29

Ein Sonnenjahr besteht aus 365 Tagen, 5 Stunden, 48 Minuten und 46 Sekunden. Wir zählen in den meisten Jahren aber „nur“ 365 Tage. Um den Unterschied zwischen „unserem Jahr“ und dem Sonnenjahr auszugleichen, fügen wir alle 4 Jahre (mit Ausnahme der sogenannten Jahrhundertregel, von der es aber wieder eine Ausnahme gibt) im Februar einen Tag ein – den 29. Februar. Ein guter Start für die 29, oder? Mir war natürlich das Konzept der Schaltjahre an sich bekannt, aber mit dem Hintergrund habe ich mich vorher nicht beschäftigt (und auch nicht mit den Ausnahmen von der Regel….). Die 29 spielt damit für unseren Kalender eine wichtige zeitausgleichende Rolle.

Ein Mondmonat besteht durchschnittlich aus 29,5 Tagen. Auf Mondmonaten beruhende Kalender haben daher durchaus ihre „Besonderheiten“. Noch komplexer ist es natürlich, wenn eine Kultur den Sonnen- und den Mondkalender verbindet – in einem „Lunisolarkalender“ (nein, ich möchte das jetzt nicht erklären – aber ich finde das sehr spannend).

Die 29 hat nicht nur mit dem Mond zu tun, sondern auch mit einem dunklen Aspekt der Geschichte. Es gab nämlich in der Zeit von 1486 bis zum Ende des 17. Jahrhunderts 29 Auflagen des Hexenhammers. Mit diesem „Werk“ wurde die Hexenverfolgung begründet und vor allem legitimiert, was für viele Frauen (und natürlich auch deren Familien) zu großem Leid geführt hat. Falls sich jemand damit beschäftigen möchte, das „Werk“ ist beim Projekt Gutenberg zu finden. Ich bin in einer sehr interessanten Präsentation auf dieses Thema (und die Zahl 29) gestoßen.

Eine Flucht war den meisten der betroffenen Frauen damals nicht möglich. Das sah 1962 in Berlin anders aus. Damals erlaubte der von einer kleinen Gruppe gebaute Tunnel 29 einigen Menschen die Flucht. Es ist immer wieder beeindruckend, welche Anstrengungen Menschen auf sich nehmen, um fliehen zu können. Umso besser, dass die Geschichte des Tunnels im Internet gut dokumentiert ist.

Aber wohin? Etwa in den Ort Twentynine Palms? Ja, den gibt es wirklich (ich hätte es nicht geglaubt, wenn ich es nicht selber nachgelesen hätte). Und passend zu diesem Ort und im Umfeld des Ortes spielend gibt es auch einen Film mit dem Titel „Twentynine Palms“ (ab 18), der noch bis Ende Februar bei Arte zu sehen ist….. (so ein Zufall). Ich bin noch unentschlossen, ob ich ihn mir ansehe. Ich habe mittlerweile so viele tolle Dinge gefunden, dass ich echt aufpassen muß, womit ich mich so beschäftige……

Die 29 ist aber auch spirituell ein wichtiger Ort. Es gibt in Indien eine Religionsgemeinschaft, die für sich 29 Prinzipien aufgestellt hat und sich nach dem Wort für 29 (Bishnoi) nennt. Eine vollständige Aufstellung dieser Prinzipien habe ich vor allem im französischsprachigen Internet gefunden, eine kurze Fassung (ohne Erläuterungen) in deutscher Sprache habe ich jedoch auch gefunden. Es gibt durchaus Punkte in den Prinzipien, die mich ansprechen – zum Beispiel auf die eigenen Worte zu achten (9), sich nicht an unsinnigen Diskussionen zu beteiligen (15), selber kochen (21) – wobei es für mich eher darum geht, möglichst keine „Fertiggerichte“ zu verwenden und Nachsicht, Mitgefühl und Verzicht auf negative Bewertung beim Umgang mit Menschen (10, 11 und 13). Ja, das ist manchmal schwierig – aber ich glaube, dass ein freundlicher Umgang miteinander gerade in der aktuellen Zeit sehr wichtig ist.

Damit wünsche ich Euch und Ihnen ein schönen Abend mit gutem selbstgekochtem Essen in einer freundlichen und nachsichtigen Umgebung.

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