5. Januar

Gut oder nicht gut, das ist heute die Frage. Denn vieles, was auf den ersten Blick gut aussieht, kann auf den zweiten Blick dann doch auch negative Aspekte beinhalten. Aber fangen wir an.

Am 5. Januar 1914 verkündet Henry Ford etwas Erstaunliches: nämlich den 8-Stunden-Arbeitstag und einen Lohn von mindestens 5 Dollar pro Tag. Gar nicht so dumm ist der Gedanke, der dahintersteckt: wer mehr Freizeit hat, kann auch mehr konsumieren und wer mehr Geld hat, gibt auch mehr Geld aus. Allerdings hat die Sache einen Haken, der die Arbeit in seinem Unternehmen unbeliebt macht – seine Vorstellungen von Moral und Anstand sollen eingehalten werden, Ford gründet sogar eine Spezialabteilung, die das Verhalten kontrollieren soll. Das gefällt den Arbeitnehmer*innen nicht, im Gegenteil – sie kommen sogar auf die Idee, Gewerkschaften zu gründen und Ford stampft seine Spezialabteilung nach 2 Jahren wieder ein.

Aber wie sind wir da hingekommen? James Watt hat da einen gehörigen Teil beigetragen. Am 5. Januar 1769 reicht er den Patentantrag für „seine“ Dampfmaschine ein. Erfunden hat er die Dampfmaschine nicht, aber entscheidend verbessert – als er eine existierende Dampfmaschine reparieren soll, erkennt er die Schwachstellen und verbessert sie. Damit beginnt die industrielle Revolution.

Ein Studium konnte James Watt sich nicht leisten, aber er ergatterte einen Job als Instrumentenmacher an der Universität Glasgow. Was wohl aus ihm geworden wäre, wenn er studiert hätte? Hätte er dann „seine“ Dampfmaschine entwickelt oder hätte er wissenschaftliche Beiträge geschrieben, die heute vielleicht schon vergessen wären? Am 5. Januar 1665 erscheint in Paris jedenfalls die erste wissenschaftliche Fachzeitschrift, nämlich „Le Journal des Sçavans“. Interessanterweise erscheint die Zeitschrift sogar in französischer Sprache und soll über neu erschienene Bücher und deren Inhalt informieren.

Wesentlich bekannter als diese Zeitschrift war vermutlich François Villon. Er war ein Dichter aber auch ein Krimineller und immer mal wieder im Gefängnis. Irgendwann verurteilt ihn ein Richter zum Tode. Aber er legt Berufung ein und der oberste Gerichtshof verwandelt am 5. Januar 1463 das Todesurteil in eine 10jährige Verbannung aus Paris. Es gibt noch zwei Gedichte von ihm und dann verliert sich seine Spur. Seine Werke bleiben uns jedoch erhalten!

Erhalten bleibt uns hoffentlich auch der blaue Elefant – am 5. Januar 1975 hat er seinen ersten Auftritt in der Sendung mit der Maus.

Etwas älter als der Elefant ist Friedrich Dürrenmatt. Am 5. Januar 1921 kommt er zur Welt. Als Autor befaßt er sich häufig in seinen Werken häufig mit der Frage nach Recht und Gerechtigkeit sowie Schuld und Sühne. Der Gedanke der „Mitschuld“ steht oft im Raum.

Das Thema „Schuld“ passt auch zu Konrad Adenauer, der am 5. Januar 1876 geboren wird, oder besser: das Thema „Umgang mit Schuld“. Als Verfolgter des NS-Regimes hat Adenauer, wie man auf der verlinkten Seite lesen kann, eine deutliche Meinung zum Nationalsozialismus. In privaten Briefen äußert er sie auch nach 1945, in seinen öffentlichen Reden geht er anders vor und verzichtet auf eine „Abrechnung“. Aus seiner Sicht und zum damaligen Zeitpunkt mag das die „richtige“ oder „einzig mögliche“ Vorgehensweise gewesen sein, gleichzeitig frage ich mich heute, ob ein anderer Umgang mit vermeintlichen Mitläufern für die Demokratie besser gewesen wäre.
Gerade mit Blick auf die heutige Zeit finde ich seine „Sozialpolitik“ beziehungsweise sein Verständnis von Sozialpolitik spannend. Ich glaube nicht, dass Adenauer die heutige Politik der Union richtig finden würde. Allein der Satz „Die Wirtschaft soll dem Menschen dienen, nicht der Mensch der Wirtschaft.“ spricht eine deutliche Sprache.

Ob Konrad Adenauer und Umberto Eco sich etwas zu sagen gehabt hätten, wenn sie sich in ihrem Leben begegnet wären? Der gemeinsame Geburtstag am 5. Januar verbindet sie jedenfalls – wobei Umberto Eco erst am 5. Januar 1932 zur Welt gekommen ist. Umberto Eco hat seine Kindheit und Jugend im italienischen Faschismus in einigen seiner Bücher thematisiert, bekannt ist er aber auch für seinen Vortrag „Der ewige Faschismus“ (und sein gleichnamiges Buch). Darin geht es um 14 Kriterien, an denen man Faschismus erkennen kann.

Gut oder nicht gut? Ich lasse das offen, denn von hier aus ist beides möglich. Ich jedenfalls wünsche Euch eine gute Nacht!

4. Januar

Was wäre mein Leben ohne das Lesen von Büchern und ohne klassische Musik? Ich kann es mir nicht wirklich vorstellen. Und ja, das hat etwas mit dem heutigen Tag zu tun.

Am 4. Januar 1719 wird Giovanni Battista Pergolesi geboren. Leider ist ihm kein langes Leben beschert, aber seine Kompositionen überdauern die Jahrhunderte und werden auch heute noch gerne gehört und aufgeführt.

Ebenfalls an einem 4. Januar – allerdings im Jahr 1785 – wird Jacob Grimm geboren. Gemeinsam mit seinem jüngeren Brüder Wilhelm sammelt er nicht nur Märchen, sondern tritt auch im Rahmen der Protestation der „Göttinger Sieben“ zusammen mit sechs anderen Göttinger Professoren – darunter wiederum auch sein Bruder Wilhelm – für das Staatsgrundgesetz von 1833 im Königreich Hannover und die (zu der Zeit ohnehin eher bescheidenen) Rechte der Bürger ein. Was zunächst nach einem kleinen Protest von sieben Einzelpersonen aussieht, hat längerfristige Auswirkungen. So wird Jacob Grimm zum Beispiel 1848 Mitglied der Nationalversammlung in der Paulskirche.

Das politische Engagement von Jacob Grimm passt wiederum zum nächsten Geburtstagkind – zu Georg Elser, der am 4. Januar 1903 geboren wird. Georg Elser lehnt die NS-Politik ab. Er sieht die Gefahr eines kommenden Krieges, er lehnt die Einschränkungen der individuellen Freiheitsrechte und die Unterdrückung der Glaubensfreiheit ab. So entschließt er sich zum Attentat auf Hitler.

Ein letztes wichtiges Geburtstagskind – am 4. Januar 1809 kommt Louis Braille zur Welt. Im Alter von 3 Jahren verletzt er sich an einem Auge, die Verletzung führt zu einer Entzündung, die auch das andere Auge erfaßt. Mit 5 Jahren erblindet Louis Braille vollständig. Ab 1819 besucht er eine Blindenschule und kommt so in Kontakt mit den damals schon existierenden Systemen (so gibt es zum Beispiel eine „Nachtschrift), die auch von Blinden „erkannt“ werden können. Daraus entwickelt er – durch eine Vereinfachung – „seine“ Blindenschrift. Es dauert lange, bis diese Schrift sich durchsetzt. Doch noch heute erlaubt sie blinden und sehbehinderten Menschen ein selbstbestimmtes Schreiben und Lesen. Ein schöner Abschluß für den heutigen Tag.

Damit wünsche ich Euch einen schönen Abend mit guter Musik und einem gutem Buch!

3. Januar

Kaum ist das Jahr 3 Tage alt, da kommen schon „schlechte“ Nachrichten aus der weiten Welt – heute Morgen aus Venezuela. Es ist eine unruhige Zeit und jede Reaktion kann im Grunde genommen falsch sein. Was ist überhaupt in so einer Situation richtig und was falsch? Und wie werden wir in ein paar Wochen, in einem Jahr oder in ein paar Jahren über diesen Tag und das, was ihm nachfolgt, denken?

Richtig oder falsch spielt auch an anderer Stelle für den 3. Januar eine Rolle. Am 3. Januar 1829 wird Konrad Duden geboren. Nach seinem Studium arbeitet er als Lehrer und dann als Gymnasialdirektor. Interessanterweise reformiert er den Unterricht stark, aus seiner Sicht „unnötige“ Fächer, wie zum Beispiel „Schönschreiben“ schafft er ab. Die Förderung von Musik, Kunst und Sport liegt ihm sehr am Herzen. Ihm fallen allerdings auch die Rechtschreibprobleme auf, die es zu dieser Zeit gibt – vor allem, weil eine einheitliche Regelung fehlt. 1872 legt er die Schrift „Die deutsche Rechtschreibung“ vor, dieser ist ein Wörterverzeichnis mit Regeln beigefügt. 1880 folgt das „Vollständige Orthographische Wörterbuch der deutschen Sprache“ (mit 27.000 Stichwörtern). 1901 wird im Rahmen der 2. Orthographischen Konferenz (an der Konrad Duden beteiligt war) eine einheitliche Rechtschreibung in Deutschland beschlossen, Österreich und die Schweiz schließen sich an. Das Werk von Konrad Duden wird ab 1902 zum verbindlichen Wörterbuch für die deutsche Rechtschreibung, seit 1915 heißt das Werk auch „Duden“.

Die Frage „richtig oder falsch“ kann man auch auf das anwenden, was Martin Luther am 3. Januar 1521 passierte. Schon seit einiger Zeit hatte Luther einige „Gepflogenheiten“ der katholischen Kirche kritisiert, 1517 hatte er die berühmten 95 Thesen veröffentlicht und schließlich zweifelte er öffentlich die Unfehlbarkeit des Papstes an. Eigentlich klar, dass „Rom“ sich das nicht gefallen lassen konnte. Am 3. Januar 1521 wurde Luther daher exkommuniziert. Bis zu diesem Zeitpunkt wäre theoretisch eine Reform innerhalb der Kirche denkbar gewesen, danach wurde aus der angestrebten Reform, aus einer „reformatorischen Bewegung“ die „Reformation“. Viel hat sich dadurch in kurzer Zeit verändert – gerade bei der Beschäftigung mit dem Bauernkrieg bekommt man ein Gespür dafür. So grausam viele Ereignisse nach 1521 auch waren, so sehr läßt sich in dieser Zeit auch ein gedanklicher Aufbruch erkennen und das finde ich sehr spannend.

Zum Leben gehört auch das Scheitern. Davon kann auch Leonardo da Vinci am 3. Januar 1496 ein Lied singen. An diesem Tag testet er seine Flugmaschine. Und scheitert. Spannend ist die Frage, die wohl im Rahmen einer BBC-Sendung aufgeworfen wurde, ob Leonardo da Vinci gar keinen Erfolg erzielen wollte – um zu verhindern, dass seine Flugmaschine militärisch eingesetzt wird. Ein Aspekt der gut zum heutigen Tag und zu diesem Blogprojekt passt.

Erfolgreicher ist da der Physiker und Autodidakt Léon Foucault. Am 3. Januar 1851 kann er mit einem Pendel die Erdrotation sichtbar machen. Hier wird der Beweis und die Bedeutung dieses Beweises schön erklärt.

Auch rund um die „Margarine“ gibt es eine Geschichte aus Frankreich (und auch vom Scheitern). Napoléon der III. suchte ein Rezept für eine günstige künstliche Butter, „echte“ Butter war einfach zu teuer. Deswegen rief ein Preisausschreiben aus. Der Franzose Hippolyte Mège-Mouriès entwickelte ein Rezept und nannte das Ergebnis – nach dem Perlenglanz des Kunstfetts (griechisch „márgaron“) – Margarine. Dummerweise schmeckte seine „Margarine“ den Menschen nicht. Ein besseres Rezept – nur mit Pflanzenfetten – meldete Henry W. Bradley am 3. Januar 1871 im Staat New York zum Patent an.

Am 3. Januar 1848 wurde Joseph Jenkins Roberts, der in den USA als Sohn befreiter Sklaven auf die Welt gekommen war, zum ersten Staatspräsident von Liberia. Das klingt nach einer sehr interessanten Geschichte – sowohl im Hinblick auf das Land als auch auf Joseph Jenkins Robert.

Damit wünsche ich Euch einen ruhigen, friedlichen und hoffnungsfrohen Abend.

2. Januar

Im Jahr 1513 kam der Theologe (und Jurist) Christoph Schappeler von St. Gallen nach Memmingen, dort wurde er Prediger an der Kirche St. Martin. Christoph Schappeler war mit Zwingli befreundet. Ab 1524 führte Schappeler die Reformation in Memmingen ein. Im Dezember 1524 gab es im Prinzip zwei unterschiedliche Glaubensrichtungen – die „Altgläubigen“ und die „Neugläubigen“. In einer solche Situation sollte zur friedlichen Einigung ein „Religionsgespräch“, eine sogenannte Disputation, stattfinden. Der Pfarrer der Altgläubigen versuchte dies noch zu vermeiden, doch es wurde für den 2. Januar ein Termin festgesetzt. Christoph Schappeler und die Anführer der Neugläubigen – zu denen auch Sebastian Lotzer gehörte – hatten den größeren Teil der Memminger Bevölkerung hinter sich und konnten daher durchsetzen, dass das Religionsgespräch am 2. Januar 1525 im Memminger Rathaus stattfand. Schappeler legte an dem Tag sieben Hauptartikel vor und alle Geistlichen mußten erläutern, was sie gegen den jeweiligen Artikel hatten. Tatsächlich konnten die Altgläubigen keine relevanten Einwände erheben und der Bürgermeister beschloss bei einer weiteren Versammlung, dass alle diese Artikel anerkennen oder die Stadt verlassen müßten. So hat man bei diesem Religionsgespräch eine Einigung erzielt.

Was man ganz klar sagen muß: Schappeler und Lotzer waren gut vorbereitet, gerade auch im Hinblick auf Gesprächsführung und strategische Vorgehensweise. Den am 2. Januar 1788 erschienen Ratgeber „Über den Umgang mit Menschen“ von Adolph Knigge hätten sie jedenfalls nicht gebraucht. Interessanterweise ist „der Knigge“ aber keine Ansammlung von Regeln, sondern eher ein Buch, in dem es um einen guten Umgang mit anderen Menschen geht. Und ja, es ist lesenswert!

Gut mit Menschen umgehen konnte auch Robert Lembke – in der am 2. Januar 1955 zum ersten Mal ausgestrahlten Sendung „Was bin ich?“ konnte man das erleben. Ich habe die Sendung in meiner Kindheit gelegentlich sehen dürfen. Er war – nicht nur mit dieser Sendung – sehr erfolgreich. Von seinem Leben als „Halbjude“ während der NS-Zeit habe ich erst vor kurzem erfahren, ein wichtiger Aspekt, der damals in den Medien meines Wissens nicht thematisiert wurde.

Die NS-Zeit verbindet auch Willi Graf, den Widerstandskämpfer (Weiße Rose) und Folke Bernadotte, den schwedischen Offizier und Vizepräsidenten des schwedischen Roten Kreuzes, der es kurz vor Kriegsende noch schaffte circa 20.000 KZ-Häftlinge nach Schweden zu überführen. Was die beiden noch verbindet – beide sind am 2. Januar zur Welt gekommen. Willi Graf im Jahr 1918, Folke Bernadotte im Jahr 1895.

Am 2. Januar 1870 ist auch Ernst Barlach zur Welt gekommen, der Künstler und Bildhauer, der sich nach dem Erleben des ersten Weltkriegs deutlich in seiner Kunst gegen den Krieg wandte. Ein Beispiel ist das Denkmal im Magdeburger Dom. Nicht ganz klar ist das Verhältnis von Barlach zum Nationalsozialismus – dieser Beitrag erscheint mir lesenswert – gerade auch im Hinblick auf das komplexe Beziehungsgeflecht in der damaligen Zeit.

Doch noch kurz zu etwas heiterem: man kann auch berühmt werden, wenn man wahnsinnig viele Bücher klaut. Zumindest hat Guglielmo Libri, der am 2. Januar 1802 (manche Quellen nennen auch den 1. Januar 1803) geboren wurde, geschafft. Die eigentliche Geschichte kann man auch hier nachlesen.

Und da es gerade um Frankreich ging, ist noch erwähnenswert, dass die Academie francaise am 2. Januar 1635 offiziell zu einer staatlichen Institution erhoben wurde.

Zu guter letzt noch ein Blick auf etwas, das wir immer noch kennen – die elektrische Verkehrsampel mit drei Farben. Sie wurde zuerst am 2. Januar 1919 in Detroit in Betrieb genommen. Ich hätte nicht gedacht, dass sie schon so alt ist. Spannend, oder?

Damit wünsche ich Euch eine gute Nacht mit bunten Träumen.

2. Februar

Am 2. Februar 506 erläßt der westgotische König Alarich II. die Lex Romana Visigothorum (das römische Gesetzbuch der Westgoten), das nach ihm auch „Breviarium Alarici“ (oder Brevier des Alarich) genannt wird. Es handelt sich dabei um eine bedeutende Zusammenstellung von Rechtsaufzeichnungen.

Am 2. Februar wird die „Terra Mariana“ gegründet – im Prinzip eine christliche Gründung, die die Gebiete umfaßt, die heute Lettland und Estland heißen.

Am 2. Februar 1709 wird der Seefahrer Alexander Selkirk von einer einsamen Insel gerettet. Daniel Defoe wird seine Geschichte unter dem Titel „Robinson Crusoe“ veröffentlichen.

Am 2. Februar 1848 beenden die Vereinigten Staaten und Mexiko mit dem Vertrag von Guadalupe Hidalgo den mexikanisch-amerikanischen Krieg. Der Vertrag regelt die Grenze zwischen den beiden Ländern. Mexiko tritt unter anderem das heutige Kalifornien, Arizona, New Mexico, Utah und Nevada an die Vereinigten Staaten ab und erhält dafür eine Geldzahlung.

Am 2. Februar 1870 wird der Roman „Sieben Brüder“ von Aleksis Kivi veröffentlicht. Dieser Roman ist der erste in finnischer Sprache geschriebene Roman und prägt damit Finnland.

Seit dem 2. Februar 1886 gibt es den „Murmeltiertag“ (auch als Groundhogday bekannt). Ich hätte nicht gedacht, dass diese Geschichte „so“ alt ist……. wobei 1886 eine Zeitung darüber berichtet und der Tag an sich seit 1887 „gefeiert“ wird.

Am 2. Februar 1882 kommt James Joyce in der Nähe von Dublin zur Welt. Als Schriftsteller wird er die Arbeit an seinem Werk „Ulysses“ an seinem 40. Geburtstag, dem 2. Februar 1922 beenden. Das hat er für sich entschieden.

Und was an einem 31. Januar anfängt, geht an einem 2. Februar in einem anderen Jahr weiter….
Am 2. Februar 1990 hält der südafrikanische Präsident de Klerk eine bedeutende – ja eine geradezu historische – Rede. Er kündigt nämlich an, das Verbot des ANC und anderer Anti-Apartheid-Gruppen aufzuheben und Nelson Mandela und andere politische Gefangene aus dem Gefängnis zu entlassen.

Damit wünsche ich Euch einen bunten, fröhlichen und zuversichtlichen Abend.

1. Januar

Der 1. Januar ist ein Tag, an dem oft und gerne internationale Verträge in Kraft treten. So ist es wenig überraschend, dass am 1. Januar 1958 die im Jahr 1957 unterzeichneten Verträge zur Gründung der „Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft“ (EWG) in Kraft treten. Das ist etwas mehr als 11 Jahre vor meiner Geburt und Jahrzehnte bevor ich mich tatsächlich im Studium in Belgien mit Europarecht und europäischer Geschichte beschäftigt habe. Tatsächlich empfinde ich „Europa“ (also konkret die aus der EWG später entstandene EU) als positiv. Und ja, auch da gibt es immer wieder und gerade jetzt Kritikpunkte, aber das ist dann etwas, das wir gemeinsam hoffentlich positiv verändern können.

Am 1. Januar 1985 werden Portugal und Spanien Mitglieder der damaligen Europäischen Gemeinschaft – daran kann ich mich sogar noch erinnern. Und heute ist Bulgarien der Eurozone beigetreten.

Gerade wenn ich auf Bulgarien und auch auf die Bewerbung der Ukraine schaue, habe ich den Eindruck, dass die europäischen Länder da insgesamt etwas Gutes geschaffen haben.

Etwas Gutes war auch die Gründung der Leopoldina am 1. Januar 1652 in Schweinfurt. Mit diesem Gründungsjahr ist sie eine der ältesten Wissenschaftsakademien der Welt, im Jahr 2008 wurde sie zur „Nationalen Akademie der Wissenschaften“ ernannt. In dieser Rolle berät sie Politik und Gesellschaft unabhängig zu wichtigen Zukunftsthemen.

Am 1. Januar 1660, also 8 Jahre nach der Gründung der Leopoldina, beginnt Samuel Pepys sein berühmtes Tagebuch. Neun Jahre lang schreibt er und hinterläßt so ein bedeutendes Werk, nicht umsonst bezeichnet der WDR ihn in seinem Beitrag als „Shakespeare unter den Tagebuchautoren“.

Vermutlich am 1. Januar 1502 entdecken Seefahrer die Stelle, an der später die Stadt Rio de Janeiro gegründet wird. Sie halten die Bucht fälschlicherweise für eine Flußmündung und geben ihr deswegen den Namen „Januarfluß“ – halt Rio de Janeiro.

Im September 1862 hat Abraham Lincoln eine sogenannte „Emanzipationsproklamation“ angekündigt – diese hat zur Folge, dass mit Wirkung ab dem 1. Januar 1863 alle Sklaven in den rebellischen Südstaaten für frei erklärt werden. Die konkrete Emanzipationsproklamation hat er am 1. Januar 1863 erlassen. Zumindest moralisch kämpft der Norden der USA damit für die Abschaffung der Sklaverei. Ein wichtiger Meilenstein zum Thema Sklaverei!

Ein ebenfalls wichtiger Meilenstein ist das am 1. Januar 1904 im Deutschen Reich in Kraft getretene Kinderschutzgesetz. Damals galt dieses Gesetz als fortschrittlich.

Am 1. Januar 1986 war übrigens auch die Geburtsstunde des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer. Auch das eine wichtige und positive Entwicklung!

Und ja, es gäbe sicherlich noch viel über gute Ereignisse am ersten Tag des Jahres zu berichten, aber mit dieser Auswahl möchte ich es für heute bewenden lassen und Euch eine gute Nacht mit positiven Gedanken und schönen Träumen wünschen.

Blogprojekt 2026 – ein Anfang

1. Januar 2026.
Das Jahr 2026 hat angefangen.
Wird es ein gutes Jahr werden oder eher nicht?

Vor ein paar Tagen habe ich bei Bluesky gefragt „Was gibt Euch für 2026 Hoffnung? Was stimmt Euch zuversichtlich?“. Die Antworten fielen unterschiedlich aus. Wenig überraschend antworteten mir ein paar Menschen, dass es keinen Grund für Hoffnung oder Zuversicht gibt und verwiesen als Begründung auf die aktuelle politische und gesellschaftliche Situation. Ich teile durchaus die Sorgen angesichts dieser Situation. Aber ich habe sehr bewußt die Frage nach Hoffnung und Zuversicht gestellt. Daher bin ich dankbar, dass einige Menschen sie auch inhaltlich beantwortet haben – sehr unterschiedlich, aber doch so, dass ich den Aspekt der Zuversicht und Hoffnung erkennen konnte.

Warum habe ich überhaupt diese Frage gestellt. Im Bluesky Sachbuchclub lesen wir gerade gemeinsam das Buch „Im Grunde gut“ von Rutger Bregman. Der Gedanke, dass Menschen im Grunde „gut“ sind, spricht mich sehr an, er „paßt“ für mich. Das heißt nicht, dass ich keine Herausforderungen sehe, im Gegenteil. Ich bin es gewohnt, das Haar in der Suppe zu suchen (und zu finden). Ich achte also in der Regel stärker auf die Aspekte, die nicht gut sind, die Anlaß zur Sorge geben oder die kritikwürdig sind. Beruflich ist das (gerade bei der Prüfung von Vertragsentwürfen) sehr passend, privat nicht unbedingt. Die gemeinsame Lektüre des Buchs von Bregman hat mich daran erinnert, dass die Betrachtung auch eine Frage der Perspektive ist. An anderen Stellen ist mir das schon häufiger bewußt geworden – die Tatsache, dass wir eher über Kriege als über erfolgreiche Konfliktlösungen sprechen, passt gut zum Thema „Mediation“. Außerdem ist es schöner, sich an Geburtstage als an Todestage zu erinnern – wobei der Tod zum Leben gehört.

Auf einen Berg von Herausforderungen oder Problemen zu schauen, kann schnell Angst machen. Oder lähmen. Oder einem das Gefühl geben, dass es ohnehin nicht zu schaffen ist, dass es schon zu spät ist. All diese Gedanken kenne ich auch – sehr gut sogar. Und doch denke ich, dass sich immer noch irgendetwas machen läßt. Christian Eymery hat gestern das Folgende geschrieben: „Glaubt an Eure #Wirksamkeit.
Wirksamkeit entfaltet sich wie eine Kettenreaktion. Ihr beginnt vielleicht die Kette oder Ihr seid ein Teil der Kette. Ihr sorgt dafür, dass Wirksamkeit entsteht oder sich weiter entfaltet. So wird sie groß. Gemeinsam.“

Anfangen oder nicht anfangen. In Abwandlung einer berühmten Frage aus einem Theaterstück habe ich mir heute diese Frage gestellt.
Wer anfängt kann aufhören, kann scheitern, kann das was er*sie angefangen hat, ändern.
Wer nicht anfängt, kann zwar nicht scheitern, er*sie kann aber auch nichts verändern.

Genau an dem Punkt ist der Post von Christian zur Wirksamkeit wichtig. Alles, was Menschen Mut macht, ihnen Hoffnung und Zuversicht gibt, sie in schwierigen Situationen stärkt, kann wichtig sein.

Ich möchte daher in diesem Jahr – so weit ich komme, denn natürlich darf ich (wie schon 2022) jederzeit aufhören – auf positive Dinge die mit dem jeweiligen Datum verbunden sind, hinweisen. Also Dinge oder Ereignisse, die ich als positiv empfinde. Und ja, wir können immer darüber streiten, ob ein bestimmtes Ereignis positiv ist oder nicht. Aber dann sprechen wir miteinander und das ist gut.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen einen zauberhaften Jahresanfang!