20. März

Von den meisten Menschen, die vor langer Zeit zur Welt gekommen sind, kennen wir das Geburtsdatum nicht. Wenn sie im Laufe ihres Lebens – aus welchen Gründen auch immer – Bedeutung erlangt haben – wird uns zumeist wenigstens der Todestag überliefert. Die fehlenden Angaben zum Geburtstag sind für mein Blogprojekt durchaus eine Herausforderung. Umso mehr freue ich mich über die Ausnahmen von dieser „Regel“.

Am 20. März im Jahr 43 v. Chr. kommt Ovid zur Welt. Im Internet habe ich an einer Stelle gerade die Angabe -0043 gesehen und das trifft es meines Erachtens gut, auch wenn eine solche Jahresangabe unüblich ist. Ovid, der eigentlich Publius Ovidius Naso heißt, wird ein Dichter. Und zwar ein sehr erfolgreicher Dichter mit vielen Werken. Sein Werk läßt sich in drei unterschiedliche Phasen unterteilen. In der ersten Phase wird er zum Vater der Ratgeberliteratur – er schreibt die „Liebeskunst“ (im Original Ars amatoria) – ein Lehrgedicht in drei Büchern, das sehr freizügig und ironisch berichtet, wie Frauen und Männer erfolgreich zueinander finden. Hier kann man dieses interessante Werk übrigens nachlesen. In der mittleren Phase schreibt Ovid das Werk, für das er noch heute am bekanntesten ist – die Metamorphosen. Dabei handelt es sich um mythologische Verwandlungsgeschichten in Gedichtform. In der letzten Phase – da hat Kaiser Augustus in schon verbannt – folgen Klagelieder, die sogenannten Tristia. Sein Werk wird über die Jahrhunderte hinaus viele Dichter, Schriftsteller und Künstler beeinflussen.

Am 20. März 1828 kommt Henrik Ibsen in Kristiania, dem heutigen Oslo, zur Welt. Er begründet das Theater der Moderne. Das Theater ist nun nicht mehr Ablenkung für gelangweilte Menschen, sondern hinterfragt gesellschaftliche Annahmen und Konflikte. Hochaktuell finde ich sein Stück Ein Volksfeind, ich habe es vor gar nicht so langer Zeit im Theater Krefeld-Mönchengladbach gesehen.

Ab Juni 1851 erscheint in der Zeitschrift „The National Era“ eine Geschichte von Harriet Beecher Stowe gegen die Sklaverei als Fortsetzungsroman. Die Geschichte trägt den Namen „Onkel Toms Hüte“ beiehungsweise „Uncle Tom’s Cabin“. Noch bevor alle Fortsetzungen in der Zeitung erschienen sind, erscheint der Roman am 20. März 1852 als Buch mit einer Auflage von 5000 Stück. Binnen 48 Stunden ist das Buch vergriffen. Das Buch wird zum Bestseller.

Am 20. März 1800 informiert Alessandro Volta die Royal Society in London über eine von ihm entwickelte Stromquelle – die sogenannte Voltasche Säule, eine elektrische Batterie. Volta gilt als Erfinder der Elektrizitätslehre, nach ihm wird die Einheit für elektrische Spannung Volt benannt.

Spannungsreich ist auch das Jahr 1525 in Memmingen. Am 15. und am 20. März 1525 treffen sich 50 Vertreter oberschwäbischer Bauerngruppen in Memmingen. Am 20. März verabschieden sie die 12 Artikel. Drucke dieser 12 Artikel verbreiten sich rasend schnell im gesamten Reich. Die 12 Artikel gelten als die ersten schriftlich niedergeschriebenen Menschenrechte der Welt, die Versammlung in Memmingen als erste Verfassunggebende Versammlung in Deutschland. Eine sehr spannende Geschichte, die ich im letzten Jahr unter anderem in der Ausstellung in Memmingen verfolgt habe.

Damit wünsche ich Euch einen Abend voller Hoffnung und Zuversicht.

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