18. März

Noch einmal nach Mainz: Am 18. März 1793 ruft der Rheinisch-Deutsche Nationalkonvent die Mainzer Republik aus. Es wird nämlich ein Dekret erlassen, in dem unter anderem folgender Text steht:

Art. 1: Der ganze Strich Landes von Landau bis Bingen, welcher Deputierte zu diesem Konvente schickt, soll von jetzt an einen freyen, unabhängigen, unzertrennlichen Staat ausmachen, der gemeinschaftlichen, auf Freiheit und Gleichheit gegründeten Gesetzen gehorcht.

Art. 2: Der einzige rechtmäßige Souverän dieses Staats, nämlich das freie Volk, erklärt durch die Stimme seiner Stellvertreter allen Zusammenhang mit dem deutschen Kaiser und Reiche für aufgehoben.

Die Mainzer Republik besteht zwar nur bis Juli 1793, aber ein Anfang ist gemacht!

Weiter geht es mit dem Thema „Demokratie“ am 18. März 1848. Am Morgen dieses Tages können die Menschen in Berlin lesen, dass König Friedrich Wilhelm IV.  ein Pressegesetz erlassen hat. Der Inhalt klingt verheißungsvoll: die Zensur wird aufgehoben, die Pressefreiheit vollständig gewährt. Dies führt zu einer „Leseexplosion“ (ein schöner Begriff, wie ich finde). Zusätzlich ruft der König an diesem Tag den „Vereinigten Landtag“ ein, eine Ständeversammlung der preußischen Provinzen. Dieser soll an der Neugestaltung des Deutschen Bundes arbeiten. Das klingt nach der Einführung demokratischer Rechte. Die Menschen in Berlin sind begeistert und ziehen zum Schloßplatz, das Extrablatt der „Allgemeinen Preußischen Zeitung“ mit diesen Texten wird verteilt. Allerdings verlassen die Menschen den Schloßplatz nicht – obwohl der König diesen Wunsch signalisiert. Einsatzbereites Militär kommt hinzu, die Stimmung ändert sich, wird unruhig und es kommt zu Barrikadenkämpfen mit Toten. Ein trauriges Ende dieses Tages. Aber: die Pressefreiheit bleibt!

Und noch einmal spielt der 18. März in der deutschen Demokratie eine Rolle: am 18. März findet in der DDR die erste (und einzige) freie Volkskammerwahl statt.

Auch in Frankreich hat der 18. März eine Verbindung mit diesem Thema, denn am 18. März 1871 beginnt die Pariser Kommune. Ein Thema, über das ich bisher wenig weiß…..

Am 18. März 1962 unterzeichnen Frankreich und die Provisorische Algerische Regierung in Évian ein Abkommen zur Beendigung des Algerienkrieges. Wesentlicher Bestandteil ist die beidseitige Verpflichtung zum Waffenstillstand.

Zurück nach Frankreich und ins Jahr 1662: am 18. März 1662 beginnt der öffentliche Nahverkehr in Paris. Kein Geringerer als Blaise Pascal gründet zusammen mit anderen, unter anderem dem Duc de Roannez ein Pferdedroschkenunternehmen mit dem Namen Les Carosses à cinq sols, das in Paris zu festen Zeiten feste Strecken mit festen Haltepunkten zu einem Preis von 5 Sols bedienen soll. Mit Pferdedroschken. Sozusagen dem Omnibus des 17. Jahrhunderts. Die erste Linie startet am 18. März. Im Laufe der Wochen kommen weitere 4 Linien dazu – mit großem Erfolg. Bis wann das Unternehmen aktiv ist, läßt sich allerdings nicht mehr feststellen.

Witzigerweise wird an einem 18. März auch die erste motorisierte Omnibuslinie der Welt eröffnet – im Jahr 1895 zwischen Netphen und Deuz (heute zu Siegen gehörend), mit einem Fahrzeug der Firma Benz aus Mannheim.

Noch ein Highlight – im wahrsten Sinne des Wortes: am 18. März 1855 wird die von John Augustus Roebling erbaute Niagara Falls Suspension Bridge offiziell eröffnet. Sie befindet sich knapp 4 km unterhalb der Niagarafälle.

Damit wünsche ich Euch einen einfallsreichen Abend.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert