Europa. Mal wieder. Am 30. März 1962 beschließt die Europäische Parlamentarische Versammlung, die sich aus Delegierten der nationalen Parlamente zusammensetzt, in einer Resolution die Bezeichnung zu ändern. Die neue Bezeichnung soll „Europäisches Parlament“ heißen. Ohnehin setzen sich die Delegierten stark für eine Demokratisierung der europäischen Institutionen ein, ein wichtiges Vorhaben – das in den Mitgliedsstaaten zu dem Zeitpunkt nicht unbedingt auf viel Begeisterung stößt….. Die Geschichte dieser Entwicklung kann man hier nachlesen.
Am 30. März 1856 wird in Paris der sogenannte „Pariser Frieden“ geschlossen. Dieser Friedensvertrag beendet den Krimkrieg. Er wird auf der einen Seite vom Osmanischen Reich mit seinen Verbündeten Frankreich, Großbritannien und Sardinien, auf der anderen Seite von Russland unterzeichnet. Der Krimkrieg ist in vieler Hinsicht der erste „moderne“ Krieg. Er verändert die Nachkriegsordnung nach dem Wiener Kongress völlig und damit auch die Rolle Frankreichs. Es ist auch der erste Krieg, in dem Kriegsberichte per Telegrafie an Zeitungen geschickt und Fotoreportagen gemacht werden können – wobei die Fotos meistens (wohl aufgrund der langen Belichtungszeit) „gestellt“ werden. In Sewastopol nimmt Leo Tolstoi an den Kämpfen teil. Er führt in dieser Zeit Tagebuch, daraus entstehen drei Erzählungen, die als „Sewastopoler Erzählungen“ bezeichnet werden. Übrigens entwickelt sich Tolstoi im Laufe der Zeit zu einem Kriegsgegner.
Nach dem Ende des Krimkrieges geht es Russland nicht wirklich wirtschaftlich gut. Zar Alexander II. entschließt sich daher, Alaska an die USA zu verkaufen. Er könnte es ohnehin nicht gegen Großbritannien verteidigen und so hat Russland wenigstens etwas davon. Am 30. März 1867 verkauft Russland Alaska an die Vereinigten Staaten. Dass Alaska reich an Bodenschätzen ist, weiß zu diesem Zeitpunkt noch niemand.
Aber es geht an diesem Tag auch um Fortschritt: am 30. März 1842 setzt der Chirurg und Allgemeinmediziner Crawford Long zum ersten Mal bei einem Patienten zur Betäubung Äther ein – erfolgreich. Da er aber erst einige Jahr später darüber schreibt, beanspruchen zunächst andere diese Entdeckung für sich.
Am 30. März 1746 kommt Francisco de Goya in Spanien zur Welt. Er wird ein großer und vielseitiger Künstler. Passend zur aktuellen Zeit (und zum oben erwähnten Krieg) möchte ich auf seine Drucke bzw. Radierungen „Los desastres de la guerra“ hinweisen (nach unten scrollen!), die ohne konkreten Auftrag entstanden sind. Sie zeigen die Grausamkeit des Krieges und das Leid der Menschen. Ein zeitloses Thema.
Übrigens kommt auch Vincent von Gogh an einem 30. März zur Welt – nämlich im Jahr 1853. Seine Werke haben die Kunst in großem Ausmaß beeinflußt! In meinem Beitrag zum 14. März habe ich ihn bereits kurz erwähnt.
Am 30. März 1818 kommt Friedrich Wilhelm Raiffeisen zur Welt. Er wird Kommunalbeamter. In einer Zeit großer Not der Bevölkerung – ausgelöst durch Mindererträge in der Landwirtschaft weil zwei Vulkanausbrüche zu niedrigeren Temperaturen und damit zu Ernteausfällen führen – gibt er Nahrungsmittel zunächst (entgegen der Anweisung) gegen einen Schuldschein heraus, dann gründet er sogar einen Hilfsverein. Daraus entwickelt sich der Genossenschaftsgedanke. Ein nach wie vor spannendes Konzept!
Am 30. März 1820 kommt Anna Sewell in England zur Welt. Und wem der Name jetzt nichts sagt (bis eben ging es mir auch so): sie ist die Autorin des Romans „Black Beauty“ – genauer „Black Beauty: The Autobiography of a Horse“, erzählt als Übersetzung aus der Pferdesprache.
Damit wünsche ich Euch einen friedlichen, bunten und phantasievollen Abend.