3. April

Am 3. April 1897 gründen einige Künstler (ja, anscheinend nur Männer) – darunter Gustav Klimt und Koloman Moser – die Wiener Secession. Dabei handelt es sich bei der Wiener Secession gleichzeitig um eine Künstlervereinigung und um ein Ausstellungshaus für zeitgenössische Kunst. Die Secession macht zum Beispiel Ausstellungen mit französischen Impressionisten.

Am 3. April 1783 kommt Washington Irving in New York zur Welt. Er wird Schriftsteller – unter anderem begründet er das Genre der Kurzgeschichte in der amerikanischen Literatur. Interessant ist, dass ich die bekanntesten Titel (The Legend of Sleepy Hollow und Rip Van Winkle) zwar schon gehört habe – ich kann mich aber nicht erinnern, sie gelesen zu haben. Die Geschichte „Rip Van Winkle“ scheint jedenfalls interessant und für die aktuelle Zeit durchaus wünschenwert zu sein: jemand fällt in einen Zauberschlaf und wacht 20 Jahre später unter einer anderen Regierung wieder auf…….

Am 3. April 1900 kommt Franz Carl Weiskopf in Prag zur Welt. Auch er wird ein – deutschsprachiger – Schriftsteller, aber auch Übersetzer und Journalist. 1928 zieht er nach Berlin, 1933 kehrt er nach Prag zurück. Über Paris flieht er 1939 in die USA. Von dort aus trägt er dazu bei, dass andere Autor*innen – darunter Anna Seghers und Egon Erwin Kisch – aus dem besetzten Frankreich gerettet werden können.

Am 3. April 1948 unterzeichnet der US-amerikanische Präsident Truman den „Marshall-Plan“. Damit soll Europa nach dem zweiten Weltkrieg mit Krediten, Lebensmitteln, Rohstoffen und Industriegütern versorgt werden. Auch Deutschland und Österreich nehmen daran teil. Entworfen hat diesen Plan der amerikanische Außenminister George C. Marshall, der dafür 1953 den Friedensnobelpreis und 1959 den Karlspreis erhält.

Damit wünsche ich Euch einen traumhaft schönen Abend mit märchenhaft guten Ideen.

2. April

Am 2. April 1792 wird in den Vereinigten Staaten der „US Dollar“durch den „Coinage Act“ als Zahlungsmittel gesetzlich festgelegt.

Am 2. April 1917 wird Jeannette Rankin vereidigt, sie ist die erste Frau im US-Kongress. Dort schreibt sie auch sofort weiter Geschichte, denn sie bringt am selben Tag auch als erste Frau eine Gesetzesvorlage ein. Sie engagiert sich für Frauenrechte, Bürgerrechte und auch für den Frieden,  im Dezember 1941 (nach „Pearl Harbor) stimmt sie als einzige gegen die Kriegserklärung an Japan. Danach tritt sie nicht mehr zur Wahl an.

Widerstand aushalten kann auch Émile Zola. Er kommt am 2. April 1840 in Paris zur Welt. Er wird Schriftsteller und Journalist. Einige seiner Romane habe ich sogar gelesen Was mich aber tatsächlich beeindruckt ist sein Eintreten für Alfred Dreyfus. Zolas offener Brief mit dem Titel „J’accuse“ (Ich klage an) spaltet Frankreich. Er selbst wird wegen Diffamierung verurteilt, er entzieht sich aber der Strafe, in dem er für ein Jahr nach London flieht.

Am 2. April 1928 startet der Fuhrunternehmer Gustav Hartmann – mit seiner Droschke, seinem Pferd Grasmus und dem Reporter Hans Hermann Theobald  – eine Reise nach Paris, um gegen den Niedergang des Droschkengewerbes und die steigende Zahl an Autos zu protestieren. Durch diese Reise wird er berühmt. Nach seiner Rückkehr gründet er eine Stiftung für die Hinterbliebenen von verstorbenen Taxifahrern. Hans Fallada hat seine Geschichte in dem Roman „Der eiserne Gustav“ verewigt.

Eine viel längere Reise legt Maria Sibylla Merian zurück. Am 2. April 1647 kommt sie in Frankfurt zur Welt. Ihre künstlerische Begabung zeigt sich früh. Sie erhält daher eine künstlerische Ausbildung. Sie verbringt mit ihrer Familie einige Jahre in Nürnberg, wo sie jungen Frauen Malunterricht gibt. Danach verbringt sie einige Zeit in Westfriesland und Amsterdam und ab 1699 reist sie – zusammen mit ihrer jüngeren Tochter – nach Surinam. Eine spektakuläre Reise für diese Zeit und auch die Ergebnisse sind spektakulär. Wirklich.

Damit wünsche ich Euch einen Abend mit schönen Träumen von Ausfügen und Reisen.

1. April

Der 1. April ist heutzutage vor allem ein Tag der Scherze. Warum das so ist, ist nicht eindeutig klar – es gibt viele unterschiedliche Geschichten, eine schöner als die andere. Wer nachlesen möchte: hier sind ein paar dieser Geschichten.

Mittlerweile ist es draußen auch wieder länger hell. Das ist schön – wobei wir ja den Vorteil haben, dass es draußen Straßenlaternen gibt. Dass das nicht immer so war, ist natürlich klar. Tatsächlich wird am 1. April 1814 in London zum ersten Mal Gasbeleuchtung öffentlich eingesetzt, im Austausch gegen die alten Öllampen.

Am 1. April 1891 wird in Chicago ein Unternehmen gegründet, das noch heute existiert – „The Wrigley Company“. Aber während ich heute bei diesem Namen sofort an Kaugummi denke, wird zunächst Seife und Backpulver produziert. Interessant ist auch die Vorgehensweise: jedem Stück Seife wird ein Päckchen Backpulver beigelegt – das ist verkaufsfördernd. Deswegen stellt das Unternehmen dann auch Backpulver her. Ab 1893 wird den Produkten Kaugummi beigefügt und deshalb stellt man auch Kaugummi her – immer noch! Eine schöne und interessante Geschichte!

Am 1. April 1893 tritt ein Gesetz in Kraft, dass die Zeit regelt, nämlich das „Gesetz betreffend die Einführung einer einheitlichen Zeitbestimmung“. Damit wird in Deutschland die Mitteleuropäische Zeit (MEZ) eingeführt. Matthew Goodman hat das Thema der Standardisierung der Zeit in seinem Buch „80 days“ auf spannende Weise aufgegriffen.

Am 1. April 1899 erscheint in Österreich die erste Ausgabe der satirischen Zeitschrift „Die Fackel“, Herausgeber ist Karl Kraus. Interessanterweise gibt es ein Artikelarchiv mit allen Ausgaben.

Am 1. April 1868 kommt Edmond Rostand in Marseille zur Welt. Er wird unter anderem eine Komödie über Cyrano de Bergerac schreiben, die in unserer Zeit wiederum die Grundlage für einen erfolgreichen Film wird – wobei der Cyrano aus der Komödie und dem Film nichts oder zumindest nur sehr wenig mit dem echten Cyrano de Bergerac zu tun hat.

Damit wünsche ich Euch einen humorvollen Abend mit fröhlichem Lachen.