22. März

Der 22. März ist seit der Weltwassertag – im Jahr 1992 wird dieser Tag beschlossen, im Jahr 1993 erstmals begangen. Ziel dieses Tages ist, die Wasserkrise nicht nur als ökologisches Problem zu verstehen, sondern auch als humanitäre und politische Aufgabe.

Mit Wasser hat auch der Jurist, Theologe und politische Philosoph Hugo Grotius zu tun, allerdings mit Meerwasser. Im Jahr 1609 veröffentlich er die Schrift „Mare Liberum“. Auf den ersten Blick geht es darin um den freien Seehandel, der für die Niederlande schon damals besonders wichtig ist. In der Schrift und in dem Begriff steckt allerdings auch ein völkerrechtliches Konzept, das noch heute Anwendung findet. Nur der Küstenstreifen unterliegt der territorialen Gewalt eines Staates, das Meer an sich ist herrschaftsfrei. Aber darum geht es heute nicht. Im Jahr 1619 wird er wegen Landesverrats gefangen genommen und zu lebenslangem Kerker verurteilt. Seine Familie darf ihn in den Kerker begleiten, außerdem darf er seine wissenschaftlichen Tätigkeiten fortführen und sich Bücher schicken lassen und diese wieder zurückgeben. Diese Möglichkeit nutzt er am 22. März 1621 zur Flucht. In einer Bücherrückgabekiste versteckt (statt der zurückzugebenden Bücher) kann er den Kerker verlassen und kommt über Antwerpen nach Paris.

Und noch einmal geht es um Wasser und auch hier wieder um Meerwasser. Am 22. März 1595 erreicht Walter Raleigh mit seinem Schiff Trinidad. Es wird gemeinhin behauptet, dass er bei dieser Reise den Asphaltsee entdeckte und mit dem Asphalt sein Schiff repariert. Den Asphaltsee gibt es wirklich und wird er auch schon sehr lange für verschiedene Zwecke genutzt. Ob Walter Raleigh ihn wirklich entdeckt und genutzt hat, ist nicht so klar, da er den See in seinen Aufzeichnungen wohl nicht erwähnt.

Zählen auch Tränen zu Wasser? Am 22. März 1848 zeichnet der Maler Adolph von Menzel die Aufbahrung der Märzgefallenen (vom 18. März 1848) auf dem Gendarmenmarkt. Es ist eines der wenigen in Deutschland entstandenen Revolutionsgemälde und – wenn auch unvollendet – ist es eine wichtige Dokumentation dieses Ereignisses.

Am 22. März 1459 kommt der spätere Kaiser Maximilian zur Welt. 1477 heiratet Maximilian Maria von Burgund. Was zunächst nach einer rein dynastischen Entscheidung aussieht, ist für beide tatsächlich mit großer Zuneigung verbunden. Umso mehr trauert Maximilian als seine Frau schon 1482 an den Folgen eines Reitunfalls stirbt.

Am 22. März 1663 kommt August Hermann Francke in Lübeck zur Welt. Er wird ein evangelischer Theologe, Pädagoge und Kirchenlieddichter. An der Theologischen Fakultät in Halle wird er Professor für Griechisch, orientalische Sprachen und später auch Theologie. Sein Lebenswerk ist die Gründung der Franckeschen Stiftungen in Halle, aus einer Armenschule entsteht etwas, das  nicht umsonst als „europaweit einzigartiger Bildungskosmos“ bezeichnet werden. Ein Ort, den ich mir irgendwann noch anschauen muß! Und zum Thema Wasser: die Saale ist nicht wirklich weit weg.

Über Wasser – nämlich über die Wupper – führt die Müngstener Brücke. Am 22. März 1897 wird das Richtfest der Brücke gefeiert, die damals noch nicht diesen Namen trägt.

Damit wünsche ich Euch einen Abend mit gutem und sauberem Wasser und fröhlichen oder zumindest tröstenden Gedanken.

 

 

 

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