175

Die 175.
Was ich gestern zu wenig hatte, habe ich heute fast zu viel. Aber gut – besser so als schon wieder eine „verzweifelte“ Suche.

Reden wir über Weltbilder. Der griechische Mathematiker und Astronom Claudius Ptolemäus, der vermutlich 175 starb, prägte mit seinem Werk Almagest über Jahrhunderte unser Weltbild. Beim ptolemäischen Weltbild steht die Erde im Mittelpunkt, es wird daher auch als geozentrisches Weltbild bezeichnet. Erst fast 1500 Jahre später änderte sich „unser“ Blick auf die Welt und unser Weltbild.

Weltbilder spielen auch in einem anderen Sinne bei der 175 eine Rolle. Was ist in der Gesellschaft „erlaubt“ und was nicht – da hat die 175 eine traurige Geschichte. Ich meine natürlich § 175 Reichsgesetzbesuch, der ab 1871 Homosexualität unter Männern strafbar machte. Eine Chronologie dieser Vorschrift findet man hier. 1922 erschien das Buch § 175: Die Schmach des Jahrhunderts von Kurt Hiller, das Buch wurde zwar nirgends besprochen, war aber trotzdem schnell vergriffen. Jetzt – 100 Jahre später – liegt es als Reprint vor.
Zu dem Thema gibt es auch – sogar mit der 175 im Titel – einen Roman.

Bücher sind eigentlich immer ein gutes Thema. 2018 gab es in Berlin wohl 175 unabhängige Buchhandlungen, die in einer Art „Stadtplan“ liebevoll zusammengetragen und (nur in gedruckter Form) erhält waren. Immerhin gibt es über diesen Plan und einige ausgewählte Buchhandlungen einen dreiteiligen Artikel. Auf der Karte selber (die wohl nicht mehr erhältlich ist – wer weiß, ob die Buchhandlungen noch bestehen …..) sind es allerdings nur 173 Buchhandlungen….. – ich lasse das jetzt trotzdem hier stehen.

Es gibt auch relativ viele „Jubiläumsbücher“, die die 175 im Titel tragen – es ist schon etwas besonderes, wenn ein Unternehmen, ein Produkt oder eine Erfindung 175 Jahre bestehen. Ein schönes Beispiel ist das Buch 175 Jahre Briefmarke, das 2015 zum 175jährigen Jubiläum veröffentlich wurde.

Für etwas Leichtigkeit sorgen – hoffentlich – die 175 Wander-Highlights Bayerische Alpen, die einen aus festgefahrenen Bahnen (auch die Eisenbahn ist schon älter als 175 und hat natürlich ein Jubiläumsbuch…..) führen können.

Damit wünsche ich Euch und Ihnen einen fröhlichen und gut bewegten Abend.

174

Die 174.
Nicht, dass es irgendwie wichtig wäre, aber …. die 174 und ich, wir werden keine Freunde. Kaum eine Zahl hat es mir so schwer gemacht, etwas „Nettes“ zu finden.
Aber völlig erfolglos war ich nicht. Glücklicherweise.

Gestolpert bin ich über den Peugeot Typ 174, ein Auto, das von 1922 bis 1928 gebaut wurde – schon sehr elegant!

Dann gibt es da noch den Mobilbagger T 174, der ab 1965 im VEB Weimar-Werk gebaut wurde.

Tragisch ist der Untergang des Bootes F 174 und natürlich auch die Geschichte der Menschen, die mit dem Boot fliehen wollten und auf ein glücklicheres und besseres Leben hofften.

Etwas Bach zur Stimmungsaufhellung? Die Kantate Ich liebe höchsten von ganzem Gemüte trägt die Nummer 174 BWV.

Damit wünsche ich Euch und Ihnen einen wohltuend kühlen und gleichzeitig behüteten Abend.

173

Die 173.
Sie hat ihre „unglücklichen“ Seiten.

Da wäre zum einen der Absturz vom United Airlines Flug 173, weil der Triebstoff ausging. Nicht einfach so. Es gab wohl Probleme beim Ausfahren des Fahrwerks beim Landeanflug auf Portland und während die Crew versuchte, dieses Problem zu lösen, ging leider der Treibstoff aus. Eine böse Überraschung für alle Beteiligten.

Ein anderer Flug (allerdings nicht mit der Flugnummer 173) führte zu 173 Stunden Gefangenschaft – das Flugzeug wurde auf dem Flug von Kathmandu nach Delhi entführt. Über die 173 Stunden Gefangenschaft im Flugzeug hat Neelesh Misra einen Roman geschrieben – und zwar von „innen“ betrachtet, also mit Blick auf das Geschehen im Flugzeug.

Kritische Stimmen? Warum nicht? Im Aufsatzwettbewerb WIR.tschaft in der Krise, der 2020 ins Leben gerufen wurde, sollten Jugendliche bzw. junge Menschen Beiträge zum Thema Wirtschaft in der Krise schreiben. 173 junge Menschen haben teilgenommen, ihre Beiträge wurden im Buch 173 Stimmen – Junge Menschen schreiben über die Wirtschaft in der Corona-Krise veröffentlicht.

Und wenn es nicht gut läuft, kann man dann einen Heiligen um Hilfe bitten? Der römische Soldat Donatus soll mit einem Regenwunder das Heer von Marc Aurel vor dem Verdursten gerettet und gleichzeitig das gegnerische Heer der Markomannen durch Blitze zerstört haben. Er starb vermutlich im Jahr 173. Nicht überraschend wurde er zum Schutzheiligen gegen Unwetter, Blitzschlag und Hagel. Ob es stimmt? Das „Regenwunder“ ist historisch verbürgt (nur der Zeitpunkt scheint nicht ganz eindeutig zu sein), alles Weitere wohl nicht.

Damit wünsche ich Euch und Ihnen einen schönen und nicht zu trockenen Abend.

172

Die 172.

In einem gewissen Sinne ist die 172 – zumindest am Anfang dieses Beitrags – eine Fortsetzung der 171. Gestern ging es um „Verkehrsmittel“. Heute starte ich ebenso, denn Wien hat 172 Straßenbahnkilometer. Natürlich gibt es dazu ein Buch – Wien entdecken mit der Bim – und natürlich habe ich genau deswegen herausgefunden, dass Wien 172 Straßenbahnkilometer hat. Ich selbst habe im November 2018 zumindest ein paar Strecken in Wien ausprobiert (allerdings ohne dieses Buch).

Vom Ausflug mit der Straßenbahn zur Reise. Noch 172 Tage bis zum Sommer hat den Untertitel „eine istrische Reise“. Es klingt nach einem sehr interessanten Buch – und eine Straßenbahn kommt auch vor, allerdings eine Berliner Straßenbahn in Rovinj.

Istrien hat – was ich nicht wußte – eine ziemlich bewegte Geschichte hinter sich, gerade im 20. Jahrhundert wechselte die „nationale Zugehörigkeit“ (die nicht immer freiwillig war) öfter. Nach dem zweiten Weltkrieg gehörte der größte Teil von Istrien zu Jugoslawien und damit (wie auch viele andere Gebiete) zumindest in einem gewissen Sinne hinter den eisernen Vorhang. Dichter und gefährlicher war der „eiserne Vorhang“ natürlich in Deutschland. Davon erzählt das Buch 172 Tage von Heinrich Mühlstädt. Erzählt wird die Geschichte von Egon Schulz – allerdings nicht so, wie sie tatsächlich passierte. Erst nach der Wiedervereinigung wurde die in dem Buch enthaltene Propagandalüge aufgedeckt.

Über die Hexenprozesse in Salem wurden viele Bücher geschrieben (eines davon liegt sogar auf meinem Lesestapel). Es erscheint kaum vorstellbar, dass im Jahr 1692 mindestens 172 Menschen angeklagt wurden. Tragisch (aber zum Nachlesen trotzdem spannend).

Kann es in solche Situationen Trost geben? Ich weiß es nicht. Aber ich möchte diesen Beitrag mit dem Stück „Trost“ (Consolations) von Liszt – mit der Werknummer 172 – abschließen. Das erscheint mir passend und die Musik ist sehr schön.

Damit wünsche ich Euch und Ihnen einen trostreichen Abend.

171

Die 171.
Eine Zahl, zu der bis ich gestern Abend nichts gefunden hatte. Schlechte Voraussetzungen – vor allem, da ich heute den ganzen Tag unterwegs war.
Aber gut – ich bin noch fündig geworden.

Wirklich geschmunzelt habe ich über die Ferkeltaxe. Dabei handelt es sich um einen Schienenbus der Deutschen Reichsbahn, der ab 1970 als Baureihe 171/172 gebaut wurde. Passend dazu gibt es auch eine „Museumsseite“, die Museumsferkel heißt. Ein paar allgemeine Infos findet man dann noch hier. Ein Buch gibt es dazu natürlich auch (das war sogar der Ausgangspunkt meiner Suche).

Lieber mit der Ferkeltaxe unterwegs als mit Flug 171? Für mich ist die Antwort einfach. Was es mit Flug 171 auf sich hat? Ob ich das wirklich wissen will? Lieber nicht, ich bin nicht ganz so mutig (aber toll, dass es ein Buch mit der 171 im Titel gibt).

Interessanterweise gibt es auch einen Bus mit der Nummer 171, dessen Wegstrecke ich vielleicht mal ausprobieren werde – in Köln ist die Buslinie 171 nämlich der einzige Bus, der den Rhein überquert. Nicht schlecht, oder?

Dass es zu der 171 auch ein Schiff gibt (beziehungsweise eher gab), ist wohl nicht mehr erstaunlich. Die HMS Endurance – das Antarktispatrouillenschiff der Royal Navy – trug die Schiffskennung A171.

Damit wünsche ich Euch und Ihnen einen freudig bewegten Abend.

170

Die 170.
Eine Zahl mit ein paar interessanten Funden.

Wieviele Pharaonen gab es eigentlich? Spannende Frage, oder? Wohl insgesamt 170, aber über einige von ihnen weiß man ziemlich wenig. Weniger sollen es jedenfalls nicht sein, eher noch mehr (man weiß halt wenig…..).

In einem Pharaonengrab wurde sogar ein baltischer Bernstein gefunden, nämlich ein Skarabäus aus Bernstein. Was das mit der 170 zu tun hat? Baltischer Bernstein wird ab 170 Grad Celsius weich und formbar – so ließ sich schon damals aus Bernstein ein Skarabäus formen.

1497 stach Vasco da Gama mit 4 Schiffen in See, um von Lissabon aus den Seeweg nach Indien zu finden. 170 Männer waren auf den vier Schiffen. Es war eine lange und gefährliche Reise. Aber die Reise war tatsächlich erfolgreich. Allerdings kehrten nur 2 Schiffe zurück und nur 55 Männer überlebten dieses Abenteuer.

Einheimische Bäume bestimmen wäre sicherlich weniger riskant gewesen (aber natürlich auch weniger triumphal). Das kann man nämlich mit dem Buch Welcher Baum ist das? 170 Bäume einfach bestimmen. Das ein oder andere Buch zur Baumbestimmung besitze ich auch – meine Baumkenntnis ist trotzdem ziemlich gering. Leider.

Mich reizt dann ja schon wieder eher das Werk von Claudius Aelianus, der im Jahr 170 geboren wurde und – soweit ich das nachlesen konnte – moralisierende Tieranekdoten schrieb, die von späteren Autoren gerne als Quelle verwendet wurden (zum Beispiel auch von Lessing). Seine Werke kann man hier finden.

Noch früher, nämlich 170 vor Christi wurde Lucius Accius geboren, ein römischer Tragödiendichter. Ich frage mich gerade, welche Theaterstücke aus unserer Zeit in fernen Jahrzehnten oder Jahrhunderten noch „existieren“ werden?

Und weil wir im Moment oft über Klimawandel und Dürre sprechen möchte ich doch wenigstens einen Fluß, der 170 Kilometer lang ist, nicht unerwähnt lassen – den River Clyde in Schottland. Ob er wohl noch „genug“ Wasser mit sich führt?

Ich wünsche Euch und Ihnen einen ausreichend kühlen und entspannten Abend.

169

Die 169.
An einem sehr warmen Tag eine Zahl, die „schwierig“ ist. Kein roter Faden erkennbar. Aber trotzdem.

Meine persönliche Verbindung zur 169 ist die Buslinie mit dieser Nummer, die Velbert (den von mir mit dem Bus erreichbaren Nachbarort) und Essen-Bredeney verbindet. Eine gute Möglichkeit, um mit dem Bus nach Essen-Werden oder an den Baldeneysee zu kommen und ich habe diese Verbindung schon oft für den Hin- oder Rückweg bei solchen Ausflügen genutzt. Aber durch den Anschluß an die Straßenbahn ist dies auch eine gar nicht schlechte Verbindung nach Essen – gelegentlich am Abend oder wenn (mal wieder) die S-Bahn zwischen Essen und Wuppertal ausfällt.

Interessant finde ich das Projekt Stoa 169, eine sogenannte Künstlersäulenhalle. Gefunden habe ich das Projekt schon vor einiger Zeit – die 121 Säulen konnte ich schon in meinem Beitrag zur 121 erwähnen.

Ich finde es faszinierend, über wieviele Menschen der römischen Geschichte wir heute – nach einer unglaublich langen Zeit – so viel wissen. Über ihr Leben, ihre Aktivitäten, aber auch über ihren Tod. Lucius Verus, der Adoptivbruder und Mitregent von Marc Aurel, starb 169. Möglicherweise starb er an den Pocken, einer damals als „Antoninische Pest“ bezeichneten Epidemie. Das klingt doch ziemlich aktuell…..

Völlig unbekannt war (und ist) mir Quintus Ennius, der im Jahr 169 vor Christus starb. Seine Werke sind mir bisher nicht (zumindest nicht wissentlich) begegnet und doch wird er als Vater der römischen Poesie bezeichnet. Das klingt irgendwie nach einer Bildungslücke……

Wirklich schön muß das Buch The Complete Book of 169 Redoute Roses sein. Ich habe (natürlich) erst einmal gerätselt, was denn „Redoute Roses“ sind – aber dann habe ich Spuren gefunden – die von Pierre-Joseph Redouté, einem berühmten Blumenmaler und dann noch das wunderschöne Teegeschirr mit solchen Rosen.

Nach so viel Schönheit noch ein musikalischer Abschluß – die Messe in C-Dur von Josef Rheinberger (übrigens seine einzige Messe mit Orchesterbegleitung) ist (wie nicht anders zu erwarten) Opus 169. Ich kannte sie bis zu meiner Suche nicht, schade eigentlich.

Damit wünsche ich Euch und Ihnen einen schönen und ruhigen Abend.

168

Die 168.

Ob Märchen sich still und heimlich vermehren können? Es wäre einerseits verwunderlich, geradezu märchenhaft, andererseits nicht unbedingt nachteilig. Bis vor wenigen Minuten ging ich jedenfalls davon aus, dass Hans Christian Andersen in seinem Leben 156 Märchen geschrieben hat. So habe ich es hier auch festgehalten. Gerade eben stolperte ich jedoch über ein Buch mit 168 Märchen von Hans Christian Andersen. Ja, sehr gut. Aber welche Zahl stimmt jetzt? Ich werde nicht nachzählen. Aber ich hoffe sehr, dass eine von beiden Zahlen richtig ist.

Zeitplanung ist ja auch immer wieder ein spannendes Thema. 168 Stunden hat eine Woche und es ist eine interessante Frage, wie und wofür man Zeit einsetzt. Wirklich für das, was wichtig ist? Ein Buch mit dem Titel 168 Hours: You Have More Time Than You Think. Ein Aspekt scheint es wohl zu sein, ob man den einzelnen Tag als 24-Stunden-Block ansieht oder die Woche als Zeitraum von 168 Stunden. Ich gebe zu, dass ich darüber noch nicht nachgedacht habe. Den Gedanken an sich finde ich nicht uninteressant.

Bleibt dann Zeit für Spiel? Zum Beispiel für Domino? Die Gesamtpunktzahl aller Steine beim Domino ist übrigens – Überraschung – 168.

Zu diesem Spiel und zum Zusammenrechnen paßt – zumindest verbal – die Kantate von Johann Sebastian Bach BWV 168 mit dem Titel Tue Rechnung, Donnerwort. Ich vermute aber, dass es inhaltlich um etwas anderes geht……

Oder es bleibt Zeit für ein paar interessante Bücher – da gibt es zum Beispiel eines mit dem sehr passenden Titel 168 Verschollen in der Römerzeit. Als Zeitreisender in die römische Geschichte reisen? Nicht ganz ungefährlich…. Ich bleibe dann lieber bei meinen aktuellen Beschäftigungen, zu denen – natürlich – auch das Lesen gehört.

Gelegentlich behaupte ich, dass mich die Bücher in der Buchhandlung regelrecht „rufen“. Sie ziehen mich zu sich hin (und springen dann in das Einkaufskörbchen, das bis zur Kasse immer schwerer wird). Daran mußte ich gerade denken, als ich den Text des wunderschönen evangelischen Kirchenliedes mit der Nr. 168 Du hast uns, Herr, gerufen las (und die Melodie hörte). Es ist ein Lied, das ich seit meiner Kirchenorganistenzeit (lange her) sehr mag.

Und last but not least – noch einmal Camille Saint mit der Fagottsonate Opus 168. Kann ein Abend musikalisch schöner enden?

Damit wünsche ich Euch und Ihnen einen Abend mit sommerlich schönen Klängen.

167

Die 167.

Bei meiner Suche zur 167 bin ich über „Cod. pal. 167“ gestolpert. Etwas, das mir gar nichts sagte, das aber „interessant“ klang. Und ja, mittlerweile ich weiß ich etwas mehr. Es gibt einige sehr alte deutschsprachige Handschriften, die unter der Bezeichnung „Codices Palatini germanici“ zusammengefaßt und zum großten Teil in Heidelberg aufbewahrt werden. Es handelt sich um insgesamt 848 Handschriften, die Nr. 167 in dieser illustren Liste steht für den Sachsenspiegel. Hier kann man das Originaldokument sehen beziehungsweise herunterladen. Das Interessante am Sachsenspiegel ist, dass es sich gleichzeitig (zusammen mit einem anderen Werk) um das bedeutendste und älteste Rechtshandbuch des Mittelalters als auch um das erste in mittelniederdeutscher Sprache verfaßte Prosawerk handelt. Spannend, oder?

Ein mir bisher unbekannter Komponist – Carl Reinecke – hat die Flötensonate „Undine“ geschrieben, die (wenig überraschend) Opus 167 ist. Die Musik klingt sehr schön. Was ich aber auch spannend finde, ist die Bezugnahme auf die Geschichte von Undine – also konkret auf das Kunstmärchen von Friedrich de la Motte Fouqué, das man hier vollständig lesen kann.

Noch eine musikalische 167 – das Opus 167 von Camille Saint-Saëns, eine wunderschöne Klarinettensonate.

Mit diesen zauberhaften Klängen wünsche ich Euch und Ihnen einen vergnügten und ausreichend kühlen Abend.

166

Die 166.

Wo gehest Du hin fragt Johann Sebastian Bach in der Kantate BWV 166. Kann man diese Frage schöner und klangvoller stellen?

Die Antworten können natürlich sehr unterschiedlich sein. Ins All würde Alexander Gerst antworten. Über seine erste Mission, die 166 Tage dauerte, hat er ein Buch geschrieben.

In ein Labyrinth der zärtlichen Kraft könnte Alexander Kluge antworten, der 166 Liebesgeschichten geschrieben hat.

Ins Museum oder vielleicht eher zu Oldtimer-Veranstaltungen, wenn man den Ferrari 166 sucht?

In den Tod wäre wohl die Antwort, wenn man an Bertillon 166 denkt. Die Beschreibung des Buches und die Suche danach, was mit „Bertillon 166“ überhaupt gemeint ist, hat mich betroffen gemacht. Jacques Bertillon und William Farr haben eine allgemeine Nomenklatur der Todesursachen geschaffen. Die erste Auflage erschien 1893. Das war in diesem Moment „nur“ ein medizinstatistisches Projekt der Stadt Paris. Diese Nomenklatur wurde auch als „Bertillon-Klassifikation“ bezeichnet. Knapp 60 Jahre später wird in Kuba der Begriff „Bertillon 166“ jedoch „anders“ verwendet – er wird von der Regierung Batista für mysteriöse Todesfälle genutzt, für eben die Todesfälle die nicht wahrheitsgemäß nach der Bertillon-Klassifikation angegeben werden. Javier Soler Puig hat diese Zeit erlebt und darüber das Buch Bertillon 166 geschrieben, einen Roman über diese Zeit. Das ist ein Buch, das mich sehr interessiert.

Wem das – politisch und historisch – zu düster ist, der geht vielleicht in die analoge oder digitale Buchhandlung und findet das Buch The Blacklist – The Dead Ring No. 166, bei dem sich mehrere tragische Unfälle als etwas ganz anderes herausstellen…..

Damit wünsche ich Euch und Ihnen einen guten und freundlichen Ort als Antwort auf die erste Frage dieses Beitrags.