23. Februar

In den letzten Tagen habe ich gelegentlich über gedruckte Bücher oder Zeitungen geschrieben. Da ist es wohl wenig überraschend, dass es jetzt auch mal um Johannes Gutenberg geht. Vermutlich am 23. Februar 1455 erscheint die erste „Gutenberg-Bibel“ – eine schöne Geschichte, die ich hier gerne erwähne.

Am 23. Februar 1767 erfindet Jacob Christian Schäffer die „Rührflügelmaschine“ – den Vorläufer der Waschmaschine. Es handelt sich dabei um einen Holzbottich mit einer Kurbel – mit Hilfe der Kurbel kann man die Wäsche im Wasser bewegen. Erst ungefähr 100 Jahre später wird dieses „Waschmaschinenmodell“ wirklich verändert.

Ob Samuel Pepys in seinen Tagebüchern das Wäschewaschen erwähnt? Ich weiß es nicht, was ich aber weiß ist, dass er am 23. Februar 1633 in London geboren wird. Ab 1660 schreibt er sein Tagebuch – bis ihn im Jahr 1669 eine Augenkrankheit dazu zwingt, mit dem Schreiben aufzuhören.

London ist auch ein guter Ort für Georg Friedrich Händel, der am 23. Februar in Halle zur Welt kommt. Er komponiert viele wunderbare Musikstücke – die Wassermusik gehört auf jeden Fall dazu.

Damit wünsche ich Euch einen klangvollen Abend voller guter Ideen.

22. Februar

Über das Urheberrecht haben Menschen auch schon vor ein paar Jahrhunderten gestritten. Just am 22. Februar 1774 fällt im Verfahren Donaldson gegen Becket die Entscheidung, dass das Urheberrecht in England nicht unbegrenzt gilt. Ein spannendes Verfahren, dass man hier im Detail nachlesen kann.

Mit einem Gerichtsverfahren hat auch Galileo Galilei zu tun. Am 22. Februar 1632 erhält Galileis Mäzen Ferdinando II. de’ Medici das Buch Dialog über die beiden hauptsächlichsten Weltsysteme, in dem Galilei sich in italienischer Sprache mit dem heliozentrischen Weltbild von Nikolaus Kopernikus positiv auseinandersetzt. Er hat ein Imprimatur – also eine Druckgenehmigung – der katholischen Kirche, die allerdings nur vorläufig und mit einer Auflage verbunden ist: das Werk mit einer Schlußrede zugunsten des geozentrischen Weltbilds von Ptolemäus zu beenden. Dieser Auflage kommt Galilei nicht wirklich nach, er legt diese Worte einem einfältigen Dogmatiker namens Simplicio in den Mund. Ärger ist damit vorprogrammiert und so folgt ab Juli 1632 ein Prozess wegen Ketzerei.

100 Jahre nach der Übergabe des Buches an Ferdinando II. de‘ Medici kommt George Washington auf der Plantage seines Vaters in Virginia zur Welt. Thematisch passt, dass er unter anderem als Friedensrichter arbeitet, bevor er der erste Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika wird.

Damit wünsche ich Euch einen friedlichen Abend.

 

21. Februar

Am 21. Februar 1804 findet die erste Fahrt einer Dampflokomotive statt. Die Hinfahrt glückt, die Rückfahrt nicht….. Aber trotzdem ist das ein wichtiger Meilenstein!

Am 21. Februar 1828 gründen Journalisten, die zu den Ureinwohnern der Vereinigten Staaten gehören (Native Americans) die erste eigene Zeitung – die Cherokee Phoenix, die übrigens immer noch existiert.

Der 21. Februar scheint in der Hinsicht ein guter Tag zu sein, denn die erste Ausgabe des Magazins „The New Yorker“ erscheint ebenfalls an diesem Tag – im Jahr 1925. Hier kann man die erste Ausgabe durchblättern.

Und eine dritte Zeitung im Bunde, denn am 21. Februar 1946 erscheint auch die erste Ausgabe der „Die Zeit“ in Hamburg.

Ein Ereignis paßt thematisch durchaus zu den aktuellen Diskussionen rund um soziale Gerechtigkeit und die größer werdende Ungleichheit in der Gesellschaft: Am 21. Februar 1848 erscheint in London – anonym – das Kommunistische Manifest. Die Autoren sind – wie wir heute wissen – Karl Marx und Friedrich Engels. Inhaltlich ist es das erste „Grundsatzprogramm der Arbeiterbewegung“.

Zum Abschluß noch etwas „Kulturelles“: am 21. Februar 1962 gibt es gleich zwei „Premieren“ – zum einen wird das Stück „Die Physiker“ von Friedrich Dürrenmatt in Zürich uraufgeführt, zum anderen wird an diesem Tag die erste Hörspielfolge von „Pumuckl“ ausgestrahlt.

Damit wünsche ich Euch einen fröhlichen und vergnügten Abend.

 

20. Februar

Zum heutigen Tag habe ich nicht viel gefunden. Zumindest bis jetzt. Und wie ich das so kenne, werde ich morgen oder übermorgen all die Hinweise finden, die ich bis jetzt noch nicht gefunden habe. Aber gut, es ist nicht zu ändern.

Am 20. Februar erscheint das erste Green Book. Es ist im Grunde genommen eine Art „Reiseführer“ für afroamerikanische Menschen, die mit dem Auto unterwegs sind. In diesem Buch sind zum Beispiel Tankstellen, Hotels und Restaurants enthalten, die auch afroamerikanische Menschen nutzen beziehungsweise besuchen können. Es handelt sich dabei um sichere Adressen, die in Zeiten der Rassentrennung und der Sundown-Towns überlebenswichtig sind. 1966 erscheint die letzte Ausgabe des Green Books.

Seit 2009 ist der 20. Februar der Welttag der sozialen Gerechtigkeit. Dieser von den Vereinten Nationen ins Leben gerufene Tag soll auf die weltweite soziale Ungerechtigkeit aufmerksam machen und zu ihrer Überwindung aufrufen. Gerade in den aktuellen Zeiten ist das – auch in Deutschland – ein sehr wichtiges Thema.

Damit wünsche ich Euch einen Abend mit motivierenden Ideen und Gedanken.

19. Februar

Ein langer Tag und ich bin ziemlich müde. Trotzdem möchte ich wenigstens einen kurzen Beitrag schreiben.

Am 19. Februar 1473 kommt Nikolaus Kopernikus in Thorn zur Welt. An der Universität Krakau studiert er die sieben freien Künste. Sein Onkel schickt ihn zum Studium nach Bologna. Dort studiert er Jura. In Padua beginnt er ein Medizinstudium. Ab 1503 wird er im Ermland als Domherr, Administrator und als Arzt tätig. Zusätzlich beobachtet er intensiv mit den ihm damals zur Verfügung stehenden Mitteln den Himmel. 30 Jahre lang arbeitet er an seinem Werk, in dem er die Kreisbewegungen der Himmelskörper um die Sonne beschreibt.

Am 19. Februar 1743 kommt Luigi Boccherini in Lucca zur Welt. Er wird ein bekannter Cellist und Komponist. Besonders bekannt (und schön) ist dieses Menuett, auch wenn es wohl für seine Kompositionen nicht typisch sein soll….

Am 19. Februar 1877 kommt Gabriele Münter in Berlin zur Welt. Sie wird eine wichtige Malerin, eine Vertreterin des Expressionismus in Deutschland und eine Mitgründerin des Blauen Reiters.

Am 19. Februar 1919 hält Marie Juchacz als erste Frau eine Rede vor einem deutschen Parlament. Ein wirklich wichtiger Moment!

Damit wünsche ich Euch einen ruhigen und ausgeglichenen Abend.

18. Februar

Erfindungsreich – das passt gut zu diesem Tag!

Am 18. Februar 1745 kommt Alessandro Volta in Como zur Welt. Zum Zeitpunkt seiner Geburt kennen die Menschen Elektrizität nur von den Blitzen bei Gewittern oder durch Maschinen, die Reibung erzeugen. Alessandro Volta interessiert sich für das Naturphänomen. Auf Wunsch seiner Eltern studiert er Jura und beschäftigt sich als Autodidakt mit Physik. Aufbauend auf den Versuchen von Luigi Galvani und eigenen Experimenten entwickelt er die erste funktionsfähige Batterie. Ein großer Erfolg! Ende des 19. Jahrhunderts wird für die von ihm festgelegte Maßeinheit der elektrischen Spannung die Bezeichnung „Volt“ eingeführt.

Für die Freiheitsstatue wird am 18. Februar 1879 ein Schutzrecht erteilt und zwar (auch wenn im Text „patented“ steht) ein „Design“. Hier kann man den Text des erteilten Schutzrechts nachlesen. Die Gestaltung ist danach für 14 Jahre geschützt.

Irgendwann um das Jahr 1900 ist Hubert Cecil Booth bei einer interessanten Vorführung dabei: gezeigt wird eine Art „Laubbläser“ mit der man Staub wegpusten kann. Hubert Cecil Booth denkt darüber nach, dass man das Prinzip umdrehen könnte – also den Staub aufsaugen statt ihn wegzupusten. Die Idee des Staubsaugers ist geboren und am 18. Februar und 30. August 1901 erhält er seine ersten Patente.

Damit wünsche ich Euch einen ideenreichen Abend.

 

17. Februar

Manche Tage sind „voller“ als andere. Und dementsprechend wird ist es heute und in den nächsten Tagen eine kleine Herausforderung, jeweils einen Beitrag zu schreiben. Mal schauen, ob ich das schaffe.

Der 17. Februar 1444 könnte der Geburtstag von Rudolf Agricola sein, der eigentlich Roelof Huysman heißt, sich aber – wie es bei Gelehrten zu der Zeit üblich ist – anders nennt. Er ist ein niederländischer Gelehrter, Lehrer und Literat des Frühhumanismus. Auf den deutschen Humanismus hat er großen Einfluß. Er verkörpert das Ideal des Universalgelehrten, der zu seinen Lebzeiten nördlich der Alpen eher selten anzutreffen ist.

Am 17. Februar 1568 wird in Adrianopel der Frieden von Adrianopel unterzeichnet, der den sogenannten „Türkenkrieg“ zwischen dem Heiligen Römischen Reich unter Kaiser Maximilian II. und dem Osmanischen Reich unter Sultan Selim II. Interessant an diesem Vertrag ist, dass der Frieden zeitlich begrenzt wird – auf 8 Jahre. Das funktioniert anscheinend einigermaßen gut, denn der Friedensvertrag wird mehrfach verlängert. Insgesamt hält der Frieden 25 Jahre.

Am 17. Februar findet in Mailand die Uraufführung der Oper „Madame Butterfly“ von Puccini statt. Aber die Uraufführung ist ein Fiasko – was nicht nur am Werk liegt. Puccini zieht das Werk zurück, überarbeitet es (nicht nur einmal, sondern immer wieder) und schon wenige Woche später wird diese neue Version – diesmal erfolgreich – aufgeführt. Hier kann man die Ouvertüre hören.

Damit wünsche ich Euch einen klangvollen Abend.

16. Februar

Am 16. Februar 1497 wird Philipp Schwarzerdt in Bretten geboren. Er studiert in Heidelberg und Tübingen und wird im Jahr 1518 schließlich nach Wittenberg auf den Griechisch-Lehrstuhl berufen. Dort arbeitet er mit Luther zusammen an der Übersetzung der Bibel. Er ist ein Reformator und ein Humanist und nennt sich dann Philipp Melanchthon. Was ihm wirklich wichtig ist: Bildung! Jeder Bürger Deutschlands soll eine Elementarbildung haben – also zumindest schreiben und lesen können. Sprache ist für ihn das wichtigste Instrument des Geistes, nach seiner Ansicht treten Irrtümer oder fanatisches Denken oft im Zusammenhang mit schlechter Sprache auf. Erziehung und Unterricht sollen deswegen eine breite Allgemeinbildung liefern.

Das, was Luther, Melanchthon und andere Reformatoren auf den Weg bringen, hat überall Auswirkungen. Auch in Memmingen. Dort machen sich am 16. Februar 1525 viele Bauern aus den umliegenden Dörfern auf den Weg und fordern vom Rat der Stadt deutliche Verbesserungen ihrer Situation. Diese „Beschwerden“ werden etwas später in den Memminger 12 Artikeln festgehalten. Melanchthon verfaßt im Auftrag von Kurfürst Ludwig V. von der Pfalz zu diesen 12 Artikeln ein Gutachten – allerdings lehnt er die Beschwerden der Bauern ab. Nach seiner Ansicht verlangt das Evangelium von ihnen Gehorsam, gleichzeitig ruft er die Fürsten zu Verhandlungen und Zugeständnissen auf. Und ja, das alles gehört zum „Bauernkrieg“.

Heute Morgen bin ich bei Bluesky über einen Post mit einem wunderschönen Blumenarrangement auf einem Tisch gestolpert. Es war ein Post zu Ehren von Maria Pawlowna. Diese kommt am 16. Februar 1786 in der Nähe von St. Petersburg zur Welt. Aufgrund ihrer Heirat mit Carl Friedrich von Sachsen-Weimar kommt sie nach Weimar. Einige Male muß sie kriegsbedingt Weimar verlassen, immer wieder kehrt sie zurück. In Weimar selbst fördert sie viele künstlerische und soziale Projekte, unter anderem einen „Sparkassenverein“ – dadurch entsteht die erste Sparkasse in der Region.

Damit wünsche ich Euch einen blumenreichen Abend.

15. Februar

Am 15. Februar 1493 – noch an Bord der Niña – schreibt Christoph Kolumbus seinen ersten Brief über die vermeintliche Entdeckung der „Indias“ an Isabella I. von Kastilien und Ferdinand II. von Aragon. Sein Brief wird innerhalb weniger Wochen in gedruckten Kopien verbreitet. Wer sich für den Inhalt interessiert, findet er hier ein paar Informationen.

Am 15. Februar 1686 wird die letzte „Tragédie Lyrique en Musique“ (Oper) von Jean-Baptiste Lully in Paris uraufgeführt. Der König Ludwig XIV. ist bei dieser Uraufführung von „Armide“ nicht dabei, Lully ist in Ungnade gefallen. Er schickt aber immerhin seinen Sohn, den Dauphin Louis. Das alles kann die Aufführung nicht wirklich retten. Man ist am Hof freundlich und respektvoll, mehr nicht. In Paris selbst ist das Werk sehr erfolgreich. Anhören kann man sich das Stück unter anderem hier.

Am 15. Februar 1879 unterzeichnet der US-amerikanische Präsident Rutherford B. Hayes ein Gesetz, dass es Frauen erlaubt, als Anwältin vor dem Supreme Court aufzutreten – ein Meilenstein für die Entwicklung der Frauenrechte!

Am 15. Februar 1909 kommt Miep Gies in Wien als Hermine Santrouschitz zur Welt. Ihre Familie ist sehr arm und Miep ist nach dem ersten Weltkrieg unterernährt. In dieser Situation kann sie 1920 im Rahmen einer Hilfsaktion für österreichische Kinder in die Niederlande reisen, um dort wieder zu Kräften zu kommen. Ihr gefällt es dort so gut, dass sie in den Niederlanden bei der Pflegefamilie bleibt, ihre Familie ist damit einverstanden. Als junge Frau arbeitet sie für Otto Frank, den Vater von Anne Frank. Irgendwann fragt Otto Frank sie, ob sie ihm und seiner Familie beim Untertauchen helfen würde – sie stimmt zu und sie ist da als es soweit ist. Im August 1944 werden die Untergetauchten verhaftet. Miep Gies bewahrt die Unterlagen – vor allem die Tagebücher von Anne Frank – auf, in der Hoffnung, dass sie zurückkommt. So bekommt Otto Frank nach dem Krieg ihre Tagebücher.

Damit wünsche ich Euch einen Abend voller Mut und guter Entscheidungen.

14. Februar

Heute ist der Valentinstag. Den eigentlichen Hintergrund dieses Tages kann man hier nachlesen. Beim Lesen meiner Notizen ist mir allerdings aufgefallen, dass meine Funde zum allergrößten Teil mit „zwei Menschen, die etwas tun“ zu tun haben. Das passt auch irgendwie zu diesem Tag.

Am 14. Februar 842 treffen sich die Brüder Ludwig der Deutsche und Karl der Kahle (beide sind übrigens Enkel Karls des Großen) in der Stadt, die heute Straßburg heißt. Sie schwören sich Treue und legen einen Eid ab, niemals gegeneinander zu kämpfen. Das Interessante an diesem Moment ist, dass in diesem Moment schon das spätere „Deutschland“ und das spätere „Frankreich“ zu „erahnen“ sind. Ludwig (der Ostfranke) und Karl (der Westfranke) sprechen noch beide Sprachen – Altfranzösisch und Althochdeutsch. Ihre Heere sprechen jeweils nur noch eine Sprache – die Soldaten von Ludwig Althochdeutsch und die Soldaten von Karl Altfranzösisch. Den Eid legen Ludwig und Karl in der jeweiligen Sprache des anderen ab – Ludwig also auf Altfranzösisch und Karl auf Althochdeutsch. Ein spannender Moment.

Am 14. Februar 1876 passiert etwas, das fast so spannend wie ein Krimi ist. Alexander Graham Bell und Elisha Gray melden beide am selben Tag aber unabhängig von einander ein Patent an – Gegenstand der beiden Anmeldungen ist das Telefon. Angeblich soll Bell seinen Antrag vor Gray eingereicht haben, aber so wirklich klar und sicher ist das nicht – wie man hier nachlesen kann. Das Patent wird jedenfalls Bell zugesprochen und es ergibt sich daraus eine der größten Patentrechtsstreitigkeiten der US-amerikanischen Geschichte – die sogenannte „Telephone Controversy“ (die Bell zum größten Teil gewinnt).

Am 14. Februar 1895 wird im Londoner St. James Theater das Stück „The Importance of Being Earnesturaufgeführt. Dabei geht es um zwei (Lebe-) Männer – Algernon und Jack, die eine Art „Doppelspiel“ spielen mit sehr reizhaften Wortspielen. Ich habe das Stück vor sehr vielen Jahren während meiner ersten Sprachreise nach England in Brighton im Theater gesehen und kann mich noch gut daran erinnern.

Am 14. Februar 1944 kommt Carl Bernstein in Washington D.C. zur Welt. Er wird Journalist und wird gemeinsam mit Bob Woodward die Watergate-Affäre aufdecken. Eine Sternstunde der journalistischen Arbeit.

Damit wünsche ich Euch einen Abend an dem Ihr Euch über das Gemeinsame mit anderen Menschen freuen könnt.