16. April

Vor ein paar Tagen habe ich Hugo Grotius bereits erwähnt. Nicht erwähnt habe ich dabei den Bereich beziehungsweise die Schrift, mit der er zuerst rechtlich in Erscheinung getreten ist. „Mare Liberum“ heißt das Werk oder auch „Von der Freiheit der Meere“. Es ist ein Rechtsgutachten, dass Grotius im Auftrag der Niederländischen Ostindien-Kompanie (VOC) erstellt und es geht um das „Kapern“ des portugiesischen Handelsschiffs Santa Catarina und des Verkaufs ihrer Waren zugunsten der VOC. Für die Portugiesen ein Affront, für die Gesellschafter der niederländischen VOC nicht unbedingt, denn sie profitieren ja vom Verkauf der Warten. Grotius soll begründen, warum das Kapern „ok“ ist. Und er liefert. Er sagt, dass das Meer frei sei und damit also jeder das Meer für Handelsfahrten nutzen dürfe. Was wie ein Widerspruch klingt, ist keiner. Portugal beansprucht nämlich (wie auch England) das Meer für sich als Hoheitsgebiet, also als Monopol und schließt andere Staaten von der Nutzung aus. Die Handlung der Niederländer stellt sich als eine Art Notwehr dar und ist damit gerechtfertigt. Das sehen die Portugiesen natürlich anders. Aber: was hat das Ganze mit dem 16. April zu tun? Das Gutachten von Grotius führt natürlich nicht dazu, dass das Kapern von Schiffen aufhört. Aber am 16. April 1856 schließen England und Frankreich einen Vertrag – die Pariser Seerechtsdeklaration, in der die Kaperei und das Prisenrecht offziziell abgeschafft werden. Damit hat sich der Gedanke von der Freiheit des Meeres duchgesetzt.

Am 16. April 1894 startet die Barmer Bergbahn AG. Mit einer Zahnradbahn – der weltweit ersten elektrischen zweigleisigen Zahnradbahn. Sie verbindet das Zentrum Barmens mit dem Toelleturm auf den Südhöhen. Die Bergbahn verkehrt bis 1959, dann wird sie – unter dem Protest der Bevölkerung – eingestellt.

Am 16. April 1948 gründen 16 europäische Staaten in Paris die Organisation für europäische wirtschaftliche Zusammenarbeit (OEEC), die später zur Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) wird. Ziel der Organisation ist zunächst, ein Konzept zum Wiederaufbau und zur Zusammenarbeit zu erarbeiten und die europäischen Länder in die Entscheidungen zur Verwendung der Gelder aus dem Marshall-Plan einzubeziehen.

Am 16. April 1913 treffen Helene und Albert Schweitzer in Lambarene ein. Sie haben 70 Kisten mit medizinischer Ausrüstung dabei, ein Krankenhaus gibt es allerdings noch nicht. Das bauen sie im Laufe der Jahre auf. Auch heute gibt es dort noch ein Spital.

Und noch eine andere Ankunft erfolgt an einem 16. April: Denn am 16. April 1521 trifft Martin Luther in Worms ein, er soll vor dem Reichstag seine Thesen erläutern und verteidigen.

Am 16. April 1912 überquert die Pilotin Harriet Quimby als erste Frau alleine den Ärmelkanal.

Damit wünsche ich Euch einen Abend mit mutigen Gedanken und Entscheidungen.

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