28. Januar

Es ist Winter. Es ist kalt. Es liegt Schnee. Drei Tage steht König Heinrich IV. barfuß und im Büßergewand im Schnee. Dann endlich am vierten Tag – am 28. Januar 1077 – ist es soweit – das Warten im Schnee hat sich gelohnt, Papst Gregor gewährt Heinrich IV. Einlaß und erteilt ihm die Absolution. Damit ist der von Papst Gregor erteilte Kirchenbann beseitigt. Später wird so mancher „Bitt- oder Bußgang“ als „Gang nach Canossa“ bezeichnet.

Am 28. Januar 1573 wird in Polen der Warschauer Religionsfriedensvertrag (auch als Warschauer Konföderation bezeichnet) geschlossen. Dabei handelt es sich um ein konfessionelles Toleranzedikt, dass Katholiken und Nicht-Katholiken (beziehungsweise Dissidenten) gleichstellt.

In der Zeit vor 1935 geht es den Menschen auf Island wirtschaftlich nicht gut. Die Bevölkerung verarmt, Menschen schaffen es kaum, ihre Familien zu ernähren. In dieser Zeit schwanger zu werden ist für die Frauen und für die Familien eine Katastrophe. Am 28. Januar 1935 verabschiedet das isländische Parlament ein Gesetz über die Unterbrechung der Schwangerschaft.

Schließlich einigen sich China und Burma (das heutige Myanmar) am 28. Januar 1960 in einem Vertrag über die Grenze zwischen ihren Gebieten.

Damit wünsche ich Euch einen friedlichen Abend, an dem Ihr nichts bereut.

27. Januar

Am 27. Januar 1945 befreit die Rote Armee das Konzentrationslager Ausschwitz-Birkenau. Seit dem 27. Januar 1996 ist dieser Tag in Deutschland der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, am 27. Januar 2005 führen die Vereinten Nationen diesen Tag als Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust ein.

Am 27. Januar 1973 wird in Paris ein Abkommen unterzeichnet, dass den Krieg in Vietnam beenden soll. Die USA stellen jedenfalls alle Kriegshandlungen ein, im geteilten Vietnam läßt der Frieden jedoch noch auf sich warten.

Schon am 27. Januar 1967 vereinbaren mehrere Staaten – darunter Russland und die USA – einen Weltraumvertrag („Outer Space Treaty“). Ziel ist die friedliche Nutzung des Weltraums. Der Vertrag wird an diesem Tag gleichzeitig in Washington D.C., Moskau und London unterzeichnet. Etwas später tritt auch Deutschland diesem Vertrag bei.

Am 27. Januar 1756 kommt Wolfgang Amadeus Mozart zur Welt. Seine Musik verzaubert die Menschen – egal ob es die kleine Nachtmusik oder die Zauberflöte ist.

Damit wünsche ich Euch einen hoffnungsvollen und zauberhaften Abend.

26. Januar

Am 26. Januar 1699 wird der Friede von Karlowitz geschlossen. Er beendet den Krieg zwischen dem Osmanischen Reich auf der einen Seite und dem Heiligen Römischen Reich, Polen, der Republik Venedig und Russland (der Heiligen Liga) auf der anderen Seite. Dabei wird die sogenannte „Kongreßdiplomatie“ (wie zum Beispiel beim Westfälischen Frieden) zum ersten Mal gegenüber einem islamischen Staat angewendet. Einen interessanten Beitrag über die Verhandlungen in Karlowitz kann man hier lesen.

Der 26. Januar ist für Indien doppelt bedeutsam. Am 26. Januar 1930 erklärt Indien sich für unabhängig – es ist der Tag, an dem die Befreiung von der britischen Herrschaft gefeiert wird. Es ist keine „formelle“ Erklärung, eher eine Art Manifest und im Prinzip der Auftakt zum zivilen Ungehorsam. Am 26. Januar 1950 tritt die indische Verfassung in Kraft und Indien wird zu einer souveränen Republik. Der 26. Januar wird noch heute als „Republic Day“ gefeiert.

Am 26. Januar 1993 wird Václav Havel zum ersten Präsidenten der Tschechischen Republik gewählt – was für ein Weg von der Charta 77 zum Präsidentenamt!

Damit wünsche ich Euch einen Abend mit guten Entscheidungen und Gesprächen.

25. Januar

Am 25. Januar 1915 findet das erste transkontinentale Telefongespräch statt – ein Meilenstein in der Kommunikationsgeschichte. Alexander Graham Bell befindet sich in New York, er ruft Thomas Watson an, der sich in San Francisco befindet.

Um Medien und Medien- beziehungsweise Kommunikationsgeschichte geht es auch am 25. Januar 1961. An diesem Tag hält der amerikanische Präsident John F. Kennedy die erste Pressekonferenz, die live im Fernsehen im übertragen wird. Heute können wir uns das kaum noch anders vorstellen, 1961 ist es ein Meilenstein. Die Pressekonferenz kann man hier sehen.

Ebenfalls historisch ist der 25. Januar 1951, allerdings geht es um ein anderes Thema. Hans Böckler ist der erste DGB-Vorsitzende der noch jungen Bundesrepublik. Er setzt sich für die Mitbestimmung der Arbeitnehmer ein. Anfang 1951 droht ein Generalstreik. Die Gewerkschaften möchten die bereits praktizierte paritätische Mitbestimmung von der Eisen- und Stahlindustrie auf die gesamte Großindustrie ausweiten und dies gesetzlich verankern. Die Bundesregierung will die Aufsichtsräte nur zu einem Drittel mit Arbeitnehmervertretern besetzen. Die Gewerkschaften drohen mit Streik. Am 25. Januar einigen sich Hans Böckler und Konrad Adenauer darauf, die Regelung über die paritätische Mitbestimmung auf die Montanindustrie zu beschränken, die sogenannte Montanmitbestimmung. Der entsprechende Gesetzesentwurf folgt kurz danach. Zum Leben von Hans Böckler gibt es noch diesen kurzen Film.

Zum Lebenswerk von Hans Böckler passt auch der 25. Januar 1890 – an diesem Tag wird in den USA eine Gewerkschaft gegründet, die „UMWA“ oder auch „United Mine Workers of America“. Die Gewerkschaft besteht immer noch.

Damit wünsche ich Euch einen Abend, an dem Ihr gemeinsam mit anderen die Welt zumindest ein kleines bißchen besser macht.

24. Januar

Der 24. Januar ist der internationale Tag der Bildung.
Dazu passt ein gebildeter Kater. Denn Kater Murr kann schreiben und lesen und so schreibt er seine Lebensansichten auf. E. T. A. Hoffmann, der „Vater“ dieses Katers wird am 24. Januar 1776 in Königsberg geboren.

Lernen hat viel mit dem Gedächtnis zu tun. Die Grundlage für die Gedächtnisforschung legt Hermann Ebbinghaus, der am 24. Januar 1850 in Barmen (heute ein Stadtteil von Wuppertal) geboren wird. Ebbinghaus arbeitet mit interessanten Experimenten – mit Silbenreihen und Selbstversuchen. Dabei entdeckt er die Vergessenskurve aber auch die Ersparnismethode. Seine Erkenntnisse sind noch heute relevant.

Am 24. Januar 1962 gelingt 28 Menschen aus Ostberlin die Flucht nach Westberlin. Eigentlich sind sie gar nicht weit vom Westen entfernt, aber durch die Mauer ist Westberlin für sie unerreichbar. Sie wollen aber nicht in Ostdeutschland bleiben. Auf der Suche nach Fluchtmöglichkeiten beschließen einige von ihnen, einen Tunnel zu graben. Ein gewagtes Unterfangen – aber es gelingt. In der Nacht zum 24. Januar 1962 nutzen können 28 Menschen durch diesen Tunnel fliehen.

Damit wünsche ich einen Abend, an den Ihr Euch gerne erinnert.

23. Januar

Am 23. Januar 1846 schafft Tunesien als erstes arabisches Land die Sklaverei ab. Ahmed Bey bereitet dies ab 1841 in einzelnen Schritten vor, ab 1846 ist Sklaverei dann insgesamt „Geschichte“. Der Schatten dieser Geschichte ist aber immer noch „da“.

Am 23. Januar 1849, also nur drei Jahre später, schließt Elizabeth Blackwell in den USA ihr Medizinstudium erfolgreich ab und wird die erste Ärztin in den USA. Eine beeindruckende Geschichte!

Am 23. Januar 1656 beginnt Blaise Pascal etwas Neues – er schreibt unter einem Pseudonym Briefe in die Provinz. Insgesamt 18 Briefe sind es, die ein fiktiver Besucher der Hauptstadt da schreibt. In der Hauptstadt werden seine Briefe zum Tagesgespräch.

Etwas Neues schafft auch Ernst Abbe. Am 23. Januar 1840 wird er in Eisenach geboren. Er wächst in einfachen Verhältnissen auf, dank eines Stipendiums kann er in Jena und Göttingen Mathematik und Physik studieren. Schließlich begegnet er Carl Zeiss. Carl Zeiss stellt ihn ein und gibt ihm eine eigene Werkstatt, um bessere Mikroskope zu entwickeln. Daraus wird eine Erfolgsgeschichte – für Ernst Abbe und für Carl Zeiss. Ernst Abbe wird Unternehmer, Erfinder und Sozialreformer.

Damit wünsche ich Euch einen Abend, der Euch Neues bringt.

22. Januar

Ein wichtiger Tag für Europa. Oder zumindest für Frankreich und Deutschland. Am 22. Januar 1963 unterzeichnen Charles de Gaulle und Konrad Adenauer den Élysée-Vertrag. Er ist ein Zeichen der Versöhnung zwischen Frankreich und Deutschland und gleichzeitig wichtig für die Zusammenarbeit in Europa. Viele Jahre später werde ich davon „profitieren“, denn das Wintersemester 1990/1991 kann ich in Clermont-Ferrand verbringen.

10 Jahre später, am 22. Januar 1973, fällt der Supreme Court in den USA ein wichtiges und damals bahnbrechendes Urteil in der Sache Roe vs. Wade. Nach Ansicht der Richter (alles nur Männer) ergibt sich aus dem Recht auf Privatsphäre auch das Recht einer Frau, sich für eine Abtreibung zu entscheiden – zumindest für den Zeitraum, solange der Fötus alleine nicht lebensfähig ist. Gesetzliche Abtreibungsverbote waren damit (bis zu einem anderen Urteil im Jahr 2022) verfassungswidrig.

Am 22. Januar 1561 wird Francis Bacon geboren. Er wird ein Philosoph, ein Politiker und Wissenschaftler. Der Spruch „Wissen ist Macht“ soll von ihm stammen. Aus seiner Tätigkeit als Schriftsteller sind seine Essays besonders interessant und lesenswert.

Am 22. Januar 1891 wird Antonio Gramsci auf Sardinien geboren. Er wird Journalist und einer der Mitgründer der Kommunistischen Partei in Italien politisch ist er vor allem ein Kritiker und Gegner von Mussolini. Das bringt ihn früh ins Gefängnis. Dort schreibt er unter anderem seine berühmten Gefängnishefte.

Damit wünsche ich Euch einen freundlich kritischen und gleichzeitig versöhnlichen Abend.

21. Januar

Am 21. Januar 1908 wird die „Gespenstersonate“ von August Strindberg im „Intimen Theater“ in Stockholm uraufgeführt. Kein Erfolg für Strindberg, erst 1916 wird Max Reinhardt das Stück in Berlin erfolgreich inszenieren. Strindberg erlebt das allerdings nicht mehr. Der ungewöhnliche Titel liegt an Strindbergs Begeisterung für Beethoven. Aus dem „Geistertrio“ leitet er seine Idee für die Gespenstersonate ab. Witzigerweise gibt es dann wieder einen Komponisten, der sein Theaterstück „Gespenstersonate“ einer Komposition zugrundelegt – Aribert Reimann macht daraus eine Oper.
Ob jetzt wieder jemand etwas anderes daraus macht?

Bleiben wir noch einen Moment in Stockholm. Am 21. Januar 1720 wird der Frieden von Stockholm vereinbart. Mit dieser Vereinbarung wird die Peene als Grenze zwischen dem schwedischen und dem preußischen Vorpommern festgelegt – alles im Prinzip noch Folgen beziehungsweise Auswirkungen des dreißigjährigen Krieges. Die Grenzfrage in Pommern hatte man im Westfälischen Frieden nicht genau geregelt.

Überhaupt, der dreißigjährige Krieg – da ging es um Glaubensfragen. Ein Ereignis, das am 21. Januar 1525 stattfindet, hat damit „irgendwie“ zu tun. An diesem Tag findet nämlich in Zürich die erste Taufe der Täuferbewegung statt. Wenige Tage zuvor hat der Zürcher Stadtrat festgelegt, dass Kinder innerhalb von 8 Tagen nach der Geburt zu taufen sind. Das halten einige Menschen für falsch, denn auch Jesus wurde nach der Bibel erst als Erwachsener getauft. Deswegen – und unter Verstoß gegen die eindeutige Regelung – taufen sich an diesem Tag drei Männer gegenseitig. Und ja, das führt zu Problemen – aber darum soll es hier nicht gehen.

Während in großen Teilen Europas der dreißigjährige Krieg wütet, bereist Abel Tasman die Weltmeere. Am 21. Januar 1643 entdeckt er Tonga. Er hält alles in seinem Tagebuch fest. 1896 wird sein Tagebuch erstmalig in die englische Sprache übersetzt, diese Fassung kann man hier sehen (und durchblättern). Ob seine Ankunft nach Tonga dort auch enthalten ist, habe ich aber nicht überprüft. Vielleicht demnächst….

Damit wünsche ich Euch einen friedlichen Abend voller interessanter Entdeckungen.

20. Januar

Am 20. Januar 1265 versammelt sich das erste englische Parlament, in dem nicht nur Adlige vertreten sind. Auch Vertreter größerer Städte nehmen teil. Tatsächlich ein Meilenstein in der Entwicklung der parlamentarischen Demokratie. Der Hintergrund wird hier schön erzählt.

Am 20. Januar 1663 kommt in Regensburg der Reichstag zusammen. Er soll über die Bedrohung durch das Osmanische Reich beraten. Tatsächlich wird aus dieser Beratung des Reichstages der immerwährende Reichstag, die jeweiligen Tagungen werden bis 1803 nicht aufgelöst.

Am 20. Januar 1401 nimmt die „Taula de canvi“ in Barcelona ihren Betrieb auf. Es handelt sich im Prinzip um das erste öffentliche Finanzinstitut, eine Art „Zentralbank“, deren Aufgaben hier gut erläutert werden. Sie ist im Grunde der Vorläufer unserer heutigen Banken und besteht bis 1853.

Am 20. Januar 1925 unterzeichnen Japan und die Sowjetunion in Peking einen Vertrag. Dieser Vertrag verweist auf den Vertrag von Portsmouth zwischen Japan und Russland, der am 5. September geschlossen wurde. Ansonsten erkennt Japan die Sowjetunion an und gibt die Insel Sachalin zurück.

Am 20. Januar 1817 startet in Kalkutta (heute Kolkata) das „Hindu College“. Die Geschichte dieser wichtigen Bildungseinrichtung kann man hier nachlesen.

Damit wünsche ich Euch einen friedlichen und demokratischen Abend.

19. Januar

Am 19. Januar 1809 wird Edgar Allan Poe in Boston geboren. Mit seiner Geschichte „The murders of the Rue Morgue“ begründet er ein neues Genre, den modernen Detektivroman, in dem ein Detektiv (sogar ein Amateurdetektiv) durch Logik und Schlußfolgerung den Fall löst. Dieses Genre mag ich übrigens sehr.

Edgar Allen Poe und Johann Wolfgang von Goethe verbindet, dass sie „das Böse“ literarisch neu darstellen. Es passt daher gut, dass Goethes Faust (Teil 1) am 19. Januar 1829 in Braunschweig uraufgeführt wird. Tatsächlich gar keine so einfache Aufgabe, wie man hier nachlesen kann.

„Ach wenn in unsrer engen Zelle, Die Lampe freundlich wieder brennt,….“ sagt Faust in seinem Studierzimmer. Um Licht geht es auch am 19. Januar – im Jahr 1883, weil Thomas Edison an diesem Tag in Roselle/Jersey das erste elektrische Oberleitungsbeleuchtungssystem in Betrieb nimmt. Im Jahr 1915 – ebenfalls am 19. Januar – erhält der Franzose Georges Claude ein US-Patent auf die von ihm erfundene Neonröhre.

Aber auch gesellschaftlich wird es heller. Am 19. Januar 1920 wird die Nichtregierungsorganisation „ACLU“ gegründet, die „American Civil Liberties Union“ – sie hat ihren Sitz in New York und hat die Aufgabe, die Bürgerrechte zu verteidigen.

Und auch Transparenz ist wichtig. Dazu gehört heute auch die Übertragung von wichtigen politischen Reden und Pressekonferenzen im Fernsehen. Am 19. Januar 1955 wird zum ersten Mal die Pressekonferenz von Präsident Dwight D. Eisenhower gefilmt.

Damit wünsche ich Euch einen schönen Abend mit interessanten neuen Erkenntnissen.