26. März

Noch einmal Europa, denn am 26. März 1995 tritt das Schengener Abkommen in Kraft. Damit verschwinden die Grenzpfähle und die Grenzkontrollen. Ich kann mich noch gut an diese Zeit erinnern.

Am 26. März 127 beginnt die Geschichte der Astronomie – zumindest die uns bekannte Geschichte der Astronomie. Claudius Ptolemäus – von dem wir sonst wenig wissen – beginnt an diesem Abend im ägyptischen Alexandria, seine astronomischen Beobachtungen zu notieren. Er erschafft einen Sternenkatalog mit 48 Sternen – den Almagest, die sich alle um die Erde drehen sollen. Nur passen die Bewewegungen der Sterne nicht zu den von ihm erwarteten Bahnen. Bis zum 2. Februar 141 notiert er seine Beobachtungen. Sein geozentrisches Weltbild wird erst circa 1500 Jahre später zugunsten des heliozentrischen Weltbilds verworfen.

William Caxton lernt in den Jahren 1471 und 1472 in Köln die Kunst des Buchdrucks. Nach einer Zeit in Brügge kehrt er nach England zurück und beginnt auch dort, Bücher zu drucken. Damit ist er der erste englische Drucker. Am 26. März 1484 erscheint in England die von ihm gedruckte englischsprachige Fassung der Fabeln von Aesop. Hier kann man sich den Druck sogar anschauen.

Am 26. März 1905 kommt Viktor Frankl in Wien zur Welt. Er wird ein Neurologe und Psychiater und auch ein Autor. Am 25. September 1942 werden er, seine Frau und seine Eltern ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Er übernimmt dort – zusammen mit Regina Jonas die psychologische Betreuung der Neuankömmlinge. Im Oktober 1944 wird er nach Ausschwitz gebracht, wenige Tage später in ein Außenlager des Konzentrationslagers Dachau. Seine Familie überlebt nicht, er schon. Nach dieser Zeit schreibt er ein Buch mit dem Titel „…trotzdem Ja zum Leben sagen“ und dem Untertitel „Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager.“ Es ist einige Jahre her, das ich das Buch gelesen habe. Es hat mich sehr beeindruckt – auch, weil das Überleben oft in scheinbar „kleinen“ Dingen steckt, zum Beispiel darin, sich auch bei Kälte täglich zu waschen. Nicht aufzuhören mit diesen täglichen Dingen. Dieser Satz mag hier und jetzt banal klingen, im Buch hat er für mich eine besondere Eindrücklichkeit erreicht. Und ja, nach der Lektüre des Buches habe ich mich mit Resilienz beschäftigt – was wiederum gut zu Viktor Frankl passt, denn das ist sein Thema, auch wenn er diesen Begriff nicht verwendet.

Am 26. März 1953 berichtet Dr. Jonas Salk von einem bedeutenden Durchbruch: er hat erfolgreich einen Impfstoff gegen Polio (Kinderlähmung) getestet. Im folgenden Jahr beginnen die klinischen Tests, kurz danach kann der Impfstoff eingesetzt werden.

Damit wünsche ich Euch einen Abend mit Zuversicht, innerer Klarheit und Resilienz.

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