Am 3. September 1791 bekommt Frankreich die erste Verfassung – aus dem Königreich wird eine konstitutionelle Monarchie, die Macht des Königs ist eingeschränkt. Er hat bei Gesetzen ein aufschiebendes Vetorecht, außerdem steht er der Regierung vor und er ernennt die Minister. Sogenannte Aktivbürger – das sind Männer über 25 Jahren mit einem bestimmten Mindestaufkommen an Steuern – dürfen wählen. Noch sind große Teile der Bevölkerung vom Wahlrecht ausgeschlossen, aber es ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.
Wie hätte Richard Löwenherz auf eine solche Veränderung reagiert? Am 3. September 1189 wird er in Westminster in einer aufwändigen Zeremonie gesalbt und zum König gekrönt. Er wird eine legendenhafte Figur, oft als idealer Ritter und tatkräftiger König dargestellt. Friedlich und fröhlich ist seine Krönung allerdings nicht für alle Menschen, im Zusammenhang mit seiner Krönung finden Pogrome statt, die aufgrund mangelnder Strafmaßnahmen eskalieren. Hier in § 3 wird die Verfolgung erwähnt. So ist die Kritik späterer Jahrhunderte, dass er verantwortungslos und egoistisch ist, nicht ganz von der Hand zu weisen. Seine Rolle in Literatur, Musik und Kunst ist ihm jedoch nicht zu nehmen.
Am 3. September 1859 kommt Jean Jaurès im französischen Castre zur Welt. Er wird ein Historiker, Politiker, Sozialreformer und Pazifist. Stefan Zweig setzt ihm in „Die Welt von gestern“ ein Denkmal (ich mußte suchen, in welchem Buch von Zweig ich etwas über Jean Jaurès gelesen habe…..).
Am 3. September 1919 führt Italien übrigens das Frauenstimmrecht ein.
Von der ersten französischen Verfassung ist es gedanklich nicht weit bis zur Europäischen Menschenrechtskonvention. Diese tritt am 3. September 1953 für ihre Mitgliedsstaaten in Kraft. Hier kann man mehr über die EMRK erfahren.
Damit wünsche ich Euch einen Abend mit guten Büchern und guten Wahlentscheidungen.