10. Januar

Der 10. Tag, der zehnte Beitrag.
Im Vergleich mit meinem Blogprojekt 2022 („Assoziationen“) brauche ich für dieses Blogprojekt mehr Zeit. Mehr Zeit zur Recherche, mehr Zeit, um eine für mich passende „Reihenfolge“ zu finden und einen Text zu schreiben. Gleichzeitig finde ich es sehr spannend, was ich bei der Recherche (der Begriff klingt vielleicht etwas arg „großspurig“) so finde. An Büchern, an Musikstücken und auch an anderen Informationen, die mir vorher nicht bekannt waren.

Also weiter: Am 10. Januar 1929 erscheint das erste Abenteuer von „Tim und Struppi“ („Tintin“ mit seinem Hund Milou) von Georges Remi („Hergé“) im belgischen „Petit Vingtième“. Es ist der Anfang einer großen Comic-Erfolgsgeschichte. Gleichzeitig gibt es eine dunklere Seite, denn Hergé ist nicht unbedingt ein netter Mensch. Claude Cueni hat das in seinem Buch Warten auf Hergé, das ich vor ein paar Jahren eher zufällig in Basel in einer Buchhandlung gesehen und sofort gekauft habe, gut dargestellt. Das Buch von Cueni ist jedenfalls sehr lesenswert, gleiches gilt für die Beiträge auf der verlinkten Webseite des Autors.

1961 entsteht auf der Basis der Comics der Spielfilm Tim und Struppi und das Geheimnis um das goldene Vlies. Das passt hervorragend zum 10. Januar, denn am 10. Januar 1430 stiftet Philipp der Gute, Herzog von Burgund, anläßlich seiner Hochzeit mit Isabella von Portugal den Orden vom Goldenen Vlies. Philipp will damit für Burgund treue Verbündete gewinnen, gleichzeitig geht es um ritterliche Tugenden und politisches Gewicht. Tatsächlich ist der burgundische Hof zu dieser Zeit in Europa kulturell führend.

Zu den Burgundern gehört auch Margarete von Österreich, die einzige Tochter von Maximilian I. und Maria von Burgund, die am 10. Januar 1480 in Brüssel zur Welt kommt. Die Ehe zwischen diesen beiden ist zunächst arrangiert, entwickelt sich jedoch zu einer großen Liebesbeziehung. Margaretes Mutter stirbt als sie zwei Jahre alt ist, auch die Ehemänner, die ihr Vater für sie ausgesucht hat (natürlich nacheinander) sterben sehr frühzeitig. Als auch ihr Bruder stirbt, überträgt ihr Vater ihr 1507 die Regentschaft der Niederlande. Tatsächlich wird sie zu einer sehr erfolgreichen Regentin und Diplomatin. Eine wirklich faszinierende Persönlichkeit!

Diplomatie spielt auch am 10. Januar 1946 eine Rolle – an diesem Tag tritt zum ersten Mal die Vollversammlung der Vereinten Nationen zusammen und zwar in London. Abgesandte von 51 Staaten nehmen an dieser Versammlung teil.

Nicht in London vertreten ist der am 10. Januar 1919 entstandene Freistaat Flaschenhals. Dabei handelt es sich um ein unbesetztes Gebiet zwischen Lorch und Kaub, das die Form eines Flaschenhalses hat. Was idyllisch klingt, ist in der Praxis gar nicht so einfach – bis in die 1920er Jahre sind die Menschen im Flaschenhals in vieler Hinsicht auf sich gestellt.

Während die Menschen im Freistaat Flaschenhals nirgends hingehören, nimmt am 10. Januar 1920 der Völkerbund in Genf seine Arbeit auf, der Vorläufer der Vereinten Nationen. Die Gründung des Völkerbunds ist im Versailler Vertrag enthalten. Deutschland wird allerdings erst 1926 Mitglied.

Am 10.01.1927 wird der Film „Metropolis“ von Fritz Lang uraufgeführt. Gerade im Zusammenhang mit dem Thema „Künstliche Intelligenz“ ist dieser Film immer noch (oder wieder) hochaktuell.

Was erstaunlich aktuell und vor allem erstaunlich alt ist: die Idee des Fernunterrichts. Am 10. Januar 1840 bietet Isaac Pitman erstmals Fernunterricht an. Damit gibt es den ersten Fernunterricht bevor es die erste U-Bahn der Welt gibt – am 10. Januar 1863 wird die erste Strecke des „Metropolitan Railway“ in London eröffnet. Weltweit eine Erfolgsgeschichte!

Der 10. Januar hat allerdings auch kulturell durchaus Erfolg: am 10. Januar 1797 wird Annette von Droste-Hülshoff geboren. Viele Menschen kennen sie aus dem Deutschunterricht als erfolgreiche Schriftstellerin. Mich hat vor allem „Die Judenbuche“ sehr bewegt.
Am 10. Januar 1858 wird Heinrich Zille geboren, seine Zeichnungen Berlins sind noch heute wichtig und beeindruckend.
Am 10. Januar 1891 wird die Operette „Der Vogelhändler“ im Theater an der Wien uraufgeführt. Hier kann man sich die Operette anschauen und anhören.

Damit wünsche ich Euch einen fröhlich beschwingten und schönen Abend und eine gute Nacht.

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