364

Die 364.
Fast am Ziel.
Und „fast am Ziel“ ist auch ein guter Begriff für diese Zahl.

Ob Jovian sich „am Ziel angekommen“ fühlt, als er – völlig überraschend – zum Nachfolger des gerade gestorbenen Kaisers Julian ernannt wird? Schwer zu sagen, aber ich vermute eher nicht. Vielleicht hätte er ohne diese Aufgabe noch ein langes glückliches Leben vor sich gehabt. So geht er als „Winterkaiser“ in die Geschichte ein, da er schon im Februar 364 stirbt.

Auf Jovian folgt Valentinian. Auch er wird – wie Jovian im Jahr zuvor – vom Heer zum Kaiser ausgerufen. Wie Jovian ist er Christ, er erlaubt aber während seiner Regentschaft eine relativ große Religionsfreiheit. Seinem Bruder Valens überträgt er kurz nach seiner Ernennung die Regierungsverantwortung für den Osten des Römischen Reiches. Er selbst eilt nach Gallien, um dort die Grenzen zu sichern. Die beiden Brüder haben sich wohl nie mehr gesehen.

Wie fühlt es sich an, als Kind unerwünscht zu sein? Ich habe das in meiner Kindheit glücklicherweise nicht erlebt. Aber einige Kinder haben das als Teil der deutschen Geschichte erlebt. Kind L 364 ist die Geschichte eines Kindes, das den Schutz der Familie gleich zweimal verliert und sich erst nach der eigenen Familiengründung dieser Vergangenheit stellt. Ein trauriges aber wichtiges Thema.

Der Wunsch nach einer Beziehung steckt ganz tief in dem Roman 364 Tage. Eigentlich ein schönes Ziel. Aber die Hauptpersonen des Romans merken nach und nach, dass nicht alles paßt. Und so kommt es nach 364 Tagen dann zu einer Entscheidung.

Und wie würde es sich anfühlen, wenn ein verliebtes Paar sich nur an einem einzigen Tag im Jahr trifft und an den restlichen 364 Tagen alles tut, um diese Liebe im Alltag zu vergessen? Das ist ein Gedanke, der im Roman 364 jours pour t’oublier vorkommt. Ja, für die geschilderte Situation ist das ein interessanter Gedanke – besser einmal im Jahr als nie mehr, für mich aber nicht unbedingt ein Buch, das ich lesen sollte.

Was macht der Weihnachtsmann eigentlich an den 364 Tagen des Jahres, an denen er nicht arbeitet? Wer sich diese Frage stellt, sollte mal in dieses Buch hereinschauen……

Wenn der Weihnachtsmann 364 Tage frei hat, dann reicht es doch auch, wenn ich nur an 364 Tagen des Jahres dankbar bin oder mir nur an 364 Tagen des Jahres eine Zeile als Erinnerung aufschreibe, oder? Ich bin immer etwas irritiert, wenn ich bei solchen Büchern über Zahlen stolpere, die niedriger als 365 sind. An welchem Tag soll oder muß ich also nicht dankbar sein? Und warum ist ein Tag nicht erinnerungswürdig (Erinnerungen müssen nicht immer schön sein…..). Es fühlt sich für mich merkwürdig an.

Passen würde es natürlich dann, wenn man ein Jahr von 364 Tagen gedanklich zugrundelegt – den Henoch-Kalender zum Beispiel (Ziffer 3.3 im verlinkten Text). Als Buch gibt es den Kalender natürlich auch und hier kann man online nachschauen, welcher Tag gerade im Henoch-Kalender ist.

364 Tage um gemeinsam mit Menschen gegen eine Krankheit zu kämpfen? Ob Ruby, die Hauptperson des Buches 364 Days, ihr Ziel erreichen wird?

Und wie fühlt es sich an, wenn man als Frau aus einem westlichen Land plötzlich in einem muslimischen Land in Afrika arbeiten soll? Eine spannende Frage, die sich die Autorin des Buches The Problem is not available: 364 Days in Sudan stellt. Ich kann sowohl die Neugier als auch das Zögern verstehen, die ich in der Einleitung herausgelesen habe. Und ja, das Buch finde ich tatsächlich spannend – auch den Entscheidungsprozeß an sich, die Stelle anzunehmen.

364 Stufen, dann hat man ein Teilziel erreicht, nämlich die erste Etage des Pariser Eiffelturms. Ich habe vor einigen Jahr mal vor dem Eiffelturm gestanden, auf dem Eiffelturm war ich jedoch nicht. Den Gedanken, dort zumindest einen Teil hochzulaufen, finde ich schon interessant. Es fühlt sich einfach anders an als im Aufzug hoch zu fahren.

Damit wünsche ich Euch und Ihnen einen Abend voller Zufriedenheit und Gelassenheit.

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