R: „Früchte des Zorns“ von John Steinbeck

Ich habe das Buch nur wegen des Buchclubs gelesen!
Was ich vor kurzem in einem Theaterstück des Pan Pan Theater beim FFT Düsseldorf gehört habe, stimmt definitiv für dieses Buch.
Früchte des Zorns war das Buch, das ich gemeinsam mit vielen anderen von Januar bis März im Buchclub des Staatstheaters Augsburg gelesen habe. Kurz zuvor habe ich die deutschsprachige Hardcover-Ausgabe dieses Buches zufällig in einem Regal entdeckt – vermutlich irgendwann von meinem Vater gekauft. Damit erfüllt das Buch gleichzeitig zwei Kriterien: das gemeinsame Lesen für den Buchclub und die März-Aufgabe der Booklover-Challenge „Lies ein Hardcover“.

Ganz ehrlich: ohne den Buchclub hätte ich das Buch nicht gelesen (und schon gar nicht zuende gelesen). Als der Buchclub aufhörte fehlten mir noch circa 50 Seiten, diese 50 Seiten habe ich – immer mal zwischendurch – bis Ende März gelesen.

Die Handlung: in Oklahoma ist es Anfang der 30er Jahre des letzten Jahrhunderts fürchterlich trocken. Die Dürre führt dazu, dass die Menschen auf ihrem Land (es sind größtenteils kleine Farmen) nicht mehr genug anbauen und ernten können, um zu überleben. Sie versuchen zunächst sich mit Bankkrediten über Wasser zu halten, aber da die Dürre anhält, verlieren sie ihr Land, ihre Häuser und letztlich auch ihre Heimat. Vor diesem Hintergrund begegnen wir Tom, dem Sohn der Familie Joad der im Gefängnis war, und nun auf die Farm seiner Familie zurückkehren will. Aber seine Familie ist nicht mehr da, das Häuschen steht auch nicht mehr. Er erfährt gerade noch rechtzeitig, wo sich seine Familie befindet und macht sich mit ihnen und einem Prediger, dem er unterwegs begegnet ist, auf den Weg nach Kalifornien, wo angeblich noch Arbeit zu finden ist. Der Weg nach Kalifornien ist weit, er ist hart, er ist mit Entbehrungen verbunden, aber alle hoffen noch. Doch – wie könnte es anders sein – die Hoffnung erfüllt sich nicht. Der Treck der Neuankommenden stößt bei den Alteingesessenen auf „wenig“ Begeisterung, Arbeit gibt es auch nicht genug für alle, die sich auf den Weg gemacht haben und die Bedingungen in den Lagern sind zum größten Teil schlecht. Auf diesem langen Weg nach Kalifornien und auch in Kalifornien verfolgt das Buch die Familie Joad.

Für mich war es ein schwieriges Buch. Es zog mich nicht in den Bann (weder positiv im Sinne von Begeisterung, noch negativ im Sinne von „es ist so beklemmend, ich muß es unbedingt weiterlesen“). Ich habe mich von Woche zu Woche mehr oder weniger durch die Kapitel gequält. Ja, es ist in mehrfacher Hinsicht ein sehr aktuelles und wichtiges Buch:
– die Frage, wie wir mit dem menschengemachten Klimawandel (z.B. mit Dürre) umgehen
– die Frage, wie wir mit flüchtenden Menschen umgehen. Interessanterweise hatten wir im Buchclub da zum Teil sehr unterschiedliche Assoziationen – während die meisten anderen im Buchclub an die Ankunft der Menschen aus zum Beispiel Syrien dachten, hatte ich tatsächlich an vielen Stellen beim Lesen die Ankunft von Menschen aus den „ehemals deutschen Gebieten“ nach dem zweiten Weltkrieg und auch aus der DDR „vor Augen“. Es war die Erinnerung an die vielen Berichte, die ich gehört und gelesen habe, dass auch diese flüchtenden Menschen im damaligen Westdeutschland oft nicht sehr willkommen waren, die im Moment des Lesens plötzlich sehr präsent waren.
– die Frage, wie wir mit Banken und großen Unternehmen (und deren Interessen, die humanitären Ansätzen oft anscheinend entgegenstehen) umgehen.

Zu einem großen Teil sind das Fragen, die in den letzten Wochen noch einmal viel aktueller geworden sind.

Wer sich für den Hintergrund interessiert:
– hier ein Link zu Fotos aus der damaligen Zeit
– hier ein Bericht über das Buch

So sehr ich also die wichtigen Themen sehe und auch durchaus darüber nachdenke, so wenig hat mich das konkrete Buch und die Sprache des Buches angesprochen. Ich und das Buch, wir sind uns fremd geblieben. Das ist vielleicht schade, aber es ist durchaus in Ordnung – ich muß nicht jedes Buch mögen!

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