14. Januar

Am 14. Januar 1870 wird Ida Dehmel geboren. Ich muß zugeben, dass mir ihr Name bis zu meiner Recherche für diesen Blogbeitrag unbekannt war. Tatsächlich sind es zwei Dinge, die mich begeistern: das Eintreten für das Frauenwahlrecht und die konsequente Förderung von Künstler*innen, die unter anderem zur Gründung der GEDOK führt. Faszinierend ist auch, wieviele Künstler*innen sie und ihr Ehemann zu neuen Werken inspiriert haben.

Albert Schweitzer wird ebenfalls an einem 14. Januar geboren, allerdings im Jahr 1875. Er ist ein vielseitig begabter Mensch – das äußert sich nicht nur in seinen Studienabschlüssen – Theologie, Philosophie und schließlich noch Medizin, um als Missionsarzt nach Afrika gehen zu können. 1913 gründet er in Lambarene (Gabun) ein Spital – zunächst auf dem Grundstück einer Missionsstation, später gründet er ein Krankenhaus auf einem eigenen Grundstück in Lambarene. Heute ist das Spital eine moderne Poliklinik. Wichtig ist, dass in diesem Spital jeder Patient behandelt wird und zwar unabhängig von seiner Herkunft und seinen finanziellen Mitteln. Er und seine Frau Helene haben die deutsche Staatsangehörigkeit. Während des ersten Weltkriegs werden sie 1917 festgenommen und müssen einige Zeit in Lagern in Frankreich verbringen. Albert Schweitzer nutzt diese Zeit, um seine Ethik der Ehrfurcht vor dem Leben auszuarbeiten. Wie er selbst diese Ehrfurcht vor dem Leben verstanden und gelebt hat, kann man hier nachlesen. Schließlich erhält er sogar den Friedensnobelpreis. Wenige Jahre später engagiert er sich noch für den Frieden und gegen die nukleare Aufrüstung.

Am 14.01.1892 wird Martin Niemöller geboren, aus ihm wird ein Theologe und mit der Zeit auch ein Widerstandskämpfer. In den 1950er Jahren engagiert er sich gemeinsam mit Albert Schweitzer gegen Atomwaffen. Aber bis dahin ist es ein weiter Weg. Zunächst ist Martin Niemöller deutschnational eingestellt, er teilt auch den Antisemitismus vieler seiner Zeitgenossen. Aber nicht alles in dieser Zeit paßt für ihn. 1935 wird er das erste Mal verhaftet, weil er sich mit anderen Pfarrern gegen die verbalen Angriffe Alfred Rosenbergs wehrt. 1937 wird er zum zweiten Mal verhaftet, nach der Haftentlassung kommt er umgehend ins Konzentrationslager – zunächst nach Sachsenhausen, später nach Dachau. Heute kennen ihn viele wegen des berühmten Spruchs „Als sie die Kommunisten holten….“ – tatsächlich ist das kein Gedicht oder Spruch, sondern etwas, das er in einem Gespräch geäußert hat. Aber es paßt. Trotzdem.

Zum Abschluß noch etwas aus dem Bereich Musik, denn am 14. Januar 1900 wird in Rom „Tosca“ von Puccini aufgeführt. Damit wünsche ich einen Abend, an dem die Sterne für Euch am Himmel leuchten!

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