41

Reden wir über die 41.

George Bush senior war der 41. Präsident der USA. Er war Präsident als ich mein Auslandssemester in Frankreich verbrachte (Herbst 1990 bis Februar 1991). Es war eine denkwürdige Zeit. Knapp ein Jahr vorher war die Mauer in Deutschland gefallen, Anfang Oktober (als ich schon in Frankreich war) wurde Deutschland offiziell wiedervereinigt, es folgte meine erste Bundestagswahl und gleichzeitig schlich sich plötzlich der Golfkrieg ins Bewußtsein. Ich weiß noch, dass ich 1991 mit einigen der Wohnheimmitbewohner, die aus den Ländern des nahen Ostens kamen, gemeinsam im Fernsehraum vor dem Fernseher saß. Es waren für einige von ihnen sehr sorgenvolle Zeiten.

Um Krieg geht es – leider – auch bei dem Buch „Der Einundvierzigste“ (oder in englischer Sprache „The Forty First“ von Boris Lawrenjow. Die Handlung spielt im russischen Bürgerkrieg 1919. Maria ist eine Scharfschützin. 38 Feinde hat sie schon erschossen. Als eine Kamelkarawane in einen Hinterhalt gerät, folgen Nr. 39 und 40. Der Offizier wäre der einundvierzigste, aber sie trifft nicht. Ob das nun gut ist oder nicht?

Spannende Frage, oder? Das führt mich zu diesem Persönlichkeitstest, der aus 41 Fragen besteht. Und ja, es kann durchaus spannend sein, wie man selbst oder ein anderer Mensch etwas einschätzt (wobei sich bei mir im Laufe der Jahre und Jahrzehnte auch einiges verändert hat). Für mich persönlich paßten die Fragen aus dem Test zum größten Teil nicht – ich hätte ein drittes Feld mit weder noch gebraucht. Aber gut.

Widersprüchliche Neigungen kann man vermutlich in dem Buch von Mary Ruefle „Mein Privatbesitz“ finden. Schon der Gedanke, dass jemand im Konzert einschläft, weil ein Wiegenlied gespielt wird und dieses Einschlafen ja eigentlich das ultimative Erleben der Musik ist (Wiegenlied!), finde ich faszinierend.

Warum gerade 41? Das habe ich mich auch bei diesem Rezept gefragt, einem Dessert – konkreter einer süßen Suppe, die aus mindestens 7 aber bis zu 41 Zutaten besteht und die an mindestens 7 andere Haushalte weitergegeben werden muß. Ein schöner Brauch, aber da ich spätestens an dieser Hürde scheitern würde, werde ich das Rezept auch nicht ausprobieren. Ich mag aber solche Geschichten und Rituale!

Für mich persönlich passender wäre da schon die Auflistung der 41 wichtigsten Kräuter. Wirklich so viele? Die meisten der aufgelisteten Kräuter kenne ich immerhin, einige habe ich beim Kochen auch schon eingesetzt – nicht unbedingt frisch gepflückt, denn meine Pflanzen führen ein hartes (manchmal auch sehr trockenes) Leben. Ich bin immer froh, wenn Kräuter ohne mein zutun wachsen und gedeihen (herzlichen Dank an Bärlauch, Bohnenkraut, Pfefferminze und Salbei).

Ob die Tudors diese Kräuter auch schon kannten? Ich habe in dem Buch „Tudors“ von Peter Ackroyd bei den insgesamt 41 Kapiteln kein Kapitel zum Thema Essen (und Kräuter) entdeckt, vielleicht ist es trotzdem irgendwo erwähnt, ansonsten gibt es sicherlich speziellere Werke zu diesem Thema (und natürlich historische Rezepte). Jedenfalls ein Buch, dass ich schon länger mal lesen möchte – mal sehen, ob ich das dieses Jahr schaffe (und die Tudor-Kräuter-Frage habe ich zumindest zum Teil für mich beantwortet…..).

Damit wünsche ich Euch und Ihnen einen wohlduftenden Abend.

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