Am 6. Juni 1944 ist es soweit – die „Operation Overlord“ beginnt und gemeint ist damit die Invasion der westlichen Allierten in der Normandie. Als „D-Day“ wird dieses Datum bezeichnet und dieser Begriff hat in die Alltagssprache vieler Menschen Einzug gehalten. Spannend finde ich die unterschiedlichen Perspektiven auf diesen Tag. Im Bundesarchiv geht es um die Nachrichtenlage aus deutscher Sicht, aus amerikanischer Sicht ergibt sich eine andere Perspektive. Was mir wichtig ist: ich bin den Menschen, die auf Seiten der Allierten am D-Day beteiligt waren unendlich dankbar, dass sie sich auf den Weg gemacht haben, Europa von einem grausamen faschistischen Regime zu befreien. Und auch wenn ich die aktuelle politische Entwicklung in manchen Ländern (zum Beispiel in den USA) sehr kritisch sehe, mindert das mein Gefühl der Dankbarkeit nicht.
Am 6. Juni 1938 kommt Sigmund Freud in London an. Er ist 82 Jahre alt, als er sich – nach dem Anschluß Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland – zur Flucht entscheidet und es ist gar nicht so einfach, alles zu organisieren. Über Paris kommt er nach London. Dort spricht er im Dezember ein paar von ihm vorbereitete Sätze in das Mikrophon eines BBC-Reporters, ein Interview ist ihm (verständlicherweise) zu anstrengend. Einen Satz sagt er auf deutsch und damit begründet er seine Flucht: „Im Alter von 82 Jahren verließ ich infolge der deutschen Invasion mein Heim in Wien und kam nach England, wo ich mein Leben in Freiheit zu enden hoffe.“
Am 6. Juni 1875 kommt Thomas Mann zur Welt. Er ist in Deutschland natürlich vor allem als erfolgreicher Romanautor bekannt. Als Hitler in Deutschland die Macht ergreift, ist er zufälligerweise auf einer Vortragsreise im Ausland. Er kehrt nicht nach Deutschland zurück, 1936 wird ihm die deutsche Staatsangehörigkeit aberkannt. Aus den USA wendet Thomas Mann sich mit Radioansprachen an die deutschen Hörer – gegen das NS-Regime. Kai Sina hat seine politische Entwicklung in dem Buch „Was gut ist und was böse – Thomas Mann als politischer Aktivist“ sehr gut nachgezeichnet.
Damit wünsche ich Euch einen Abend mit demokratiefreundlichen Gedanken und Handlungen.