7. Dezember – G

Den Buchstaben G fand ich schwierig. Es ist keineswegs so, daß es keine gute Autorinnen und Autoren gibt, deren Vornamen mit „G“ anfangen – aber in diesem Jahr habe ich wenig davon gelesen. Also habe ich noch einmal nachgedacht, geblättert und geschaut und mich dann für einen einzigen Autor entschieden – und zwar für Georg.

Georg Fink hat das Buch „Mich hungert“ geschrieben. Das Buch war 1929 ein großer Erfolg, 1933 wurde es von den Nazis verboten und war auch nach dem zweiten Weltkrieg lange nicht lieferbar. Ich habe es im Sommer 2015 in Berlin in der Buchhandlung Dussmann entdeckt.

Die Geschichte, die Georg Fink in dem Buch erzählt, ist bedrückend und traurig – wobei es eigentlich gar nicht nur die Geschichte an sich ist, die bedrückend und traurig ist, sondern die Stimmung, die Georg Fink mit jeder Zeile vermittelt. Es ist eine Atmosphäre der Armut, der existenziellen Not, des Ausgeliefertseins, der Chancen- und Machtlosigkeit. Ich selbst habe dies alles in meinem Leben bis jetzt nicht erlebt und ich bin sehr dankbar dafür. Gerade deswegen fand ich es wichtig, dieses Buch zu lesen und zumindest für einen Moment diese Perspektive einzunehmen. Was macht es mit Menschen, wenn sie sich ausgeliefert fühlen? Was macht es mit ihnen, wenn sie sich als machtlos und chancenlos empfinden? Das sind Fragen, die auch heute von Bedeutung sind – vielleicht sogar mehr, als in den letzten Jahren.

In diesem Sinne wünsche ich Euch/Ihnen einen 7. Dezember mit guten Perspektiven und vielen Chancen!

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