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Bescheiden tritt sie auf, die „vier“. Es reicht ihr, „ausreichend“ zu sein und vielleicht fiel es mir deswegen zunächst ein bißchen schwer, schöne und interessante Assoziationen zu ihr zu sammeln.

Aber was passiert, wenn die Kraft nicht mehr reicht? Davon kann ein Esel aus dem Bremer Umland ein Lied singen. Als seine Kraft nachließ, wollte ihn sein Eigentümer loswerden. Kein schönes Schicksal und der Esel traf die kluge Entscheidung, lieber fortzulaufen. Eine zweite Karriere als Stadtmusikant in Bremen schwebte ihm vor. Unterwegs traf er drei Leidensgenossen, mit denen er sich anfreundete – einen Hund, eine Katze und einen Hahn. Musikalisch wären sie vielleicht nicht so wahnsinnig erfolgreich gewesen, aber gemeinsam schafften sie es, Räuber aus einem Haus zu vertreiben und bis heute spielen sie – sowohl in den Märchenbüchern als auch in Bremen – eine tierisch prominente Rolle.

Musikalisch herausragend sind natürlich die „Vier Jahreszeiten“ von Antonio Vivaldi. Überhaupt die vier Jahreszeiten – ich möchte keine Jahreszeit missen. Jede Jahreszeit hat ihre schönen Seiten und ich verbinde mit jeder Jahreszeit schöne Rituale oder Erinnerungen, auch wenn es manchmal einfacher ist, eine Jahreszeit mehr zu mögen, die gerade nicht ist…..

Mögen ist ein gutes Stichwort. Vor ein paar Tagen habe ich eine interessante weihnachtliche Geschichte gelesen. Ein wohlhabender verwitweter Vater ist über seine erwachsenen Kinder, die ihn nur sehr selten besuchen anscheinend ziemlich enttäuscht. Kurz vor Weihnachten erhalten die vier Kinder von ihm die Nachricht, dass er gestorben ist und bereits begraben wurde. Er fordert sie auf, am 24.12. in ihr Elternhaus zu kommen, um dort die Erbangelegenheiten zu regeln. Alle vier Kinder träumen für sich selbst von der großen Erbschaft. Aber am Weihnachtstag erwartet sie eine Überraschung. Sie müssen nämlich ein Spiel um die Erbschaft spielen ……. Und alle wollen gewinnen…..

Das Stichwort „Spiel“ führt mich zum Quartett – also dem Quartettspiel. Ich erinnere mich vor allem an das Spiel „Schwarzer Peter“ – auch wenn ich mich nach so vielen Jahrzehnten nicht einmal mehr an die Regeln dieses Spiels erinnern kann…… Aber viele Spiele (zum Beispiel „Mensch ärgere Dich nicht“) arbeiten mit der „vier“ – zum Beispiel mit vier Spielfiguren. Und Spielen ist natürlich eine wunderbare Beschäftigung!

Die abgebildete schwarze Katze erinnert mich aber auch daran, dass sehr viele Tiere vier Beine haben und sich damit unwahrscheinlich elegant bewegen! Ein wunderbares Bild der Ausgeglichenheit, das dem Begriff „ausreichend“ vom Beginn den negativen Hauch nimmt. Die vier steckt halt an vielen scheinbar unscheinbaren Stellen und gerade in dieser scheinbaren Unscheinbarkeit ist sie so wichtig. Was wäre eine Adventszeit ohne vier Adventssonntage und vier Kerzen? Ein Viereck ohne vier Ecken?

Und während für mich die vier durchaus positiv ist, gibt es Kulturkreise in denen sie – weil sie ähnlich wie das Wort für den Tod klingt – gemieden wird. Dafür gibt es sogar den (wiederum schönen) Begriff der „Tetraphobie“ mit dem ich Euch und Ihnen jetzt noch einen schönen, lebendigen und fröhlichen Abend mit der „4“ wünsche.

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