Gedanken.

19. Februar

Ein langer Tag und ich bin ziemlich müde. Trotzdem möchte ich wenigstens einen kurzen Beitrag schreiben.

Am 19. Februar 1473 kommt Nikolaus Kopernikus in Thorn zur Welt. An der Universität Krakau studiert er die sieben freien Künste. Sein Onkel schickt ihn zum Studium nach Bologna. Dort studiert er Jura. In Padua beginnt er ein Medizinstudium. Ab 1503 wird er im Ermland als Domherr, Administrator und als Arzt tätig. Zusätzlich beobachtet er intensiv mit den ihm damals zur Verfügung stehenden Mitteln den Himmel. 30 Jahre lang arbeitet er an seinem Werk, in dem er die Kreisbewegungen der Himmelskörper um die Sonne beschreibt.

Am 19. Februar 1743 kommt Luigi Boccherini in Lucca zur Welt. Er wird ein bekannter Cellist und Komponist. Besonders bekannt (und schön) ist dieses Menuett, auch wenn es wohl für seine Kompositionen nicht typisch sein soll….

Am 19. Februar 1877 kommt Gabriele Münter in Berlin zur Welt. Sie wird eine wichtige Malerin, eine Vertreterin des Expressionismus in Deutschland und eine Mitgründerin des Blauen Reiters.

Am 19. Februar 1919 hält Marie Juchacz als erste Frau eine Rede vor einem deutschen Parlament. Ein wirklich wichtiger Moment!

Damit wünsche ich Euch einen ruhigen und ausgeglichenen Abend.

18. Februar

Erfindungsreich – das passt gut zu diesem Tag!

Am 18. Februar 1745 kommt Alessandro Volta in Como zur Welt. Zum Zeitpunkt seiner Geburt kennen die Menschen Elektrizität nur von den Blitzen bei Gewittern oder durch Maschinen, die Reibung erzeugen. Alessandro Volta interessiert sich für das Naturphänomen. Auf Wunsch seiner Eltern studiert er Jura und beschäftigt sich als Autodidakt mit Physik. Aufbauend auf den Versuchen von Luigi Galvani und eigenen Experimenten entwickelt er die erste funktionsfähige Batterie. Ein großer Erfolg! Ende des 19. Jahrhunderts wird für die von ihm festgelegte Maßeinheit der elektrischen Spannung die Bezeichnung „Volt“ eingeführt.

Für die Freiheitsstatue wird am 18. Februar 1879 ein Schutzrecht erteilt und zwar (auch wenn im Text „patented“ steht) ein „Design“. Hier kann man den Text des erteilten Schutzrechts nachlesen. Die Gestaltung ist danach für 14 Jahre geschützt.

Irgendwann um das Jahr 1900 ist Hubert Cecil Booth bei einer interessanten Vorführung dabei: gezeigt wird eine Art „Laubbläser“ mit der man Staub wegpusten kann. Hubert Cecil Booth denkt darüber nach, dass man das Prinzip umdrehen könnte – also den Staub aufsaugen statt ihn wegzupusten. Die Idee des Staubsaugers ist geboren und am 18. Februar und 30. August 1901 erhält er seine ersten Patente.

Damit wünsche ich Euch einen ideenreichen Abend.

 

17. Februar

Manche Tage sind „voller“ als andere. Und dementsprechend wird ist es heute und in den nächsten Tagen eine kleine Herausforderung, jeweils einen Beitrag zu schreiben. Mal schauen, ob ich das schaffe.

Der 17. Februar 1444 könnte der Geburtstag von Rudolf Agricola sein, der eigentlich Roelof Huysman heißt, sich aber – wie es bei Gelehrten zu der Zeit üblich ist – anders nennt. Er ist ein niederländischer Gelehrter, Lehrer und Literat des Frühhumanismus. Auf den deutschen Humanismus hat er großen Einfluß. Er verkörpert das Ideal des Universalgelehrten, der zu seinen Lebzeiten nördlich der Alpen eher selten anzutreffen ist.

Am 17. Februar 1568 wird in Adrianopel der Frieden von Adrianopel unterzeichnet, der den sogenannten „Türkenkrieg“ zwischen dem Heiligen Römischen Reich unter Kaiser Maximilian II. und dem Osmanischen Reich unter Sultan Selim II. Interessant an diesem Vertrag ist, dass der Frieden zeitlich begrenzt wird – auf 8 Jahre. Das funktioniert anscheinend einigermaßen gut, denn der Friedensvertrag wird mehrfach verlängert. Insgesamt hält der Frieden 25 Jahre.

Am 17. Februar findet in Mailand die Uraufführung der Oper „Madame Butterfly“ von Puccini statt. Aber die Uraufführung ist ein Fiasko – was nicht nur am Werk liegt. Puccini zieht das Werk zurück, überarbeitet es (nicht nur einmal, sondern immer wieder) und schon wenige Woche später wird diese neue Version – diesmal erfolgreich – aufgeführt. Hier kann man die Ouvertüre hören.

Damit wünsche ich Euch einen klangvollen Abend.