28. August

Am 28. August 1749 kommt Johann Wolfgang von Goethe in Frankfurt am Main zur Welt. Er wird (nicht nur) ein bedeutender Dichter. Mit seinem Geburtstag verbinde ich allerdings die unschöne Erinnerung an eine schwierige Zeit im Jahr 2018, deren Folgen ich im Prinzip immer noch mit mir herumtrage. Aber gut, Goethe kann nichts dafür und seine Texte mag ich, allen voran den ersten Teil des Faust und daraus wiederum das Gedicht „Meine Ruh ist hin, mein Herz ist schwer“. Als ich vor einigen Jahren in Weimar in einem kleinen Theater war, wurde dieses Gedicht in englischer Sprache als Gesang vorgetragen (sehr schön) und am Ende gefragt, wie das Gedicht heißt – das wußte ich natürlich sofort, sehr zum Erstaunen meiner (unbekannten) Sitznachbarin. Eine schöne Erinnerung aus einer Zeit weit vor 2018.

Am 28. August 1802 kommt Hermann Eduard Droop in Osnabrück zur Welt. Er wird Arzt und Medicinalrath (schöne Schreibweise mit dem „c“). Zur Bekämpfung der Cholera-Epidemie in Osnabrück im Jahr 1859 (und wohl noch einmal im Jahr 1866) hat er entscheidend beigetragen. Im Jahr 1860 hat er darüber eine Schrift veröffentlicht. Mir ist er bei meinen Streifzügen durch die Museen der Region begegnet.

Am 28. August 1963 hält Martin Luther King vor dem Lincoln Memorial in Washington D. C. die weltberühmte Rede, in der „I have a dream…“ vorkommt. Hier kann man die Rede hören und sehen – ab Minute 12:20 beginnt der Teil, in dem es um den Traum geht mit „I still have a dream…“. Schon sehr eindrucksvoll und bewegend. Und ja, es hat sich einerseits gegenüber 1963 viel getan und andererseits ist es immer noch zu wenig.

Am 28. August 1969 beschließen 142 Vertreter der deutschen Mineralbrunnenbranche bei einem Treffen in Bad Godesberg die Einführung der sogenannten Normbrunnenflasche, manchmal auch als Brunneneinheitsflasche oder umgangssprachlich als Perlflasche bezeichnet. Sie gehört zu meiner Kind und Jugend. Flaschen mit Mineralwasser oder Limonade sahen immer so aus.

Am 28. August 2003 übergibt die peruanische Kommission für Wahrheit und Versöhnung (Comisión de la Verdad y Reconciliación) ihren Abschlußbericht – der 6000 Seiten umfaßt – an den Präsidenten Alejandro Toledo. Ziel der Kommission ist die Aufarbeitung der Verbrechen während des bewaffneten Konflikts zwischen 1980 und 2000.  Hier kann man den 40seitigen Bericht von Amnesty International in englischer Sprache nachlesen.

Damit wünsche ich Euch einen Abend mit dem Mut zur Wahrheit und zur Versöhnung.

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