20. Dezember: Gehasst oder gelobt?

Weiter könnten Geschichten nicht auseinander liegen als die beiden Geschichten/Bücher, die ich mir für heute ausgesucht habe. Es ist Hass, der Kapitän Ahab motiviert, Moby Dick – den großen weißen Wal – zu jagen. Dieser Hass führt zu einer tragischen Geschichte und vor allem einem tragischen Ende (https://de.m.wikipedia.org/wiki/Moby-Dick).

Was passiert, wenn man Wale lobt? Das ist die Frage, die dem Buch „Whale done“ von Ken Blanchard zugrunde liegt (https://www.kenblanchard.com/Store/Whale-Done!). Die Waltrainer von Sea World haben mit einem Konzept aus Vertrauen und Lob erstaunliche Erfolge bei der Arbeit mit den Walen erzielt. Unabhängig davon, ob man solche Vorstellungen mag oder nicht (ich zögerte da gerade….), ist die Anwendung dieses Konzepts auf die Arbeit mit Menschen sehr spannend. Man kann also von den Walen lernen.

Kennt Ihr weitere Geschichten mit Walen?

Ich wünsche Euch einen lobenswerten 20. Dezember.

19. Dezember: Angekettet oder schwerelos?

Es sind zwei Geschichten von Jorge Bucay, die mich heute inspiriert haben. Die erste Geschichte habe ich vor einigen Jahren in dem Buch „Komm erzähl mir eine Geschichte“ gelesen. Stellt euch vor, Ihr besucht einen Zirkus und zu dem Zirkus gehört auch ein großer starker Elefant. Nach den Vorstellungen ist dieser große und starke Elefant mit einer Kette an einem Holzpflock festgemacht. Warum reißt sich der große und starke Elefant nicht einfach los? Ahnt Ihr warum? Weil der Elefant schon an genau diesen Pflock angekettet wurde, als er noch ganz klein und schwach war. Es ist seine Erfahrung aus der Kindheit, daß er zu schwach ist, sich loszureißen.

Ähnlich schön ist die Geschichte „Der Elefant und die Lerche“ aus dem Buch „Zähl auf mich“. Der Elefant ist mit der Lerche befreundet. Irgendwann erzählt der Elefant der Lerche, daß er sie beneidet, weil sie fliegen kann. Die Lerche verrät dem Elefanten wie er das auch hinbekommen kann – mit einer echten Schwanzfeder von ihr und eisernem Willen. Die Schwanzfeder soll der Elefant in den Mund nehmen und dann die Ohren ganz schnell bewegen. Der Elefant macht das und tatsächlich – er kann wirklich fliegen. Er ist richtig begeistert über die Zauberfeder und bedankt sich bei der Lerche. Aber was erzählt ihm die Lerche dann? Die Feder war keine Zauberfeder, der wirkliche Zauber war die Kraft seines Wunsches und die Kraft seiner Ohrenbewegungen brachte ihn zum Abheben.

Zwei schöne Geschichten, nicht wahr? Welche Elefantengeschichten kennt Ihr?

Ich wünsche Euch jedenfalls einen schwerelosen 19. Dezember.

18. Dezember: Schwarz-gelb….

„Und diese…., die ich meine, die heißt…..“ – erraten? Das Tier ist schwarz-gelb, sehr fleißig (manche aus der Geschichte nicht so ganz, ich denke da an Willi…) und kennt alle tierischen Bewohner aus dem Umfeld, von denen auch nicht alle wirklich sympathisch sind. Aus meiner Kindheit kenne ich dieses weibliche Tier aus einer Fernsehserie, erst etwas später wurde mir bewußt, daß ein Buch dahinter steckt. Nämlich das Buch von Waldemar Bonsels, in dem es um Biene Maja geht. Das einzige Buch in meiner Erinnerung, in dem eine Biene eine Hauptrolle spielt.

Kennt Ihr andere Bücher oder Geschichten, in denen Bienen eine wichtige Rolle spielen?

Ich wünsche Euch einen bunten 18. Dezember!

17. Dezember: Wer aus mir trinkt……

Ich hatte es nicht bewußt geplant, aber inhaltlich paßt es perfekt, dieses Tier an die „Tigergeschichten“ anzuschließen. Ahnt Ihr schon, um welches Tier es heute gehen soll? Der Spruch „Was macht mein Kind, was macht mein xxx?“ könnte Euch beim Erraten helfen.

Es ist eine zunächst sehr traurige Geschichte. Die Mutter ist gestorben, die Stiefmutter behandelt die Kinder nicht gut und die beiden Kinder beschließen, in die weite Welt zu ziehen. Es ist sehr heiß und die Kinder haben Durst. Dummerweise ist die Stiefmutter eine Hexe und folgt ihnen. Als die beiden Kinder an den ersten Brunnen kommen, ruft der Brunnen „Wer aus mir trinkt, wird ein Tiger“. Ja, dieses Tier hatten wir gestern schon, das kann es nicht sein – aber es ist die perfekte Überleitung zum heutigen Tag. Der nächste Brunnen ruft „Wer aus mir trinkt, wird ein Wolf.“ Das Tier hatte ich noch nicht, es ist aber nicht das Tier des heutigen Tages. Am dritten Brunnen finden wir das heutige Tier: „Wer aus mir trinkt, wird ein Reh.“ Ja, das Brüderchen ist sehr durstig und wir haben das Tier des heutigen Tages gefunden, es ist das Reh und das Märchen ist natürlich Brüderlein und Schwesterlein.

„Was macht mein Kind, was macht mein Reh?“ spricht die älter gewordene Schwester später, nachdem sie von der bösen Hexe noch einmal gequält wurde. Natürlich hat dieses Märchen ein schönes Ende und das Reh wird auch wieder zum Bruder. Aber was, wenn nicht? Hätte das Reh, dann ähnliche Dinge erlebt, wie Felix Saltens „Bambi“? Eine spannende Frage, über die ich erst später nachdenken werde.

Kennt Ihr noch andere Rehe in der Literatur?

Ich wünsche Euch einen fröhlichen und leichtfüßigen 17. Dezember ohne quälenden Durst!

16. Dezember: Groß und gefährlich

Groß und gefährlich ist Shir Khan, der Tiger aus dem Dschungelbuch von Rudyard Kipling. Sowohl die Tiere als auch die Menschen haben vor ihm Angst. Doch auch ein Tiger ist nicht furchtlos, denn Shir Khan hat Angst vor dem Feuer.

Feuer ist für den Tiger Richard Parker keine Gefahr, allerdings ist er seekrank. Keine gute Ausgangsbedingung, wenn man in einem kleinen Boot unterwegs ist. Es ist eine merkwürdige Geschichte, die Yann Martel über Pi und Richard Parker, den Tiger erzählt. Ist es eine erfundene Geschichte oder nicht? Welcher Variante von Pis Geschichte schenken wir Glauben? Die Geschichte mit dem Tiger klingt phantastischer, schöner, abenteuerlicher – muß sie deshalb unwahr sein?

Ich bin jedenfalls froh, daß ich hier keinem Tiger in der freien Wildbahn begegnen kann….. Auch in der Literatur kommen Tiger – soweit ich das überblicken kann – eher selten vor. Aber die beiden Tiger, fand ich beim Lesen schon sehr spannend!

In diesem Sinne wünsche ich Euch einen phantastischen 16. Dezember.

15. Dezember: Wer zieht den Schlitten?

Manchmal können literarische Fundstücke unser Weltbild ins Wanken bringen……

Ich dachte ja immer, daß die Rentiere den Schlitten des Weihnachtsmannes ziehen. Aber – weit gefehlt. Es ist ein sprechender Elch, der diesen Job übernommen hat. Woher ich das weiß? Aus dem skurrilen Büchlein „Der Weihnachtsmann kann einpacken – ein Elch packt aus“ von Peter Gaymann. Mit etwas Glühwein bekommen ein paar Medienmenschen den Elch dazu auszupacken (ähm, vielleicht sollte ich auch weniger Glühwein trinken ….. man weiß ja nie…..). Und was er alles auspackt? Viel, sehr viel. Über das Schicksal der Rentiere erzählt der Elch allerdings wenig. Deren Spur habe ich mittlerweile allerdings auch entdeckt. Die machen nämlich Yoga. Woher ich das wiederum weiß? Aus meinem Adventskalender „Yoga für Rentiere“ – heute ist übrigens „Der schwebende Rauschgoldengel“ dran …… Ihr ahnt, was ich nachher (am besten nach einem Glühwein) üben werde …..

Kennt Ihr noch weitere Geschichten in denen Elche oder Rentiere vorkommen?

Ich wünsche Euch einen zauberhaften 15. Dezember!

14. Dezember: Eine feuchte Angelegenheit

Es gibt wenig Texte, die mich so sehr beeindruckt und berührt haben, wie der kurze Text von David Foster Wallace This is water. Die kurze Frage, die der ältere Fisch den jüngeren Fischen stellt und die Antwort der jüngeren Fische stehen für so vieles, das wir nicht sehen können. Ich nehme mich da gar nicht aus, im Gegenteil. Gerade deswegen mag ich den kurzen Dialog der Fische über das Wasser besonders gern.

Ein Fisch spielt auch in einer anderen Geschichte eine große Rolle. In dem Märchen „Vom Fischer und seiner Frau“ erfüllt der Butt die immer größer werdenden Wünsche der Ehefrau des Fischers – bis die Ehefrau es mit den Wünschen übertreibt und alles wieder so ist, wie ganz am Anfang. Wünschen wir uns zuviel? Eine spannende Frage, die ich mir immer wieder beim Lesen dieses Märchens gestellt habe und die für mich gerade im Hinblick auf das vergangene Jahr eine sehr bedrückende Realität bekommen hat.

Welche Geschichten mit Fischen kennt Ihr noch?

Ich wünsche Euch gute Wünsche, die in Erfüllung gehen und einen wunderbaren 14. Dezember.

13. Dezember: Schwarz und unheimlich

Es ist ein kurzer Text mit einem unheimlichen Auftritt. Es geht um ein schwarzes Tier und zwar ein schwarzes Tier mit vielen Beinen. Könnt Ihr das Tier erraten? Es geht um eine Spinne und zwar um eine schwarze Spinne. Diese Spinne ist keine gute Seele, im Gegenteil, sie taucht in den schlimmsten Momenten des Dorflebens auf. Den kurzen Text „Die schwarze Spinne“ (https://de.m.wikipedia.org/wiki/Die_schwarze_Spinne_%28Novelle%29) von Jeremias Gotthelf fand ich gleichzeitig spannend aber auch bedrückend. Er hat eine gewisse Dramatik, die andere kurze Geschichten so nicht haben und die schwarze Spinne spielt eine wichtige Rolle, eine sehr wichtige sogar.

Kennt Ihr weitere Geschichten oder Bücher, in denen Spinnen vorkommen?

Ich wünsche Euch einen positiv versponnenen 13. Dezember.

12. Dezember: Hase oder Kaninchen?

Ja, es gibt eine eindeutige Unterscheidung zwischen einem Hasen und einem Kaninchen. Aber ich kenne sie nicht und literarisch finde ich das noch schwieriger. Da liest man in der deutschen Sprache etwas von einem weißen Kaninchen und in der englischen Sprache ist es dann ein „white rabbit“. Ja, was denn nun?

Aber egal. Das vermutlich berühmteste Kaninchen (oder ist es doch ein Hase?) ist das Weiße Kaninchen, dem Alice begegnet, nachdem sie durch das Kaninchenloch gefallen ist. Irgendwie mochte ich dieses Kaninchen immer besonders gern. Ich habe es gemerkt, als ich meiner Mutter vor ein paar Jahren während eines Stromausfalls ein paar Seiten aus „Alice im Wunderland“ vorgelesen habe.

Aber das Weiße Kaninchen ist nicht allein auf der literarischen Flur. Da gibt es auch noch Peter Rabbit (der in meiner Ausgabe übrigens auch weiß ist, mit einer hinreißen dunklen Anzugjacke bekleidet), dessen Buch ich mir im Museum seines Schöpfers Thornton W. Burgess in Sandwich, Massachusetts gekauft habe. Lang, lang ist das her…….

Und der Name Peter Rabbit ist in der Hasen- oder Kaninchenwelt vermutlich so allgegenwärtig wie in der deutschsprachigen Menschenwelt ein Name wie Müller oder Schmidt. Denn auch in England gibt es einen Peter Rabbit, nämlich den von Beatrix Potter.

Vermutlich hoppeln noch viel mehr Hasen oder Kaninchen durch die Weltliteratur. Welche Hasen oder Kaninchen sind Euch beim Lesen schon begegnet?

Ich wünsche Euch einen wunderbaren 12. Dezember!

11. Dezember: Der kleine Maulwurf…..

Wer – wie ich – mit der Sendung mit der Maus großgeworden ist (die ich auch im Erwachsenenalter immer mal wieder gerne geschaut habe) kennt ihn, den kleinen Maulwurf. Als Kind mochte ich zwar Maus und Elefant lieber, aber der kleine Maulwurf ist mir doch in Erinnerung geblieben.

Literarisch wurde er jedoch an einem ganz anderen Ort „verewigt“ – in der wunderbaren Geschichte „The Wind and the Willows“ (deutschsprachig: Der Wind in den Weiden) von Kenneth Grahame. The Wind and the Willows ist ein ganz wunderbares Buch, das ich allerdings erst vor ein paar Jahren gelesen habe (ich muß zugeben, daß ich in Fremdsprachen auch ganz gerne mal ein Kinderbuch lese). Der Maulwurf hat irgendwann keine Lust mehr zum Frühjahrsputz – was ich sehr gut verstehen kann und was ihn von vornherein schon sehr sympathisch macht! Er verläßt also seine unterirdische Wohnung und stürzt sich mutig in das irdische Abenteuer. Gleich am Anfang trifft er „Ratty“, eine Wühlmaus. Gemeinsam machen die beiden Bootstouren und begegnen dabei ganz vielen anderen Tieren. Eine wunderschöne Geschichte.

Welche Maulwürfe kennt Ihr noch?

Ich wünsche Euch jedenfalls einen zauberhaften 11. Dezember.