351

Die 351.
Nur noch eine Woche bis Weihnachten und nur noch 14 Tage bis zum Jahresende. Es fühlt sich wie gestern an – der Tweet am 1. Januar, der Spaziergang am Neujahrsnachmittag, der flüchtige Gedanke mit der Idee, die erste kurze Recherche, der erste Beitrag…..

Im Jahr 351 wird Martin von Tours (ja, der Martin mit dem geteilten Mantel) getauft. Das Interessante: als das mit dem Mantel passierte, war Martin Soldat und ungetauft. In der Nacht nach der Mantelteilung erschien ihm Christus im Traum. Anscheinend hat er dann aber noch ein paar Jahre gewartet, bevor er sich taufen ließ. Auch danach blieb er noch einige Jahre Soldat. Aber egal: das Wichtige an der Geschichte ist eigentlich, dass Menschen völlig unabhängig von ihrem Beruf und ihrem Glauben Gutes tun können. Ein schöner Gedanke – gerade auch zur Weihnachtszeit.

Die Journalistin Janina Findeisen reist im Herbst 2015 nach Syrien – mitten in den Bürgerkrieg. Sie will über eine ehemalige Grundschulfreundin berichten, die zum Islam konvertierte und nach Syrien ging. Doch aus einer so schon nicht ungefährlichen journalistischen Reise wird plötzlich eine Entführung, die 351 Tage dauert – 351 Tage im Bürgerkrieg in Syrien. Janina Findeisen hat über diese 351 Tage ein Buch geschrieben – wahrscheinlich ein guter Weg, die Erlebnisse aus dieser Zeit zu verarbeiten.

Erlebnisse verarbeiten ist auch für das nächste Buch ein gutes und wichtiges Stichwort. In den 1960er Jahren wuchs ein kleines Kind namens Bernd in einem katholischen Heim auf. Es war keine gute Kindheit, viele Kinder sind zu dieser Zeit Opfer geworden und es ist gut, dass ihre Geschichte erzählt wird. Ganz beispielhaft tut dies das Buch Aussortiert: Kind 351. Ich hoffe sehr, dass die Gespräche, die zu diesem Buch führten, dem Erwachsenen Bernd geholfen haben, mit seinen Erlebnissen zurechtzukommen, ich weiß nicht, ob man sie wirklich verarbeiten kann. Das Buch hat aber bestimmt anderen Betroffenen geholfen, sich nicht mehr allein zu fühlen!

Merkwürdige Dinge können natürlich auch in der eigenen Wohnung passieren, besonderes wenn es sich dabei um das Apartment 351 handelt. Auf den ersten Blick sieht alles völlig normal aus. Ein Mann namens Bernardo liebt eine Frau namens Helena. Helena liebt auch Bernardo. Beide lieben den Hund Gerônimo und der Hund liebt sie auch beide. Hier könnte die Geschichte zuende sein, ist sie aber nicht……..
Mit dem Wissen, dass der Autor Horrorfilme sehr gerne mag, ist für mich klar, dass ich dieses Buch eher nicht lesen möchte. Die Ankündigung an sich gefällt mir aber sehr gut!

Wirklich spannend finde ich den Roman The 351 books of Irma Arcuri. Irma ist die einzige menschliche und emotionale Konstante im Leben des Mathematikers Philip. Aber jetzt ist sie plötzlich verschwunden und hat ihm nur ihre aus 351 Büchern bestehende Bibliothek dagelassen. Irgendwo in dieser Bibliothek liegt der Schlüssel zu ihrem Verschwinden. Aber wo? (Ich werde hoffentlich irgendwann demnächst herausfinden, ob Philip Irma findet…….).

Mit Händels Feuerwerksmusik, HWV 351, beende ich den heutigen Beitrag.

Ich wünsche Euch und Ihnen einen Abend mit guten Geschichten und begeisternd knisternden Einfällen.

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