Gut oder nicht gut, das ist heute die Frage. Denn vieles, was auf den ersten Blick gut aussieht, kann auf den zweiten Blick dann doch auch negative Aspekte beinhalten. Aber fangen wir an.
Am 5. Januar 1914 verkündet Henry Ford etwas Erstaunliches: nämlich den 8-Stunden-Arbeitstag und einen Lohn von mindestens 5 Dollar pro Tag. Gar nicht so dumm ist der Gedanke, der dahintersteckt: wer mehr Freizeit hat, kann auch mehr konsumieren und wer mehr Geld hat, gibt auch mehr Geld aus. Allerdings hat die Sache einen Haken, der die Arbeit in seinem Unternehmen unbeliebt macht – seine Vorstellungen von Moral und Anstand sollen eingehalten werden, Ford gründet sogar eine Spezialabteilung, die das Verhalten kontrollieren soll. Das gefällt den Arbeitnehmer*innen nicht, im Gegenteil – sie kommen sogar auf die Idee, Gewerkschaften zu gründen und Ford stampft seine Spezialabteilung nach 2 Jahren wieder ein.
Aber wie sind wir da hingekommen? James Watt hat da einen gehörigen Teil beigetragen. Am 5. Januar 1769 reicht er den Patentantrag für „seine“ Dampfmaschine ein. Erfunden hat er die Dampfmaschine nicht, aber entscheidend verbessert – als er eine existierende Dampfmaschine reparieren soll, erkennt er die Schwachstellen und verbessert sie. Damit beginnt die industrielle Revolution.
Ein Studium konnte James Watt sich nicht leisten, aber er ergatterte einen Job als Instrumentenmacher an der Universität Glasgow. Was wohl aus ihm geworden wäre, wenn er studiert hätte? Hätte er dann „seine“ Dampfmaschine entwickelt oder hätte er wissenschaftliche Beiträge geschrieben, die heute vielleicht schon vergessen wären? Am 5. Januar 1665 erscheint in Paris jedenfalls die erste wissenschaftliche Fachzeitschrift, nämlich „Le Journal des Sçavans“. Interessanterweise erscheint die Zeitschrift sogar in französischer Sprache und soll über neu erschienene Bücher und deren Inhalt informieren.
Wesentlich bekannter als diese Zeitschrift war vermutlich François Villon. Er war ein Dichter aber auch ein Krimineller und immer mal wieder im Gefängnis. Irgendwann verurteilt ihn ein Richter zum Tode. Aber er legt Berufung ein und der oberste Gerichtshof verwandelt am 5. Januar 1463 das Todesurteil in eine 10jährige Verbannung aus Paris. Es gibt noch zwei Gedichte von ihm und dann verliert sich seine Spur. Seine Werke bleiben uns jedoch erhalten!
Erhalten bleibt uns hoffentlich auch der blaue Elefant – am 5. Januar 1975 hat er seinen ersten Auftritt in der Sendung mit der Maus.
Etwas älter als der Elefant ist Friedrich Dürrenmatt. Am 5. Januar 1921 kommt er zur Welt. Als Autor befaßt er sich häufig in seinen Werken häufig mit der Frage nach Recht und Gerechtigkeit sowie Schuld und Sühne. Der Gedanke der „Mitschuld“ steht oft im Raum.
Das Thema „Schuld“ passt auch zu Konrad Adenauer, der am 5. Januar 1876 geboren wird, oder besser: das Thema „Umgang mit Schuld“. Als Verfolgter des NS-Regimes hat Adenauer, wie man auf der verlinkten Seite lesen kann, eine deutliche Meinung zum Nationalsozialismus. In privaten Briefen äußert er sie auch nach 1945, in seinen öffentlichen Reden geht er anders vor und verzichtet auf eine „Abrechnung“. Aus seiner Sicht und zum damaligen Zeitpunkt mag das die „richtige“ oder „einzig mögliche“ Vorgehensweise gewesen sein, gleichzeitig frage ich mich heute, ob ein anderer Umgang mit vermeintlichen Mitläufern für die Demokratie besser gewesen wäre.
Gerade mit Blick auf die heutige Zeit finde ich seine „Sozialpolitik“ beziehungsweise sein Verständnis von Sozialpolitik spannend. Ich glaube nicht, dass Adenauer die heutige Politik der Union richtig finden würde. Allein der Satz „Die Wirtschaft soll dem Menschen dienen, nicht der Mensch der Wirtschaft.“ spricht eine deutliche Sprache.
Ob Konrad Adenauer und Umberto Eco sich etwas zu sagen gehabt hätten, wenn sie sich in ihrem Leben begegnet wären? Der gemeinsame Geburtstag am 5. Januar verbindet sie jedenfalls – wobei Umberto Eco erst am 5. Januar 1932 zur Welt gekommen ist. Umberto Eco hat seine Kindheit und Jugend im italienischen Faschismus in einigen seiner Bücher thematisiert, bekannt ist er aber auch für seinen Vortrag „Der ewige Faschismus“ (und sein gleichnamiges Buch). Darin geht es um 14 Kriterien, an denen man Faschismus erkennen kann.
Gut oder nicht gut? Ich lasse das offen, denn von hier aus ist beides möglich. Ich jedenfalls wünsche Euch eine gute Nacht!