Im Jahr 1495 braucht König Maximilian I. (der einige Jahre später Kaiser Maximilian I. wird) Geld. Deshalb möchte er eine Steuerreform durchführen und einheitliche Steuern einführen, um seine außenpolitischen Pläne umsetzen zu können. Er kann aber nicht einfach Steuern erheben, er braucht die Reichsstände dafür. Die Reichsstände – also die Personen und „Organisationen“, die im Reichstag vertreten sind – möchten schon länger Reformen durchsetzen. Jetzt ist ihre Stunde gekommen: Als Maximilian den Reichstag zu Worms einberuft, geht es nicht nur um Steuern und die Pläne von Maximilian, sondern auch um Reformen im Reich. Nach langen Verhandlungen ist es am 7. August 1495 soweit – zwei wichtige Dinge werden verkündet: der Ewige Landfriede, der das mittelalterliche Fehderecht abschafft und – weil ab dem Zeitpunkt alle Streitigkeiten auf dem Rechtsweg geklärt werden sollen – die Schaffung des Reichskammergerichts, das zunächst in Frankfurt am Main seinen Sitz hat. Entsprechend wird am 7. August 1495 auch die Reichskammergerichtsordnung verkündet. Alles ziemlich wichtig auf dem Weg zum Rechtsstaat! In Wetzlar – wo das Reichskammergericht von 1689 bis 1806 seinen Sitz hat – gibt es übrigens eine Forschungsstelle für Reichskammergerichtsforschung und ein Reichskammergerichtsmuseum.
Am 7. August 1815 bekommt die Schweiz eine völkerrechtliche Grundlage. 22 unabhängige Kantone schließen einen Staatenbund, den sie als „Bundesvertrag“ bezeichnen. 15 Artikel enthält dieser Bundesvertrag und er sieht vor, dass jeder Kanton eigenständig ist – nur wenige Bereiche wie die Außenpolitik oder die Kosten der Verteidigung sind zentralisiert. Spannend ist auch die Frage, wie es dazu gekommen ist. Ich gebe zu, dass Schweizer Geschichte mir noch weniger geläufig ist als deutsche Geschichte. Wer also etwas über die Hintergründe wissen will, kann – wie ich gerade eben – hier und hier schauen und lesen.
Am 7. August 1947 läuft Thor Heyerdahls Floß „Kon-Tiki“ im Tuamotu-Archipel auf ein Riff. Damit ist nachgewiesen, dass eine Floßfahrt von Südamerika nach Polynesien möglich war. Ob so tatsächlich – wie von Heyerdahl behauptet – die Besiedlung Polynesiens erfolgt ist, läßt sich daraus aber nicht ableiten. Aber: spannend ist das alles trotzdem!
Am 7. August 1933 kommt Elinor Ostrom in Los Angeles zur Welt. Sie wird Professorin für Politikwissenschaft und begründet mit ihrem Ehemann Vincent Ostrom die sogenannte „Bloomington School“. Im Jahr 2009 erhält sie – als erste Frau – den „Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften“ für ihre Arbeit zum Thema „Allmende“ (beziehungsweise „Commons“). Zum Thema „Commons“ kann man übrigens hier etwas lesen.
Damit wünsche ich Euch einen Abend mit viel Inspiration und neuen Ideen, um Herausforderungen „anders“ anzugehen und zu lösen.