Am 22. September 1945 beginnt die Geschichte des NDR. Das Funkhaus in Hamburg ist 1945 unzerstört geblieben. Am Abend des 3. Mai 1945 übernehmen es die Briten und senden von dort ab dem 4. Mai mit folgender Ankündigung: „This is Radio Hamburg. A Station of the Allied Military Government. Hier spricht Hamburg. Ein Sender der alliierten Militärregierung.“ Am 22. September 1945 wird aus dem britischen „Radio Hamburg“ dann der Nordwestdeutsche Rundfunk für die gesamte britische Besatzungszone, abgekürzt NWDR. Ein Jahrzehnt später werden daraus der NDR und der WDR. Ein Stück Rundfunkgeschichte!
Eine ganz andere Geschichte beginnt am 22. September 1887. Die junge Nellie Bly arbeitet seit einiger Zeit als Reporterin. An diesem Tag beschließt sie, sich in ein Irrenhaus einweisen zu lassen und dann darüber zu berichten. Gesagt, getan. Und es entsteht daraus eine wichtige Reportage in der New York World über die unzumutbaren Umstände dort und ein Buch „10 days in a madhouse“ beziehungsweise „10 Tage im Irrenhaus„. Ich habe es noch nicht ganz gelesen, kann es aber empfehlen.
Am 22. September 1499 schließt König Maximilian mit den Eidgenossen den Frieden von Basel. Damit enden die sogenannten Schwabenkriege. Dieser Frieden wird oft als entscheidender Schritt zur Unabhängigkeit der Schweiz angesehen.
Am 22. September 1593 kommt Matthäus Merian der Ältere in Basel zur Welt. Er wird ein bedeutender Kupferstecher und Verleger. Er gibt unter anderem Landkarten, Städteansichten und Chroniken heraus. Die Topographia Germaniae ist dabei sein Hauptwerk. Eine gewisse Zeit lebt er in Oppenheim, einem interessanten Ort, den ich letztes Jahr besucht habe. Dort gibt es nämlich ein sehr interessantes Kellerlabyrinth.
Am 22. September 1863 kommt Alexandre Émile Jean Yersin in der Schweiz zur Welt. Er wird ein Arzt und Bakteriologe, vor allem wird er der Entdecker des Pesterregers – der dann auch nach ihm benannt wird. Der Schriftsteller Patrick Deville hat über ihn einen interessanten Roman geschrieben – „Peste et Choléra“ beziehungsweise „Pest & Cholera“.
Damit wünsche ich Euch einen Abend, an dem Ihr aus kleinen und unscheinbaren Dingen etwas Schönes, Gutes und Wunderbares machen könnt.