5. März

Am 5. März 1046 macht sich Nashir Khusraw auf den Weg – er will durch die islamische Welt reisen. Sieben Jahre wird seine Reise durch den „Mittleren Osten“ dauern. Während seiner langen Reise führt er Tagebuch – aus seinen Aufzeichnungen entsteht ein Buch, das man in der englischen Fassung hier lesen kann. Es ist spannend, in den Reiseberichten aus einer so lange vergangenen Zeit zu blättern.

Am 5. März 1871 kommt Rosa Luxemburg im damals russisch besetzten Polen zur Welt. Sie wächst unter einfachen Bedingungen auf und wird eine führende Stimme der Arbeiterbewegung, sie kämpft für soziale Gerechtigkeit und politische Freiheit. Heute trägt eine politische Stiftung ihren Namen.

Am 5. März 1931 wird das Stück „Der Hauptmann von Köpenick“ von Carl Zuckmayer im Deutschen Theater Berlin uraufgeführt. Zuckmayer erzählt in dem Stück eine Geschichte, die sich 1906 tatsächlich in Köpenick (damals wohl noch als Cöpenick geschrieben) ereignet hat. Bis Januar 1933 wird das Stück an vielen Theatern gespielt, die Machtübernahme der Nationalsozialisten setzt diesem Erfolg ein Ende, die Aufführung von Zuckmayers Stücken wird verboten. Nach 1945 ist das glücklicherweise wieder anders, bei mir ist das Stück dann sogar Schullektüre im Deutschunterricht.

Am 5. März 1900 kommt Lilli Jahn geborene Schlüchterer in Köln zur Welt. Sie studiert Medizin, arbeitet als Assistenzärztin und führt nach der Hochzeit zusammen mit ihrem Mann Ernst in Immenhausen eine Hausarztpraxis. Dass sie Jüdin ist, ist bis 1933 kein Thema. Bis 1942 lebt sie in einer relativ privilegierten Mischehe, da ihr Mann Ernst nicht jüdisch ist. Als Hausärztin kann sie aber nicht mehr arbeiten.  1942 verliebt sich Ernst in eine andere Frau, die auch ein Kind von ihm bekommt. Ernst bittet Lilli um die Scheidung und sie stimmt zu. Damit ist sie nicht mehr geschützt. Sie muß zunächst Immenhausen verlassen, 1943 wird sie verhaftet und 1944 schließlich nach Ausschwitz deportiert. Was aber bleibt sind ihre Briefe – sie hat in dieser Zeit viele Briefe mit ihren Kindern ausgetauscht. Ihr Enkel Martin Doerry veröffentlicht einen Teil dieser Briefe in dem wunderbaren Buch Mein verwundetes Herz.

Damit wünsche ich Euch einen Abend, an dem es etwas Positives für Euch gibt.

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