Ein neuer Monat beginnt – ich mag den Charme des Anfangs, wobei es jetzt ja der elfte Anfang in diesem Jahr und bei diesem „Blogprojekt“ ist. Ob ich auch diesen Monat noch bis zum Ende durchhalte?
Am 1. November 1530 kommt Étienne de La Boétie in Sarlat zur Welt. Er wird ein Autor, Richter und vor allem ein enger Freund von Michel de Montaigne. Bemerkenswert ist seine Schrift „Discours de la servitude volontaire“ (in deutscher Sprache „Abhandlung über die freiwillige Knechtschaft“), in der er sich mit dem Thema Unterdrückung auseinandersetzt. Seine Schrift wird ein Vorläufer des zivilen Ungehorsams, Alt wird er leider nicht, schon 1563 stirbt er, Montaigne ist bei dem Sterbenden. La Boétie vermacht Montaigne seine Bibliothek. Montaigne vermisst ihn auch nach vielen Jahren noch schmerzlich und widmet ihm ein eigenes Essay „Von der Freundschaft“.
Vermutlich irgendwann im Jahr 1603 oder 1604 vollendet William Shakespeare das Theaterstück „Othello“, eine Tragödie. Die früheste durch einen Eintrag festgehaltene Aufführung ist am 1. November 1604. Interessanterweise hat der vor wenigen Tagen verstorbene Patrick Stewart Ende der 90er Jahr den Othello gespielt. Das ist auf den ersten Blick überraschend, denn Othello ist im Stück ein dunkelhäutiger Feldherr. In der Inszenierung von Michael Kahn am Shakespeare Theater in Washington D.C. wird es genau anders herum gemacht: (fast) alle Rollen werden von afroamerikanischen Schauspieler*innen gespielt, der Othello von Patrick Stewart. Hier erzählt er in einem kurzen Gespräch, wie es zu dieser Aufführung kam.
Seit dem 1. November 1849 wird der „Schwarze Einser“ herausgegeben. Das ist die erste Briefmarke, die in Deutschland herausgeben wird – und zwar vom Königreich Bayern. Der Wert beträgt einen Kreuzer, damit kann man zur damaligen Zeit wohl einen Ortsbrief oder eine Drucksache verschicken. Alternativ bekommt man damals für einen Kreuzer auch ein Brötchen oder ein Ei. Heute sind die wenigen Exemplare dieser Briefmarke natürlich viel mehr wert, wie man hier nachlesen kann.
Am 1. November 1886 kommt Hermann Broch in Wien zur Welt. Er wird ein Schriftsteller. Seine Romantrilogie „Die Schlafwandler“ (die ich noch nicht gelesen habe) ist ein besonders wichtiges Werk, es geht darin unter anderem auch um Werte und Persönlichkeit. Ein gerade heute sehr aktuelles Thema!
Damit wünsche ich Euch einen Abend mit wertvollen Gedanken und stimmigen Nuancen zwischen Schwarz und Weiß.