330

Die 330.
Eine Zahl mit überschaubaren Funden. Außerdem: es sind nur noch fünf Wochen bis zum Jahresende. Ich habe in diesem Jahr tatsächlich ein anderes Verhältnis zu den Zeiträumen als in anderen Jahren. Mal sehen, wie das im nächsten Jahr wird.

In Lampsakos wird Metrodor im Jahr 330 vor Christus geboren. Er ist zunächst ein Schüler, dann ein enger Freund von Epikur. Er wird – wie sein Lehrer Epikur – Philosoph. Leider sind von seinen Schriften nur Bruckstücke erhalten, zu dem stirbt er auch noch vor seinem Lehrer.

Am 11. Mai 330 wurde aus Byzanz Konstantinopel – die Stadt wurde zu dem Zeitpunkt auch offiziell zur Residenzstadt und damit zu einem wichtigen Machtzentrum im Osten des Römischen Reichs.
Im Jahr 330 stirbt im August auch die Mutter von Konstantin – Flavia Julia Helena. Helena, wie sie später als Heilige genannt wird, hat angeblich das Christuskreuz in Pälastina gefunden (also dafür gesorgt, dass es dort gefunden wird), außerdem hat sie die heilige Treppe nach Rom gebracht. Das Christuskreuz hat sie der Legende nach in drei Teile geteilt – einen Teil nahm sie mit nach Rom, einen Teil schickte sie ihrem Sohn nach Konstantinopel und ein Teil blieb in Jerusalem. Ob das der Anfang der Reliquienverehrung und Reliquiensammlungen war?

Vermutlich im Jahr 330 (möglicherweise aber auch schon 329 oder erst 331) wird Basilius in Caesarea geboren. Sein Großvater war als Märtyrer gestorben. Als Basilius geboren wird ist nicht mehr gefährlich Christ zu sein, aber es kann aber durchaus gefährlich sein, der falschen christlichen Lehre zu folgen….. Als Trinitarier, wie zum Beispiel Alexander von Alexandria, hat er einen schweren Stand in einer mehrheitlich arianisch ausgerichteten Kirche. Interessant finde ich an ihm, dass man relativ viel über sein Leben weiß – zum Beispiel dass er selber in Notzeiten für arme Menschen Suppe kochte (und dafür wohl sein eigenes Vermögen einsetzte) und in Caesarea umfangreiche Sozialwerke schuf. Sein Verständnis von christlicher Erziehung schloß klassische griechische Autoren und Philosophen mit ein. Es kann durchaus sein, dass er dadurch zum Überleben dieser Werke beigetragen hat. Schon ein interessanter und anscheinend weitblickender Mensch!

Vielleicht konnte Basilius Dinge „sehen“, die andere so noch nicht sehen oder erkennen konnten. Dazu paßt auf eine bestimmte Art und Weise das Stück „Fata Morgana“ von Johann Strauss II, Op. 330.

Damit wünsche ich Euch und Ihnen einen Abend, an dem gute Gedanken auch andere Menschen mit einschließen.

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