332

Die 332.

Im Jahr 332 erschüttert ein schweres Erdbeben die zypriotische Stadt Salamis. Die Stadt wird sehr stark zerstört. Nur Constantius, dem Sohn Konstantins, ist es zu verdanken, dass die Stadt in den nachfolgenden Jahren zumindest in kleinerem Ausmaß wieder aufgebaut wird.

Für Ägypten stellte die Ankunft Alexanders des Großen den großen Einschnitt dar – viele Bücher beschäftigen sich daher mit der ägyptischen Geschichte bis 332 vor Christus oder ab 332 vor Christus, um die Veränderungen und Einschnitte aufzuzeigen – zum Beispiel hier und hier. Die zeitliche und räumliche Verbindung ist mir erst in diesem Jahr durch dieses Projekt etwas bewußter geworden.

332 Tote. In Orange, im Namen von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. Es ist die Zeit der französischen Revolution, eine Zeit in der der Terror herrscht und die deshalb auch als Terrorherrschaft bezeichnet wird. Der Höhepunkt dieser blutigen Zeit wird im Sommer 1794 erreicht – auch in Orange. Dort hat man in einer Broschüre alles festgehalten, was mit dieser Zeit zusammenhängt, die Zusammensetzung des Gerichts, die Orte und die Namen der Opfer. Auch was aus den damaligen Tätern geworden ist, steht in dieser Broschüre. Eine spannende Zusammenfassung einer sehr grausamen Zeit. Auf diese Geschichte bin ich übrigens durch ein Buch gestoßen…..
In der Zwischenzeit wurde dort für die Opfer auch ein Monument errichtet, das aber lange umstritten war. Einige Menschen empfanden die Ehrung der Opfer wohl als Verurteilung der Revolution. Ein spannender Gedanke, den ich für mich trotzdem als falsch empfinde……

1934 stürzt das französische Flugzeug des Typs Dewoitine 332 (ich wußte gar nicht, dass es so etwas gab…..) auf dem Flug von Saigon nach Frankreich in einem heftigen Schneesturm in der Nähe von Corbigny ab. Trotzdem wird der Prototyp )aös Dewoitine 333) weiterentwickelt, einen Bericht zu dem Unfall gab es wohl nicht – dafür aber ein Buch, dass den fehlenden Bericht thematisiert…..

Was ich alles nicht weiß…. Norman Rockwell war mir bis gestern Abend ebenfalls völlig unbekannt. Er hat mit vielen Titelbildern das Bild von Amerika geprägt. Ein Buch stellt 332 seiner Titelbilder zusammen – ein spannender Blick nicht nur in das Werk von Rockwell sondern auch in amerikanische Zeitungsgeschichte!

Damit wünsche ich Euch und Ihnen Abend mit guten Ein- und Ausblicken.

331

Die 331.

Eine Stadtgründung, eine Krönung und ein schlechtes Omen – und das alles in einem Jahr, nämlich im Jahr 331 vor Christus.
Gegründet wird die Stadt Alexandria durch Alexander den Großen. Alexandria war interessanterweise wohl die erste griechische Großstadt, die durch die verschiedenartige Herkunft der Menschen geprägt war. Etwas zur Geschichte der Stadt kann man hier nachlesen (finde ich sehr spannend).
Im selben Jahr ließ sich Alexander in Memphis zum Pharao krönen. Durch die Gründung von Alexandria verlor Memphis allerdings bald an Bedeutung. Interessant finde ich, dass Alexander der Große anscheinend sehr offen gegenüber unterschiedlichen Religionen war. Das ist ein Thema, zu dem ich gerne irgendwann noch mehr lesen möchte.
Am 20. September überschreitet Alexander der Große mit seinem Heer den Tigris. In der Nacht ist eine Mondfinsternis, für die Perser ein schlechtes Omen – womit sie zumindest in diesem konkreten Fall recht behalten haben.

Zeitlos und vor allem zeitlos schön ist das Bild 331 Gegenlicht.

Zimmer 331? Ja, gibt es – als Buch, von der Autorin Rebekah Dodson, als „Vorläufer“ der Serie „Postcards from Paris“ (die ich allerdings nicht kenne).

Gut paßt auch, dass Mozarts „Rondo alla Turca“ im Köchelverzeichnis die Nummer 331 trägt. Es ist ein schönes (und ziemlich bekanntes) Stück. Für mich für den heutigen Tag besonders schön und wichtig ist allerdings die Nr. 331 des Evangelischen Gesangbuchs – Großer Gott, wir loben dich. Es ist ein Lied, das ich immer gerne gespielt und gesungen habe und das mich schon sehr lange begleitet.

Damit wünsche ich Euch und Ihnen einen Abend, an dem es viel zu loben gibt!

330

Die 330.
Eine Zahl mit überschaubaren Funden. Außerdem: es sind nur noch fünf Wochen bis zum Jahresende. Ich habe in diesem Jahr tatsächlich ein anderes Verhältnis zu den Zeiträumen als in anderen Jahren. Mal sehen, wie das im nächsten Jahr wird.

In Lampsakos wird Metrodor im Jahr 330 vor Christus geboren. Er ist zunächst ein Schüler, dann ein enger Freund von Epikur. Er wird – wie sein Lehrer Epikur – Philosoph. Leider sind von seinen Schriften nur Bruckstücke erhalten, zu dem stirbt er auch noch vor seinem Lehrer.

Am 11. Mai 330 wurde aus Byzanz Konstantinopel – die Stadt wurde zu dem Zeitpunkt auch offiziell zur Residenzstadt und damit zu einem wichtigen Machtzentrum im Osten des Römischen Reichs.
Im Jahr 330 stirbt im August auch die Mutter von Konstantin – Flavia Julia Helena. Helena, wie sie später als Heilige genannt wird, hat angeblich das Christuskreuz in Pälastina gefunden (also dafür gesorgt, dass es dort gefunden wird), außerdem hat sie die heilige Treppe nach Rom gebracht. Das Christuskreuz hat sie der Legende nach in drei Teile geteilt – einen Teil nahm sie mit nach Rom, einen Teil schickte sie ihrem Sohn nach Konstantinopel und ein Teil blieb in Jerusalem. Ob das der Anfang der Reliquienverehrung und Reliquiensammlungen war?

Vermutlich im Jahr 330 (möglicherweise aber auch schon 329 oder erst 331) wird Basilius in Caesarea geboren. Sein Großvater war als Märtyrer gestorben. Als Basilius geboren wird ist nicht mehr gefährlich Christ zu sein, aber es kann aber durchaus gefährlich sein, der falschen christlichen Lehre zu folgen….. Als Trinitarier, wie zum Beispiel Alexander von Alexandria, hat er einen schweren Stand in einer mehrheitlich arianisch ausgerichteten Kirche. Interessant finde ich an ihm, dass man relativ viel über sein Leben weiß – zum Beispiel dass er selber in Notzeiten für arme Menschen Suppe kochte (und dafür wohl sein eigenes Vermögen einsetzte) und in Caesarea umfangreiche Sozialwerke schuf. Sein Verständnis von christlicher Erziehung schloß klassische griechische Autoren und Philosophen mit ein. Es kann durchaus sein, dass er dadurch zum Überleben dieser Werke beigetragen hat. Schon ein interessanter und anscheinend weitblickender Mensch!

Vielleicht konnte Basilius Dinge „sehen“, die andere so noch nicht sehen oder erkennen konnten. Dazu paßt auf eine bestimmte Art und Weise das Stück „Fata Morgana“ von Johann Strauss II, Op. 330.

Damit wünsche ich Euch und Ihnen einen Abend, an dem gute Gedanken auch andere Menschen mit einschließen.

329

Die 329.
Wieder ein Tag weniger.

Und ja, Tage sind ein gutes Stichwort, denn zwischen dem Fall der Mauer und der deutschen Wiedervereinigung lagen genau 329 Tage. Tage voller Ängste und Hoffnungen, voller Besprechungen und Treffen und voller Geschichten. Einen Teil dieser Geschichten hat Horst Teltschik in seinem Buch 329 Tage. Innenansichten der Einigung festgehalten. Einen ganz kleinen Ausschnitt aus diesem Buch kann man hier sehen. Und hier gibt es noch ein paar zusätzliche Informationen zu den 329 Tagen. Es war schon eine spannende und aufregende Zeit.

Die 329 feiern? Warum eigentlich nicht? Mit der Erinnerung an Covent Garden von Johann Strauss II, Op. 329 oder auch mit Mozarts Kirchensonate in C-Dur, KV 329. Beides – jeweils auf ihre Art – sehr schöne Musikstücke.

Mehr zum Nachdenken sind die 329 Haikus aus diesem Büchlein. Drei davon kann man sogar „so“ sehen und lesen.

Sowohl Haiku als auch Samurai stammen ursprünglich aus der japanischen Kultur. Daher ist es durchaus interessant, dass es auch ein Buch mit 329 Samurai Hacks gibt, die Organisatoren unbedingt kennen sollten. Ob das wirklich wichtig ist? Keine Ahnung, ich kann es nicht einschätzen.

Was allerdings gar nicht geht: Lügen. Und ausgerechnet Zack Morris, die Figur aus „Saved by the bell“ lügt wohl ziemlich häufig. 329 Mal, wenn man diesem Buch Glauben schenken will….. Etwas zu viel, oder?

Zuletzt noch etwas Schönes – 329 Zeichnungen von Edgar P. Jacobs aus der Comicserie Blake & Mortimer. Jacobs war ein Zeitgenosse und zeitweise auch ein Mitarbeiter von Hergé, den viele von Tim und Struppi (französisch Tintin) kennen.

Damit wünsche ich Euch und Ihnen einen Abend mit schönen Bildern, ehrlichen Gesprächen und guter Musik.

328

Die 328.

Valens, der im Jahr 364 im Osten römischer Kaiser werden wird, wird geboren. Vielleicht werden wir ihm noch begegnen.

Mit dem sich ausbreitenden Christentum tauchen auch vermehrt Bischöfe „auf“. Am 17. April 328 stirbt Bischof Alexander von Alexandria, er ist einer der führenden Vertreter der orthodoxen Kirche und gleichzeitig auch ein Beteiligter an einem damals wichtigen Streit über die Frage, ob Jesus göttlich sei (so Alexander) oder nicht. In dem Presbyter Arius hatte Alexander seinen Widersacher. Für uns mag diese Frage sehr theoretisch und weit weg sein, für die Menschen damals war sie anscheinend von großer Bedeutung. Auf dem Konzil von Nicäa wurde zwar offiziell ein Kompromiss gefunden, aber der sogenannte arianische Streit ging auch nach dem Tod von Arius und Alexander weiter. Der Nachfolger von Alexander, Athanasius der Große, war ebenfalls ein Gegner der arianischen Ansicht und führte den Streit weiter…..

Gefangen in Qatar? Und zwar 328 Tage lang? Das ist die Geschichte von Philippe Bogaert, der zunächst einen Traumjob in Qatar antrat. Der Traumjob wird jedoch zum Alptraum und plötzlich steht er ohne Gehalt und ohne Möglichkeit, das Land zu verlassen, da. In der belgischen Botschaft findet er Zuflucht. Nach 328 Tagen gelingt es ihm das Land zu verlassen. Später schreibt er über diese Zeit ein Buch. Unter dem Twitternamen Hostage in Qatar hat er auch einen Twitteraccount, der allerdings keine neueren Inhalte mehr hat.

Vielleicht lieber nach Neuseeland? Der Fernsehturm in Auckland ist jedenfalls 328 Meter hoch (bis zur unteren Aussichtsplattform mit dem etwas irritierenden Glasboden bin ich übrigens vor vielen Jahren auch schon gekommen…..).

Oder Südfrankreich? Ein Buch über einen Wohnblick in einem nicht schönen und vor allem nicht ungefährlichen Viertel in Nizza – ein Fluch oder doch ein Ort der Wunder? Jedenfalls zeigen die Geschichten aus dem Viertel wohl eine „Welt“, die wir von außen gar nicht so sehen können. Und das kann durchaus faszinierend sein.

Um Angst und Gefahr geht es irgendwie auch in der Ballade der Erlkönig. Goethe hat sie geschrieben, Schubert hat sie vertont und im Deutsch-Verzeichnis trägt sie die Nummer D (für Deutsch) 328.

Damit wünsche ich Euch und Ihnen einen furchtlosen Abend mit einem guten Ende.

327

Die 327.
Eine Zahl mit nicht ganz so vielen Funden, aber nicht ergebnislos – ich bin wirklich für jeden Tag dankbar, an dem ich relativ schnell etwas „Spannendes“ oder „Interessantes“ finde. Wirklich!

Bei dieser Zahl ist mir Ephraim Kishon „begegnet“. In meiner Kindheit und Jugend war gelegentlich mal ein Werk von Kishon in der Ausgabe von „Readers Digest“. Mein Vater hatte diese Bücher im Abo, ich bin mir aber nicht sicher, ob er sie gelesen hat. Ich habe einige davon gelesen und dadurch tatsächlich auch einige gute Bücher entdeckt (ich erinnere mich gerade an Arno Surminski). Interessant war vor allem die große Auswahl völlig unterschiedlicher Titel (von denen mich wahrlich nicht alle angesprochen haben – aber Buch ist Buch…..). Jedenfalls habe ich so irgendwann auch etwas von Kishon gelesen, aber vermutlich nicht die 327 unbrauchbaren Lebensweisheiten. Ein schöner Gedanke, dass ein derart humorvoller Titel auch einen Platz in diesem Blogprojekt findet.

Witzig finde ich auch die Comicreihe mit dem Titel Agent 327. O. O. Eisenbrot – alias Agent 327 – ist der Mann des niederländischen Geheimdienstes für alle Fälle. Eine Parodie auf die Agentenwelt, die sogar den Fall des eisernen Vorhangs überstanden hat. Das klingt sehr interessant!

Aus Südkorea kommt der Comic (oft auch als Manhwa bezeichnet) Redrum 327. Darin wird die Geschichte von sieben Studenten erzählt, die sich zum Teil schon seit der Kindheit kennen und nun eine gemeinsame Zeit in einem abgelegenen Haus in den Bergen verbringen wollen. Bestimmt eine interessante Geschichte!

Chambre 327 ist eine französische Miniserie über eine sehr unglücklich verlaufene Verlobung. Lisa, deren Familie ein Hotel gehört, verlobt sich mit Fabien. Dummerweise wird der Körper von Fabien etwas später in Zimmer 327 gefunden, zusammen mit dem Körper eine Prostituierten. Nicht ganz der erwünschte Verlauf der Verlobung….. Aber wer steckt dahinter?

Im Film Room 327 geht es wohl um eine Geiselnahme. Auch nicht gerade eine Traumsituation. Aber „nur“ Kurzfilm…..

Schön ist dagegen das Lied „Wunderbarer König“ (Nr. 327 im Evangelischen Kirchengesangbuch) von Joachim Neander. Das Lied erinnert mich an meine Zeit als Kirchenorganistin. Ich hatte immer ein paar Lieder, die ich besonders gerne mochte – dieses Lied gehörte dazu. Zusätzlich ist Joachim Neander ein interessanter Mensch. Er hat eine Zeit lang in Düsseldorf gearbeitet und von dort aus das Tal besucht, das später nach im benannt wurde – das Neandertal. Diese Geschichte wurde mir wiederum in Belgien von meinem Lütticher Russisch-Prof bei einem Essen erzählt…… (ein vielseitig interessierter Mensch), weil Wuppertal ja in der Nähe des Neandertals liegt….

Damit wünsche ich Euch und Ihnen einen schönen Abend mit wunderbaren Entdeckungen!

326

Die 326.
Eine Zahl, die ihre Besonderheiten schon etwas versteckt hat. Aber ein paar Dinge habe ich dann doch gefunden.

Ab dem Jahr 326 baute Konstantin Byzanz umfangreich aus.
Wirklich interessant ist aber, was seine Mutter im Jahr 326 gemacht haben soll. Konstantins Mutter, Flavia Iulia Helena, soll nämlich die heilige Treppe, die Jesus beim Prozess im Palast von Pontius Pilatus betreten haben soll, von Jerusalem nach Rom gebracht haben. Allerdings wird diese Geschichte zu Konstantins Zeit nirgends erwähnt, erst seit dem 15. Jahrhundert kann man diese Geschichte nachweisen. Auf der Basis der Scala Sancta gibt es auch in Bonn eine Heilige Stiege, nämlich eine Nachbildung der berühmten Treppe auf dem Kreuzberg. Da war ich noch nicht – das notiere ich mir daher als Auflugsziel für „demnächst“.

Von den Leiden, die Jesus durchlitt, zu den Leiden der Menschen, die im Stalag 326 gefangen waren. Es handelte sich vor allem um sowjetische Kriegsgefangene, die auch in „Arbeitseinsätzen“ eingesetzt wurden. In separaten Bereichen des Lagers wurden später auch Kriegsgefangene aus anderen Ländern untergebracht. Sehr viele der (vor allem sowjetischen) Kriegsgefangenen überlebten das Lager nicht, zu schlecht waren die „Lebensbedingungen“. Dort ist jetzt eine Gedenkstätte, die mir bisher nicht konkret bekannt war.

Über den Bosporus – bei Istanbul (was wiederum zum Anfang dieses Beitrags paßt) spannt sich die Yavuz-Sultan-Selim-Brücke, deren Pylonen 326 Meter hoch sind.

Zimmer 326? Ja, sogar doppelt! Einmal als Escape Room Game und einmal (zeitlich sehr passend) als Christmas in Room 326, ein Nachdruck eines vergessenen Buches, wobei ich über den Inhalt noch nichts Konkretes herausfinden konnte. Aber auch die Überraschungen gehören zu dieser Zeit!

Damit wünsche ich Euch und Ihnen einen Abend mit guten Überraschungen.

325

Die 325.
Und plötzlich sind es nur noch 40 Tage bis zum Jahresende……

Es gibt ein Buch über Reisende in Schottland seit dem Jahr 325 vor Christus. Wer war also um 325 vor Christus in Schottland unterwegs? Es könnte Pytheas gewesen sein – ein junger griechischer Entdecker, der um 325 vor Christus als erster Seefahrer aus dem Mittelmeerraum nachweislich auf den Britischen Inseln. Sein Bericht war in der Antike sehr bekannt, er ist aber leider verlorengegangen und lebt heute nur noch in den Berichten anderer Autoren. Pytheas hat wohl die Orkney-Inseln in Schottland erreicht oder zumindest vom Festland aus gesehen, jedenfalls hat er die Region in der Nähe von Orkney in seinem verschollenen Werk als einen von drei Teilen Großbritanniens beschrieben.

Im Jahr 325 unserer Zeit ist auch Konstantin ziemlich aktiv. Einerseits kümmert er sich um religiöse Themen – er beruft das erste Konzil von Nicäa ein. Dazu gibt es – wie kann es anders sein – auch (mindestens) ein Buch. Andererseits begeht er (so würde ich es zumindest formulieren) Verrat. Er hatte sich im September 324 durch einen Eid verpflichtet, Licinius (seinen ehemaligen Mitkaiser und Gegner) zu schonen, ihn also nicht zu töten. An diesen Schwur hält er sich nicht lange – schon im Jahr 325 wird Licinius hingerichtet, angeblich wegen hochverräterischer Korrespondenz mit barbarischen Völkern.

Fröhlicher als diese Geschichten ist bestimmt Michels Unfug Nr. 325 von Astrid Lindgren. Und ja, 325 Ideen muß man auch erst einmal haben……

Was es auch gibt – mindestens 325 Apfelsorten. So viele alte und neue Apfelsorten beinhaltet nämlich dieses Buch.

Viel alte Geschichte kann man auch bei einer Wanderung auf dem 325 Kilometer langen Hünenweg erleben. Ob es da auch alte Apfelbäume gibt? Hünengräber scheint es jedenfalls zu geben – schon sehr spannend. Zumindest kleinere Strecken des Weges würden mich durchaus reizen (zumal ich noch nie in Osnabrück, dem Startpunkt der 1. Etappe war).

Damit wünsche ich Euch und Ihnen einen Abend mit gutem Essen und vielen guten Ideen.

324

Die 324.
18 x 18. Eine Quadratzahl.
Historisch – in beiden Richtungen – bedeutsam.

Demosthenes und Korruption? Ich erwähnte das bei der 322 vor zwei Tagen. Tatsächlich stolperte Demosthenes über die Harpalos-Affäre. Harpalos war der Schatzmeister aber auch ein Jugendfreund Alexander des Großen. Schon im Jahre 333 vor Christus hatte Harpalos eine größere Geldsumme aus dem königlichen Schatz gestohlen. Alexander begnadete ihn. Während Alexanders Indienfeldzug lebte Harpalos jedoch zu ausschweifend und fürchtete (vermutlich nicht ganz zu Unrecht), diesmal tatsächlich bestraft zu werden. Er floh daher mit 5000 Talenten Silber und 6000 Söldnern nach Athen. In Athen erwarb er – durch Bestechung – das Ehrenbürgerrecht. Alexander forderte von Athen die Herausgabe von Harpalos, der wiederum floh nach Kreta. In Athen wurden jedoch mehrere angesehene Männer – darunter Demosthenes – wegen Bestechung angeklagt. Angeblich soll Demosthenes 20 Talente für die Fluchthilfe erhalten haben. Demosthenes wurde zu einer Zahlung von 50 Talenten verurteilt, da er aber zahlungsunfähig war, mußte er ins Gefängnis (aus dem er allerdings flüchtete….).

Im Jahr 324 vor Christus fand auch die Massenhochzeit von Susa statt. Fünf Tage lang wurde gefeiert und geheiratet. Tausende makedonische Männer heirateten persische Frauen. 1804 wurde diese Massenhochzeit zur Feier des Geburtstags von Königin Luise übrigens in Berlin im Königlichen Nationaltheater nachgestellt…..

Im Jahr 324 tut sich auch im Römischen Reich ziemlich viel. Im Jahr 313 hatten wir Konstantin und Licinus als Kaiser „zurückgelassen“. Auch 324 sind beide noch Kaiser. Die Betonung liegt auf „noch“. 324 kommt es zu mehreren entscheidenden Schlachten zwischen den beiden. Licinus flieht zunächst aus Adrianopel nach Byzanz und von dort weiter nach Kleinasien. Schließlich muß er sich ergeben, Konstantin ist nun der alleinige Kaiser im Römischen Reich. Damit beginnt in der Geschichte ein neuer Zeitabschnitt, der oft auch als byzantinische Geschichte bezeichnet wird. Und natürlich gibt es dazu Bücher……

Ein Roman, der (in portugiesischer Sprache) zwischen glücklichen Tagen im Jahr 2015 und den aktuellen Tagen im Jahr 2018 hin- und herspringt? Und gleichzeitig noch den Titel 324 trägt? Ich habe noch nicht herausgefunden, warum der Roman so heißt, aber die Seiten, die ich gerade durchgeblättert habe, machen mich neugierig!

Weil es in dem Buch um eine Reise nach Paris geht, paßt hier übrigens, dass der Eiffelturm (mit Antenne) 324 Meter hoch ist.

324 Meter aneinandergereiht als Höhe, 324 Buchtitel aneinandergereiht als Buch? Ja, das gibt es und es trägt den Titel 324 Buchtitel. Mehr weiß ich leider auch nicht, aber die Idee klingt auf jeden Fall interessant.

Damit wünsche ich Euch und Ihnen einen Abend mit vielen guten Ideen!

323

Die 323.
Wenn man so wie ich in diesem Projekt nur die „Zahl“ an sich betrachtet, dann verfolgt und erzählt man Ereignisse nach dem Jahr „0“ in der richtigen zeitlichen Abfolge (also vom Anfang zum Ende), Ereignisse vor dem Jahr „0“ aber genau andersherum, also vom Ende zum Anfang. Dies führt dazu, dass man die Bedeutung mancher Ereignisse nicht wirklich „sieht“ – also zumindest führt das bei mir dazu. Andererseits: warum nicht gerade „andersherum“? Warum nicht das Ende oder den Tod als Ausgangspunkt nehmen und dann langsam „rückwärts“ schauen?

Alexander der Große – er begegnet uns hier am Ende seines Lebens, denn am 10. Juni im Jahr 323 vor Christus stirbt er. Nicht einmal 33 Jahre ist er zu dem Zeitpunkt. Alexander hat in seinem kurzen Leben viele Kriege geführt und viele Schlachten geschlagen. Aber er stirbt nicht im Kampf. Nach einem „Saufgelage“ bekommt er Fieber, Bauchschmerzen und zunehmend Lähmungen und Erschöpfungszustände. Niemand kann sich das erklären und es gibt durchaus den Gedanken, dass er vergiftet wurde (wir erleben das heute ja auch, wo eine nachvollziehbare Erklärung fehlt, ist eine „Verschwörungstheorie“ nicht weit). Eine aktuelle Hypothese besagt, dass Alexander durch eine Infektion ausgelöst am Guillain-Barré-Syndrom litt und starb. Überprüfen lässt sich das leider nicht, denn das Grab von Alexander ist unbekannt, sein Leichnam verschollen.

Mit Alexanders Tod endet etwas und etwas Neues beginnt. Deshalb gibt es sehr viele Bücher über die griechische Welt, die die Zeit davor bis 323 vor Christus umfassen (zum Beispiel hier) und wiederum viele Bücher, die die Zeit ab 323 vor Christus (zum Beispiel hier) umfassen. Es ist eine Zäsur, die Menschen heute aus ihrem Wissen über die damalige Zeit „sehen“ – ob die Menschen damals den Tod von Alexander auch als so einschneidend und prägend für ihre Zeit wahrgenommen haben?

Nach einem ziemlich langen Leben stirbt auch Diogenes in dieser Zeit, vermutlich sogar in diesem Jahr. Beim Nachlesen ist mir aufgefallen, wie wenig ich über ihn weiß. Das er bewußt und freiwllig in Armut lebte, finde ich einerseits interessant, andererseits für mich persönlich aber nicht nachvollziehbar. Auch ist wohl wenig über sein Leben bekannt, seine Schriften – sofern es welche gab – sind verloren gegangen. Er lebt vor allem in den Anekdoten, die andere Menschen über ihn erzählt haben und noch erzählen, sozusagen ein Prominenter seiner Zeit oder (passend zu seinem Spitznamen „Diogenes der Hund“) bekannt wie ein bunter Hund.

Es gibt eine Fabel von Martin Luther, die gut zu Diogenes, seiner Haltung und dem Thema „Hund“ paßt. Hier von Bedeutung ist aber ein Buch mit 323 Briefen von Luther an wichtige Zeitgenossen und vor allem Gegner. Das ist tatsächlich etwas, das ich demnächst mal lesen werde. Ob es irgendwann auch Email-Sammlungen wichtiger Menschen als Ebook geben wird? Mir fällt dazu gerade nur das von Zygmunt Baumann und David Lyon per Email geführte Gespräch zu Daten, Drohnen, Disziplin ein.

323 gesammelte Werke? Ich weiß nicht, ob alle Werke enthalten sind, aber in der Ausgabe „Gesammelte Werke“ von Conrad Ferdinand Meyer sollen 323 Werke enthalten sein. Ich kenne immerhin seinen Namen, ein kleines Büchlein (Das Amulett) liegt auch auf meinem Stapel, aber ich könnte nicht sagen, dass ich ihn kenne….

Bleibt nur noch Spion 323, der in drei von Paul d’Ivoi geschriebenen Bänden Fälle löst. Ich bin tatsächlich interessiert, das könnte eine gute Lektüre für den Winter oder den Jahresanfang sein.

Damit wünsche ich Euch und Ihnen einen spannenden Abend.