03.12.2012

Kulinarisch habe ich das erste Adventswochenende richtig genossen: Feuerzangenbowle auf dem Weihnachtsmarkt, Rosinenstuten, Gänsebraten und Stollen. Wer denkt da nicht an das sprichwörtliche „Schlaraffenland„. Irritierenderweise paßte meine Lektüre so gar nicht zu meinem Genußwochenende – oder vielleicht gerade? Gerade gestern habe ich nämlich das Kapitel über die Tugend der „Mässigung“ in dem Buch „Ermutigung zum unzeitgemäßgen Leben“ von André Comte-Sponville gelesen. Ein Lesezufall, denn das Buch liegt schon lange zum Lesen bereit und erst in den letzten Tagen habe ich damit angefangen. Nach den Tugenden der Höflichkeit, Treue und Klugheit schlug ich die Seite um und – gerade nach der Feuerzangenbowle auf dem Weihnachtsmarkt – stand dort „Die Mässigung“.  Ein Fingerzeig? Eine Botschaft? Eine Einladung zum Nachdenken? Ja, das ganz bestimmt – obwohl der erste Satz des Kapitels eher beruhigend auf mich wirkte – sollte es doch bei dem Thema „Mässigung“ gerade nicht darum gehen, nicht oder möglichst wenig zu genießen. Ich konnte also (auch in Gedanken an den Gänsebraten) erleichtert aufatmen. Trotzdem hat mich dieser thematische Zufallsfund nachdenklich gemacht.
Was kann der Gedanke der Mässigung für meine Advents- und Weihnachtszeit bedeuten? Paßt er überhaupt zur Advents- und Weihnachtszeit? Oder erlaubt der Gedanke mir gerade, die Genüsse der Adventszeit in ihrer Vielfalt wahrzunehmen?
Eine schwierige Frage, die ich hier gar nicht beantworten möchte. Ich werde jedenfalls versuchen, die Adventszeit etwas bewußter zu genießen. Mal sehen, ob mir das gelingt!
Ihnen/Euch wünsche ich jedenfalls, daß die Adventszeit für Sie/Euch eine Zeit der schönen und bewußten Genüsse ist!
In diesem Sinne genieße ich jetzt meine Tasse Tee!

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