7. Januar

Am 7. Januar 1901 kommt Elisabeth Schwarzhaupt in Frankfurt am Main zur Welt. Sie studiert Jura und engagiert sich ab 1932 – gerade auch, weil ihr das Frauenbild im Nationalsozialismus mißfällt – politisch. Eigentlich will sie Richterin sein, doch Frauen werden 1933 aus dem Justizdienst entlassen. Sie schreibt statt dessen eine Doktorarbeit und arbeitet dann als Juristin bei der evangelischen Kirche. Ab 1945 arbeitet sie an einer neuen Grundordnung der evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) mit. 1953 zieht sie als Mitglied der CDU in den Bundestag ein. 1961 wird sie die erste Ministerin in einer Bundesregierung, gleichzeitig wird ihr Ressort „Gesundheit“ neu geschaffen (das ist wohl des Ergebnis eines „Sit-In“ der CDU-Damen im Bundeskanzleramt – wobei Elisabeth Schwarzhaupt bei diesem Sit-In nicht dabei ist). Es ist nicht wirklich „ihr“ Ressort, aber sie bewegt doch einiges: im Zusammenhang mit dem Contergan-Skandal, der kurz nach der Übernahme des Amtes öffentlich wird, setzt sie eine Novelle des Arzneinmittelgesetzes durch. Neue Medikamente müssen nun vor der Vermarktung auf mögliche vorgeburtliche Schäden geprüft werden. Außerdem führt sie die Schluckimpfung gegen Polio ein.

Um Frauen geht es auch am 7. Januar 1936 in Teheran. Reza Schah Pahlavi erläßt an diesem Tag ein Dekret – das Tragen des Tschador wird im Iran verboten. Dieser Tag wird dann auch zum Tag der „Befreiung der Frau“ erklärt. Heute kämpfen mutige Frauen darum, den Tschador nicht tragen zu müssen.

Am 7. Januar 1977 wird die „Charta 77“ der tschechoslowakischen Bürgerrechtsbewegung in westeuropäischen Zeitungen veröffentlicht. Zu ihren Unterzeichnern gehört auch Václav Havel, er ist gleichzeitig auch einer der Sprecher. Interessant und wichtig finde ich den folgenden Gedanken, den wir vielleicht auch einmal brauchen werden: „Charta 77 ist keine Organisation, hat keine Statuten, keine ständigen Organe und keine organisatorisch bedingte Mitgliedschaft. Ihr gehört jeder an, der ihrer Idee zustimmt, an ihrer Arbeit teilnimmt und sie unterstützt.“

Mit Zustimmung zu der Idee von Demokratie, Rechtsstaat und Menschenrechten wünsche ich Euch einen guten Abend und schöne Träume.

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