Am 15. Juni im Jahr 763 v. Chr. findet in der Region Babylon eine Sonnenfinsternis statt. Das Ereignis wird in Keilschrift aufgezeichnet.
Am 15. Juni 1215 unterzeichnet König Johann – der jüngste Bruder von Richard Löwenherz, der bei der Erbteilung seines Vaters unberücksichtigt bleibt und deswegen den Namen „Johann Ohneland“ erhält – die Magna Carta. Im Jahr 1199 wird er König von England – was eigentlich so gar nicht geplant ist. Aber seine älteren Brüder sind alle verstorben, eigene Kinder haben sie auch nicht hinterlassen. Als König muß er sich mit einer unschönen Lage auseinandersetzen: der französische König Philipp II. greift die englischen Besitzungen in Frankreich (unter anderem die Normandie) an. Johann kämpft. Und verliert. Und weil er doch weiter kämpfen will braucht er Geld von den englischen Adeligen. Die wollen aber nicht „einfach so“ mit machen, sondern stellen Forderungen und drohen mit einem offenen Aufstand gegen den König. So kommt es am 15. Juni 1215 zur Unterzeichnung der ersten Magna Carta. Was interessant ist: Johann Ohneland wird oft negativ dargestellt. Aber er ist der erste König, der tatsächlich englisch spricht und er ist fähig, das Land zu regieren, er hat ein Talent für Organisation und Verwaltung. Gleichzeitig kommt er – genau wie sein Bruder Richard Löwenherz – in Geschichten wie „Robin Hood“ vor. Spannend darüber nachzudenken, ob beziehungsweise was davon möglicherweise „historisch“ ist und was später hinzugekommen ist…… Und: Wer sich für die Geschichte von Johann Ohneland interessiert, der sollte sich diese Sendung anhören.
Wo wir gerade bei Legenden sind: am 15. Juni 1219 befinden sich die Dänen auf dem Gebiet des heutigen Estland in einer Schlacht. Für die Dänen sieht es in der Schlacht nicht gerade gut aus. Aber dann fällt eine rote Fahne mit einem weißen Kreuz vom Himmel – die Dänen siegen und haben eine nationale Fahne!
Am 15. Juni 1667 findet in Paris die erste vollständig dokumentierte erfolgreiche Blutübertragung von Tierblut auf einen Menschen statt. Jean-Baptiste Denis, einer der Ärzte des französischen Königs Ludwig XIV., überträgt einem 15jährigen Jungen Lammblut. Der Junge überlebt die Transfusion, spätere Transfusionen bei anderen Personen sind aber nicht immer erfolgreich, die Methode wird daher ab 1668 nicht mehr praktiziert.
Am 15. Juni 1789 kommt Josiah Henson in Maryland zur Welt. Josiah Henson wird auf der Farm von Francis Newman bei Port Tobacco geboren. Seine Eltern sind Sklaven und er erlebt früh die Gewalt und Brutalität der Sklavenhalter. Er wird auch an mehrere Sklavenhalter verkauft. 1829 sieht es zunächst so aus, als ob er sich und seine Familie freikaufen könnte. Aber der (vermutlich verschuldete) Sklavenhalter erhöht den Betrag. Henson flieht mit seiner Familie nach Kanada. 1849 verfaßt er seine Autobiographie „The Life of Josiah Henson, Formerly a Slave, Now an Inhabitant of Canada, as Narrated by Himself“. Harriet Beecher Stowe nutzt dieses Buch als Quelle für ihren Roman „Uncle Tom’s Cabin“. Die Verwendung des Buches durch Harriet Beecher Stowe führt vor allem zu einer größeren Bekanntheit und großen Zahl verkaufter Bücher.
Am 15. Juni 1864 entsteht auf dem ehemaligen Grundstück des Südstaaten-Generals Robert E. Lee der US-Nationalfriedhof „Arlington“. Was heute eine besondere Ehre ist, ist 1864 schlicht eine Frage der Notwendigkeit: durch den Bürgerkrieg müssen so viele Tote beerdigt werden, dass der Platz fehlt. Arlington – ganz in der Nähe der Hauptstadt Washington D. C. – ist da eine gute Lösung.
Am 15. Juni 1883 beginnt die Geschichte der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland. Sie ist übrigens der älteste Zweig der Sozialversicherung. Arbeiter in der Industrie, im Handwerk und im Gewerbe sind ab dem 15. Juni 1883 versicherungspflichtig. Dabei tragen sie 2/3 der Beiträge, der Arbeitgeber 1/3.
Am 15. Juni 1977 finden in Spanien die ersten freien Wahlen seit 1936 statt. Vor den Wahllokalen bilden sich lange Warteschlangen. Es ist der vorsichtige und gute geplante Anfang der Demokratie.
Am 15. Juni 1987 schlägt die Geburtsstunde des Erasmus-Programms – also des Programms, mit dem Student*innen für eine gewisse Zeit ins Ausland gehen können. Ich selbe werde schon 1990 von diesem Programm profitieren, ich denke gerne an diese Zeit zurück.
Damit wünsche ich Euch einen Abend an dem gute Dinge beginnen und sich noch nicht Gutes zum Guten wendet.