17.12.2012

Markt und Straßen waren heute nicht verlassen – allerdings war es auch nicht so voll, wie ich befürchtet hatte. Besonders überrascht war ich, daß ich in der Post relativ schnell an der Reihe war. Ich hatte mich innerlich schon auf eine „Geduldsübung“ eingestellt und war positiv überrascht! Ja, und dann wurde ich auch nachdenklich ….. Warum war die Post heute – eine Woche vor Weihnachten – so leer? War ich etwa so spät dran? Oder versenden die Menschen so wenig Brief und Päckchen? Eine Antwort auf diese Frage werde ich wohl nicht finden, aber das Thema „Weihnachtspost“ beschäftigt mich jetzt schon.
Früher habe ich sehr viele Briefe und Karten geschrieben. Aber in den letzten Jahren bin ich nur selten dazu gekommen. Am Anfang der Adventszeit ist das Weihnachtsfest noch so weit weg, daß ich mich nicht aufraffen kann und kurz vor Weihnachten ist es zeitlich meistens so „eng“, daß ich kaum dazu komme. Eigentlich sehr schade, denn Weihnachtspost ist etwas sehr Schönes. Wie schön Weihnachtspost sein kann, läßt sich an dieser Geschichte sehen.
Viel Spaß beim Lesen!

16.12.2012

Nur noch eine Woche bis Weihnachten. Langsam denke ich über meine „Einkaufsliste“ nach, überlege, was ich noch besorgen möchte und was ich bis jetzt vergessen habe und biege „gedanklich“ auf die weihnachtliche Zielgerade. Zu den Weihnachtsfesten meiner Kindheit gehören die Weihnachtsgedichte. Manche habe ich freiwillig auswendig gelernt, von manchen habe ich auch nur die erste Strophe in (grober) Erinnerung behalten. Gerade aufgrund der hektischen letzten Tage und auch des Lärms in den Städten habe ich mich heute an das Gedicht „Weihnachten“ von Joseph von Eichendorff erinnert. An eine solche Atmosphäre kann ich mich für die Zeiten meiner Kindheit noch erinnern – insbesondere an den Weihnachtstagen. Heute ist es gefühlt „lauter“ – wobei ich mich frage, ob es tatsächlich lauter ist oder ob ich meine Umgebung nur anders wahrnehme. Weihnachten war für mich jedenfalls immer eher ein stilles und nachdenkliches Fest, eine Zeit für dicke Bücher und große Teekannen, eine Zeit des stillen Genusses. So möchte ich es auch dieses Jahr halten – mal sehen, welche Bücher ich für meine Weihnachtszeit aussuche.
Und Sie/Ihr? Wie soll Ihr/Euer Weihnachten aussehen?

15.12.2012

Heute (am frühen Morgen) habe ich ein sehr interessantes Buch zuende gelesen – das Buch „Anleitung zur Unzufriedenheit“ von Barry Schwartz. Inhaltlich geht es darum, daß die heute vielfältigen Möglichkeiten der Auswahl uns nicht glücklicher und zufriedener machen, sondern – gerade aufgrund ihrer Fülle und Vielfalt – fast eher ein Hindernis für unser Wohlbefinden darstellen. Ein gutes Buch, dessen Lektüre sich wirklich lohnt! Für heute möchte ich allerdings einen ganz anderen Aspekt aus diesem Buch herausgreifen. Schwartz stellt – glücklicherweise – auch die Frage, was wir tun können, um zufriedener zu werden. Dafür unterbreitet er elf konkrete Vorschläge – und ein Vorschlag paßt besonders gut hierhin: nämlich „sich in einer Haltung der Dankbarkeit zu üben“. Dafür schlägt er (auf Seite 253) eine interessante „Routinemaßnahme“ vor – nämlich in einem Notizbuch jeden Morgen oder Abend 5 Dinge aufzuschreiben, die am Vortag passiert sind und für die wir dankbar sind. Wenn es uns gut geht, vergessen wir diese „Dankbarkeit“ schnell, wenn es uns nicht so gut geht, denken wir umso intensiver darüber nach, wie es uns besser gehen könnte. Gerade deshalb ist die tägliche Erinnerung an die Momente, für die wir täglich dankbar sein können so wichtig und gerade deshalb müssen wir sie (laut Schwartz) üben. Dabei kann es sich auch um „unscheinbare“ Dinge handeln, wie z.B. einfallende Sonnenstrahlen oder ein freundliches Wort. Mit dieser Übung soll die Zufriedenheit wachsen. Spannend, oder?
Ich glaube, ich werde das demnächst – spätestens Anfang 2013 – mal ausprobieren…….

14.12.2012

Der heutige Tag ist „merkwürdig“ – irgendwie ein Tag mit dem Motto „einerseits – andererseits“. Einerseits freue ich mich schon seit Wochen auf ein Treffen heute Abend (mit meiner Lerngruppe aus der Mediationsweiterbildung), andererseits habe ich kaum die Zeit, mich darauf irgendwie vorzubereiten. Einerseits bin ich froh, daß es nicht schneit, andererseits könnte der einsetzende Regen zu Glatteis führen. Einerseits müßte ich dringend ein paar Angelegenheiten fertig machen, andererseits möchte ich rechtzeitig zu dem Treffen fahren ……. die Liste ließe sich noch lange fortsetzen. Ja, und was mache ich jetzt damit? Ja, gute Frage – etwas ratlos sitze ich vor meinem Computer,  schreibe den Beitrag für heute und weiß eigentlich nicht, was ich gerade will. Es liegt an mir – das ist mir klar, aber das macht es nicht einfacher.

Kennen Sie/kennt Ihr das? Und wenn ja: was machen Sie/macht Ihr in solchen Momenten?

13.12.2012

Der heutige Tag wird in Skandinavien als „Luciafest“ oder auch „Lichterfest“ begangen. Auch wiederum ein schöner Brauch, denn Licht gehört ganz deutlich in diese dunkle Jahreszeit. Aber zum Licht gehört auch der Gedanke an Dunkelheit, an Schatten und auch an traurige oder schwierige Zeiten. Ich selbst habe das Jahr 2012 als schwieriges Jahr erlebt (ich bezeichne es für mich immer als ein Jahr der Herausforderungen!) und war überrascht, heute bei Twitter zu lesen, daß es vielen Menschen so geht. Einerseits traurig (denn es ist nicht schön zu lesen, daß das Jahr auch für die anderen schwierig war), andererseits auch irgendwie beruhigend mit diesem Gefühl nicht allein zu sein. Und so hoffe ich, daß für uns alle das Jahr 2013 ein „helles und frühliches Jahr“ wird und uns ein Füllhorn an schönen Momenten und Ereignissen bringen wird. In diesem Sinne möchte ich Ihnen/Euch mit dem Märchen „Das blaue Licht“ einen fröhlichen und hellen Tag wünschen!

12.12.2012

Heute ist ein besonderer Tag. Nicht für mich persönlich – sondern bezogen auf die Adventszeit. Denn ab heute sind die Weihnachtsmänner unterwegs. Nein, ich bin nicht durcheinander und ich habe auch auf den Kalender geschaut und gerade deshalb weiß ich es: denn ab dem 12. Dezember machen sich die isländischen Weihnachtsmänner auf den Weg. Eine schöne Geschichte! In Island gibt es nämlich sage und schreibe 13 Weihnachtsmänner. Sie kommen ab dem 12. Dezember – immer einer pro Tag, bis sie am 24. Dezember alle gemeinsam versammelt sind. Und dann gehen sie wieder – auch immer einer pro Tag ab dem 25. Dezember. Wenn dann alle Weihnachtsmänner (die man in Island auch eher als „Weihnachtsgesellen“ bezeichnet) gegangen sind, dann ist die Weihnachtszeit vorbei. Ein schöne Geschichte, die mich gleichzeitig daran erinnert, wie wenig ich doch über Geschichten und Bräuche aus anderen Ländern weiß. Meist stoße ich zufällig darauf – manchmal sogar durch die Erzählungen von Freunden. So schön ich die deutschen Bräuche und Geschichten finde, so neugierig bin ich doch, mehr darüber zu erfahren, wie andere Menschen feiern – zum Beispiel das Weihnachtsfest. Das heißt nicht, daß ich diese Bräuche übernehmen möchte – aber ich empfinde das Wissen als Bereicherung. Gerade die an Genüssen und Erlebnissen oft so „reiche“ Advents- und Weihnachtszeit kann eine solche Bereicherung und die damit verbundene Prise Neugier gut vertragen.
Welche vielleicht (eher) unbekannten Bräuche und Geschichten schätzen Sie/schätzt Ihr besonders? Und worauf sind Sie/seid Ihr neugierig?

11.12.2012

Heute hat es tagsüber länger geschneit. Es sah zauberhaft aus und es war auch zauberhaft ruhig. Der Schnee (auch wenn gar nicht so viel liegenblieb) dämpfte alle Geräusche und gab mir das Gefühl geradezu „himmlischer“ Ruhe. Ruhe in der Advents- und Weihnachtszeit? Das klingt nach einem Widerspruch. Aber die äußere Ruhe (die ich gerne auch als Stille bezeichnen möchte) erinnerte mich daran, daß auch das „zur Ruhe kommen“ – also die „innere“ Ruhe – in der Advents- und Weihnachtszeit von großer Bedeutung ist. Schade ist nur, daß Stille (also äußere Ruhe) nicht auch zu innerer Ruhe führt. Ganz im Gegenteil: manchmal fällt einem in der Stille viel deutlicher auf, wie wenig gelassen und ruhig man selbst ist. Mir hilft es in diesen Momenten, wenn ich ein Buch lese oder mir eine kleine Auszeit (z.B. einen Museumsbesuch) gönne.
In diesem Sinne werde ich mir gleich – nach einem etwas unruhigen Tag – Lesezeit gönnen!

Was machen Sie/macht Ihr, um – auch in der Adventszeit – die innere Ruhe zu behalten (bzw. zu finden)?

10.12.2012

Heute in zwei Wochen ist Weihnachten. Und: heute ist Montag. Und auch noch: Heute ist irgendwie ein komischer Tag. Draußen wird es nicht richtig hell, es ist stark bewölkt und immer wieder regnet es leicht auf den noch liegenden Schnee. Irgendwann später soll es schneien. Ein Tag, an dem ich viel schaffen wollte und irgendwie noch nicht weit gekommen bin – ein Tag also, der meine Kraft und Geduld herausfordert.
Geduld ist in diesem Zusammenhang ein gutes und wichtiges Stichwort. In meiner Kindheit gab es immer die Fernsehsendung „Wir warten aufs Christkind“ – eine Sendung, um die ach so lange Zeit bis zum Beginn des eigentlichen Weihnachtsfestes zu überbrücken. Es war eine Mischung aus Vorfreude und Ungeduld, die ich damals erleben durfte.
Und heute? Gerade habe ich in dem Buch „111 Tugenden, 111 Laster“ von Martin Seel gelesen, daß Geduldigsein auch Kraft kostet. Ja, das stimmt. In vielen Dingen habe ich gelernt geduldig zu sein und abzuwarten, sozusagen in Ruhe meine Tasse Tee zu trinken – aber in manchen Bereichen schaffe ich das nicht und das ist wohl auch gut so. Schließlich kann auch Ungeduld manchmal eine Tugend sein – als Sprungbrett für Veränderung. Aber ist Ungeduld ohne Geduld überhaupt denkbar?
Einen sehr schönen Text zum Thema Geduld finden Sie/findet Ihr hier.
Ich wünsche Ihnen/Euch einen schönen und kreativen Abend!

09.12.2012

Gestern war ich – wie geplant – in der Spiegelman-Ausstellung in Köln. Eine schöne Ausstellung, die zu besuchen mir wirklich Spaß gemacht hat. Ein Ausstellungsobjekt fand ich besonders bemerkenswert – die Seite mit dem Titel „A HAND JOB„, die unter anderem 1977 im Werk „Breakdowns“ veröffentlicht wurde. Dem Autor wachsen an seiner Hand – anstelle der Finger – plötzlich kleine Figuren, die ein Eigenleben führen und mit ihm (bzw. über ihn) sprechen. Ein unrealistisches Bild? Ja und nein! Ich fühlte mich nämlich bei diesem Bild sehr stark an das „Innere Team“ von Schulz von Thun erinnert. Vielleicht kennen Sie/kennt Ihr diese Situation: einerseits möchte man gerne etwas tun (Freunde treffen, Sport machen, aufräumen), andererseits ……. Genau an dieser Stelle wird es spannend: wenn wir uns für oder gegen etwas entscheiden wollen (bzw. müssen), dann treten oft unterschiedliche „Stimmen“ auf den Plan – diese Stimmen, die durchaus in Konflikt zueinander stehen können – bilden das innere Team. Dabei gibt es Stimmen, die stark im Vordergrund stehen und Stimmen, die eher selten zu Gehör kommen. Eine schöne Anregung, wie man mit diesen „inneren Stimmen“ umgehen kann, findet sich hier. Aber die Idee, die Stimmen als „Finger“ oder „Fingerpuppen“ darzustellen und mit ihnen direkt in Dialog zu treten, finde ich sehr schön. Mir fiel gestern beim Betrachten dieser Zeichnungen jedenfalls auf, daß bei mir die „dankbare Stimme“ oft in zweiter Reihe steht. Manchmal – gerade in Zeiten von größeren Herausforderungen – ist Dankbarkeit gar nicht so einfach, es ist so viel einfacher wütend oder traurig zu sein. Trotzdem gab und gibt es auch in diesem Jahr vieles, für das ich dankbar bin – zum Beispiel für viele gute Gespräche, alte und neue Freundschaften und sich plötzlich ergebende Chancen. Und mit diesem dankbaren Blick auf die vergangenen Monate fällt es mir dann auch leichter, das „Gute im Schlechten“ zu sehen und mich den Herausforderungen (immer wieder) zu stellen.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen/Euch einen fröhlichen Adventsabend und einen guten Start in eine schöne und erfolgreiche Woche!

08.12.2012

Heute werde ich mir einen „kleinen“ Ausflug gönnen – nach Köln, um die Ausstellung von Art Spiegelman zu sehen und natürlich auch, um die Weihnachtsmärkte zu besuchen. Einen größeren (thematischen) Gegensatz als „Spiegelman“ und“Weihnachtsmarkt“ kann es wohl kaum geben – aber vielleicht ist diese Widersprüchlichkeit (die ich auf anderer Ebene gerade auch erlebe) sogar gut. Die Tatsache, daß Spiegelman es geschafft hat, die „unheile“ Welt zu verarbeiten und zwar in Form eines Comics, erlaubt mir vielleicht einen anderen Blick auf die vermeintlich „heile“ Welt der Weihnachtszeit und des Weihnachtsmarktes. Gleichzeitig ist der Besuch der Ausstellung für mich auch eine kleine Erinnerungsreise. Den Maus-Comic habe ich schon 1996 „entdeckt“, als ich vier Monate in Washington DC als Rechtsreferendarin gearbeitet habe. Noch heute steht das zweibändige Comic-Werk in meinem Bücherregal – als eines meiner „Kultbücher“.
Und danach auf den Weihnachtsmarkt? Ja, gerade! Ich glaube nicht, daß man das Leid und die schwere und traurige Geschichte, die Spiegelman erzählt, durch „Mitleiden“ und „Verzicht auf Vergnügen und Freude“ irgendwie „verringern“ kann. Insofern wird mein Weihnachtsmarktbesuch für mich eine Balance herstellen – zwischen damals und heute, zwischen Leid und Freude und zwischen Kultur und Vergnügen. Es mag sein, daß ich dem Thema damit nicht ganz gerecht werde, aber wichtig ist aber auch, daß es mir dabei gut geht.
Und deshalb frage ich jetzt ganz nachdenklich: Wie stellen Sie/stellt Ihr Ihre/Eure Balance sicher?