13. Januar

Am 13. Januar schreibt Émile Zola einen Brief – und was für einen……
In der Zeitung L’Aurore veröffentlich er seinen Brief an den Präsidenten der Republik – die Überschrift lautet „Ich klage an“ („J’accuse“). Dieser Titel stammt von Georges Clemenceau, der Émile Zola auch die Möglichkeit einräumt, den Brief in seiner Zeitung zu veröffentlichen. Zola weist in seinem Beitrag auf fehlende Beweise und Fehler der Justiz im Verfahren gegen Dreyfus hin. Als Folge dieses Briefes werden Zola und und der Geschäftsführer von L’Aurore wegen Verleumdung verklagt. Zola wird am 23.02.1898 zu einem Jahr Gefängnis verurteilt, es gelingt ihm aber, rechtzeitig nach England zu fliehen. Clemenceau, der Verleger von L’Aurore, schafft es, für L’Aurore im Prozeß neben seinem Bruder (einem Anwalt) aufzutreten und die Unregelmäßigkeiten im Verfahren anzuprangern. In seinen Zeitungen L’Aurore und La Dépêche berichtet er täglich über den Fall, das sind fast 700 Artikel. Erst 8 Jahre später führt das Urteil des Kassationsgerichts zur vollständigen Rehabilitierung von Dreyfus. Was für eine Leistung, diesen Justizskandal aufgedeckt und den unschuldig verurteilten Dreyfus rehabilitiert zu haben!
Einen sehr sehehenswerten Beitrag zu diesem Thema in französischer Sprache gibt es hier, ein deutschsprachiges Zeitzeichen hier.

Um die Thema Freiheit, Gerechtigkeit, Macht und Moral geht es auch im Stück „Die Räuber“ von Friedrich Schiller. Es ist daher sehr passend, dass dieses Stück am 13. Januar 1782 in Mannheim uraufgeführt wird. Der Saal tobt, die Kritik am Feudalsystem ist für das Publikum gut zu erkennen und Schiller wird über Nacht berühmt.

Bei Dreyfus geht es um die Religion, bei anderen Menschen ist es oft die Hautfarbe. Erst am 13. Januar tritt Douglas Wilder als erster gewählter afroamerikanischer Gouverneur von Virginia sein Amt an. Zuvor hatte es zwar schon einen afroamerikanischen Gouverneur gegeben, dieser war aber nicht gewählt worden.

Weg von Intrigen und Unfrieden, denn es geht auch anders. Am 13 Januar 1568 erläßt der siebenbürgische Landtag unter König Johann Sigismund das Edikt von Torda. Dabei handelt es sich zum ersten mal um eine multikonfessionelle Verfassung. Als anerkannte Religion werden ausdrücklich die lutherische, reformierte, katholische und unitarische Konfession erwähnt. Ein spannendes und frühes Beispiel für Religionsfreiheit.

Damit wünsche ich Euch einen Abend mit mutigen und guten Gedanken.

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