R: „Kein Zurück für Sophie W.“ von Katharina Zimmermann

Ein Buch, in dem Schwestern oder Freundinnen die Hauptrolle spielen. Eine gar nicht so einfache Aufgabe. Zwar gibt es in vielen Büchern, die ich lese Schwestern oder Freundinnen, aber sie haben meistens wenig Bedeutung für die Geschichte. Also für das, was sich im Buch tatsächlich ereignet. Einen Moment habe ich im August darüber nachgedacht, ob ein Buch von Dorothy Richardson in Frage kommt. Aber auch da sind Schwestern und Freundinnen zwar präsent, aber nicht so wirklich wichtig. Dann fiel mein Blick irgendwann auf das Buch Kein Zurück für Sophie W. von Katharina Zimmermann.

Um die Jahreswende herum habe ich meine Regale und Bücherstapel relativ intensiv aufgeräumt. Dabei fiel mir auch dieses bislang ungelesene Buch in die Hände. Ich weiß nicht mehr wann und warum ich es gekauft habe. Ich weiß nur, dass ich es noch nicht gelesen hatte. Irgendwann im Frühjahr habe ich angefangen, den größten Teil des Buches habe ich tatsächlich im August gelesen.

Eine junge Frau hört den Namen einer Verwandten, die ihr bis zu diesem Zeitpunkt völlig unbekannt ist. Sie sucht nach der Geschichte dieser ihr unbekannten Verwandten, die von allen verschwiegen wurde, nach Sophie.

Eine Schweizer Familie in einem Dorf vor etwa 150 Jahren. Die Rüdli-Eltern und vier Kinder – Sophie, Johanna, Rosa und Samuel. Sophie ist die älteste Tochter – klug, geschickt und fleißig. Nach Abschluß der Schule im Dorf im Berner Oberland wird Sophie von den Eltern in die französischsprachige Schweiz geschickt, um dort ihren Schulabschluß auch noch in französischer Sprache zu machen. Danach wird sie Schneiderin – eine richtig gute sogar. Zuhause im Dorf wird ihre Schwester Rosa krank, der Bruder stirbt. Sophie kommt zurück ins Dorf. Der junge Lehrer Göpf verliebt sich in sie. Sie mag ihn auch – aber eigentlich hätte ihre Schwester Johanna besser zu ihm gepasst – das findet zumindest Johanna. Ein Keil zwischen den beiden Schwestern.

Nach der Hochzeit zieht Sophie mit Göpf in sein Dorf – relativ weit weg von den Eltern. Sie arbeitet in der Bäckerei der Familie von Göpf – auch da sehr erfolgreich. Und sie bekommt drei Kinder. Viel Arbeit, wenig Freizeit, wenig Anerkennung oder Freude. Dann fängt ein junger Bäcker in der Bäckerei an. Walder, so heißt der junge Bäcker, mag die schon ältere Sophie. Sehr sogar. Sie ist geschmeichelt und trifft sich einmal privat mit ihm an einem See. Und wird gesehen.

Plötzlich sind alle gegen sie, auch ihre Schwestern. Es ist als ob eine Lawine den Berg herunter kommt. Nichts, was sie versucht, kann noch irgendetwas „retten“….

Ich fand das Buch einerseits sehr interessant, andererseits war es mir fremd, weil die Folgen eines „Fehltritts“ so gravierend waren. Für Sophie war es ein Leben ohne „Happy End“, einfach nur mit viel Arbeit. Und dass sie so sehr verschwiegen und abgelehnt wurde fand ich sehr traurig. Gleichzeitig fand ich es spannend, eine Geschichte aus der Schweiz und über die Anfänge des Tourismus (das führt zum Erfolg der Bäckerei) zu lesen.
Es ist vor allem ein Buch, in dem die Schwestern in ihrem Umgang mit Sophie, eine große Rolle spielen.

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