23. Juli

Am 23. Juli 1532 einigt Kaiser Karl V. sich mit den protestantischen Reichsständen in Nürnberg auf den Nürnberger Religionsfrieden. Wobei es sich nicht um einen dauerhaften „Frieden“ handelt, sondern eher um einen befristeten Waffenstillstand, weshalb die Vereinbarung auch „Nürnberger Anstand“ genannt wird. Die Verhandlungen in Schweinfurt und Nürnberg sind jedenfalls zäh. Erst als beide Seiten sich darauf einigen, dass sie sich auf ein paar wesentliche Punkte beschränken, kommt es zum Durchbruch: Karl V. erklärt sich einverstanden, alle Religionsprozesse am Reichskammergericht sowie die Verfolgung der Protestanten einzustellen. Den im Schmalkaldischen Bund zusammengeschlossenen protestantischen Fürsten verschafft dieser Waffenstillstand eine Rechts- und Friedensgarantie. Dies hat zur Folge, dass die Reformation sich praktisch ungehindert ausbreiten kann.

Sehr viel dauerhafter ist der Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl, auch EGKS oder Montanunion genannt. Am 23. Juli 1952 tritt er in Kraft. Erst am 23. Juli 2002 läuft er aus und wird nicht verlängert und zwar deswegen, weil alle relevanten Regelungen in den Verträgen zur Europäischen Gemeinschaft aufgegangen sind.

Am 23. Juli 2004 wird die im Bosnienkrieg zerstörte „Alte Brücke“ in Mostar offiziell wiedereröffnet.

Am 23. Juli 1865 kommt Ludwig Sütterlin im Schwarzwald zur Welt. Er wird Grafiker und entwickelt im Jahr 1911 im Auftrag des preußischen Schul- und Kulturministeriums eine Ausgangsschrift für das Erlernen von Schreibschrift in der Schule, die Sütterlinschrift und zusätzlich eine lateinische Ausgangsschrift. Spannend, dass es so viele unterschiedliche Schriften gibt (von denen ich einen ziemlich großen Teil nicht oder nur eingeschränkt lesen kann…..).

Damit wünsche ich Euch einen Abend mit guten Absprachen und guten Büchern.

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