Neu?

Am Sonntag habe ich mein persönliches Projekt für 2023 bekannt gegeben – „Wie kommt das Neue in die Welt?“. Und das ist gar nicht so einfach – „DAS Neue“, „DIE Welt“. Wie kann man das Ganze also etwas einfacher angehen? Heute beim Spaziergang habe ich mir überlegt, dass meine erste Frage für mich und vor allem an mich eigentlich sein sollte – „wie kommt etwas für MICH Neues in MEINE Welt?“. Das ist eine Frage, mit der ich – für mich – gut starten kann.

Also: wie kommt etwas für mich Neues in meine Welt? Im Alltag ist oft nicht so viel Platz für Neues. Man geht dieselben Wege, kocht die selben Speisen, beschäftigt sich mehr oder weniger mit denselben Dingen. Das ist auch grundsätzlich in Ordnung – ich will das nicht negativ bewerten. Gerade in Zeiten mit vielen Aufgaben, mit viel Unruhe oder mit vielen Sorgen ist die Beschäftigung mit Neuem nicht „so“ leicht. Und manchmal ist sie dann auch gar nicht so wichtig oder kommt einem zumindest nicht so wichtig vor. Ich habe selbst gemerkt, dass ich in Jahren, die für mich schwierig waren, zum Beispiel weniger gelesen habe und auch sonst oft weniger unternommen habe.

Wie kommt also etwas für mich Neues in meine Welt? Für mich ist es erst einmal wichtig, dass „das Neue“ eben nicht absolut neu sein muß. Es reicht, wenn es für mich in dem Moment neu ist. Das kann also ein neues Buch, ein neues Thema, eine neue Methode, ein neues Rezept, eine neue Frage, ein neuer Weg oder eine neue Perspektive sein. All das kann ich – wenn ich möchte – relativ problemlos in meinen Alltag integrieren. Ich kann zum Beispiel einen Weg, den ich oft gehe, in anderer Richtung gehen. Es ist erstaunlich wie sehr das die Perspektive ändern kann. Ich habe das einmal im Winter erlebt. Ich bin im Laufe des Jahres den Weg zu einem bestimmten kleineren Bahnhof relativ häufig gegangen. An einem schönen Winternachmittag mit Schnee bin ich an diesem Bahnhof ausgestiegen und wollte nach Hause gehen. Was überraschend war – ich fand den Weg erst einmal nicht, denn ich kannte diese Perspektive nicht. Ich bin also in die „richtige Richtung“ losgelaufen und habe mich zwischendurch immer mal wieder umgedreht, um zu überprüfen, ob der Weg (über ein Feld zu einem kleinen Wald) richtig war. Ja, ich habe den Weg gefunden und es war auch gar nicht so schwierig. Aber es war ungewohnt. Und dieses Ungewohnte war wiederum spannend.

Was mache ich also im Moment, um immer mal wieder etwas für mich Neues in meinem Leben zu haben?
– ich lese Bücher und habe mir vorgenommen in diesem Jahr auch mal wieder mehr Sachbücher zu lesen, eben auch zu für mich neuen Themen
– ich gehe in mir noch unbekannte Ausstellungen und Theaterstücke
– ich probiere neue Kochrezepte
– ich gehe neue Wege in meiner Stadt (Wuppertal) aber auch im Umfeld
– wenn ich an interessanten Gebäuden/Denkmälern vorbeikomme, dann lese ich die dazu gehörenden Schilder und Hinweise
– ich versuche, mir selbst gute Fragen zu stellen
– ich lese viele verlinkte Texte (auch zu Themen, mit denen ich beruflich überhaupt nichts zu tun habe – Twitter ist dafür immer noch sehr gut!)
– ich denke zwischendurch immer wieder darüber nach, wie etwas für mich Neues in mein Leben kommt.

Ob es gelingen wird? Wer weiß. Aber in den letzten Tagen hatte ich schon ein paar spannende Überlegungen, die ich demnächst sicher auch „hier“ unterbringen werde.

Damit wünsche ich Euch und Ihnen mit Dvoraks 9. Sinfonie Aus der neuen Welt einen Abend mit gutem Neuem!

2 Gedanken zu „Neu?“

  1. Viel Erfolg. Wir brauchen mehr „Neues“ in dieser Welt. Alle fordern Veränderungen. Aber bitte nicht bei mir selbst.

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