17. Juni

Am 17. Juni 1837 gründet der evangelische Pfarrer Albert Knapp in Stuttgart den ersten deutschen Tierschutzverein. 1881 wird daraus ein Dachverband.

Am 17. Juni 1882 kommt Igor Strawinsky in der Nähe von St. Petersburg zur Welt. Er wird ein Dirigent und Komponist. Einen großen Teil seines Lebens wird er in Frankreich und den USA verbringen, 1934 wird er französischer Staatsbürger. Sein Stück „Le Sacre du Printemps“ finde ich besonders schön.

Am 17. Juni 1885 kommt die Freiheitsstatue in New York im Hafen an. Allerdings nicht als „ganze Statue“, sondern in 350 Stücken, die in mehr als 200 Kisten verpackt sind. Aber immerhin: angekommen ist angekommen.

Am 17. Juni 1911 wird in Reykjavík die Universität Island gegründet. Sie ist damit die älteste Universität Islands. Im ersten Studienjahr 1911 – 1912 sind nur 45 Studierende eingeschrieben – darunter eine Studentin. Der 17. Juni wird als Gründungstag ausgewählt, weil Jón Sigurðsson an diesem Tag im Jahr 1811 zur Welt kommt. Er wird ein isländischer Historiker, Philologe und Politiker. Vor allem wird er ein Vorkämpfer für die isländische Unabhängigkeit von Dänemark. Am 17. Juni 1944 wird die Republik Island ausgerufen und seitdem ist der 17. Juni der isländische Nationalfeiertag.

Am 17. Juni 1925 unterzeichnen 36 Staaten das Genfer Protokoll über das „Verbot der Verwendung von erstickenden, giftigen oder anderen Gasen sowie von bakteriologischen Mitteln im Kriege“. Das Protokoll ist immer noch in Kraft – mit mittlerweile 146 Vertragsstaaten.

Am 17. Juni 1943 erhält László József Bíró in den USA ein Patent auf den von ihm erfundenen Kugelschreiber. Eigentlich ist es das zweite Patent, das er erhält. Ein erstes Patent hat er 1938 in Ungarn erhalten. Bíró ist Jude und flieht Ende 1938 mit seiner Familie aus Ungarn zunächst nach Frankreich und dann nach Argentinien, das Patent kann er nicht „mitnehmen“. In Argentinien forscht er weiter und schafft es so, das zweite Patent zu erhalten.

Die Bevölkerung in der DDR ist unzufrieden. Betriebe werden verstaatlicht, es gibt Versorgungsengpässe und die Menschen sollen für den gleichen Lohn mehr arbeiten. Am 17. Juni 1953 kommt es in der DDR zum Volksaufstand. Meine Mutter ist zu dem Zeitpunkt 14 Jahre alt, lebt normalerweise auf dem Land in der Nähe von Schwerin und verbringt diese Zeit aber bei einer ihr fremden Familie in Schwerin, weil ihr Meniskus verletzt ist und sie vom Dorf aus keine Möglichkeit hätte zur Behandlung in die Stadt zu kommen. Sie berichtet mir viele Jahre später von dieser Zeit – unter anderem, dass man in diesen Tagen nur hintereinander gehen darf (vermutlich, um Gespräche zu vermeiden).

In der Bundesrepulik wird kurz danach der 17. Juni als Feiertag eingeführt – nämlich als „Tag der deutschen Einheit“. Am 17. Juni 1990 findet in Berlin zum Gedenken eine gemeinsame Feierstunde von Bundestag und Volkskammer statt. Am Nachmittag des 17. Juni 1990 ändert die Volkskammer in einer Sondersitzung die Verfassung der DDR – eine große Mehrheit der Abgeordneten stimmt dafür, dass sich die DDR als „freiheitlicher, demokratischer, sozialer und ökologischer Rechtsstaat“ konstituiert.

Wolfgang Amadeus Mozart versieht seine Komposition „Ave verum corpus“ mit dem Datum 17. Juni 1791. Mit diesen zauberhaften Klängen möchte ich diesen Beitrag daher abschließen.

Damit wünsche ich Euch einen klangvollen Abend.

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