12

Ein Dutzend Beiträge, zwölf also. Aber woher kommt das Dutzend als Bezeichnung für die zwölf? Vermutlich abgeleitet vom französischen Wort „dozeine“, was wiederum vom französischen Wort für die 12 „douze“ abgeleitet ist. Spannend auch, dass die Bezeichnung und Zählweise vor allem im Handel verwendet wurde. Ich verbinde den Begriff „Dutzend“ vor allem mit Eiern, wie zum Beispiel „ein Dutzend Eier“.

Eier braucht man natürlich auch, wenn man ein Festessen zubereitet. Dumm nur, wenn man nur 12 goldene Teller hat. So ergeht es Dornröschens Eltern und deswegen laden sie auch nur 12 Feen ein, mehr Teller haben sie halt nicht. Was daraus folgt? Darüber sollten wir wohl morgen sprechen …..

Naja, vielleicht hatten Dornröschens Eltern ja auch einfach für jeden Monat des Jahres einen Teller – 12 Monate, 12 Teller. Wobei es schon spannend ist, dass ein Tafelservice eben auch in der Regel für jeweils 6 Personen angeboten wird – das gute Geschirr meiner Eltern hat dementsprechend auch „nur“ Teller und Tassen für 12 Personen.

Immerhin würden die 12 Teller reichen, um die 12 olympischen Götter zum Essen einzuladen. Sie dürfen dann aber niemanden mitbringen …..

12 Rauhnächte gibt es – das sind die Nächte zwischen Weihnachten und dem 6. Januar. Eine Zeit, für die es viele Bräuche und auch Erzählungen gibt. In meiner Familie hat man in dieser Zeit nie Wäsche gewaschen und aufgehangen (damit sich die wilden Reiterhorden nicht in der Wäsche verheddern können). Die zwölfte und letzte Nacht ist gleichzeitig der Titel der Komödie „Twelfth Night or what you will“ von William Shakespeare. Derartige „Maskenspiele“ wurden zu Shakespeares Zeit rund um die zwölfte Nacht gerne aufgeführt.

Und zuletzt noch eine duftende Assoziation – in der Kölner Glockengasse 12 befindet sich ein sehr altes und bekanntes Unternehmen. 1796 erhielt dieses Haus nämlich die Hausnummer 4711. Eine schöne Geschichte, oder?

Damit wünsche ich Euch und Ihnen einen wohlriechenden Abend!

11

Wie keine andere Zahl steht die „11“ für alles, was mit Karneval zu tun. Der Karneval beginnt am 11.11., natürlich um 11.11 Uhr. Viele Karnevalsvereine beziehungsweise Karnevalssitzungen haben einen „Elferrat“. Warum die „elf“? Ich habe zwei Begründungen gefunden. Zum einen soll die elf für die Menschen gestanden haben, die sich (zumindest in der Zeit) nicht an die 10 Gebote hielten. Schöner finde ich jedoch, dass „elf“ die Abkürzung für die Werte der französischen Revolution in (geänderter) Reihenfolge ist – Egalité, Liberté und Fraternité – elf halt.

Elf Worte in einem Gedicht? Ein Elfchen!

Viel ausführlicher und umfangreicher sind natürlich die Geschichten rund um Horatio Hornblower – auf 11 Bücher hat es der Held der Romane von C.S. Forester gebracht. Ich erinnere mich vor allem an einen Spielfilm, den ich in meiner Kindheit gesehen habe.

Was Horatio Hornblower (zumindest in meiner Erinnerung an diesen Film) auf jeden Fall war? Anständig. Wie passend, dass es unter dem Hashtag #anstanddigital 11 Gebote zu Anstand beziehungsweise zu Haltung und Respekt im Netz gibt. Ich würde vermutlich nicht mit allen Geboten übereinstimmen, aber ein Nachdenken (oder auch ein Gespräch) darüber finde ich spannend. Gerade auch, weil mit diesen „Geboten“ ein Nachdenken über Demokratie und unseren Umgang miteinander verbunden ist.

KV11 steht übrigens für das Grabmal Ramses III. im Tal der Könige. Das Grabmal war anscheinend schon sehr früh bekannt (seit der Antike) und Ziel touristischer Besuche. Faszinierend, oder? Und wie schön, dass das alles bis in unsere Zeit überdauert hat.

Auch schon ziemlich alt (aber natürlich nicht so alt wie das Grabmal) ist das Kartenspiel Elfer raus. Ich kann mich an viele Nachmittag in meiner Kindheit erinnern, an denen wir dieses Spiel gespielt haben – wobei ich mich jetzt nicht mehr an die Spielregeln erinnere, eher an das Spielen an sich, was wiederum eine schöne Erinnerung ist.

Damit wünsche ich Euch und Ihnen jetzt einen fröhlich verspielten Abend!

10

Die 10 – seit immerhin 10 Tagen schreibe ich jeden Tag (oder eher jeden Abend) einen Beitrag, der sich irgendwie mit einer Zahl befaßt. Das paßt gut zum Decameron – wo 10 Menschen 10 Tage lang einander Geschichten erzählen. Schon im Titel steckt die „10“ – es ist das 10-Tage-Werk. Für unsere Zeit durchaus passend ist allerdings auch, dass die Geschichten während eines Pestausbruchs erzählt werden…..

Jorge Bucay hat auch sehr viele Geschichten geschrieben – wohl aber nur eine zu den 10 Geboten und die finde ich sehr schön. Ich habe sie in dem Büchlein „Komm, ich erzähl dir eine Geschichte“ gefunden. Am Himmelstor stehen die verstorbenen Seelen des Tages. Sie sollen in drei Gruppen geteilt werden. In die erste Gruppe kommen all die Seelen, die jedes der 10 Gebote mindestens einmal mißachtet haben. In die zweite Gruppen kommen all die, die mindestens ein Gebot mißachtet haben. Und in die dritte Gruppe? Es läßt sich wohl unschwer erraten ……

Überhaupt, die 10 Gebote. Ich fand es spannend, bei der Recherche zu den Zahlen herauszufinden, dass es „DIE“ Version der 10 Gebote nicht gibt. Je nach Religionszugehörigkeit gibt es Unterschiede. Ebenso spannend fand ich es, dass jemand 10 Gebote des 21. Jahrhunderts formuliert hat. Etwas zum Nachdenken…..

Auch Lucas Cranach „erzählt“ die 10 Gebote – auf seiner „10-Gebote-Tafel„. Wer mehr zu den einzelnen Szenen wissen möchte, findet hier umfangreiche Informationen.

Aber die 10 steht auch für ein wunderbares und sehr überraschendes Buch, nämlich das Buch „Wenn ein Reisender in einer Winternacht“ (italienisch „Se una notte d’inverno un viaggiatore“) von Italo Calvino. Man liest ein Buch und plötzlich geht es nicht weiter, die Seiten wiederholen sich. Man geht zur Buchhandlung und beschwert sich. Ja, das ist bereits bekannt – ein Fehler beim Binden. Nächster Anlauf, und wieder….. Insgesamt 10 Romananfänge packt Calvino in diesen wunderbaren Roman. Und als ich vor einigen Jahren gerade ein paar Seiten davon gelesen habe, habe ich auch einen Fehldruck eines anderen Buches erwischt. Ein witziger Zufall, den ich damals sogar im Blog festgehalten habe.

Besser kann ein Beitrag nicht enden, oder? Ich wünsche Euch und Ihnen jedenfalls einen wunderbaren Abend mit mindestens 10 phantastischen und spannenden Romananfängen.

9

Neun Kreise der Hölle beschreibt Dante, nachdem er mit Virgil (den ihm Beatrice gesandt hat) von der Vorhölle über den Fluß Acheron die eigentliche Hölle erreicht hat. Schon die Tatsache, dass über dem Tor zur Hölle die Inschrift steht, dass Eintretende alle Hoffnung aufgeben sollen, ist mehr als deutlich. Und trotzdem: Dante macht sich in der Begleitung von Virgil auf den Weg und beschreibt seine „Erlebnisse“ in der Göttlichen Komödie, einem wahren Meisterwerk.

Ungelöste Konflikte können das Leben zur Hölle machen und sie haben dummerweise oft die „Angewohnheit“, immer schlimmer zu werden. Gerade in den sozialen Medien kann man das – ausgehend von „unglücklich“ verlaufenden Gesprächen, oft beobachten. Die neun Eskalationsstufen von Friedrich Glasl beschreiben dieses Phänomen sehr gut. Online sehe ich oft sehr schnell die Suche nach „Sympathisanten“ – also den Einstieg auf Stufe 4 und ganz schnell geht es dann weiter, oft sogar bis die Stufe „gemeinsam in den Abgrund“ erreicht ist…..

Ginge es denn anders? Vermutlich ja (wobei ich für mich jetzt nicht in Anspruch nehmen möchte, in meiner eigenen Vorgehensweise und Kommunikation immer gut und weise zu handeln…..). Es gibt durchaus Strategien, um Probleme zu lösen. Eine möglich Strategie zur Problemklärung und Lösungsfindung ist das sogenannte 9-Felder-Modell von Joseph Rieforth und Bernd Kuhlmann. Das 9-Felder-Modell an sich (mit den zu den Feldern gehörenden Fragen) findet man hier, wobei es in meiner Erinnerung eine gewisse – sinnvolle – Reihenfolge dieser Felder und Fragen gibt, die ich online jetzt nicht finden konnte. Aber das ist etwas, was ich bei Gelegenheit mal nachlesen sollte……

9 Felder gibt es auch in Sudokus, den kleinen gemeinen Zahlen- beziehungsweise Logikspielen, in die man die Zahlen von 1 – 9 so einfügen muß, dass sie in jeder Reihe und in jedem Quadrat nur einmal vorkommen. Ich habe mein erstes Buch mit Sudokus vor vielen Jahren von einem Ausflug in die Niederlande mitgebracht und es hat mich ziemlich lange sehr begeistert. Aber auch das ist schon länger her. Für mich hatte das Sudoku-Lösen viel mit Geduld zu tun.

Geduld brauchen Menschen wohl auch, um Eltern zu werden und zu sein – neun Monate dauert es, bis ein kleiner Mensch geboren wird und dann noch einmal viele Jahre, bis der kleine Mensch ein großer selbständiger Mensch geworden ist….. und vermutlich brauchen sie gelegentlich auch gute Konfliktlösungsstrategien, womit wir fast wieder am Anfang dieses Beitrags wären …..

Ich wünsche Euch und Ihnen einen konfliktfreien Abend voller Geduld!

8

Die „acht“ hat es mir ein bißchen schwerer gemacht. Aber gut – jede Zahl bringt eine eigene kleine Herausforderung mit sich.

Acht Strophen hat das Gedicht „Der Erlkönig“ von Goethe, ein schönes Gedicht, auch wenn es mit den Worten „In seinen Armen das Kind war tot.“ sehr traurig endet. Aber es zeigt, was man mit acht kurzen Strophen zum Ausdruck bringen kann.

Es geht aber auch in acht Zeilen, denn so kurz und prägnant ist das Gedicht „Weltende“ von Jakob van Hoddis (und die am Ende von den Brücken fallenden Eisenbahnen passen natürlich perfekt zur sieben und Fontanes siebenstrophigem Gedicht „Die Brücke am Tay“.

Etwas länger ist die Novelle von Wilhelm Raabe über ein achtbeiniges Tier, nämlich Die schwarze Spinne. Es ist eine durchaus gruselige Geschichte, die aber ein gutes Ende hat. Ende gut, alles gut?

Menschen hatten zu allen Zeiten vor manchen – besonderes großen – Tieren Angst. Die (natürlich achtarmige) Riesenkrake war dabei ziemlich bekannt – wobei die Geschichten lange als „Seemannsgarn“ abgetan wurden. Vor gar nicht so langer Zeit haben Forscher aber Hinweise auf sehr große (natürlich auch achtarmige) Riesenkalmare gefunden. Gab es derartige „Ungeheuer“ also wirklich?

Vielleicht sollten wir doch lieber über Rentiere sprechen? Aber nein, diese Zeit ist vorbei….. Trotzdem: ursprünglich waren es nur acht Rentiere. Rudolph, Rentier Nummer 9 kam erst später dazu.

Es gibt auch ein achtbeiniges Pferd. Wirklich! Es trägt den Namen „Sleipnir“. Naja, gut, es ist ein Tier, das in den nordischen Sagas vorkommt. Aber immerhin. Acht Beine sind acht Beine.

Die liegende acht steht (oder liegt) aber auch für das Zeichen für Unendlichkeit. Der Begriff der Lemniskate, der für die liegende acht im mathematischen Bereich anscheinend oft genutzt wird, hat interessanterweise auch beim Märchenerzählen einen Platz gefunden. Die Lemniskate beim Märchenerzählen steht dafür, dass Menschen im Leben und in ihren Erzählungen Gegensatzbilder zum Beispiel wie lachen und weinen oder Geburt und Tod annehmen, in den Krisen reifen und das Leben niemals stagniert. Ein schöner Gedanke mit dem ich Euch/Sie gerne in einen lebendigen und schönen Abend „entlassen“ möchte.

7

Eine Woche – sieben Tage, sieben Beiträge, die sich hoffentlich nicht verstecken müssen.

Verstecken? Ja, denn auch das hat mit der sieben zu tun – in der Geschichte „Der Wolf und die sieben Geißlein“ legt der böse Wolf die kleinen Geißlein böse rein. Als sie den Wolf erkennen versuchen sie zwar noch, sich zu verstecken – aber der Wolf findet alle, bis auf ein Geißlein, das sich im Kasten der Wanduhr versteckt hat. Und ja, am Ende wird alles gut.

Mutig ist definitiv auch das tapfere Schneiderlein. 7 auf einen Streich – auch wenn es erst einmal nur störende Fliegen sind. Auf seinen Gürtel schreibt er das allerdings nicht. Wer viel verspricht muß viel halten und das Märchen stellt dem armen Schneider schnell ein paar schwierige Aufgaben. Aber – wie nicht anders zu erwarten – der Schneider meistert alle Aufgaben und wird am Ende sogar König!

War der Schneider übermütig oder mutig? Das ist eine durchaus spannende Frage – auch im Hinblick auf die sogenannten sieben Todsünden und sieben Tugenden. Die sieben Todsünden wurden im Laufe des vierten oder fünften Jahrhunderts schriftlich festgehalten, in der Bibel finden sie sich nicht. Interessanterweise sind die Todsünden keine konkreten Handlungen, sondern eher Haltungen. Auch wer nicht in der katholischen Kirche ist, hat sich mit Themen wie Hochmut, Habgier, Wollust, Zorn, Völlerei, Neid und Trägheit irgendwann schon auseinandergesetzt, durchaus auch im Rahmen von Kunst und Kultur. Meine erste bewußte Begegnung mit dem Begriff der sieben Todsünden war eine Aufführung des Tanztheaters Pina Bausch. Der Begriff der Todsünden gehörte ansonsten nicht zu meinem Leben.
Spannend finde ich jedoch, dass es als „Gegenbegriff“ auch sieben Tugenden gibt, nämlich Gerechtigkeit, Klugheit beziehungsweise Weisheit, Tapferkeit und Mut, Besonnenheit, Liebe, Glaube und Hoffnung. Können positive Begriffe die Menschen besser „leiten“ als die Angst vor Strafe? Eine sicherlich spannende Frage!

Klug und liebevoll handeln die sieben Zwerge, als sie Schneewittchen bei sich aufnehmen. Natürlich ist es schön, das Schneewittchen ihnen den Haushalt macht, aber vor allem, retten sie Schneewittchen immer wieder und sind doch ehrlich betrübt, als sie ihr in der „Apfelepisode“ nicht helfen können.

Etwas anders verhalten sich Max und Moritz. Sieben Streiche und jeder in ihrem Umfeld ist ziemlich genervt. So ist es nicht verwunderlich, dass nach ihrem unrühmlichen Ende folgender Satz steht „Als man dies im Dorf erfuhr, War von Trauer keine Spur.“ Jedenfalls sind die Streiche immer noch lesenswert!

Lesenswert ist auch das Buch „Das siebte Kreuz“ von Anna Seghers. Sieben Häftlinge fliehen aus einem Konzentrationslager. Die Geflüchteten sollen innerhalb von sieben Tagen gefaßt werden. Für jeden von ihnen wird ein Kreuz erstellt. Sechs der Häftlinge werden gefaßt. Nur das siebte Kreuz bleibt frei.

Fluchtjahre sind in der Regel harte Jahre, Jahre voller Hunger und Entbehrungen. Das hat mich an den biblischen Traum des Pharao erinnert, den Joseph für ihn deutet. Im Traum sieht der Pharao zunächst sieben schöne fette Kühe aus dem Nil steigen und dann sieben dürre häßliche Kühe. Joseph deutet den Traum als sieben Jahr der Fülle, denen sieben Jahre des Hungers folgen.

Zum Thema Hunger paßt wiederum das Märchen „Die sieben Schwarten“ aus dem Pentameron von Giambattista Basile….

Ich sollte langsam zum Ende kommen. Vorher möchte ich jedoch noch auf ein sehr bekanntes Gedicht hinweisen, das aus sieben Strophen besteht, nämlich Fontanes Ballade Die Brücke am Tay, die er kurz nach dem Einsturz der Brücke in Schottland geschrieben hat. Die drei Hexen aus Macbeth „treffen“ sich in der ersten und der letzten Strophe, die mittleren fünf Strophen erzählen das eigentliche Geschehen.

Wie findet man danach einen guten und positiven Abschluß? Ich hoffe, das mir das mit den septem artes liberales, den „sieben freien Künsten“ gelingt. Ich finde den Gedanken einer umfassenden Bildung, die eben nicht auf einen Erwerbszweck bezogen ist und die zum Beispiel Musik und Rhetorik umfaßt, sehr schön.

Damit wünsche ich Euch und Ihnen einen kunst- und genußvollen Abend.

6

Sechs Vorschläge für das neue Jahrtausend – zur Verteidigung der Literatur – wollte Italo Calvino in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts aufschreiben. Fünf sind fertig geworden – nämlich die Vorschläge der Leichtigkeit, Schnelligkeit, Genauigkeit, Anschaulichkeit und Vielschichtigkeit. Den sechsten Vorschlag – den der Konsistenz oder Haltbarkeit – wollte er in Harvard schreiben, leider kam ihm der Tod zuvor. Den Gedanken, dass es sechs für literarische Werke bedeutende Werte gibt, die uns in diesem Jahrtausend begleiten könnten (oder sollten) finde ich jedoch spannend.

Nur fünf von sechs. Eine Geschichte mit diesem Ausgang erzählt auch Jorge Bucay in seinem Buch Das Buch der Trauer. Es ist die Geschichte von sechs Bergleuten, die irgendwo in Afrika in einem Bergwerk verschüttet wurden. Innerhalb einer bestimmten Zeit könnten sie gerettet werden. Sie haben Angst. Und nur einer von ihnen hat eine Uhr….. Die Geschichte kann man in der Leseprobe zu diesem Buch (die ich nur bei Amazon gefunden habe) nachlesen – sie ist auf den Seite 20 und 21. Sie ist traurig, aber halt auch schön.

Die Geschichte von Bucay paßt natürlich zu dem Aspekt, dass ein Würfel sechs Seiten hat. Man kann Glück haben, wenn man würfelt oder halt auch nicht.

Das Schicksal meint es auch nicht immer gut mit den Königskindern. So geht es auch der Königstochter und ihren sechs Brüdern, die von der bösen Stiefmutter in Schwäne verwandelt werden. Jeden Abend genau 15 Minuten lang können die Schwäne ihre tierische Gestalt ablegen und reden. Dieser Zeitraum reicht, um ihre Schwester zu informieren, wie sie ihre Brüder retten kann. Sechs Jahre lang nicht sprechen, nicht lachen und in dieser Zeit sechs Hemdchen aus Sternenblumen nähen. Die Schwester nimmt diese Aufgabe auf sich und sie ist ziemlich erfolgreich, nur am letzten Hemd ist der linke Ärmel nicht ganz fertig geworden…… Aber es reicht, um ihre Brüder und auch sich selbst zu retten!

Von den Hemdchen zu den Hüten, nämlich zu den sechs Denkhüten von De Bono. Es ist eine schöne Methode, um sich – ohne vorschnelle Bewertung oder gar Abwertung – Ideen oder Projekte anzuschauen. Gerade das Fokussieren auf einen bestimmten Hut hilft oft, die Chancen und Risiken einer Idee oder eines Projektes besser einschätzen zu können. Besonders schön ist das natürlich, wenn man tatsächlich mit sechs bunten Hüten arbeitet ….

Und zu den Hüten passt natürlich auch die besondere Kopfbedeckung der „heiligen drei Könige“, die heute ihren Tag haben. Erst trugen sie, weil sie aus dem Osten kamen, sogenannte „phrygische Mützen“ – später wurden aus den Mützen dann goldene Kopfbedeckungen …..

Ich wünsche Euch und Ihnen jetzt einen bunten und gut behüteten Abend mit schönen Gedanken!

5

Die „5“ – hoffentlich ist sie jetzt nicht das fünfte Rad am Wagen, eine durchaus unangenehme Rolle. Aber trotz dieser unschönen Verbindung bringt die „5“ doch sehr viel Heiterkeit und Leichtigkeit mit sich. Warum? Weil jeder Limerick (das gereimte scherzhafte Gedicht) aus genau fünf Zeilen besteht – 5 Zeilen also als Höchstform dichterischer Heiterkeit! Wer ein paar Kostenproben genießen möchte, hier findet man Limericks aus dem „A Book of Nonsense“ von Edward Lear.

Heiter klingt auch das Forellenquintett von Schubert – eine wunderschöne Musik, die ich immer wieder gerne höre!

Das Stichwort „hören“ führt mich zu einem weiteren Bereich – unseren Sinnen. Nach Aristoteles haben wir fünf Sinne – Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Tasten. Weiter zu einem dieser Sinne, denn die 5 steht auch für einen sehr berühmten Duft – den Klassiker Chanel Nr. 5, der witzigerweise am 05.05.1921 auf den Markt gekommen ist (sehr passend, oder?).

Ein himmlischer Duft? Jedenfalls passend zum Thema „Himmelsrichtungen“. Nein, ich habe mich nicht vertan. Wie gestern schon erwähnt, ist die „4“ im asiatischen Kulturraum eine Unglückszahl. In der chinesischen Kultur gibt es daher fünf Himmelsrichtungen – die vier, die wir auch kennen und dann die fünfte, die Mitte oder das Zentrum, die im Prinzip senkrecht nach oben geht. Ein schöner Gedanke, oder?

Schön ist aber auch die Herkunft der Redewendung jemandem ein X für ein U vormachen. Was das mit der fünf zu tun hat? Eigentlich ganz einfach (wenn man es weiß beziehungsweise nachgelesen hat). Früher hat man für Zahlen oft noch die römischen Zahlzeichen verwendet. Das X stand für die 10, das V (das bei den Buchstaben gleichzeitig unser „v“ und unser „u“ war) für die 5. Wenn man die Striche des „V“ verlängert, dann wird aus dem V plötzlich ein X. Wenn es um Schulden geht, dann schuldet man mit dieser Verlängerung plötzlich das Doppelte. Dumm gelaufen, oder? Und deswegen gibt es diese (schöne) Redewendung!
Nach dieser Geschichte ist es nicht mehr überraschend, dass die Bibel fünf törichte und fünf kluge Jungfrauen kennt, oder? Aber das paßt natürlich auch zu einer anderen Zahl, daher an dieser Stelle nichts mehr dazu.

Ich wünsche Euch/Ihnen einen sinnvollen und sinnenfreudigen Abend!

4

Bescheiden tritt sie auf, die „vier“. Es reicht ihr, „ausreichend“ zu sein und vielleicht fiel es mir deswegen zunächst ein bißchen schwer, schöne und interessante Assoziationen zu ihr zu sammeln.

Aber was passiert, wenn die Kraft nicht mehr reicht? Davon kann ein Esel aus dem Bremer Umland ein Lied singen. Als seine Kraft nachließ, wollte ihn sein Eigentümer loswerden. Kein schönes Schicksal und der Esel traf die kluge Entscheidung, lieber fortzulaufen. Eine zweite Karriere als Stadtmusikant in Bremen schwebte ihm vor. Unterwegs traf er drei Leidensgenossen, mit denen er sich anfreundete – einen Hund, eine Katze und einen Hahn. Musikalisch wären sie vielleicht nicht so wahnsinnig erfolgreich gewesen, aber gemeinsam schafften sie es, Räuber aus einem Haus zu vertreiben und bis heute spielen sie – sowohl in den Märchenbüchern als auch in Bremen – eine tierisch prominente Rolle.

Musikalisch herausragend sind natürlich die „Vier Jahreszeiten“ von Antonio Vivaldi. Überhaupt die vier Jahreszeiten – ich möchte keine Jahreszeit missen. Jede Jahreszeit hat ihre schönen Seiten und ich verbinde mit jeder Jahreszeit schöne Rituale oder Erinnerungen, auch wenn es manchmal einfacher ist, eine Jahreszeit mehr zu mögen, die gerade nicht ist…..

Mögen ist ein gutes Stichwort. Vor ein paar Tagen habe ich eine interessante weihnachtliche Geschichte gelesen. Ein wohlhabender verwitweter Vater ist über seine erwachsenen Kinder, die ihn nur sehr selten besuchen anscheinend ziemlich enttäuscht. Kurz vor Weihnachten erhalten die vier Kinder von ihm die Nachricht, dass er gestorben ist und bereits begraben wurde. Er fordert sie auf, am 24.12. in ihr Elternhaus zu kommen, um dort die Erbangelegenheiten zu regeln. Alle vier Kinder träumen für sich selbst von der großen Erbschaft. Aber am Weihnachtstag erwartet sie eine Überraschung. Sie müssen nämlich ein Spiel um die Erbschaft spielen ……. Und alle wollen gewinnen…..

Das Stichwort „Spiel“ führt mich zum Quartett – also dem Quartettspiel. Ich erinnere mich vor allem an das Spiel „Schwarzer Peter“ – auch wenn ich mich nach so vielen Jahrzehnten nicht einmal mehr an die Regeln dieses Spiels erinnern kann…… Aber viele Spiele (zum Beispiel „Mensch ärgere Dich nicht“) arbeiten mit der „vier“ – zum Beispiel mit vier Spielfiguren. Und Spielen ist natürlich eine wunderbare Beschäftigung!

Die abgebildete schwarze Katze erinnert mich aber auch daran, dass sehr viele Tiere vier Beine haben und sich damit unwahrscheinlich elegant bewegen! Ein wunderbares Bild der Ausgeglichenheit, das dem Begriff „ausreichend“ vom Beginn den negativen Hauch nimmt. Die vier steckt halt an vielen scheinbar unscheinbaren Stellen und gerade in dieser scheinbaren Unscheinbarkeit ist sie so wichtig. Was wäre eine Adventszeit ohne vier Adventssonntage und vier Kerzen? Ein Viereck ohne vier Ecken?

Und während für mich die vier durchaus positiv ist, gibt es Kulturkreise in denen sie – weil sie ähnlich wie das Wort für den Tod klingt – gemieden wird. Dafür gibt es sogar den (wiederum schönen) Begriff der „Tetraphobie“ mit dem ich Euch und Ihnen jetzt noch einen schönen, lebendigen und fröhlichen Abend mit der „4“ wünsche.

3

Es folgt die „3“. Für mich zunächst einmal eine kleine Erinnerung an meine Kindheit – Kleinfamilie mit Mutter und Vater und meine Dreiradrunden im kleinen Wohnzimmer (meine Mutter hatte immer etwas Angst um ihre Möbel, weil ich immer sehr spät und abrupt „gebremst“ habe). Ein paar Jahre später die Begegnung mit den „drei Fragezeichen“ von Alfred Hitchcock, die ich allerdings nur noch dunkel in Erinnerung habe. Fragezeichen mag ich immer noch – allerdings müssen es nicht drei hintereinander sein.

Meine Lieblingsdreiergruppe sind die drei Hexen aus Macbeth – in der Schule „entdeckt“, liebe ich sie auch heute immer noch. Ihr Spruch „When shall we three meet again? In thunder, lightning or in rain?“ begleitet mich seit der Schulzeit wie wohl kaum ein anderer Text. Schön ist ja, dass die Hexen sich in dem, was sie tun (oder nicht tun) sehr einig sind. Denn ab drei Pesonen bilden Menschen eine Gruppe. Da fängt es dann an mit der „Gruppendynamik“……. Ob die heiligen drei Könige (die ja erst in ein paar Tagen zu dritt „auftauchen“) immer einig waren?

Jeweils einzeln – aber doch insgesamt zu dritt – tauchen auch die drei Geister in Charles Dickens „A Christmas Carol“ (deutschsprachige Version hier) auf. Auch das eine Geschichte, die ich immer wieder gerne lese. Sozusagen mein persönlicher Weihnachtsbuchklassiker.

Ein heiterer Abschluß dieses Abends? Dann werfe ich noch „Three men in a boat“ von Jerome K. Jerome in den Ring (deutsch Drei Mann in einem Boot).

Aller guten Dinge sind drei? Mit diesem Beitrag sind es drei Beiträge – ob sie gut sind, wer weiß ……