186

Die 186.
Kurz und irgendwie blutig.

Fangen wir mit Pertinax an. Im Jahr 186 wäre er beinahe auf britannischem Boden gestorben. Und zwar nicht „einfach so“. Britannien war damals ein unruhiger Ort – selbst die römischen Truppen waren unzufrieden und so kam es wohl zu Aufständen. Eine Legion griff seinen Leibwächter an, er selbst entging nur knapp dem Tod (eine Quelle spricht von einem Mordversuch, eine andere, dass man ihn für tot hielt und liegenließ). Egal wie – er überlebte und spielte dann noch eine durchaus wichtige Rolle in der römischen Geschichte aber auch in der Literatur.

Weniger Glück hatten die Kunden von Sweeny Todd. Sweeny Todd hatte sein Friseurgeschäft in der Fleet Street 186. 150 Kunden könnten dort ihr Leben gelassen haben….. Eine spannende Geschichte, zu der ich gerade auch ein Buch lese (mal sehen, ob ich demnächst mehr weiß).

Damit wünsche ich Euch und Ihnen einen lebensfrohen und ungefährlichen Abend.

185

Die 185.
Eine Zahl, die überraschenderweise mit einem Thema zu tun hat, das in meinem Leben nie eine Rolle gespielt hat – Verliebtheit und Liebe.

Da gibt es zum einen ein Buch, das 185 Denkanstöße, Fragen und Fakten für Verliebte liefert. Ich habe keine Ahnung, ob diese 185 Denkanstöße in irgendeiner Art und Weise hilfreich sein können (es ist schließlich so gar nicht mein Thema!). Vielleicht ist es auch nur die „übliche Ratgeberliteratur“.

Spannender fand ich das Buch The Lover’s Dictionary: A Love Story in 185 Definitions. Kann man eine Liebesgeschichte als „Wörterbuch“ erzählen? Es ist tatsächlich ein Wörterbuch und unter Wörtern wie „aberrant“, „abstain“ und „acronym“ wird fortlaufend eine Geschichte erzählt. Die Idee ist hochinteressant (und bei jedem anderen Thema würde ich nicht lange zögern) und jedenfalls sehr kreativ. Gut, dass ich mir die ersten Seiten anschauen konnte.

Aber wenigstens zwei Dinge gibt es, die ich zusätzlich noch gefunden habe – einmal die Dauer der Bundesgartenschau in Koblenz – 185 Tage von Mitte April bis Mitte Oktober. Ich war damals (mit meiner Mutter) in Koblenz – eine schöne Erinnerung! Und thematisch ist das durchaus aktuell, da Wuppertal über eine Bewerbung für eine zukünftige Buga nachdenkt.

Spektakulärer: im Jahr 185 wurde eine Supernova von chinesischen Astronomen beobachtet und beschrieben. Damit ist diese Supernova wohl die älteste beschriebene Supernova der Welt. Folglich trägt sie den Namen Supernova 185.

Damit wünsche ich Euch und Ihnen einen Abend mit guten Gefühlen und spannenden Beobachtungen.

184

Die 184.

Das Jahr in dem in China der Aufstand der gelben Turbane begann. Es war damals eine unruhige Zeit (in einem Artikel taucht interessanterweise das Wort „Zeitenwende“ auf) – es gab eine Hungersnot, Überschwemmungen und einen glücklosen und dekadenten Kaiser. Das führte zu einem Aufstand. Die Aufständischen trugen gelbe Tücher um ihren Kopf – deshalb die Bezeichnung als „gelbe Turbane“. Mehr dazu hier und hier (II). Und ja, die Themen (Gefahr einer) Hungersnot und Überschwemmungen kommen mir doch sehr zeitlos vor…..

Die Vorstellung in einem Krematorium aufzuwachen, nicht zu wissen, wer man ist und warum man dort ist und sich gerade noch vor der Einäscherung retten zu können, ist schon irgendwie alptraumhaft. Wenn man dann noch eine Narbe und die Nummer 184 auf dem Schädel hat, dann ist das der Stoff für ein altraumhaftes Buch. Nichts für mich, aber toll, dass es einen so prägnanten Buchtitel für die 184 gibt.

Zum Abschluß etwas Schönen, nämlich wieder einmal Bach – Erwünschtes Freudenlich (BWV 184). Schließlich soll es ja keine Alpträume geben!

Damit wünsche ich Euch und Ihnen einen schönen Abend mit guten Träumen.

183

Die 183.
Und schon liegt die Jahreshälfte hinter mir. Hier und auch sonst.
Irgendwo in dem kurzem Moment zwischen gestern (182) und heute (183) liegt sie – die Jahreshälfte und ich habe sie nicht einmal bewußt wahrgenommen.

Die 183 hat mich überrascht.
Es gibt einige Produkte, die die 183 in ihrem Namen führen. Da gibt es zum Beispiel das Klebeband monta 183, den Bleistift Noris 183 und das Sofa Freistil 183. Ich frage mich, warum die 183 so beliebt ist und ich habe bis jetzt noch keine Antwort gefunden. Schade, oder?

Was es auch gibt – den VW Iltis Typ 183, der bis Ende der 1990er Jahre Teil des Fuhrparks der Bundeswehr war. Ich habe den „Iltis“ nie bewußt wahrgenommen….

TAKI 183 war (beziehungsweise ist, da er ja noch lebt) ein Pionier des urbanen Graffiti-Writings. Sein Künstlername setzt sich aus seinem Spitznamen „Taki“ (von Dimitrios) und seiner damaligen Adresse zusammen. Fotos seiner Werke kann man auf seiner Webseite sehen. Ich finde es spannend, dass es vor dem, was ich unter Graffiti verstanden hätte, noch andere Ansätze gab (ja, Bildungslücke…..).

Ein Fund hat mich bei der 183 besonders angesprochen. Es ist das Buch 183 Tage. Es hat mich vor allem thematisch angesprochen, da ich letztlich seit 2018 aus vielen Gründen nach und nach angefangen habe, ein Leben ohne private Interaktionen zu führen. Ja, das ist länger als 183 Tage und es war auch nicht in dem Sinne geplant. Es war in meinem Fall die Konsequenz einer Situation, die einfach nicht gut war. Trotzdem oder gerade deshalb finde ich den Gedanken spannend, bewußt für einen definierten Zeitraum diesen „Rückzug“ zu erleben. Interessant fände ich aber auch die Frage, ob beziehungsweise wie danach eine „Rückkehr“ in das Leben mit Kontakten möglich ist (ich kann dazu nichts sagen, da es bei mir nicht möglich ist).

Damit wünsche ich Euch und Ihnen einen Abend mit guten Gesprächen und Kontakten.

182

Die 182.
Hoch hinaus und tief hinab. Irgendwie.

Es ist schon ein paar Jahre her, dass ich in Auckland auf dem Sky Tower war. Während der Teilnahme an einer Konferenz in Auckland hatte ich etwas Zeit, um den Turm zu besuchen – die unterste Aussichtsplattform befindet sich in 182 Metern Höhe und hat (zum Teil) einen Glasboden. Das war etwas ungewöhnlich. Ich erinnere mich noch gut daran, wie vorsichtig ich auf diesem Glasboden ging – als ob die Transparenz des Materials Auswirkungen auf die Tragfähigkeit hätte (natürlich nicht!).

Tief hinab geht es gedanklich für mich mit dem Thema „Hass“ – erstaunlicherweise ist die 182 nämlich die Zahl, die für „I hate you“ steht. I für die 1, weil es nur ein Buchstabe ist, hate für eight, weil es ähnlich klingt und ebenso two für you. Ich hätte das – ohne Recherche – nie verstanden.

Ganz das Gegenteil ist dann wiederum Buxtehudes „Der Tag, der ist so freudenreich“ – natürlich BuxWV 182. Mit dem Titel tue ich mich schwer, einen „freudenreichen Tag“ kann ich mir nicht mehr vorstellen. Aber den Gedanken, der dahinter steckt, finde ich trotzdem schön.

Irdisch geht es mit dem Taurus weiter, einer E-Lok der 182er Baureihe. Mehr zu den Besonderheiten des Taurus findet man hier. Faszinierend finde ich, dass der Taurus die Tonleiter singt (ganz unten im Wikipedia-Artikel und auch hier). Mir ist das gelegentlich bei abfahrenden ICEs aufgefallen, aber ich konnte es mir nie erklären…..

Ob eine Lok auch Mozart „spielen“ könnte? Vielleicht etwas zu komplex, aber schön ist die Sinfonie B-Dur – KV 182 – schon.

Damit wünsche ich Euch und Ihnen einen freudenreichen und klangvollen Abend.

181

Die 181.
Irgendwie hatte ich immer das Gefühl, das Ende Juni „Halbzeit“ des Jahres ist. Aber es stimmt gar nicht. Die Hälfte ist noch nicht erreicht, auch morgen noch nicht.

Sprechen wir noch einmal über die Römer – oder konkreter über „die Taten der Römer“, nämlich die Gesta Romanorum. Ursprünglich gab es wohl Fassungen mit (nur) 151 Kapiteln, die neueren Ausgabe (zum Beispiel von 1842) enthalten jedoch 181 Kapitel (und ja, meine günstige Ausgabe im Regal hat auch 181 Kapitel). Nachlesen kann man die Gesta Romanorum in zwei Teilen bei Projekt Gutenberg – Teil 1 hier und Teil 2 hier.

181 Passagiere von der St. Louis wurden – nach dem Ende der berüchtigten Irrfahrt – von den Niederlanden aufgenommen, die anderen Passagiere von Frankreich, Belgien und Großbritannien. Nur die Passagiere, die von Großbritannien aufgenommen wurden, waren in Sicherheit. Von den anderen Passagieren weiß man nicht von allen mit Sicherheit, was aus ihnen geworden ist (also ob und wie sie überlebten). Konkret habe ich das Schicksal der Familie Gabel gefunden, die auf der St. Louis auswandern wollte und nach der Irrfahrt nach einem Aufenthalt in den Niederlanden im KZ ermordet wurde.

Fortnum and Mason, das berühmte Geschäft, das lange vor allem für seine kulinarischen Köstlichkeiten bekannt war, befindet sich in London seit über 300 Jahren an der Adresse 181 Piccadilly, St. James’s. Eine köstliche 181!

Gestern habe ich die 180 weißen Steine beim Spiel Go erwähnt, heute sind die schwarzen Steine dran – wenig überraschend sind es 181.

Damit wünsche ich Euch und Ihnen einen köstlichen und unterhaltsamen Abend.

180

Die 180.

Abschied von Marc Aurel. Also zumindest von seiner Lebenszeit, denn am 17. März 180 starb er. Durch seine Worte und Werke (womit ich nicht meine, dass alles, was er gemacht hat, „positiv“ war) ist er jedoch unsterblich geworden – er ist ein wichtiger Teil der Geschichte.

Spuren der römischen Geschichte finden sich an vielen Orten in Deutschland – ganz besonders in Trier. Die Porta Nigra ist ein römisches Stadttor, das ab 170 gebaut und im Jahr 180 fertiggestellt wurde. Es ist tatsächlich schön, über einen Ort und ein „Gebäude“ zu schreiben, das ich tatsächlich selbst gesehen und besucht habe (mehrfach sogar). Die Porta Nigra war immer mein „Eingang“ zur Trierer Innenstand und damit für mich besonders eindrucksvoll.

Der 180. Längengrad spielt in dem Roman von Jules Verne – In 80 Tagen um die Welt – eine wichtige Rolle. Phileas Fogg, der Reisende, denkt nämlich nicht an die Datumsgrenze und das hat überraschende Folgen. Im Kapitel „Living by railroad time“ beschreibt Matthew Goodman (Eighty Days) die Notwendigkeit einer Zeit, die nicht nur lokal festgehalten wird (mehr zu den Reisen hier). 1883 kam es in Chicago zur General Time Convention, die für die USA auf der Basis der Längengrade die Zeitzonen festgelegt hat – man kann dies tatsächlich als „Railroad Time“ bezeichnen.

Umberto Eco hat in seinem Roman Die Insel des vorigen Tages ebenfalls mit dem Thema der Datumsgrenze gespielt. Eine spannende Entdeckung für meine Leseliste……

Oft ging es ja darum, so schnell wie möglich um die Welt zu kommen – zum Beispiel in 80 Tagen. Es gibt jedoch einen Roman, der die Weltumrundung anders betrachtet – aus der Sicht eines Menschen, der sich etwas besonderes gönnt, nämlich In 180 Tagen um die Welt. Kein schlechtes Kontrastprogramm zu Phileas Fogg, Nelly Bly und Elizabeth Bisland (die Personen aus den Büchern von Jules Verne und Matthew Goodman).

Überhaupt die 180. 180 Grad sind ein Halbkreis. Aber steht die 180 auch für eine Wende? Das fragt das Buch 180 GRAD: Geschichten gegen den Hass. Ich finde die Frage spannend und eben auch den sehr bildlichen Gedanken des „Umdrehens“, also des Drehens um 180 Grad.

Ein Buch über 180 – angeblich – erfüllte biblische Prophezeiungen gibt es übrigens auch. Aber will ich wirklich wissen, ob wir in der Endzeit leben?

180 Grad als Temperatur? Für Fisch keine schlechte Wahl – behauptet zumindest das Buch 180 Grad 20 min: Das Buch zum Blankeneser Fischhuus und die müssen es ja wissen. Jedenfalls ein interessantes Kochbuch.

Die 180 ist übrigens auch mathematisch interessant. Denn: die Summe der Innenwinkel eines Dreiecks beträgt immer 180 Grad. Spannend, oder?

Und was ich auch vorher nicht wußte: das Spiel Go hat 180 weiße Steine.

Damit wünsche ich Euch und Ihnen einen spielerisch schönen Abend mit unendlich viel Zeit.

179

Die 179.

Schon wieder Marc Aurel. In letzter Zeit ist er ziemlich häufig in meinen Beiträgen aufgetaucht. Marc Aurel hat nämlich den Auftrag gegeben, dort, wo das heutige Regensburg ist, ein römisches Legionslager zu errichten – nämlich das Lager am Regen (so heißt der Fluß) mit dem Namen Castra Regina. Das Lager wurde von den Legionären selbst gebaut und im Jahr 179 eingeweiht.

Wie kann man Geschichte – konkret zwei Burgenstandorte – mit einer Brücke verbinden? Das ist der Hintergrund von highline179 in Tirol – einer Brücke, die zwei historische Orte verbindet, nämlich die Burgruine Ehrenberg und Fort Claudia. Ihren Namen hat diese besondere Hängebrücke von der darunterliegenden B 179.

Zum Abschluß die Symphonie Es-Dur von Carl Philipp Emanuel Bach, die im Wotquenne-Werkverzeichnis (das mit „WV“ abgekürzt wird) die Nummer 179 trägt.

Damit wünsche ich Euch und Ihnen einen fröhlichen und klangvollen Abend.

178

Die 178.
Es ist heute kein guter Tag – umso schwerer fällt es mir diesen Beitrag zu schreiben. Ich versuche es trotzdem.

In 178 Tagen allein um die Welt segeln? Davon erzählt das Buch Gegen den Strom. Ja, bestimmt eine große Leistung – aber da ich jeden Tag alles allein mache, ist das kein Buch das ich lesen möchte. Und Segeln ist auch nichts für mich (zu naß, zu kalt).

Ein Buch über die Beatles mit 178 illustrierten Songtexten aus der Zeit von 1963 bis 1970? Nichts für mich, aber sicherlich gibt es einige Menschen, die sich darüber freuen würden. Schließlich sind die Beatles auf eine gewisse Art und Weise „jung“ und „zeitlos“.

Mein Highlight (oder eher Trost) des Tages ist die Sinfonie „Aus der Neuen Welt“ von Dvořák, die im Werkverzeichnis von Burghauser die Nummer B 178 trägt.

Damit wünsche ich Euch und Ihnen einen schönen Abend mit guten Gedanken.

177

Die 177.
Eine interessante Zahl mit vielen unterschiedlichen Fundstücken. Es ist ja auch irgendwie eine besondere Zahl….

Zum „Charakter“ der 177 paßt für mich das Buch Warum macht Karpfen blau? besonders gut, in dem es um 177 Tatsachen und Irrtümer rund um Küche, Tisch und Teller geht. Ob ich wohl irgendwann herausfinde, warum der Karpfen blau macht?

Die 177 bemüht sich übrigens redlich, das Gehirn zu trainieren. Mit 177 mathematischen Rätseln oder mit einer Anleitung, um das Gehirn zu „aktivieren“ und zu verstehen und 177 Spielen. Natürlich kann man sich auch mit den 177 Geheimnissen mentaler Belastbarkeit beschäftigen.

Ob die Märtyrer von Lyon, die im Jahr 177 starben, ihre Geheimnisse mentaler Belastbarkeit geteilt haben? Es ist zumindest eine spannende Geschichte – vor allem ein spannender Teil der europäischen Geschichte (der mir vorher so nicht bekannt war, ich hatte das Thema der Christenverfolgung immer stärker auf „Rom“ bezogen). In einem Buch wird die Geschichte der Märtyrer von Lyon erzählt.

Was wir im Zusammenhang mit dem zweiten Weltkrieg als D-Day bezeichnen, heißt in der französischen Sprache „Jour J“. 177 Franzosen waren am 6. Juni 1944 bei der Landung in der Normandie dabei – in einem Buch werden sie vorgestellt.

Etwas Spannendes? Dann könnte entweder der Thriller Codex 177. Ein Jahr mit Blutmond oder das Tagebuch einer Entführung (wohl eine wahre Geschichte) mit dem Titel 177 Tage Angst passen.

Und das Schöne? Ja, das gibt es auch. Glücklicherweise. Es gibt ein Buch mit 177 Art-Deco-Designs. Und: anders schön – gibt es ein Buch über 177 Weststeirische Kostbarkeiten: Ein Kunst- und Kulturführer durch die Lipizzanerheimat.

Damit wünsche ich Euch und Ihnen einen fröhlichen, angstfreien und schönen Abend.