17. März

Am 17. März 1793 konstituiert sich der Rheinisch-Deutsche Nationalkonvent im Rittersaal des Mainzer Deutschhauses. Dem waren am 24. Februar Wahlen vorausgegangen – wobei die Wähler einen Eid auf Volkssouveränität, Freiheit und Gleichheit leisten mußten. Damit entsteht das erste demokratisch gewählte Parlament auf deutschem Boden – mit 130 Abgeordneten.

Um eine Wahl geht es im Prinzip auch am 17. März 1992 in Südafrika. In einem Referendum können die weißen Südafrikaner*innen für eine Fortsetzung der Reformpolitik und ein Ende der Rassentrennung stimmen. Nur ein Sechstel aller Südafrikaner*innen ist stimmberechtigt – 69% von ihnen stimmen für ein Ende der Apartheid. Eine gute Entwicklung für Südafrika aber auch für die Welt.

Das Jahr 1905 ist ein gutes Jahr für Albert Einstein – zumindest, was seine Arbeit angeht. Am 17. März 1905 veröffentlicht er die erste von fünf Arbeiten, die die Physik grundlegend verändern. Deshalb wird das Jahr 1905 auch oft „Jahr der Wunder“ oder „annus mirabilis“ genannt.

Ein wichtiges Patent erhalten Stephen Perry und Thomas Barnabas Daft am 17. März 1845 – nämlich für das runde Gummiband.

Um Freiheit geht es am 17. März 1804 in Weimar. Schillers Drama „Wilhelm Tell“ wird uraufgeführt. Vor gar nicht so langer Zeit habe ich das Stück in Düsseldorf im Schauspielhaus gesehen.

Am 17. März 1862 kommt Silvio Gesell zur Welt. Der deutsch-argentinische Kaufmann ist ein Sozialreformer und Begründer der Freiwirtschaftslehre. Ein Grundgedanke der Freiwirtschaft ist, dass die Erde allen Menschen gleichermaßen gehört, das Ziel eine soziale Marktwirtschaft. Klingt interessant, oder? Und interessanterweise ist gar nicht so weit von mir entfernt auch eine „Silvio-Gesell-Tagungsstätte“ – was es damit auf sich hat, muß ich irgendwann mal in Ruhe „erforschen“.

Am 17. März 1881 kommt Helene Weber in Elberfeld (heute ein Stadtteil von Wuppertal) zur Welt. Sie wird Studienrätin, Frauenrechtlerin und Politikerin (zunächst im Zentrum, dann in der CDU). 1920 wird sie Ministerialrätin im Preußischen Ministerium für Volkswohlfahrt, ab 1933 arbeitet sie in der freien Wohlfahrtspflege. Ab 1945 beteiligt sie sich am Aufbau der CDU. 1919/1920 ist sie Mitglied der Weimarer Nationalversammlung und an der Entwicklung der Weimarer Verfassung beteiligt, 1948 wird sie in den Parlamentarischen Rat gewählt und arbeitet am späteren Grundgesetz mit. Deswegen wird sie auch als eine der Mütter des Grundgesetzes bezeichnet. Ab 1949 ist sie – bis zu ihrem Tod – Mitglied des Bundestages.

Damit wünsche ich Euch einen Abend mit guten und demokratischen Gedanken.

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