Kaum ist das Jahr 3 Tage alt, da kommen schon „schlechte“ Nachrichten aus der weiten Welt – heute Morgen aus Venezuela. Es ist eine unruhige Zeit und jede Reaktion kann im Grunde genommen falsch sein. Was ist überhaupt in so einer Situation richtig und was falsch? Und wie werden wir in ein paar Wochen, in einem Jahr oder in ein paar Jahren über diesen Tag und das, was ihm nachfolgt, denken?
Richtig oder falsch spielt auch an anderer Stelle für den 3. Januar eine Rolle. Am 3. Januar 1829 wird Konrad Duden geboren. Nach seinem Studium arbeitet er als Lehrer und dann als Gymnasialdirektor. Interessanterweise reformiert er den Unterricht stark, aus seiner Sicht „unnötige“ Fächer, wie zum Beispiel „Schönschreiben“ schafft er ab. Die Förderung von Musik, Kunst und Sport liegt ihm sehr am Herzen. Ihm fallen allerdings auch die Rechtschreibprobleme auf, die es zu dieser Zeit gibt – vor allem, weil eine einheitliche Regelung fehlt. 1872 legt er die Schrift „Die deutsche Rechtschreibung“ vor, dieser ist ein Wörterverzeichnis mit Regeln beigefügt. 1880 folgt das „Vollständige Orthographische Wörterbuch der deutschen Sprache“ (mit 27.000 Stichwörtern). 1901 wird im Rahmen der 2. Orthographischen Konferenz (an der Konrad Duden beteiligt war) eine einheitliche Rechtschreibung in Deutschland beschlossen, Österreich und die Schweiz schließen sich an. Das Werk von Konrad Duden wird ab 1902 zum verbindlichen Wörterbuch für die deutsche Rechtschreibung, seit 1915 heißt das Werk auch „Duden“.
Die Frage „richtig oder falsch“ kann man auch auf das anwenden, was Martin Luther am 3. Januar 1521 passierte. Schon seit einiger Zeit hatte Luther einige „Gepflogenheiten“ der katholischen Kirche kritisiert, 1517 hatte er die berühmten 95 Thesen veröffentlicht und schließlich zweifelte er öffentlich die Unfehlbarkeit des Papstes an. Eigentlich klar, dass „Rom“ sich das nicht gefallen lassen konnte. Am 3. Januar 1521 wurde Luther daher exkommuniziert. Bis zu diesem Zeitpunkt wäre theoretisch eine Reform innerhalb der Kirche denkbar gewesen, danach wurde aus der angestrebten Reform, aus einer „reformatorischen Bewegung“ die „Reformation“. Viel hat sich dadurch in kurzer Zeit verändert – gerade bei der Beschäftigung mit dem Bauernkrieg bekommt man ein Gespür dafür. So grausam viele Ereignisse nach 1521 auch waren, so sehr läßt sich in dieser Zeit auch ein gedanklicher Aufbruch erkennen und das finde ich sehr spannend.
Zum Leben gehört auch das Scheitern. Davon kann auch Leonardo da Vinci am 3. Januar 1496 ein Lied singen. An diesem Tag testet er seine Flugmaschine. Und scheitert. Spannend ist die Frage, die wohl im Rahmen einer BBC-Sendung aufgeworfen wurde, ob Leonardo da Vinci gar keinen Erfolg erzielen wollte – um zu verhindern, dass seine Flugmaschine militärisch eingesetzt wird. Ein Aspekt der gut zum heutigen Tag und zu diesem Blogprojekt passt.
Erfolgreicher ist da der Physiker und Autodidakt Léon Foucault. Am 3. Januar 1851 kann er mit einem Pendel die Erdrotation sichtbar machen. Hier wird der Beweis und die Bedeutung dieses Beweises schön erklärt.
Auch rund um die „Margarine“ gibt es eine Geschichte aus Frankreich (und auch vom Scheitern). Napoléon der III. suchte ein Rezept für eine günstige künstliche Butter, „echte“ Butter war einfach zu teuer. Deswegen rief ein Preisausschreiben aus. Der Franzose Hippolyte Mège-Mouriès entwickelte ein Rezept und nannte das Ergebnis – nach dem Perlenglanz des Kunstfetts (griechisch „márgaron“) – Margarine. Dummerweise schmeckte seine „Margarine“ den Menschen nicht. Ein besseres Rezept – nur mit Pflanzenfetten – meldete Henry W. Bradley am 3. Januar 1871 im Staat New York zum Patent an.
Am 3. Januar 1848 wurde Joseph Jenkins Roberts, der in den USA als Sohn befreiter Sklaven auf die Welt gekommen war, zum ersten Staatspräsident von Liberia. Das klingt nach einer sehr interessanten Geschichte – sowohl im Hinblick auf das Land als auch auf Joseph Jenkins Robert.
Damit wünsche ich Euch einen ruhigen, friedlichen und hoffnungsfrohen Abend.