306

Die 306.
Eine Zahl, die mit einer relativ großen Anzahl von „unschönen“ Funden, aufwartet. Eine zumindest teilweise grausame oder blutrünstige Zahl.

Aber nicht nur. Im Jahr 306 tritt Konstantin auf die Bühne des römischen Reichs. Er tritt das Erbe seines Vaters Constantius an, der im Rahmen der römischen Tetrarchie Maximian nachgefolgt war. Der Gedanke der Tetrarchie beginnt sich aufzulösen. Dafür bleibt Konstantin dem Römischen Reich ziemlich lange als Herrscher erhalten, nämlich bis zum Jahr 337. Eine erstaunlich lange Zeit!

1916, während des ersten Weltkriegs, weigerten sich 306 britische Soldaten in die Schützengräben in Flandern zurückzukehren. Sie wurden noch im selben Jahr standrechtlich erschossen – alle 306. Dabei wurde nicht einmal berücksichtigt, dass einige von ihnen durch die traumatischen Erfahrungen in den Schützengräben an Kriegsneurosen litten, dem Kriegsgericht war das schlicht und einfach nicht bekannt. Eine sehr traurige Geschichte. Auf sie gestoßen bin ich durch die Trilogie von Oliver Emanuel zu diesem Thema. In drei Büchern The Dawn, The Day und The Dusk wird die Geschichte der 306 Soldaten – mit ihren Nachwirkungen bis in unsere Zeit – erzählt. Erst im Jahr 2006 wurde darüber diskutiert, ob diese 306 Soldaten begnadigt werden sollten. Ein Bild von einem der 306 Soldaten (und die Geschichte der 306) war auch Bestandteil der Ausstellung „The Great War in Portraits“.

4. April 1968. Martin Luther King befindet sich im Lorraine Motel in Memphis Tennessee. Genauer – im Zimmer 306. Auf dem Balkon dieses Zimmers wird er um 18:01 Uhr erschossen. Heute befindet sich dort das National Civil Rights Museum.
2008 erschien ein Dokumentarfilm mit Berichten von Augenzeugen, der – wenig überraschend – den Titel The Witness from the Balcony of Room 306 hat.
2022 ist zu dem Thema auch ein Roman erschienen, der nicht uninteressant klingt – natürlich auch mit dem Namen Room 306.

Muß ich noch erwähnen, dass der Flug SR 306 kein gutes Ende nahm……?

Netter ist da wenigstens der Dokumentarfilm 306 Hollywood, in dem zwei Geschwister aus dem Haus ihrer verstorbenen Großmutter eine Art archäologische Fundstelle machen. Eigentlich eine schöne Idee!

Damit wünsche ich Euch und Ihnen einen Abend mit überraschenden Funden und einem guten Ende.

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