Am 6. Januar 1389 findet ein Ereignis statt, dessen „Auswirkungen“ mich fast 600 Jahre später betreffen.
Die Stadt Köln ist seit dem Jahr 1164 „eng“ mit den „Heiligen Drei Königen“ verbunden. In diesem Jahr hat Rainald von Dassel nämlich die (angeblichen) Gebeine der heiligen drei Könige nach Köln gebracht. Der für diese Reliquie erreichte Schrein steht noch heute im Kölner Dom und ist weltberühmt und vielbesucht. Auch ich habe ihn schon gelegentlich „umrundet“. Natürlich werden die heiligen drei Könige dann auch die Stadtpatrone der Stadt Köln. Insofern ist es nur folgerichtig, dass der Lehrbetrieb der neu gegründeten Universität Köln im Jahr 1389 am 6. Januar beginnt.
Mein Besuch der Universität Köln beginnt fast 600 Jahre später, im Wintersemester 1988/1989.
In Köln studiere ich Jura – und in den ersten Semestern geht es unter anderem um Grundrechte. Das ist ein Thema das mir noch heute sehr wichtig ist – vielleicht sogar wichtiger als „damals“. Dazu passt wiederum das nächste „Ereignis“: am 6. Januar 1941 hält der amerikanische Präsident Franklin D. Roosevelt seine Rede zur „Lage der Nation“. Die Originalrede kann man unter anderem hier hören, eine deutschsprachige Transkription der Rede hier lesen.
In dieser Rede formuliert Roosevelt vier Freiheiten:
– die Freiheit der Rede und der Meinungsäußerung – überall auf der Welt
– die Freiheit eines jeden Menschen, Gott auf seine eigene Weise zu verehren – überall auf der Welt
– die Freiheit von Not. Das bedeutet, weltweit gesehen, wirtschaftliche Verständigung, die jeder Nation gesunde Friedensverhältnisse für ihre Einwohner gewährt – überall auf der Welt
– die Freiheit von Furcht, was, auf die Welt übertragen, bedeutet, dass die Rüstung weltweit so weit und so gründlich reduziert wird, dass keine Nation in der Lage sein wird, einen Akt physischer Aggression gegen einen Nachbarn zu begehen – überall auf der Welt
Es fühlt sich merkwürdig an, diese Freiheiten im Januar 2026 zu lesen. Was davon gilt heute noch? Und vor allem, gilt es „überall auf der Welt“? Gleichzeitig finde ich diese Ziele immer noch erstrebenswert, sie sind im Grunde genommen zeitlos – wobei ich bei der zweiten Freiheit gedanklich ein „ob“ ergänzen würde, nämlich dass es den Menschen überall auf der Welt freisteht, ob sie Gott/einen Gott verehren bzw. einer Religion angehören.
Zur Freiheit und zum Ausleben von Freiheitsrechten gehört nach meinem Verständnis untrennbar Datenschutz. Menschen dürfen für Staat und Verwaltung sowie für Unternehmen nicht „gläsern“ sein, schon gar nicht gegenüber Staaten, Behörden und Unternehmen, die wenig Interesse an demokratischen Strukturen haben. Daher ist es sehr passend, dass am 6. Januar 1978 in Frankreich durch ein Gesetz die französische „Datenschutzbehörde“ CNIL geschaffen wird.
Heute lese ich gelegentlich die Stellungnahmen und andere Dokumente der CNIL, wenn es um die DSGVO und/oder KI geht.
Etwas weniger dramatisch, aber im Alltag ungeheurer wichtig, ist das nächste Ereignis: am 6. Januar 1862 kommt August Oetker auf die Welt. Er revolutioniert das „Backpulver“. Ja, das gab es schon vorher – aber es wurde vor allem in Bäckereien eingesetzt. August Oetker verpackt es in kleinen Tütchen für einzelne Haushalte und so kommt es, dass heute in vielen Rezepten steht „1 Päckchen Backpulver“.
Damit wünsche ich Euch einen Nachmittag mit leckerem Kuchen und nachher einen schönen Abend und eine gute Nacht.