16. Dezember – die sechzehn

Schon vor ein paar Wochen habe ich angefangen, mir auf einem großen Blatt Notizen zu den einzelnen Zahlen zu machen. Bald füllten sich die meisten Felder – manche mehr, andere weniger. Das Feld der Zahl sechzehn blieb lange leer, verdächtig lange. Aber genau darin liegt auch die Herausforderung – zu jeder Zahl etwas Passendes zu finden.

Gleich zweimal ist Thomas Edward Lawrence mit der sechzehn verbunden. Er kam am 16. August 1888 zur Welt und ab 1916 war er der britische Verbindungsmann zu den Aufständischen um Scherif Hussein, die gegen das Osmanische Reich kämpften. Damit wurde er als „Lawrence von Arabien“ berühmt. Vor ein paar Jahren gab es in Köln eine sehr gute Ausstellung rund um seine Person – die Audioguides zu dieser Ausstellung kann man immer noch anhören. Ich frage mich angesichts der aktuellen Ereignisse ja schon, welchen Einfluß die damaligen Entscheidungen auf die heutige Lage haben.

Was wäre zu diesem Thema passender als eine Geschichte aus tausendundeiner Nacht? Es muß natürlich die Geschichte der sechzehnten Nacht sein. Die Geschichte fängt spannend an und dann unterbricht Scheherasade die Geschichte, damit der König voller Spannung auf die Fortsetzung sie weiter am Leben läßt. Wir können natürlich ganz unten auf die Fortsetzung klicken ……

Auch das Essay sechzehn von Francis Bacon über den Atheismus paßt thematisch. Bacon war der Ansicht, daß oberflächliches Philosphieren zur Gottesleugnung führt, während tiefes Nachdenken den Menschen zur Religion zurück führt. Dabei beschränkt er sich in diesem Essay keinesfalls auf christliche Religionen, sondern führt gerade die alten Römer als Beispiel für Frömmigkeit und Religion an. Ob er wohl wirklich in religiösen Dingen so „weltoffen“ war? Jedenfalls ist die Frage, wie wir mit Religionen und religiösen Werten umgehen, eine hochaktuelle Frage.

Ja, das habe ich schon oft geschrieben, daß eine Frage aktuell ist. Und wenn ich das immer wiederhole, wird es dann selbstverständlich? So argumentiert zumindest das sechzehnte Kapitel mit der Überschrift „Serienschaltung“ aus dem Buch „Selbstdenken“ von Jens Soentgen. In diesem Buch werden zwanzig Praktiken der Philosophie vorgestellt, die ständige Wiederholung, die durchaus auch abschreckend und trivialisierend wirken kann, gehört dazu.

Zum Selbstdenken gehört einerseits die Einsicht, andererseits die gute Absicht – und wie gut ist es, daß Baltasar Gracian beides in seinem sechzehnten Spruch des Handorakels „Einsicht mit redlicher Absicht“ vereint hat.

So bleibt mir für heute nur noch, Ihnen/Euch für den 16. Dezember viele gute Einsichten und redliche Absichten für ein gutes Gelingen zu wünschen!

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