362

Die 362.
Mit überraschend aktuellen Themen.

Sprechen wir über Frieden oder über die grundlegenden Prinzipien oder Erfordernisse, die Frieden ermöglichen. Die Griechen im vierten Jahrhundert vor Christus hatten als wichtiges Prinzip die Idee des allgemeinen Friedens. Ein solcher Frieden sollte zeitlich unbegrenzt sein und unabhängig von der jeweiligen Macht die Autonomie und völkerrechtliche Gleichstellung aller Gebiete beinhalten. Es sind spannende Gedanken, die auch unser heutiges Verständnis von Frieden und von internationalen Organisationen beeinflussen. Im Jahr 362 vor Christus wurde nach der 2. Schlacht von Mantineia nochmals ein allgemeiner Frieden geschlossen. Aus der Schlacht ging niemand als Sieger hervor, alle waren kriegsmüde, aber es war wohl auch niemand in der Lage, Griechenland politisch neu zu ordnen….
Und wie sieht es heute aus? Das Thema Krieg oder Frieden ist ja an einigen Orten der Welt ziemlich aktuell.

Leider auch aktuell ist das Thema Hunger. Im Jahr 362 beginnt in Antiochia eine fürchterliche Hungersnot. Es ist die am besten dokumentierte Hungersnot der antiken Welt. Vermutlich haben Mißernten dazu beigetragen und die Tatsache, dass Julian mit seinem Heer in dieser Zeit in Antiochia ist. Die Bewohner bitten Julian um Hilfe, seine Versuche sind aber wenig hilfreich – so führt zum Beispiel die Festsetzung eines niedrigen Getreidepreises dazu, dass das Getreide vom Markt verschwindet (und auf dem Schwarzmarkt zu hohen Preisen verkauft wird).

362 Briefe von Klaus Mann sind in diesem Buch veröffentlicht. Eine stattliche Anzahl und vor allem – wenn man den Zeitraum von 1922 bis 1949 betrachtet – sind es Briefe aus einer historisch sehr interessanten Zeit, geschrieben von jemandem der sich sicherlich frühzeitig zu vielen Dingen Gedanken gemacht hat. Bestimmt eine interessante Lektüre.

Ein apokalyptisches Ereignis trifft im Roman Day 362 plötzlich die USA. Die höchsten Regierungskreise sind unvorbereitet, die Regierung wird schnellstens in einen Bunker unterhalb des Weißen Hauses verbracht, um dort das Ende abzuwarten. Tage, Wochen und Monate vergehen. Wie gehen die Menschen im Bunker miteinander um? Kein Buch, das ich lesen möchte und interessanterweise habe ich als Kontrast sofort an das Buch The Whale at the End of the World (Der Wal und das Ende der Welt) gedacht, dass ebenfalls eine schwierige Situation schildert und doch auch den Zusammenhalt der Menschen beschreibt (ich fand es sehr lesenswert!).

Dazu paßt dann wiederum das Lied Ein feste Burg ist unser Gott, das Martin Luther selbst geschrieben hat und das im Gesangbuch die Nummer 362 hat. Es beinhaltet für mich sehr viel von der Hoffnung, die Menschen auch in sehr schwierigen Situationen haben können (wobei ich mich auch an kirchenmusikalische Themen wie Wort-Ton-Verhältnis bei Luther erinnere – lang ist es her…..).

Damit wünsche ich Euch und Ihnen einen Abend voller Hoffnung und Zuversicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.