23. Januar

Am 23. Januar 1846 schafft Tunesien als erstes arabisches Land die Sklaverei ab. Ahmed Bey bereitet dies ab 1841 in einzelnen Schritten vor, ab 1846 ist Sklaverei dann insgesamt „Geschichte“. Der Schatten dieser Geschichte ist aber immer noch „da“.

Am 23. Januar 1849, also nur drei Jahre später, schließt Elizabeth Blackwell in den USA ihr Medizinstudium erfolgreich ab und wird die erste Ärztin in den USA. Eine beeindruckende Geschichte!

Am 23. Januar 1656 beginnt Blaise Pascal etwas Neues – er schreibt unter einem Pseudonym Briefe in die Provinz. Insgesamt 18 Briefe sind es, die ein fiktiver Besucher der Hauptstadt da schreibt. In der Hauptstadt werden seine Briefe zum Tagesgespräch.

Etwas Neues schafft auch Ernst Abbe. Am 23. Januar 1840 wird er in Eisenach geboren. Er wächst in einfachen Verhältnissen auf, dank eines Stipendiums kann er in Jena und Göttingen Mathematik und Physik studieren. Schließlich begegnet er Carl Zeiss. Carl Zeiss stellt ihn ein und gibt ihm eine eigene Werkstatt, um bessere Mikroskope zu entwickeln. Daraus wird eine Erfolgsgeschichte – für Ernst Abbe und für Carl Zeiss. Ernst Abbe wird Unternehmer, Erfinder und Sozialreformer.

Damit wünsche ich Euch einen Abend, der Euch Neues bringt.

22. Januar

Ein wichtiger Tag für Europa. Oder zumindest für Frankreich und Deutschland. Am 22. Januar 1963 unterzeichnen Charles de Gaulle und Konrad Adenauer den Élysée-Vertrag. Er ist ein Zeichen der Versöhnung zwischen Frankreich und Deutschland und gleichzeitig wichtig für die Zusammenarbeit in Europa. Viele Jahre später werde ich davon „profitieren“, denn das Wintersemester 1990/1991 kann ich in Clermont-Ferrand verbringen.

10 Jahre später, am 22. Januar 1973, fällt der Supreme Court in den USA ein wichtiges und damals bahnbrechendes Urteil in der Sache Roe vs. Wade. Nach Ansicht der Richter (alles nur Männer) ergibt sich aus dem Recht auf Privatsphäre auch das Recht einer Frau, sich für eine Abtreibung zu entscheiden – zumindest für den Zeitraum, solange der Fötus alleine nicht lebensfähig ist. Gesetzliche Abtreibungsverbote waren damit (bis zu einem anderen Urteil im Jahr 2022) verfassungswidrig.

Am 22. Januar 1561 wird Francis Bacon geboren. Er wird ein Philosoph, ein Politiker und Wissenschaftler. Der Spruch „Wissen ist Macht“ soll von ihm stammen. Aus seiner Tätigkeit als Schriftsteller sind seine Essays besonders interessant und lesenswert.

Am 22. Januar 1891 wird Antonio Gramsci auf Sardinien geboren. Er wird Journalist und einer der Mitgründer der Kommunistischen Partei in Italien politisch ist er vor allem ein Kritiker und Gegner von Mussolini. Das bringt ihn früh ins Gefängnis. Dort schreibt er unter anderem seine berühmten Gefängnishefte.

Damit wünsche ich Euch einen freundlich kritischen und gleichzeitig versöhnlichen Abend.

21. Januar

Am 21. Januar 1908 wird die „Gespenstersonate“ von August Strindberg im „Intimen Theater“ in Stockholm uraufgeführt. Kein Erfolg für Strindberg, erst 1916 wird Max Reinhardt das Stück in Berlin erfolgreich inszenieren. Strindberg erlebt das allerdings nicht mehr. Der ungewöhnliche Titel liegt an Strindbergs Begeisterung für Beethoven. Aus dem „Geistertrio“ leitet er seine Idee für die Gespenstersonate ab. Witzigerweise gibt es dann wieder einen Komponisten, der sein Theaterstück „Gespenstersonate“ einer Komposition zugrundelegt – Aribert Reimann macht daraus eine Oper.
Ob jetzt wieder jemand etwas anderes daraus macht?

Bleiben wir noch einen Moment in Stockholm. Am 21. Januar 1720 wird der Frieden von Stockholm vereinbart. Mit dieser Vereinbarung wird die Peene als Grenze zwischen dem schwedischen und dem preußischen Vorpommern festgelegt – alles im Prinzip noch Folgen beziehungsweise Auswirkungen des dreißigjährigen Krieges. Die Grenzfrage in Pommern hatte man im Westfälischen Frieden nicht genau geregelt.

Überhaupt, der dreißigjährige Krieg – da ging es um Glaubensfragen. Ein Ereignis, das am 21. Januar 1525 stattfindet, hat damit „irgendwie“ zu tun. An diesem Tag findet nämlich in Zürich die erste Taufe der Täuferbewegung statt. Wenige Tage zuvor hat der Zürcher Stadtrat festgelegt, dass Kinder innerhalb von 8 Tagen nach der Geburt zu taufen sind. Das halten einige Menschen für falsch, denn auch Jesus wurde nach der Bibel erst als Erwachsener getauft. Deswegen – und unter Verstoß gegen die eindeutige Regelung – taufen sich an diesem Tag drei Männer gegenseitig. Und ja, das führt zu Problemen – aber darum soll es hier nicht gehen.

Während in großen Teilen Europas der dreißigjährige Krieg wütet, bereist Abel Tasman die Weltmeere. Am 21. Januar 1643 entdeckt er Tonga. Er hält alles in seinem Tagebuch fest. 1896 wird sein Tagebuch erstmalig in die englische Sprache übersetzt, diese Fassung kann man hier sehen (und durchblättern). Ob seine Ankunft nach Tonga dort auch enthalten ist, habe ich aber nicht überprüft. Vielleicht demnächst….

Damit wünsche ich Euch einen friedlichen Abend voller interessanter Entdeckungen.

20. Januar

Am 20. Januar 1265 versammelt sich das erste englische Parlament, in dem nicht nur Adlige vertreten sind. Auch Vertreter größerer Städte nehmen teil. Tatsächlich ein Meilenstein in der Entwicklung der parlamentarischen Demokratie. Der Hintergrund wird hier schön erzählt.

Am 20. Januar 1663 kommt in Regensburg der Reichstag zusammen. Er soll über die Bedrohung durch das Osmanische Reich beraten. Tatsächlich wird aus dieser Beratung des Reichstages der immerwährende Reichstag, die jeweiligen Tagungen werden bis 1803 nicht aufgelöst.

Am 20. Januar 1401 nimmt die „Taula de canvi“ in Barcelona ihren Betrieb auf. Es handelt sich im Prinzip um das erste öffentliche Finanzinstitut, eine Art „Zentralbank“, deren Aufgaben hier gut erläutert werden. Sie ist im Grunde der Vorläufer unserer heutigen Banken und besteht bis 1853.

Am 20. Januar 1925 unterzeichnen Japan und die Sowjetunion in Peking einen Vertrag. Dieser Vertrag verweist auf den Vertrag von Portsmouth zwischen Japan und Russland, der am 5. September geschlossen wurde. Ansonsten erkennt Japan die Sowjetunion an und gibt die Insel Sachalin zurück.

Am 20. Januar 1817 startet in Kalkutta (heute Kolkata) das „Hindu College“. Die Geschichte dieser wichtigen Bildungseinrichtung kann man hier nachlesen.

Damit wünsche ich Euch einen friedlichen und demokratischen Abend.

19. Januar

Am 19. Januar 1809 wird Edgar Allan Poe in Boston geboren. Mit seiner Geschichte „The murders of the Rue Morgue“ begründet er ein neues Genre, den modernen Detektivroman, in dem ein Detektiv (sogar ein Amateurdetektiv) durch Logik und Schlußfolgerung den Fall löst. Dieses Genre mag ich übrigens sehr.

Edgar Allen Poe und Johann Wolfgang von Goethe verbindet, dass sie „das Böse“ literarisch neu darstellen. Es passt daher gut, dass Goethes Faust (Teil 1) am 19. Januar 1829 in Braunschweig uraufgeführt wird. Tatsächlich gar keine so einfache Aufgabe, wie man hier nachlesen kann.

„Ach wenn in unsrer engen Zelle, Die Lampe freundlich wieder brennt,….“ sagt Faust in seinem Studierzimmer. Um Licht geht es auch am 19. Januar – im Jahr 1883, weil Thomas Edison an diesem Tag in Roselle/Jersey das erste elektrische Oberleitungsbeleuchtungssystem in Betrieb nimmt. Im Jahr 1915 – ebenfalls am 19. Januar – erhält der Franzose Georges Claude ein US-Patent auf die von ihm erfundene Neonröhre.

Aber auch gesellschaftlich wird es heller. Am 19. Januar 1920 wird die Nichtregierungsorganisation „ACLU“ gegründet, die „American Civil Liberties Union“ – sie hat ihren Sitz in New York und hat die Aufgabe, die Bürgerrechte zu verteidigen.

Und auch Transparenz ist wichtig. Dazu gehört heute auch die Übertragung von wichtigen politischen Reden und Pressekonferenzen im Fernsehen. Am 19. Januar 1955 wird zum ersten Mal die Pressekonferenz von Präsident Dwight D. Eisenhower gefilmt.

Damit wünsche ich Euch einen schönen Abend mit interessanten neuen Erkenntnissen.

18. Januar

Es ist eine unruhige Zeit. Was wird in einem Jahr sein? Und was wird bis dahin sein?

Aber auch am 18. Januar 1919 ist es so. Damals beginnen – nach vier Jahren Krieg – die Friedensverhandlungen in Paris. 32 Staaten nehmen daran teil, der Völkerbund wird geschaffen. Keine dauerhafte Lösung wie man heute weiß – aber trotzdem doch eine Einigung.

Am 18. Januar 1974 unterzeichnen Israel und Ägypten unter Vermittlung der USA ein Truppenentflechtungsabkommen. Es geht um den Suezkanal mit einer von den Vereinten Nationen kontrollierten Pufferzone zwischen Ägypten und Israel.

Am 18. Januar 2002 endet der Bürgerkrieg in Sierra Leone. Und ja, es gibt seitdem Erfolge, aber es gibt auch noch einige Herausforderungen.

Schön ist, dass am 18. Januar 1820 in Mecklenburg als letztem deutschen Einzelstaat die Leibeigenschaft aufgehoben wird – allerdings erst mit Wirkung zum Osterfest 1821. Aber immerhin. Und natürlich wird auch hier nicht alles sofort besser, nur anders.
100 Jahre später, am 18. Januar 1920 wird das erste Betriebsrätegesetz verabschiedet.

Damit wünsche ich Euch einen friedlichen Abend.

17. Januar

Weltpolitisch ist der heutige Tag in der Gegenwart eher „düster“ oder zumindest „bewölkt“. Umso wichtiger ist es mir, auch heute einen Beitrag zu schreiben – auch wenn das vielleicht niemand liest. Aber vielleicht ja doch…..

Am 17. Januar 1685 erhält der aus Armenien stammende Johann Deodat das Privileg, in Wien Kaffee ausschenken zu dürfen – damit ist das erste Kaffeehaus (in Deodats Wohnhaus) gegründet. Schnell entwickelt sich in Wien eine bedeutende Kaffeekultur – heute könnte ich mir Wien ohne Kaffeehäuser gar nicht vorstellen.

Am 17. Januar 1929 wird in Berlin der Stummfilm „Ich küsse Ihre Hand, Madame“ uraufgeführt. Es ist die Zeit des Übergangs vom Stummfilm zum Tonfilm und so enthält der Film schon eine Tonspur mit dem Titellied.

Am 17. Januar 1945 wird Warschau befreit. Vielleicht nicht so, wie viele Menschen in Polen es sich gewünscht hätten, denn es folgt eine andere Form der Unterdrückung. Aber immerhin.

Ein Jahr später findet in London die erste Sitzung des UN Sicherheitsrates statt.

Und noch zwei wichtige Geburtstage gibt es: am 17 Januar 1600 kommt Pedro Calderôn de la Barca zur Welt. Er schreibt ungefähr 200 Theaterstücke, 120 davon sind Komödien. Eines der bekanntesten Stücke ist wohl „Das Leben ein Traum“ – hier kann man es lesen.
Am 17. Januar 1706 kommt Benjamin Franklin in Boston zur Welt. Er wird die Unabhängigkeitserklärung mit entwerfen und unterschreiben, er wird den neu gegründeten Staat als Diplomat in Frankreich vertreten und er wird sich an der Ausarbeitung der amerikanischen Verfassung beteiligen. Zudem wird er noch als Erfinder, Wissenschaftler und als Engagierter für die Bürgerschaft in Erscheinung treten. Ein vielseitig begabter und interessierter Mensch!

Damit wünsche ich Euch gerade heute einen Abend voller Neugier und Hoffnung!

16. Januar

Heute geht es in mehrere Großstädte. Beginnen wir in New York. Hier kommt am 16. Januar 1933 Susan Sontag zur Welt. Sie liest viel, ist neugierig. Als Jugendliche entdeckt sie den Roman „Der Zauberberg“ von Thomas Mann und ist von diesem Buch begeistert. Als sie 1949 Thomas Mann und seine Frau Katia persönlich trifft, ist sie allerdings enttäuscht. Viele Jahre später schreibt sie über diese Begegnung. Ihr ganzes Leben lang bleibt sie neugierig. „Everything matters“ ist der Satz, der sie seit ihrer Jugend begleitet. Und genauso vielfältig sind ihre Interessen und Themen. Dieser ausführliche Bericht gefällt mir sehr gut.

Am 16. Januar 1964 wird das Musical „Hello Dolly“ in New York uraufgeführt. Zunächst will niemand den Titelsong singen – Louis Armstrong macht daraus seinen größten Hit.

Weiter geht es nach Madrid. Am 16. Januar 1605 erscheint „Don Quijote de la Mancha“ (wobei der Titel eigentlich “ El ingenioso hidalgo don Quijote de la Mancha“ lautet). Das Buch soll – neben der Bibel – das meistübersetzte und einflußreichste Buch der Weltliteratur sein. Ob das wohl stimmt? Lesenswert ist es auf jeden Fall und seinen Autor und seine Figuren hat es unsterblich gemacht!

In Monrovia, der Hauptstadt von Liberia, wird Ellen Johnson Sirleaf am 16. Januar 2005 als erste weibliche Präsidentin vereinigt und zwar nicht nur von Monrovia, sondern von ganz Afrika. Im Jahr 2011 erhält sie für ihre Arbeit den Friedensnobelpreis.

Vom Süden in den hohen Norden, zu Carl Christian Rafn, der am 16. Januar 1785 in Dänemark geboren wird. Er ist der Wiederentdecker der nordischen Sagas, seine Forschungsergebnisse veröffentlicht er in einem Buch. Einen sehr spannenden Beitrag zu ihm und seiner Arbeit kann man hier hören. Und ganz klar, die Geschichten, die in den Sagas erzählt werden, sind sehr lesenswert.

Damit wünsche ich Euch einen Abend voller Neugier und guten Entdeckungen.

15. Januar

Manches an diesem Tag hat etwas mit „Anerkennung“ zu tun. Ein Gedanke, den ich schön finde.

Am 15. Januar 1992 erkennen die damaligen Staaten der EG Kroatien und Slowenien als unabhängige Staaten an, Deutschland nimmt an diesem Tag diplomatische Beziehungen mit beiden Ländern auf. In Kroatien ist der Tag seitdem der „Tag der internationalen Anerkennung“.

Um Anerkennung geht es im Prinzip auch Martin Luther King, der am 15. Januar 1929 in Atlanta (USA) geboren wird. Martin Luther King möchte Bürgerrechte, Gerechtigkeit und Solidarität für alle Menschen erreichen. An diesem Ziel arbeitet er – unbeirrt, ausdauernd und gewaltfrei. Er liest viel, er ist fleißig und er ist sehr gebildet. Und trotzdem ist er für manche Menschen nicht ebenbürtig – was für ein Irrtum dieser Menschen. Seine langjährige Arbeit wird 1964 mit dem Friedensnobelpreis gewürdigt.

Am 15. Januar 1920 kommt übrigens die erste Jazz-Platte in Deutschland auf den Markt. Die Musik klingt (noch) nicht wirklich nach Jazz, aber es ist eine Abkehr von dem, was vorher in Deutschland gespielt und gehört wird. Der Jazz erobert die Lokale und hinterläßt vielfältige Spuren in der Kultur, nicht nur im musikalischen Bereich.

Anerkennung ist auch für Molière ein Thema. Am 15. Januar 1622 kommt er als Jean-Baptiste Poquelin zur Welt. Er gründet eine Theatergruppe und gibt sich den Künstlernamen „Molière“ – auch um seine Familie vor der Schande des Theaterberufs zu schützen. Seine Liebe gehört den Komödien. Anerkennung bekommt er dafür zunächst nicht. Seine vielen anderen Werke sind heute weitestgehend in Vergessenheit geraten – seine Komödien werden aber immer noch auf den Theaterbühnen der Welt gespielt.

Damit wünsche ich Euch einen Abend voller Humor!

14. Januar

Am 14. Januar 1870 wird Ida Dehmel geboren. Ich muß zugeben, dass mir ihr Name bis zu meiner Recherche für diesen Blogbeitrag unbekannt war. Tatsächlich sind es zwei Dinge, die mich begeistern: das Eintreten für das Frauenwahlrecht und die konsequente Förderung von Künstler*innen, die unter anderem zur Gründung der GEDOK führt. Faszinierend ist auch, wieviele Künstler*innen sie und ihr Ehemann zu neuen Werken inspiriert haben.

Albert Schweitzer wird ebenfalls an einem 14. Januar geboren, allerdings im Jahr 1875. Er ist ein vielseitig begabter Mensch – das äußert sich nicht nur in seinen Studienabschlüssen – Theologie, Philosophie und schließlich noch Medizin, um als Missionsarzt nach Afrika gehen zu können. 1913 gründet er in Lambarene (Gabun) ein Spital – zunächst auf dem Grundstück einer Missionsstation, später gründet er ein Krankenhaus auf einem eigenen Grundstück in Lambarene. Heute ist das Spital eine moderne Poliklinik. Wichtig ist, dass in diesem Spital jeder Patient behandelt wird und zwar unabhängig von seiner Herkunft und seinen finanziellen Mitteln. Er und seine Frau Helene haben die deutsche Staatsangehörigkeit. Während des ersten Weltkriegs werden sie 1917 festgenommen und müssen einige Zeit in Lagern in Frankreich verbringen. Albert Schweitzer nutzt diese Zeit, um seine Ethik der Ehrfurcht vor dem Leben auszuarbeiten. Wie er selbst diese Ehrfurcht vor dem Leben verstanden und gelebt hat, kann man hier nachlesen. Schließlich erhält er sogar den Friedensnobelpreis. Wenige Jahre später engagiert er sich noch für den Frieden und gegen die nukleare Aufrüstung.

Am 14.01.1892 wird Martin Niemöller geboren, aus ihm wird ein Theologe und mit der Zeit auch ein Widerstandskämpfer. In den 1950er Jahren engagiert er sich gemeinsam mit Albert Schweitzer gegen Atomwaffen. Aber bis dahin ist es ein weiter Weg. Zunächst ist Martin Niemöller deutschnational eingestellt, er teilt auch den Antisemitismus vieler seiner Zeitgenossen. Aber nicht alles in dieser Zeit paßt für ihn. 1935 wird er das erste Mal verhaftet, weil er sich mit anderen Pfarrern gegen die verbalen Angriffe Alfred Rosenbergs wehrt. 1937 wird er zum zweiten Mal verhaftet, nach der Haftentlassung kommt er umgehend ins Konzentrationslager – zunächst nach Sachsenhausen, später nach Dachau. Heute kennen ihn viele wegen des berühmten Spruchs „Als sie die Kommunisten holten….“ – tatsächlich ist das kein Gedicht oder Spruch, sondern etwas, das er in einem Gespräch geäußert hat. Aber es paßt. Trotzdem.

Zum Abschluß noch etwas aus dem Bereich Musik, denn am 14. Januar 1900 wird in Rom „Tosca“ von Puccini aufgeführt. Damit wünsche ich einen Abend, an dem die Sterne für Euch am Himmel leuchten!